Destruktive Lust

2. Dezember 2009, Torsten Wieland

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Spekulationen über Spekulationen. Jetzt soll Kroos im Sommer direkt Kießling mitbringen. Ob’s Vizekusen gefällt? http://tinyurl.com/yjrhhbx

… twitterte Breitnigge und veranlasste fehlpass.com zu der Antwort:

#Kießling oder #Klose? Dann würde ich für Kießling stimmen, jederzeit.

Zunächst mal muss man sagen, dass „Vizekusen“ bislang wenig Grund zur Sorge haben muss. Der verlinkten Zeitungsartikel bringt Stefan Kießling und den FC Bayern zusammen weil Kießlings Vertrag bei Leverkusen exakt so lange läuft wie der mindestens eines Bayern-Spielers, und weil „Wechsel von Leverkusen nach München Tradition haben“. Dabei verkennt die Zeitung das Kießling ein „Hoeneß-Transfer“ wäre (vgl. Lahm-Kritik) und jetzt ist da ja Nerlinger …

Aber mal abwarten. Ich würde einen solchen Transfer jedenfalls begrüßen! Wer bei den Bayern auf der Bank sitzt kann für andere Clubs gegen Schalke keine Tore schießen. Gerade dieser Kieß (Tatsächlich unter Mitspielern Kießlings „Spitzname“; und Fans hoffen auf kreative Kicker.) hat Schalke schon wirklich viele Punkte gekostet. Vielleicht besinnt sich Nerlinger ja doch noch auf das bayerische Mir san Mir. Wie wär’s außerdem mit Marco Reus? Marcus Berg? Edin Džeko und Du-Ri Cha?
Destruktive Lust im Fußball. Toll!

Ein Punkt zum Trotz

9. November 2009, Torsten Wieland

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1:1, das dritte Unentschieden in Folge, wieder nach einem Rückstand, diesmal in München. Es war kein schönes Spiel. Schalke spielte auch nicht gut. Aber es war spannend. Es war ein Katz und Maus Spiel, bei dem die Maus dem etwas zu trägen Kater zwar nicht nach schöner Tom und Jerry Art das Dynamit in die Ohren stopfte, ihm aber immerhin ein wenig auf der Nase rumtanzte und sich rechtzeitig und lächelnderweise aus dem Staub machte.

In München redet man sich ein, dass man ohne Ribery und Robben kein kreatives Offensivspiel auf den Platz bringen kann. Als Folge können die Bayern dies wirklich nicht und es entwickelte sich ein Spiel, wie man es auf Schalke in den letzten Jahren ebenfalls sehr häufig gesehen hat. Eine zwar durchaus engagierte aber ideenlose Heimmannschaft biss sich an einer Auswärtsmannschaft die Zähne aus, der die Defensive über alles ging und sich mit dem zufrieden zeigte, was sich ergab.
Viel ergab sich nicht, Schalke spielte seine Konterchancen nur in der ersten halben Stunde ordentlich aus. Fortan, nach dem Rückstand, nach dem Ausgleich, wurde der Ball zu oft zu schnell verloren. Stets eine Spur zu hurtig hüpften die gerade noch auf Ausflug befindlichen Schalker zurück in den Defensivverbund.

Immerhin hatte das Erfolg, denn die großen Bayern konnten sich kaum Chancen erspielen. Das Tor war ein Zufallsprodukt. Einmal schoss Klose. Ein Schweinsteiger-Freistoß ging ziemlich knapp, ein Tymoshchuk-Schuss etwas weniger knapp am Tor vorbei. Es gab viel Gewusel. Man konnte sich bis zuletzt nicht entspannt zurücklehnen. In der Rückschau wars aber weniger schrecklich als befürchtet.

Ein Spaß wird draus, wenn man die Markt- und Erfahrungswerte der Mannschaften gegenüberstellt. Die Herren in Rot dürften mehr Einsätze bei Fußballweltmeisterschaften aufzuweisen haben als Schmitz, Moritz, Matip und Zambrano Bundesligaspiele. Bastian Schweinsteiger grinst weiterhin von jeder 4. Werbeseite in der 11 Freunde, eingerahmt von Weltstars wie Ronaldo, Lampard und Kaka, und man fragt sich wieso, in der Bundesliga tritt er doch nur die Freistöße. Die Namen Mark van Bommel und Anatoliy Tymoshchuk würde man außerhalb der Bundesliga nicht kennen, hätten diese Herren schon immer so pomadig lediglich ihre Platzquadratmeter verteidigt. Angesichts des unausgeschöpften Potentials ist jegliches bayerisches Gejammer um das Fehlen des Monsieur Ribery hochgradig lächerlich.
Mit ordentlichem Einsatz, der richtigen Taktik und guter Organisation auf dem Feld hat sich Schalke mit all seinen Nonames dieses Unentschieden verdient. Mehr brachte Schalke nicht zustande, aber für einen Punkt reichte das. Es ist ein Verdienst, die Schwächen des Gegners auszunutzen.

Schlagzeilenduell

6. November 2009, Torsten Wieland

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Der FC Schalke 04 ist der zweitgrößte Verein Deutschlands, das spiegelt sich auch in der Medienaufmerksamkeit wieder. Mögen in anderen Clubs Trainer straucheln, gesucht oder entlassen werden, Gerüchte um angeblich wechselwillige Schalker Spieler oder Geschichten um den Königsblauen zugeneigte Lokalpolitiker generieren in der Regel mehr Aufmerksamkeit. Noch mehr Leser locken nur Bayern-Niederlagen.

