Artikel zum Schlagwort ‘Bayern München’

Gratulation an Bayern München : Stolz auf Schalke

Schalke verliert gegen coole Bremer zu Hause mit 0:2 und lässt damit den Druck aus dem Kessel. Ein verdientes Ergebnis, trotz des unglücklichen Wirkens des Schiedsrichters. Wären wir in Mitten der Saison würde ich meine Meinung zum Spiel weiter ausführen. Angesichts der besonderen Situation, des letzten Heimspiels und der Tatsache, dass das emotionale Ende dieser 90 Minuten das Spiel als solches überlagerte, belasse ich es jetzt dabei. Bayern München ist Deutscher Meister und Schalke muss weiter auf den 8. Titel warten.

Es wäre wohl auch des Guten zu viel gewesen. Natürlich hat`s verdient wer oben steht, und natürlich hätte ich mich losgelöst von jeder Pein gefreut. Trotzdem ist diese Mannschaft in ihrer Spielweise eben nicht komplett genug, sie ist unfertig, und ich kennen persönlich auch keinen Schalke-Fan, der anderes behaupten würde.

An dieser Stelle also die aufrichtige Gratulation an den verdienten Deutschen Meister Bayern München. Wie in jedem Jahr habt ihr den besten Kader. Diesmal habt ihr das in entsprechende Ergebnisse umsetzen können, trotz der Belastung durch die Champions League. Louis van Gaal wusste sich beeindruckend durchzusetzen, und die knappen Spiele entschied der überragende Ajren Robben. Ein Spieler, den zu bezahlen ihr durch 45 Jahre solide Arbeit im Stande seid. Ihr seid Bayern München.

Wir sind Schalke 04 und wir wollen nicht tauschen. Es war ein grandioses Jahr, eine Saison voller Höhepunkte und mit zig Kleinigkeiten, über die man sich freuen konnte. Eine Mannschaft auf die man stolz sein kann, die aus ihren Möglichkeiten wirklich das beste herausgeholt und jegliche Erwartungen übertroffen hat. Mit Felix Magath hat Schalke wieder einen Skipper mit klarer Richtung, mit Ehrgeiz und Eloquenz. Mag sein das Schalke nie wie selbstverständlich nach ganz oben „gehört“, aber es wird wieder für Glücksgefühle gearbeitet und es macht wieder einen Heidenspaß.

Dafür haben wir und im Spiel gegen Werder Bremen ab der 70. Minute bis ungefähr der 120. Minute mit durchgehendem Applaus bedankt. 60.000 Stehplätze, ein Fanmeer in Blau und Weiß, gerade irgendwie geschlagen und irgendwie doch siegreich. Ein bemerkenswertes Gefühlswirrwar, als die Härte der Realität weggesungen wurde und Stolz übrig blieb. Ich freue mich jetzt schon wie bekloppt aufs erste Heimspiel der 48. Bundesligasaison!

Schalke unterliegt Van Gaals Idee vom Halten

Wenn man gegen Bayern München spielt, kann jeder Fehler einer zuviel sein. Rafinha ließ sich den Ball abnehmen und seine Kollegen verschliefen die Situation im Kollektiv. Das reichte den Bayern. In der zweiten Halbzeit zeigte Louis van Gaal seinen Kollegen Heynckes, Labbadia und Klopp, wie man die Comeback-Maschine des FC Schalke 04 zum erliegen bringt.

Schalkes Offensivspiel basiert auf Schwung. Von weit hinten schnell nach vorne, angetrieben durch ein Gefühl dass es geht, selbst wenn Chancen vergeben werden. Unterstützt durch nach jedem Angriff aufbrausende Fans, die nach zwei langweiligen Jahren binnen kurzer Zeit wieder in ihre Rolle gefunden haben. Mittlerweile weiß Schalke wenig Platz zu nutzen und das Tempo hoch zu halten. Gegen Leverkusen, gegen Hamburg und Dortmund wurden so Rückstände wett gemacht. Der FC Bayern absorbierte jeglichen Schwung, indem er aufhörte ein Tor erzielen zu wollen. Weil er nicht mehr musste.

