Artikel zum Schlagwort ‘Bayern München’

Chancenlos

Schalke 04 ist im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Bayern München ausgeschieden. Den Endstand weiß ich noch nicht. Jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, ist gerade Halbzeit, noch steht es 3:0 für die Bayern.

Das Ding ist durch. Ich habe gerade keine Lust, die zweite Halbzeit abzuwarten und mich dann noch an den Rechner zu setzen. Ich möchte einfach gleich wegdusseln, wenn’s noch schlimmer wird. Ich bin müde. Mir fehlt es an Elan. Ich habe gerade nicht mal mehr Lust, zu moppern.

Ein Punkt für die Köpfe

Das Spiel des FC Schalke 04 bei Bayern München endet Remis, 1:1. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigten die Blauen eine starke Leistung. Am Ende war die Partie aber doch zu offen, das Ergebnis zu zufällig, als dass ich dem Punktgewinn nun einen befreiende Wirkung in der aktuellen sportlichen Situation bemessen möchte.

Die erste Halbzeit hat großen Spaß gemacht. War man nach dem frühen Gegentreffer geneigt, mit einem „nicht schon wieder“ oder „typisch Bayern“ abzuwinken, belehrte Schalke einen diesmal eines Besseren. Gerade nach dem Ausgleich war Schalke eine Weile die Mannschaft mit den klareren Aktionen, hätte man es auch als verdient erachtet, wären die Blauen in Führung gegangen.

Schalke bekam die Balance zwischen kompakter Defensive und klarem Offensivspiel gut hin. Eine Offensive mit Müller und Lewandowski im Zentrum und Robben und Costa auf Außen ist nie auszuschalten, damit tun sich die besten Defensivmannschaften der Welt schwer. Aber Schalke hielt die Räume eng, stemmte sich dagegen und hatte in einigen Situationen das nötige Glück. Eine geschlossene Defensivleistung, aus der ich nur Benjamin Stambouli als einzelnen herausheben möchte, den ich als immer anspielbaren, ruhenden Pol im umkämpften Mittelfeld wahrnahm.

Es war ein Jammer, dass Sead Kolasinac und Leon Goretzka ihre Großchancen nicht nutzen konnten. Leon Goretzka ist zweifellos ein toller Spieler, immer noch erst 21 Jahre alt, dynamisch, mit toller Übersicht. Aber wäre er doch nur ein bisschen torgefährlicher, er wäre der aufregendste Mittelfeldspieler der Liga!

Schalke hätte dieses Spiel gewinnen können. Aber es fehlte eben auch nicht viel, und sie hätten es verloren. Nachdem das Spiel in der letzten halben Stunde verflachte kamen die Bayern am Ende doch noch zu drei ganz großen Chancen. Und überhaupt fand ich die Leistung des FC Bayerns nicht so gut, als dass ich über diesen Punktgewinn allzu laut jubeln möchte.

Unter Carlos Ancelotti ist aus Bayern München wieder eine normale Mannschaft geworden. Zweifellos das Team mit der höchsten individuellen Klasse in der Liga, und auch recht weit darüber hinaus. Aber nicht mehr mit dem Extra der stets mindestens gleichguten, meist besseren taktischen Einstellung, wie es unter Pep Guardiola der Fall war.
Bayern München spielte auch gegen die Blauen „normal“. Als Schalker musste man immer befürchten, dass Spieler wie Robben oder Costa es schaffen in 1:1 Situationen zu kommen und durch ihre Überlegenheit Großchancen kreieren. Aber Ancelotti fand gegen Weinzierl keinen Schlüssel, um Bayerns Stärken gegenüber Schalkes Schwächen durch taktische Maßnahmen zu verstärken. Tatsächlich würde ich im „Trainerduell“ eher Weinzierl als Punktsieger sehen, fand doch sein Team im Rücken der roten Angriffsmaschine immer wieder Lücken, die es für Offensivaktionen nutzen konnte.

Schalke hat sich diesen Punkt redlich verdient und er wird gut für die Köpfe sein, sowohl der Spieler als auch der Fans. Aber so, wie dieses Spiel nicht mit dem gegen Frankfurt vergleichbar war, wird es auch nicht mit dem nächsten Ligaspiel gegen Hertha BSC vergleichbar sein; und erst recht nicht mit dem Pokalspiel unter der Woche. Andere, schwierige, spannende Aufgaben für die Blauen.

Ma’kucken.

