Artikel zum Schlagwort ‘Bayer Leverkusen’

Alter Finne, das war gut!

Schalke 04 besiegt die beste Heimmannschaft der Liga in allen belangen und zeigt in einem immens wichtigen Spiel ihre beste Halbzeit seit Jahren. Nach 28 Spieltagen ist eine Tabellenführung schön aber noch nicht wichtig. Wichtiger ist erkennen zu dürfen, wie gut diese Mannschaft sein kann und wozu sie sich in dieser Saison schon entwickelt hat.

Die Defensive ist Schalkes Stärke. Einige Male konnte Schalke in dieser Saison auch schon flotten Offensivfußball zeigen, meistens in Kontersituationen oder bei Rückständen, wenn die Angst vor weiteren Gegentoren naturgemäß minimiert war. In der ersten Halbzeit gegen Bayer 04 Leverkusen brachte Schalke alles zusammen und wusste damit den Gegner zu dominieren:
Durch hervorragende Raumaufteilung und gute Laufarbeit schien das Spielfeld für Leverkusen schon in der Platzmitte kaum zu überwinden. Unzählige Male wurden Pässe abgefangen, wurden die gegnerischen Laufwege vorab erkannt und verteidigt. Und fast immer suchte Schalke sofort den Weg nach vorne. Alles wirkte unglaublich wach und direkt, derart, dass sich diese Mannschaft Leverkusens, ein Team voller feiner Fußballer, völlig verzweifelt und mutlos zeigte. An Taktik, Einstellung und Spielweise Schalkes in dieser Halbzeit gibt es nichts zu kritisieren. Lediglich ein bis zwei Tore mehr hätte erzielt werden können, die 2:0 Führung zur Halbzeit stellte die Überlegenheit nur unzureichend dar.

Die zweite Halbzeit war weniger kraftvoll aber immer noch sehr kontrolliert. Direkt in der Anfangsphase fuhr Schalke einige Angriffe und machte deutlich, dass man sich nicht zurückziehen sondern weiterhin agieren wollte. Erst ab der 70. Minute wurde Leverkusen mehr Raum geschenkt. Letztlich blieb es aber dabei, dass Leverkusen kaum eine Kombination durchbringen konnte, dass die Blauen wie Pech an ihren Gegnern klebten und immer irgendwie richtig standen.

Auch wenn Jefferson Farfán ein grandioses Spiel lieferte, heute war eben nicht nur die rechte Seite gefährlich. Rafinha wusste links mächtig zu wirbeln und Rakitic und Matip bedienten die Stürmer auch immer wieder durch die Mitte. Defensiv hat Schalke quasi nichts zugelassen. Nach vorne ging es meistens sehr direkt und in hohem Tempo. Alles, vorne wie hinten, wurde von einem echten Kollektiv geleistet. Die gestrige Leistung hat mich wirklich beeindruckt. Dazu noch in einem Spiel gegen einen direkten Konkurrenten um Plätze und Gladiolen: Ein guter Zeitpunkt.

Gegen die Besten

Es geht immer weiter.

… um mal einen bemerkenswert treffenden Satz eines ansonsten hauptsächlich phrasendreschenden Vielleicht-Beinahe-Schalke-Managers aus einer dunklen Zeit zu zitieren. Drei Tage nach der Niederlage im DFB-Pokal verursacht Schalke 04 das nächste Spitzenspiel des deutschen Fußballs, Samstag, 18:30 Uhr, gegen Jupp Heynckes’ Turn- und Sportverein Bayer 04 Leverkusen.

Ein Spiel, in dem es um die Meisterschaft und um die Champions League Plätze geht. Allerdings ist die Ausgangslage ziemlich unterschiedlich. Schalke spielte mit, kämpfte sich unter die ersten 5, stahl sich unter die ersten 3 und will da nun nicht mehr weg. Leverkusen stand nach 17 von 27 Spieltagen auf Platz 1 der Tabelle und in der Hinrunde war Bayers Kombination aus sicherer Abwehr und quirliger Offensive das non plus ultra. Übrigens auch auf Schalke, Leverkusen war meiner Meinung nach bislang die beste Mannschaft, die in dieser Saison zu Gast war.

Schalke und Bayern daheim – das sind für mich sechs Punkte. Kommen die nicht auf die Habenseite, ist der Zug auf einen leckeren Salat in der Schale aller Schalen abgefahren. So einfach ist das.