In den rund 20 Minuten nach dem 0:2 Rückstand bis zum Ende der ersten Hälfte lief es für Schalke „wie gewohnt“. Tempo, Druck, Fans, Chancen und mit dem Anschlusstreffer ein erster Erfolg. Hätte es keine Pause gegeben, München hätte das Spiel nicht gewonnen. So aber bekam Van Gaal Zeit, und er gab seiner Mannschaft die Anweisung den Ball zu halten – und nur das zu tun. Es war die perfekte Taktik gegen eine Schalker Mannschaft ohne die großen Individualisten, die solche Situationen durch Einzelaktionen aufbrechen können.

München bot keinen Platz im Rückraum. Ähnlich wie beim Rugby bildete ein ballführender Münchener fast immer die vorderste Angriffsreihe. So machte sich auch der Platzverweis Altintops nicht bemerkbar. Im Rückraum ist stets ein Spieler frei. Ecken wurde kurz gespielt und nicht mehr vor’s Schalker Tor geschlagen, um Manuel Neuer keine schnelle Spieleröffnung zu ermöglichen. Und bei eigenem Abschlag verfiel Jörg Butt regelmäßig in Meditationszustände.
Schalke hätte ein „totales“ Pressing ausüben müssen, mit der Gefahr den Rückraum zu entblößen. Das hat sich die Mannschaft nicht getraut. So hatten die Blauen zu wenig Ballbesitz. Außerdem fehlt Schalke eben ein Schlüsselspieler für solche Aufgabestellungen. Etwas aus Ruhe heraus erschaffen kann Schalke nicht. Und somit verlor das Spiel immer mehr an Schwung, alles wurde langsam und ruhig, die Zeit verlor ihre Minuten und genauso langsam und für jeden nachvollziehbar verlor Schalke das Spiel. Die limitierte Mannschaft verlor auf Grund der einen Situation nach dem 0:1 gegen die gut umgesetzte Van Gaal-Idee des Haltens.

Das ist natürlich ärgerlich. Wenn man oben steht will man bleiben wo man ist. Aber was Schalke kann und was eben nicht, dass wissen wir nicht erst seit Samstag. Dass „so eine Mannschaft eigentlich nicht Deutscher Meister werden darf“, wie Uli Hoeneß es formulierte, ist völlig richtig. Tatsächlich steht diese limitierte Schalker Mannschaft aber genau so und mit nur einem Punkt Rückstand auf Platz 2. Es sind vor allem die Clubs mit den vielen Nationalspielern und ach so kreativen Individualkönnern, die sich fragen müssten wieso das so ist, denen die Mannschaft des FC Schalke 04 ein Stachel in ihrem Arsch ist.

Fünf Spieltage vor Saisonende ist Schalke praktisch fürs internationale Geschäft qualifiziert. Der Vorsprung auf Platz 3 beträgt 5 Punkte, auf Platz 4 sind es 6 Punkte plus ein besseres Torverhältnis. Seit die erste Enttäuschung nach der Niederlage verflogen ist, seit ich wieder rational denke, geht’s mir wieder gut.

Contra der Woche

„Wir verwahren uns gegen die unsachlichen und populistischen Äußerungen aus dem Hause des FC Bayern München.“

Worte der DFL zu einer Pressemitteilung der Münchener bezüglich dessen, was in den Medien „Rasen-Streit“ genannt wird. Da niemand streitet müsste es eigentlich „Rasen-Beschwerde“ heißen. Noch präziser wäre „Nebenschauplatz-auf-die-Kacke-Gehaue nach erfolgreichem Verdrängen eigener Schlechtleitungen in der Vergangenheit“.

Ausgeschieden!