Burgstaller & Badstuber

Tag Zwo nach meiner Blog-Winterpause. B-Day, sozusagen. Und schon plöppen die passenden Transfermeldungen auf. Stürmer Guido Burgstaller wird Schalke in Kürze verpflichten, das wurde schon offiziell bekanntgegeben. Eine bevorstehende Leihe von Innenverteidiger Holger Badstuber wurde immerhin von Bild vermeldet.

Guido Burgstaller ist Österreicher und kommt vom Club aus Nürnberg. So weit, so gewohnt. Doch anders als Alessandro Schöpf ist Burgstaller kein junges Talent mehr. Er ist ein 27-jähriger Stürmer, der es in seiner Karriere bislang bis zum Niveau von Rapid Wien und der 2. Bundesliga gebracht hat. Dort war er zuletzt freilich sehr erfolgreich. In 70 Pflichtspielen für den Club hat er 34 Treffer erzielt. Für ihn ist Schalke der nächste, vielleicht der letzte große Schritt.

Bei Holger Badstuber liegt der Fall quasi entgegengesetzt. Er ist von Beginn an in einem der besten Clubs der Welt groß geworden und galt stets als einer, dem alles zuzutrauen ist. Doch statt eine Karriere im Blitzlicht zu leben war er dauerhaft verletzt. In den viereinhalb Spielzeiten, von Sommer 2012 bis heute, kam er in 153 möglichen Bundesligaspielen auf lediglich 30 Einsätze.

Die Burgstaller-Verpflichtung mag ich. Für den Spieler ist es eine große Chance, für die Blauen ist es ein nur kleines Risiko. Burgstallers Vertrag in Nürnberg wäre im Sommer ausgelaufen. Ob dessen, und ob des Spielers Alter, wird Christian Heidel nicht allzu viel Geld an Nürnberg überweisen müssen. Und Schalke braucht sehr dringend einen halbwegs treffsicheren Stürmer.

Wenn stimmt, dass Holger Badstuber lediglich für die eine Rückrunde dieser Saison ausgeliehen werden soll, bestünde für Schalke 04 auch bei dieser Personalie kaum ein Risiko. Sollte sich der Spieler sofort wieder verletzten zahlt eh bald die Berufsgenossenschaft wieder sein Gehalt. Da Schalke nach der Umstellung auf 3er-Kette regelmäßig drei Innenverteidiger braucht, und da außerdem aktuell Matija Nastasic und Benedikt Höwedes angeschlagen sind, wäre die Verpflichtung eines Innenverteidigers absolut sinnvoll. Und doch fühlt es sich für mich nicht gut an. Auch die letzten Leihen von Bayern München, Jan Kirchhoff und Pierre-Emile Höjbjerg erschienen zunächst sinnvoll. Und doch haben beide nicht funktioniert. Beide bleiben als Spieler in Erinnerung, die nach dem Schritt vom FC Bayern zu den Blauen nicht in der Lage waren, Schalke als Chance anzunehmen, die hier absolut falsch waren. Aber vielleicht ist Badstuber ja anders.

Ma’kucken.

Foto: Steindy

Toller Abend mit enttäuschendem Ende

Schalke 04 verliert sein erstes Heimspiel der Saison gegen Bayern München mit 0:2. Die Blauen sorgten mit einer starken Leistung für einen tollen Stadionabend und für neuen Mut. Letztlich waren die Bayern aber trotzdem die bessere Mannschaft, fuhren den Sieg ein und ließen Schalke unbelohnt zurück.

Nach der Leistung in Frankfurt war meine Erwartungshaltung niedrig. Vor dem Spiel hatte ich nicht damit gerechnet, dass Schalke eine Chance auf Punkte in diesem Spiel haben würde. Aber nach einer starken Anfangsphase der Bayern begann Schalke gut zu spielen. Schon zur Halbzeit fühlte es sich gut an, und als sich die Blauen auch zu Beginn der zweiten Hälfte gut präsentierten wurde das Spiel immer „mehr wert“. Plötzlich gab es realistische Chancen auf Punkte, plötzlich hatte Schalke was zu verlieren.

Es wurde verloren, und letztlich hatten sich die Bayern den Sieg verdient. Schalke konnte dem Meister lange Probleme bereiten. Aber die Roten steckten eben nie auf, und als bei Schalke die Kräfte nachließen konnte Carlos Ancelotti sein Team mit den Einwechslungen von Douglas Costa, Arturo Vidal und Joshua Kimmich nochmal verstärken. Schade, dass eine so gute Leistung nicht zu einem Punkt reicht. Enttäuschend, dass München derart weit voraus ist, dass sie am Ende solch ein Spiel als 08/15-Sieg abhaken können.