… schreibt also auch Jens Peters, wobei mir noch nicht klar ist, ob eine Überzeugung oder der Wunsch die Triebfeder zu diesem Satz war. Leverkusen hat von 14 Heimspielen zehn gewonnen und den Rest auch nicht verloren. Leverkusen ist damit die erfolgreichste Heimmannschaft der Liga.
Kann Schalke (auch) gegen diese Mannschaft bestehen? Wie schwer trifft es Bayer, dass Kießling verletzt fehlen wird? Wie wird es um Schalkes Kondition bestellt sein, nach dem langen Pokalabend am Mittwoch? Wie steht es um die Psyche, nachdem Leverkusen in Dortmund vermöbelt wurde und Schalke gegen (… aber das wissen hier alle)? Und, nicht minder wichtig, wie richtet Felix Magath seine Mannschaft aus? Das morgige Spiel ist hochinteressant, auf Grund vieler verschiedener Aspekte.

Was anderes.
Gestern Abend durfte ich bei 90elf – dem Fußball-Radio zu Gast sein. Also sprachlich, körperlich war ich daheim und telefonierte mit den Moderatoren. Ganz live und ohne doppelten Boden. Ein Mitschnitt wurde mir netterweise zur Verfügung gestellt. Natürlich gings nicht um mich sondern um Schalke 04. Um den Rasen, die Saisonziele, die Aussichten fürs nächste Jahr, um die nächsten Spiele, um Rafinha und um Manuel Neuer. Zirka 20 Minuten Gespräch. Hier nachzuhören …


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(21:33 Min)
mp3-Datei / Podcast-Feed




Bezüglich unseres Einwechselspieler-Ratens hat Magath mit Baumjohanns Einsatz von Beginn an gegen die Bayern „die Karten neu gemischt“. Ich glaube trotzdem wieder an …

Baumjohann
Edu
… und Moritz

Falls ich mir was wünschen dürfte würde ich aber zu gerne mal Mario Gavranovic in Aktion sehen.



Nachtrag: Auch Jens Peters, bei catenaccio Blogger zu Bayer 04 Leverkusen, war am Donnerstag Gesprächspartner bei 90elf. Sein Interview ist nun auch nachzuhören.


 
[Einwechselspieler-Raten: Ein ausschließlich der Ehre halber zu treibender Zeitvertreib, bei dem jeder mitmachen kann, der bis eine Stunde vor Anpfiff die Namen der zu erwartenden Schalker Einwechselspieler in einem Kommentar hinterlässt. Wer 3 Treffer erzielt darf sich bis zur nächsten Runde „Magath-Into-The-Brain-Kucker“ nennen. Wechselt Felix Magath nur zweimal, sind diejenigen, die beide Wechsel richtig voraussagten, natürlich auch toll, aber nicht soooo toll. Eine komplette Liste aller Tipps und Treffer der aktuellen Runde erscheint ebenfalls in diesem Blog. In dieser Spielrunde gibt’s wieder nix umsonst.]

Destruktive Lust

Spekulationen über Spekulationen. Jetzt soll Kroos im Sommer direkt Kießling mitbringen. Ob’s Vizekusen gefällt? http://tinyurl.com/yjrhhbx

… twitterte Breitnigge und veranlasste fehlpass.com zu der Antwort:

#Kießling oder #Klose? Dann würde ich für Kießling stimmen, jederzeit.

Zunächst mal muss man sagen, dass „Vizekusen“ bislang wenig Grund zur Sorge haben muss. Der verlinkten Zeitungsartikel bringt Stefan Kießling und den FC Bayern zusammen weil Kießlings Vertrag bei Leverkusen exakt so lange läuft wie der mindestens eines Bayern-Spielers, und weil „Wechsel von Leverkusen nach München Tradition haben“. Dabei verkennt die Zeitung das Kießling ein „Hoeneß-Transfer“ wäre (vgl. Lahm-Kritik) und jetzt ist da ja Nerlinger …

Aber mal abwarten. Ich würde einen solchen Transfer jedenfalls begrüßen! Wer bei den Bayern auf der Bank sitzt kann für andere Clubs gegen Schalke keine Tore schießen. Gerade dieser Kieß (Tatsächlich unter Mitspielern Kießlings „Spitzname“; und Fans hoffen auf kreative Kicker.) hat Schalke schon wirklich viele Punkte gekostet. Vielleicht besinnt sich Nerlinger ja doch noch auf das bayerische Mir san Mir. Wie wär’s außerdem mit Marco Reus? Marcus Berg? Edin Džeko und Du-Ri Cha?
Destruktive Lust im Fußball. Toll!