Das Tor Arjen Robbens war das einzige Stückchen Fußball und der üble Abschluss eines Abends, der schlechter kaum sein konnte. Schalke zeigte nichts von dem, was es in den letzten Spielen aufblitzen ließ. Der FC Bayern war kaum ein Stück besser. Schiedsrichter Kircher zeigte, dass er sich Christian Nerlingers Aussagen zu Herzen genommen hatte. Und das Ganze wurde von einem ARD-Kommentator präsentiert, der des Nachts sicherlich in Bayern-Bettwäsche schläft.

Dieser Kommentator meinte nach der Führung, dass die Bayern ihre Überlegenheit ausgespielt hätten. Nach dem Spiel sagte Schweinsteiger, dass die Bayern gut gespielt hätten. Dann wird das wohl so sein.

Destruktive Lust

Spekulationen über Spekulationen. Jetzt soll Kroos im Sommer direkt Kießling mitbringen. Ob’s Vizekusen gefällt? http://tinyurl.com/yjrhhbx

… twitterte Breitnigge und veranlasste fehlpass.com zu der Antwort:

#Kießling oder #Klose? Dann würde ich für Kießling stimmen, jederzeit.

Zunächst mal muss man sagen, dass „Vizekusen“ bislang wenig Grund zur Sorge haben muss. Der verlinkten Zeitungsartikel bringt Stefan Kießling und den FC Bayern zusammen weil Kießlings Vertrag bei Leverkusen exakt so lange läuft wie der mindestens eines Bayern-Spielers, und weil „Wechsel von Leverkusen nach München Tradition haben“. Dabei verkennt die Zeitung das Kießling ein „Hoeneß-Transfer“ wäre (vgl. Lahm-Kritik) und jetzt ist da ja Nerlinger …

Aber mal abwarten. Ich würde einen solchen Transfer jedenfalls begrüßen! Wer bei den Bayern auf der Bank sitzt kann für andere Clubs gegen Schalke keine Tore schießen. Gerade dieser Kieß (Tatsächlich unter Mitspielern Kießlings „Spitzname“; und Fans hoffen auf kreative Kicker.) hat Schalke schon wirklich viele Punkte gekostet. Vielleicht besinnt sich Nerlinger ja doch noch auf das bayerische Mir san Mir. Wie wär’s außerdem mit Marco Reus? Marcus Berg? Edin Džeko und Du-Ri Cha?
Destruktive Lust im Fußball. Toll!

Ein Punkt zum Trotz

1:1, das dritte Unentschieden in Folge, wieder nach einem Rückstand, diesmal in München. Es war kein schönes Spiel. Schalke spielte auch nicht gut. Aber es war spannend. Es war ein Katz und Maus Spiel, bei dem die Maus dem etwas zu trägen Kater zwar nicht nach schöner Tom und Jerry Art das Dynamit in die Ohren stopfte, ihm aber immerhin ein wenig auf der Nase rumtanzte und sich rechtzeitig und lächelnderweise aus dem Staub machte.

In München redet man sich ein, dass man ohne Ribery und Robben kein kreatives Offensivspiel auf den Platz bringen kann. Als Folge können die Bayern dies wirklich nicht und es entwickelte sich ein Spiel, wie man es auf Schalke in den letzten Jahren ebenfalls sehr häufig gesehen hat. Eine zwar durchaus engagierte aber ideenlose Heimmannschaft biss sich an einer Auswärtsmannschaft die Zähne aus, der die Defensive über alles ging und sich mit dem zufrieden zeigte, was sich ergab.
Viel ergab sich nicht, Schalke spielte seine Konterchancen nur in der ersten halben Stunde ordentlich aus. Fortan, nach dem Rückstand, nach dem Ausgleich, wurde der Ball zu oft zu schnell verloren. Stets eine Spur zu hurtig hüpften die gerade noch auf Ausflug befindlichen Schalker zurück in den Defensivverbund.

Immerhin hatte das Erfolg, denn die großen Bayern konnten sich kaum Chancen erspielen. Das Tor war ein Zufallsprodukt. Einmal schoss Klose. Ein Schweinsteiger-Freistoß ging ziemlich knapp, ein Tymoshchuk-Schuss etwas weniger knapp am Tor vorbei. Es gab viel Gewusel. Man konnte sich bis zuletzt nicht entspannt zurücklehnen. In der Rückschau wars aber weniger schrecklich als befürchtet.