Die schwindenden Kräfte hatten die Schalker Spieler zuvor in eine Defensivarbeit investiert wie man sie sich schon immer gewünscht, aber in den letzten Jahren selten gesehen hat. Schalkes Intensität beeindruckte und spielte gegenüber den Vorstellungen im Pokal und in Frankfurt wie ausgewechselt; eben weil es tatsächlich eine ausgewechselte Mannschaft war.

Mit Naldo, Baba, Bentaleb, Stambouli und Konoplyanka standen fünf Neuzugänge auf dem Platz. Außerdem stellte Markus Weinzierl mit Matija Nastasic und Leon Goretzka zwei weitere Spieler auf, die mit den beiden ersten Saisonpflichtspielen nichts zu tun hatten. Der Trainer hatte seine Startaufstellung fast „maximal verändert“, und diese „neue Elf“ zeigte eine maximal veränderte Spielweise.

Es hat Spaß gemacht, der Mannschaft bei ihrem Kampf zuzuschauen. Und Schalkes Stadion funktionierte, nicht nur die Kurve sorgte für Stimmung, alle Tribünen sorgten für die passende Lautstärke zu einem emotionalen Spiel. So wünscht man sich jedes Spiel, und der Schluss lag nah, dass Schalke, wenn es auch gegen Bayern München nicht reichte, mit solch einer Leistung gegen die meisten anderen Gegner erfolgreich sein kann.

Offen ist, ob sich das so in den nächsten Spielen umsetzen lässt. Ob die Spieler auch dann so motiviert über den Platz rennen, wenn die Gegner weniger prominent sind. Ob die Fans gewonnene Zweikämpfe auch dann bejubeln. Wie sich Schalkes Spiel dann mit Ball darstellt, ob man dann auch ein ähnlich hohes Tempo beibehalten kann, wenn Gegner wie Hertha BSC oder der 1. FC Köln ihrerseits gar nicht auf Ballbesitz aus sind, sondern gegen Schalke so spielen möchten wie Schalke gegen Bayern München.

Ma’kucken.

Strafraumbus & Sky-Unverschämtheit

Schalke 04 verliert 0:3 in München. Ein dem Spielverlauf angemessenes Ergebnis. Ein Spiel, aus dem ich keine Punkte erwartet habe, in dem mich das Herangehen der Blauen trotzdem ärgerte. Und ein Spiel, dass das erste Ärgernis schon vor dem Anpfiff bot.

In der Pressekonferenz zum Spiel stellte André Breitenreiter bereits heraus, dass der FC Bayern in allen Statistiken führend sei, dass München stets sehr viel Ballbesitzt habe, dass man entsprechend wenig Mitspielen zu erwarten habe und dass man selbst deshalb krasser Außenseiter sei. Entsprechend sah das Spiel aus.

Es ist anzunehmen, dass André Breitenreiter in der Teambesprechung nicht sehr viel Zeit zum Thema „mit Ball“ verschwendet hat. Schalkes „Matchplan“ sah vor, sich mit neun Spielern in zwei Reihen eng gestaffelt vor dem eigenen Strafraum zu platzieren um „die Null zu halten“. 45 Minuten hat das gut funktioniert. In der Halbzeit passte Bayern-Coach Guardiola das Spiel seines Teams an, neun Minuten später war für Schalke alles vorbei.

Jens Keller sagte vor einem Spiel in München mal, am besten stelle man den Mannschaftsbus in den Strafraum. Er staffelte seine Mannschaft entsprechend und ging unter. Nun machte es André Breitenreiter genauso. Fürchterlich!

Dies ist die Pokalspiel-Herangehensweise eines Viertligisten bei einem Proficlub, der versucht sich irgendwie in die Lotterie eines Elfmeterschießens zu retten – nur ohne Chance auf Elfmeterschießen. Ich kann gut damit leben, dass Schalke Fußballspiele verliert. Ich käme auch prima damit klar, wenn sich Schalke für keinen internationalen Wettbewerb qualifiziert. Aber das hier ist Schalke 04, eben kein Viertligist! Alles was ich will ist – und ich denke das ist sehr legitim, sogar in der Idee des Spiels verankernt – dass in den Trikots meines Clubs eine Mannschaft auf den Platz geht, die alles daran setzt ihre Fußballspiele zu gewinnen. Immer. Egal gegen wen!