Glauben lernen, Teil 2

Wieder eine Aufholjagd. Wieder ein Unentschieden. Wieder ein gefühlter Sieg und eine Heimfahrt in dem Gefühl, dass es doch noch gut gelaufen ist. Und doch war diesmal einiges anders als beim Spiel gegen den HSV. Der Gegner war stärker und der Schiedsrichter war schlechter.

Leverkusens Auftritt in Halbzeit 1 war schon beeindruckend. Technik und Tempo allenthalben. Klare Offensivaktionen, selbst bei den schnellsten Vorstößen fast immer zwei Anspieloptionen für den ballführenden Spieler, und diese konnten die Pässe auch noch verarbeiten. Das war außerordentlich, und man sah wie schwer es für Schalke wird, wenn sich der Gegner durch Tempo einer Großzahl an Zweikämpfen zu entziehen weiß. Doppelt dumm, wenn die anderen Zweikämpfe dazu noch vom Schiedsrichter unterbunden werden.

Im Spiel gegen den HSV ließ Schiedsrichter Gräfe das Spiel sehr viel mehr laufen. Es entwickelte sich ein tolles Spiel mit hohem Tempo. Gegen Leverkusen glaubte Schiedsrichter Weiner, kleinlich pfeifen zu müssen, was er nachhaltig tat. Er bedachte dieses Spiel mit 47 Freistoßpfiffen, Gräfe kam gegen den HSV mit 34 aus. Gegen die Mannschaften der anderen acht Partien des 11. Spieltags wurden im Schnitt 17 Fouls gepfiffen. Weiner pfiff gegen Bayer Leverkusen 19 Fouls. Gegen Schalke pfiff er 28.

Dabei will ich mich gar nicht an dem einen, meiner Ansicht nach ebenfalls falschen Pfiff gegen Jefferson Farfán hochziehen, als dieser in der 60. Minute ein Tor erzielte. Schlimmer war, dass Weiner den Leverkusener Spielern so häufig die Möglichkeit bot, aus verlorenen Zweikämpfen doch noch als Sieger hervorzugehen, was diese auszunutzen wussten. Für eine technisch unterlegene Mannschaft, die ihr Heil im Zweikampf suchen muss, ist es mehr als ärgerlich, wenn Zweikämpfe von der Obrigkeit nurnoch sehr eingeschränkt zugelassen werden.

Und dann erzielt ausgerechnet Sanchez den Ausgleich! In der zweiten Hälfte wurde Leverkusen zunehmend passiver. Dann Hyypiäs Fehler vor Farfáns aberkanntem Tor. Dann Hyypiäs Verletzung. Dann Hyypiäs Auswechslung. Und dann ließ Hyypiäs Abwesenheit den Damm brechen.
Tatsächlich war auch noch René Adlers Fehleinschätzung notwendig, um das Luftduell um ein sehr hohes Kuranyi-Anspiel gegen den kleinen Vicente Sanchez zu verlieren, dessen bei fussballdaten.de angegebene Körpergröße von 170 cm stark geschönt scheint. Sanchez, der sonst so hochgradig ineffektiv über den Platz wuselt, war mit diesem einen gewonnenen Zweikampf hocheffektiv. Und obwohl dieser Treffer in der Situation unwahrscheinlich war, hatte man doch aus dem Hamburg-Spiel gelernt, an solche „Wunder“ wieder glauben zu dürfen. Wer weiß, wenn das Spiel noch 10 Minuten länger …


„Hoeneß, Daum oder Calli gehen auf den Senkel“

Jens Peters ist Fan von Bayer 04 Leverkusen und bloggt darüber bei Catenaccio. Dienstag war hier im Königsblog schon mal die Rede von ihm, er lieferte mit seinem „Die Null muss stehen Countdown“ die Inspiration zu meinem Statistikkram-Beitrag „Zu Null Fußball“. Aus welcher Sicht auch immer: Bayer 04 Leverkusen kommt mit der erfolgreichsten Defensive der Liga nach Gelsenkirchen. Eine echte Prüfung für das neue Schalke. Zum Spiel und zu noch ein bisschen mehr habe ich Jens ein paar Fragen gestellt.

Hallo Jens. Dein Verein ist nach wie vor ungeschlagen und Tabellenführer. Die Defensive steht stabil, Adler hat aus der erwarteten Wackelphase wieder herausgefunden, Hyypiä bringt die Erfahrung ein, das bisherige Ergebnis sind 6 zu Null-Spiele in 10 Partien. Die Offensive ist jung und schnell, Eren Derdiyok ist gut eingeschlagen und mit Patrick Helmes stößt der eigentliche Top-Knipser noch dazu. Mal abgesehen von einem eingebauten Misstrauen, das alle Fans von Bayer Leverkusen und Schalke 04 haben sollten: Gibt es sachliche Argumente gegen solche Lobhudelei? Wo sind die Schwachstellen und was könnte Jupp Heynckes vielleicht noch versauen?