Ein Spaß wird draus, wenn man die Markt- und Erfahrungswerte der Mannschaften gegenüberstellt. Die Herren in Rot dürften mehr Einsätze bei Fußballweltmeisterschaften aufzuweisen haben als Schmitz, Moritz, Matip und Zambrano Bundesligaspiele. Bastian Schweinsteiger grinst weiterhin von jeder 4. Werbeseite in der 11 Freunde, eingerahmt von Weltstars wie Ronaldo, Lampard und Kaka, und man fragt sich wieso, in der Bundesliga tritt er doch nur die Freistöße. Die Namen Mark van Bommel und Anatoliy Tymoshchuk würde man außerhalb der Bundesliga nicht kennen, hätten diese Herren schon immer so pomadig lediglich ihre Platzquadratmeter verteidigt. Angesichts des unausgeschöpften Potentials ist jegliches bayerisches Gejammer um das Fehlen des Monsieur Ribery hochgradig lächerlich.
Mit ordentlichem Einsatz, der richtigen Taktik und guter Organisation auf dem Feld hat sich Schalke mit all seinen Nonames dieses Unentschieden verdient. Mehr brachte Schalke nicht zustande, aber für einen Punkt reichte das. Es ist ein Verdienst, die Schwächen des Gegners auszunutzen.

Schlagzeilenduell

Der FC Schalke 04 ist der zweitgrößte Verein Deutschlands, das spiegelt sich auch in der Medienaufmerksamkeit wieder. Mögen in anderen Clubs Trainer straucheln, gesucht oder entlassen werden, Gerüchte um angeblich wechselwillige Schalker Spieler oder Geschichten um den Königsblauen zugeneigte Lokalpolitiker generieren in der Regel mehr Aufmerksamkeit. Noch mehr Leser locken nur Bayern-Niederlagen.

Oder Siege. Oder schuhplattelnde Brasilianer auf der Wiesn. Aber am besten gehen doch Niederlagen, der Emotionen wegen. Der FC Bayern verlor sein Heimspiel gegen Girondins Bordeaux und kann nicht mehr aus eigener Kraft ins Champions League-Achtenfinale einziehen. Und da der Club parallel nichtmal die für ihn zweitrangige Bundesliga anführt, gilt Louis van Gaal, der unsympatischste aller Bayern-Trainer, der Presse offenbar als zum Abschuss freigegeben.

Verändert hat sich nichts, beim FC Bayern, in den letzten Jahren. Beseelt vom Glauben, viele Stars erhöhten die Chance auf Champions League-Lorbeer, kaufte man mal diesen, mal jenen Star von internationalem Ruf. Dabei entstanden irgendwie beliebige Kader, denen als Mannschaft nie die Durchschlagskraft wuchs, es tatsächlich mit den großen Europas aufzunehmen. Trotzdem war ein jeder Kader der Bayern stets der in Deutschland beste, teuerste und glamouröseste. Und immer ist es nicht nur so, dass sie jeden schlagen können, sondern das sie es sind, die es zu schlagen gilt.

Schalke hat gegen Hamburg und Leverkusen zwei erinnerungswürdige Fußballabende abgeliefert, zweimal nicht verloren, aber eben auch zweimal nicht gewonnen. Für die Bayern geht es morgen darum, den Anschluss zu halten und für wieder freundlichere Schlagzeilen zu sorgen. Schalke will die Welle weiter reiten. Schlimmstenfalls rutscht Schalke knapp unter den Europapokalplatz-Strich und es werden die Statements von wegen „noch keine Spitzenmannschaft“ wiederholt. Bestenfalls drehen sich die Schlagzeilen weiter nur um Van Gaal. Naja und der Spaß, der wäre bei bestenfalls natürlich auch wieder groß.
Ma’kucken.