Manchmal hat man Pech. Manchmal funktioniert einfach nichts. Manchmal ist der Gegner einfach besser. So ist Fußball eben. Aber sich derart nichts zuzutrauen, sich derart mit halbem Fußball zufriedenzugeben, sich derart selbst klein zu machen: Das ist unnötig, denn mehr als zu verlieren kann nicht passieren! Es ist schändlich den Fans gegenüber, die stets hoffen und an ihr Team glauben. Und es ist dieses Clubs unwürdig. Das ist keines Profifußballclubs würdig!
 
 
Ecki Heusers Respektlosigkeit

Ein anderes Themenfeld aber ebenso unwürdig war das Sky-Interview vor dem Spiel, dessen sich André Breitenreiter stellen wollte. Ich gehöre wahrlich nicht zur Fraktion derjenigen die behaupten, an den Unruhen auf Schalke wären die Medien schuld. Meines Erachtens sind die Probleme zu 90% hausgemacht. Meines Erachtens tut sich André Breitenreiter mit seinen regelmäßigen Medienschelten auch keinen Gefallen, er reibt sich an Nebenschauplätzen auf. Am Samstag war seine Gelassenheit allerdings bewundernswert.

Sky-Mann Ecki Heuser wollte kein Interview zum Spiel. Er konfrontierte André Breitenreiter stattdessen mit den Gerüchten um Markus Weinzierl als sein Nachfolger, nicht einmal, sondern wiederholt, mit ekelhafter Penetranz. Auf Schalke stellt sich gerade kein Vorstand und kein Aufsichtsrat hinter den Trainer. Das in einer ersten Frage zu thematisieren mag durch die öffentliche Debatte eventuell noch legitimiert sein. Aber André Breitenreiter hat diese erste Frage gut gekontert. Und es war ein Interview vor einem anstehenden, schweren Spiel für des Trainers Mannschaft.

Was Heuser ablieferte war ein hässliches Schauspiel. Er wollte Breitenreiter vorführen, ihn vor laufender Kamera in die Enge treiben. Heuser hätte es als Erfolg gewertet, wäre Breitenreiter die Contenance abhanden gekommen. Es gelang ihm nicht. Letztlich geht André Breitenreiter aus dieser Konfrontation als Sieger hervor. Denn die Unanständigkeit des Pressemanns sorgte deutschlandweit für Solidarität mit dem Trainer, nicht nur von Schalkern.



Foto: Tomek Bo

Happy Weekend (5)

Nun also Schalke 04 gegen Bayern München. Mich macht diese Begegnung wehmütig. Bayern München ist die Konstante im Leistungs-Auf und Ab der Bundesliga. Wie immer sich auch der eigenen Club entwickelt, Bayern München stellt die Spitze dar. Selbst dann, wenn zwischendurch mal ein anderer Club Meister wurde, wurden diese Meisterschaften an der Leistung des FC Bayern bemessen.

Seit 2007 schreibe ich regelmäßig im eigenen Blog über Schalke 04. Anfangs war Schalke ein ernsthafter Meisterschaftskandidat, waren die Begegnungen gegen München absolute Topspiele. Wenige Jahre später war der Abstand größer, aber Schalke war immerhin noch ein ernstzunehmender Gegner. Mittlerweile ist Schalke 04 in einem Spiel gegen Bayern München „krasser Außenseiter“, wie Trainer André Breitenreiter bei der gestrigen Pressekonferenz vollkommen zutreffend formulierte. In den knapp 10 Jahren, in denen sich Bayern München vom Top-Club der Liga zu einem Top-Club der Fußballwelt entwickelt hat, hat Schalke 04 die eigene Spielstärke von der eines Clubs aus der Bundesliga-Spitzengruppe zu der einer talentierten Mannschaft mit Chancen auf die Europa League-Teilnahme heruntergemanagt. Aktuell hat Bayern München in der Bundesligatabelle 30 Punkte mehr als Schalke 04.
 
 
Auf’m Platz

Die Personallage der Blauen kann als „unverändert“ betrachtet werden. Natürlich sind Benni Höwedes und Leon Goretzka nicht dabei. Auch Marco Höger und Matija Nastasic sind noch nicht einsatzbereit. Ob Atsuto Uchida überhaupt nochmal für die Blauen aufläuft, würde ich als fraglich erachten, und über den Fall Sidney Sam wagt kaum noch jemand auch nur zu sprechen. Marvin Friedrich und Thilo Kehrer sind laut André Breitenreiter „einfach noch ‘n Tick zu weit weg“, so dass sie für ihn nicht infrage kommen und sich die Defensive durch die Verletzten und die Gelbsperre Sead Kolasinac‘ mehr oder weniger von alleine aufstellt.