Gibt es sachliche Argumente im Fußball? Ich entdecke selten welche, noch nicht einmal in den „Qualitätsmedien“ – aber das ist eine andere Geschichte. Als Fan, fällt es ja immer schwer, objektiv die Lage einzuschätzen. Zunächst einmal würde ich in die Lobhudelei mit einstimmen, aber wie du schon sagst, ist man als Anhänger des Vereins Leverkusen immer skeptisch und ich werde es vermutlich auch bis zum 34. Spieltag bleiben, selbst wenn die Werkself Erster ist und Hertha BSC Berlin als letzten Gegner im Programm hätten.
Ich bin zunächst einmal froh, dass man an Problemen der letzten Saison arbeitet. So ist, wie du schon sagtest, die Defensive um Sami Hyypiä bereichert . Aber was ist, wenn er mal ausfällt? Und die taktische Eindimensionalität, Powerpressing mit Offensivpowerfußball, ist behoben worden. Trotzdem gibt es noch Baustellen, die zwischendurch immer wieder aufblitzen, wie zum Beispiel fehlender Biss in bestimmten Situationen, mangelnde Kreativität im Offensivspiel, taktische Unzulänglichkeiten auf einzelnen Positionen und fehlende Knipsermentalität im Sturm.

Dein Club hat sich in den letzten Jahren ziemlich verändert. Zu Calmunds Zeiten hatte ich den Eindruck, als wollte man unbedingt Farbe in einen grauen Verein holen. Dazu passten Trainer wie Stepanovic, Daum oder Toppmöller, und Calmund selbst war natürlich auch ein schwerer Springinsfeld. Heute ist das anders. Jetzt wird mit dem Werksclub-Image gespielt. Holzhäuser tritt selten in Erscheinung. Rudi Völler gibt dem Club sein Gesicht, haut aber auch selten auf die Brause. Auf der Trainerbank saßen zwischendurch Skibbe und Labbadia, ein in sich Ruhender und ein Aufstrebender. Wie siehst Du diesen Wandel? Wird der Club nicht automatisch sterbenslangweilig, sobald es auf dem Rasen mal keinen tollen Fußball gibt?

Ich finde den Wandel vollkommen in Ordnung. Letztlich ist ja entscheidend was unten auf dem Platz passiert und nicht auf der Trainerbank, beim Manager oder im Vorstand. Geschichten oder besser gesagt Personen wie zum Beispiel Uli Hoeneß, damals Christoph Daum, Calli oder andere gehen mir eher auf den Senkel, da sie vom Team ablenken und sich selbst gerne reden hören. Ich habe das Gefühl, dass Bayer einen Plan für die Kaderzusammenstellung hat, einen Plan, was man in der Liga erreichen möchte und einen Plan, wie man das realisiert. Das ist gut so, wenn man dann noch schönen Fußball auf dem Platz zu sehen bekommt, dann passt das schon. Ich glaube die Gefahr, dass man seinen Lieblingsverein irgendwann langweilig findet, ist nicht besonders groß, oder ist dir das schon mal passiert?

Nein, mir nicht, aber der Club Schalke 04 ist ja auch bekloppt genug, damit auch an spielfreien Tagen die Nachrichtenticker fliegen. Das ist oft, aber nicht immer schön, zugegeben. Kommen wir aber zu Spiel: Leverkusen war auf Schalke zuletzt ja sehr erfolgreich. René Adler hat in unserer Arena stets hervorragend gehalten und die agile Offensive war für Schalke jeweils ein- bis zweimal pro Spiel zu fix, was dann schon reichte. Man kann das als cool oder abgeklärt bezeichnen, aus anderem Blickwinkel hat Leverkusen dabei hauptsächlich von Schalkes Unfähigkeiten profitiert. Wie hat sich der Spielstil Eurer Mannschaft unter Heynckes entwickelt, wie werden die Auswärtsspiele angegangen? Was glaubst Du, welches Spiel sich gegen Schalke entwickeln wird?