Wie der FC Bayern antreten wird könne man nicht wissen, vielleicht spiele er ja mit einer B-Elf, sagte André Breitenreiter in der Pressekonferenz. Er wollte Lockerheit darstellen, er fand das witzig. Ich fühlte mich wie bei einem Adam Sandler-Film.

 
 
Daten und Drumherum

Samstag, 18:30 Uhr ist mittlerweile der „normale“ Termin für ein Spiel zwischen München und Schalke. Von den letzten sechs Begegnungen fanden fünf samstags um 18:30 Uhr statt – das eine andere Spiel fiel auf einen Dienstag/Mittwoch-Spieltag.

Bei den Blauen droht gleich vier Spielern die fünfte Gelbe Karte und damit eine Sperre im Spiel gegen Leverkusen: Dennis Aogo, Johannes Geis, Max Meyer und Roman Neustädter. Bei Bayern München ist kein Spieler von einer Sperre gefährdet.

Mit der Bilanz der letzten Spiele will ich unsere Stimmung nicht unnötig runterziehen. Bei den Wettanbietern bekäme man für einen Schalke-Sieg jedenfalls 13 für 1.

Schiedsrichter der Partie wird Tobias Welz aus Wiesbaden sein; schon wieder. Im Februar leitete er Schalkes Spiel gegen Wolfsburg. Im März leitete er Schalkes Spiel in Berlin. Dies ist nun also sein April-Auftritt.

Googles Wetterdienst sagt für Samstagabend in München übrigens vereinzelte Gewitter voraus. Gegen 18:30 Uhr soll es 14° C haben, die Niederschlagswahrscheinlichkeit wird mit 59% kalkuliert.

Heute hat Sladan Peric Geburtstag. Der nun 34-jährige, dänische Innenverteidiger kam für die Blauen zwar nie zu einem Pflichtspiel, gehörte aber zwischen 2000 und 2002 dem Kader an. Mittlerweile kickt er bei Vejle Boldklub in der zweiten dänischen Liga.
Sonntag hat kein Schalker Geburtstag, Samstag dafür gleich fünf: Karl Zank, Detlev Szymanek, Otto Schweisfurth und Karl Loweg.
Karl Loweg war einst Torhüter und kam in der Saison nach Schalkes letzter Meisterschaft 1958, als Nummer 2 hinter Manfred Orzessek, zum FC Schalke 04. An ihm kam er nicht vorbei, aber im Achtelfinale des Europapokals der Landesmeister stand er gegen die Wolverhampton Wanderers sowohl im Hinspiel, als auch im Rückspiel im Tor. Nicht zuletzt dank seiner starken Leistung konnte sich Schalke mit 2:2 und 2:1 durchsetzen. Erst im Viertelfinale schied Schalke – ohne Loweg – gegen Atletico Madrid aus. Loweg wechselte in der folgenden Saison zum KSV Hessen Kassel und ließ auch noch weitere Stationen folgen. Mit Hessen Kassel wurde er noch Süddeutscher Meister, 9 Jahre später wurde er mit Bad Homburg noch mal Amateuermeister. Anlässlich seines 75. Geburtstags vor zwei Jahren wurde ihm in den lokalen Zeitungen als „Elfmetertöter und Löwen-Idol“ sowie als „Held vom Bieberer Berg“ gedacht.
 
 
Mehr Schalke

Schalkes Regionalligamannschaft wird am Samstag um 14 Uhr bei der SSVg Velbert antreten. Das Spiel findet in der Christopeit Sport Arena statt. Schalkes U23 musste sich zwar unter der Woche mit 0:1 gegen Alemannia Aachen geschlagen geben. Davor hatte man aber in sechs Spielen fünfmal gewonnen und ein Remis geholt, so dass sich die Blauen mitterweile aus den Abstiegsrängen befreien konnten und mit 40 Punkten auf Rang 10 platziert sind.

Norbert Elgerts A-Jugend spielt am Samstag um 11 Uhr in Ückendorf gegen den 1. FC Mönchengladbach. Die Gladbacher hatten zuletzt 0:4 und 0:7 verloren. Davor konnten sie aber ausgerechnet das Spiel gegen Spitzenreiter Borussia Dortmund knapp halten (2:3).

Schalkes B-Jugend spielt am Sonntag um 11 Uhr bei den Sportfreunden in Siegen.
 
 
Und sonst?

Ansonsten hat Schalkes nächster Manager Christian Heidel bekanntgeben, dass er am 15. Mai – einen Tag nach dem 34. Spieltag – seinen Vertrag mit Mainz 05 auflösen und die Geschäfte an seinen Nachfolger Rouven Schröder übergeben wird. Zukünftig wird Christian Heidel in Essen wohnen, er zieht mit Frau und Kind ins Ruhrgebiet. Während Horst Heldt einst medienwirksam über irgendwelche Bannmeilen schwadronierte, Spielern ihren Wohnort vorschreiben wollte und doch selbst immer noch in Düsseldorf wohnt, ist Heidel damit gleich ganz nah dran.

Und während Schalke pause machte, lieferten sich zwei von Christian Heidels Trainerentdeckungen mit ihren Mannschaften am Donnerstagabend ein großartiges Fußballspiel. Ein Spiel mit einem unglaublichen Ausgang, der mich lächeln ließ …
 

 
 
So. Schönet Wochenende, bis Montach.

Standard-Bayern-Bundesligasieg

Schalke verliert sein Heimspiel gegen den FC Bayern mit 1:3. Eine ordentliche Leistung der Blauen, aber eine ordentliche Leistung reicht gegen Bayern eben nicht. Schalke klopft sich auf die Schulter, München putzt sich den Mund ab.

Schalkes Ausrichtung war schnell zu erkennen. Eine 5er-Kette sollte den Bayern in der gefährlichen Zone den Raum zum Spielen nehmen und gleichzeitig die gefährlichen Flügel der Münchener in Schach halten. Nach Ballgewinnen sollte schnell umgeschaltet und über Meyer, Goretzka und Sané gekontert werden.

Das Verengen der Räume klappte gut. Allerdings formierte sich der Schalker Riegel in der ersten Hälfte häufig zu tief. Immer wieder entstanden Situationen, wo man auf den letzten Fuß hoffen musste, den ein Schalker irgendwie dazwischen brachte. Und immer wieder landeten die aus der Gefahrenzone herausgekickten Bälle umgehend beim Gegner. Auf furchtbarem Rasen mutierte das Spiel über weite Phasen zu einem „intensiven Gestochere“ ohne klare Aktion, hüben wie drüben.

Die zweite Hälfte sah strukturierter aus. Schalke verteidigte höher, München legte mehr Wert auf Ballbesitz. Bestehen blieb trotzdem, dass München kaum Raum beim Spiel in die Tiefe fand und Schalke nahezu alle Kontersituationen durch eigene Fehler zunichtemachte.

Schalkes Torschütze: Max MeyerJa, mit Glück hätte auch Joel Matips Ball in der 88. Minute reingehen können. Letztlich war aber Max Meyers Treffer Schalkes einziger vernünftig aufs Tor gebrachter Schuss. Zwar wetzten Sané & Co. immer wieder los, aber mit Ball kamen sie eben nie vor Neuer an. Auch die beste aller Schalker Kontersituationen blieb in der Vorstufe zur Torchance hängen. Als Goretzka in der 35. Minute 35 Meter vor dem Tor den Ball am Fuß hatte, als Sané als designierte Anspielstation zunächst gedeckt war und dann gen Abseits stürmte, als Goretzka den Ball schließlich in des Gegners Füße spielte. Bei allem Herz, bis zur Gefährlichkeit kam Schalke nicht. Und bei allen Ehren, für diese Art Konterfußballspiel war Klaas-Jan Huntelaar nicht geeignet.

Auch München konnte sich keine Großchancen erspielen. Sie hielten den Druck aber stets aufrecht und suchten aus allen Richtungen den Abschluss. Bitter für Schalke, dass das entscheidende Tor erneut so selbstgemacht daherkam, wie schon in Dortmund. Diesmal fehlte Benni Höwedes der entscheidende Meter Raum zur Kopfballverteidigung.

Keine Frage: Schalke hat als Mannschaft funktioniert. Man hatte einen Plan und der Einsatz stimmte bis zuletzt. Das ist gut so, aber das sollte man eigentlich auch erwarten dürfen. Schalke hat einiges geleistet, geschafft hat man nichts. Für den FC Bayern war dieser Sieg einer wie zig andere.



Foto: Tomek Bo