Ganz schwer zu sagen. Bayer hat ja schon ganz unterschiedlich gegen die „großen“ Mannschaften gespielt. Da war beispielsweise ein sehr offenes Spiel in Wolfsburg, was man gewinnen konnte, dann wiederum ein sehr defensives Spiel gegen Hamburg, dass dann auch 0:0 endete. Im Moment macht mir ehrlich gesagt die Offensivabteilung ein bisschen Sorge, aber die beiden letzten Spiele waren hoffentlich Gegenwind genug, dass die Mannschaft sich wieder auf ihre Stärken konzentriert, mit denen man sicherlich auch auf Schalke bestehen kann. Solide Defensivarbeit und dann immer wieder Spitzen setzen. Wenn die Effektivität stimmt, können drei Punkte rausspringen. Mit einem Remis bin ich aber auch zufrieden.

Zuletzt noch die „offene Feedback-Frage“: Wie siehst Du derzeit den FC Schalke 04?

Ich bin ganz schön erstaunt, was die Schalker angeht. So weit oben hätte ich die Knappen nicht erwartet, aber da kommt sicherlich der Einfluss von Magath zum Vorschein. Wichtig ist sicherlich, dass er einige unerfahrene Spieler mit integriert hat, mal in der Mannschaft aufgeräumt hat und ihnen viel Stärke eingeredet hat. Fraglich ist, wie das aussieht, wenn Schalke mal 3-4 Spiele nicht so erfolgreich spielt. Wie lange funktioniert dann so ein Mannschaftsgebilde, wie es das auf Schalke gibt. Schalke hat ja immer den Hang dazu, sehr spezielle, eigene Spielertypen in ihren Reihen zu haben. Diese zu bändigen, ist sicherlich eine von Magaths größten Aufgaben. Einen Meisterkandidaten sehe ich jetzt nicht direkt, aber der internationale Wettbewerb ist sicherlich zu packen.

Vielen Dank, Jens.
Mögest Du Samstagabend gegen halb Neun möglichst unzufrieden mit Deinem Club sein, Dir aber davon nicht vollends das Wochenende versauen lassen.




Links:
Jens Peters bloggt bei Catenaccio über Bayer 04 Leverkusen.
Außerdem ist Jens im Sportblogger- und im Ballpodder-Netzwerk aktiv.



Die Enttäuschung des Spieltags 08/47

Es schien als hätte er gerade die Kurve gekriegt, als wüsste er endlich, worauf es ankäme. Und dann das: Stefan Kießling trifft wieder und nun steht fest, dass er kein Mann für die deutsche Nationalmannschaft ist!

Seine regelmäßigen Einsätze und seine Ruhelosigkeit wirkten bereits wie ein Affront gegen die DFB-Spitze. Doch dem Vernehmen nach wollte Bundestrainer Löw darüber hinwegsehen. Das es Kießling nun aber gleichwohl wagte, nach guten 2 Wochen wieder mit dem Treffen zu beginnen, ist sicherlich eine riesige Enttäuschung für Löw und sein Team.

Gerüchten zu Folge soll Bundestrainer Joachim Löw vor der Saison einen Verhaltenskatalog an alle Nationalmannschaftskandidaten versandt haben. Bezüglich der Position des Stürmers soll darin empfohlen worden sein, entweder beim VfB Stuttgart zu spielen oder bei Bayern München auf der Bank zu sitzen. In keinem Fall aber dürften Spieler durch regelmäßige Einsätze und ordentliche Trefferquoten auffallen. Stefan Kießling spielte derweil sein 42. Ligaspiel in Folge und hat in dieser Saison bereits 6 Treffer markiert. Es scheint als hätte er die Hoffnung auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika aufgegeben.

Sie nennen ihn Kies

Ob sie auch Weste sagen weiß ich nicht, aber über Weide habe ich sie schon sprechen hören, über Metze und Merte sowieso. Mir will einfach nicht gelingen, mir solche plumpen „Spitznamensfindungen“ vorzustellen. Ich kann mir nicht erklären, wieso derart häufig auf jede Kreativität und jeden Witz verzichtet wird.

Und es ist ja nicht so, dass diese Kürzel lediglich in der Intimität des mannschaftlichen Miteinanders den bewegungsfaulen Fußballerzungen dienen soll. Der Bundestrainer sprach sogar in Interviews nach Länderspielen über seine Spieler als Metze oder Merte! Nur bei sich und seinem Team ist er auf die Aussprache des unverschandelten Namens bedacht, Jogi, Olli oder Hansi wollte man nicht mehr genannt werden. Inkonsequent einerseits, andererseits gilt das Team um Lö und Bier ehedem nur in ihrer Inkonsequenz als konsequent.