Oder Siege. Oder schuhplattelnde Brasilianer auf der Wiesn. Aber am besten gehen doch Niederlagen, der Emotionen wegen. Der FC Bayern verlor sein Heimspiel gegen Girondins Bordeaux und kann nicht mehr aus eigener Kraft ins Champions League-Achtenfinale einziehen. Und da der Club parallel nichtmal die für ihn zweitrangige Bundesliga anführt, gilt Louis van Gaal, der unsympatischste aller Bayern-Trainer, der Presse offenbar als zum Abschuss freigegeben.

Verändert hat sich nichts, beim FC Bayern, in den letzten Jahren. Beseelt vom Glauben, viele Stars erhöhten die Chance auf Champions League-Lorbeer, kaufte man mal diesen, mal jenen Star von internationalem Ruf. Dabei entstanden irgendwie beliebige Kader, denen als Mannschaft nie die Durchschlagskraft wuchs, es tatsächlich mit den großen Europas aufzunehmen. Trotzdem war ein jeder Kader der Bayern stets der in Deutschland beste, teuerste und glamouröseste. Und immer ist es nicht nur so, dass sie jeden schlagen können, sondern das sie es sind, die es zu schlagen gilt.

Schalke hat gegen Hamburg und Leverkusen zwei erinnerungswürdige Fußballabende abgeliefert, zweimal nicht verloren, aber eben auch zweimal nicht gewonnen. Für die Bayern geht es morgen darum, den Anschluss zu halten und für wieder freundlichere Schlagzeilen zu sorgen. Schalke will die Welle weiter reiten. Schlimmstenfalls rutscht Schalke knapp unter den Europapokalplatz-Strich und es werden die Statements von wegen „noch keine Spitzenmannschaft“ wiederholt. Bestenfalls drehen sich die Schlagzeilen weiter nur um Van Gaal. Naja und der Spaß, der wäre bei bestenfalls natürlich auch wieder groß.
Ma’kucken.

Heute vor 3 Jahren

8. September 2009, Torsten Wieland

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verlautete Bayern-Manger Uli Hoeneß erstmals „todernst“:

Lehmanns Nachfolger in der Nationalelf wird auf jeden Fall Rensing und sonst keiner. Da können sich alle anderen auf den Kopf stellen.

In der Folge sprach er Hannovers Torhüter Robert Enke jegliche Chancen auf eine Lehmann-Nachfolge ab. Der damals 22-Jahre alte Michael Rensing kam zuvor in drei Jahren auf 9 Bundesligaeinsätze.

Fakt & These zum Spieltag 03/47

25. August 2009, Torsten Wieland

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Fakt: Ohne Maskottchen Buli-Uli auf der Trainerbank konnte der FC Bayern noch kein Bundesligaspiel gewinnen.

These: Der formschwache Miroslav Klose durfte gegen Mainz lediglich deshalb von Beginn an auflaufen, weil er der einzige Bayern-Spieler war der keine Wiederworte gab, als der Trainer von ihm verlange im zentralen offensiven Mittelfeld zu agieren.

Die Unbill, aktuell

20. Juli 2009, Torsten Wieland

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Gab es schon mal eine langweiligere Sommerpause, eine langweiligere Transferphase als diese?

Während Fans langweiligerer Clubs möglicherweise die Frage nicht verstehen wird es sicher auch Schalker geben, die mir von öden Phase anno irgendwann erzählen können. Ich selbst verdränge Langeweile gerne aus meinem Gedächtnis, zuviel Ruhe ist nicht mein Ding. Natürlich bin ich mir der janusköpfigkeit der Sache bewusst. Sicherlich liegt dem Populismus Meister Magaths auch ein Körnchen Wahrheit zu Grunde, wenn er anführt, dass lange „zuviel geredet und zu wenig gearbeitet wurde“, auf Schalke, in unserem Unterhaltungsverein. Und ich will mich ja auch noch nicht beschwerden, Jupp Schnusenberg soll sich bloß nicht zu wieder vermehrter Redseligkeit aufgerufen fühlen. Aber Herr Magath sollte sich zumindest abgewöhnen, Gerüchte mit allzu klaren Statements abzubügeln. Ein bisschen mehr Wischiwaschi, ein bisschen mehr Schalke darf schon sein.

Den Fuji-Cup habe ich mir nicht angeschaut. Nicht aus Prinzip und nicht wegen zuviel Werbung. Tatsächlich kenne ich Leute, die zu dieser Veranstaltung erstmals zu einem Fußballspiel in der Arena auf Schalke waren, die einen schönen Nachmittag hatten und mir begeistert davon erzählten. Überragenden Fußball hatten sie nicht erwartet. Sie haben alles richtig gemacht. Ich hatte gehofft, dass Schalke dieses Mini-Turnier nicht gewinnen würde. Das ist eindrucksvoll geglückt. Alles egal, hätte sich nicht ausgerechnet Schalkes einziger offensiver Mittelfeldspieler, der mehr als 19 Lenze zählt und schon mal ein Bundesligaspiel absolviert hat, derart verletzt, dass Magath zitiert wird, dass das vielleicht ein paar Wochen dauern könne.

Es passiert nicht viel auf Schalke, anderswo geht aber auch nicht gerade die Luzi ab …

Klein Kalle schnippt wie bekloppt in der Klasse des Fußballs, weil er Florentino beim Abschmieren von Popel unter die Bank gesehen hat. Klein Kalles Bank ist selbst arg schmierig, was der ruhige Klaus petzen könnte. Klein Kalle wird wissen, dass Frau Cas ihn nicht ernst nimmt, dass sein Schnippen nur stört. Aber er ist halt gerne laut.

Im Fall Huntelaar erlebt die Bundesliga gerade mal wieder, dass sie das vierte Rad am Dreirad des europäischen Fußballs ist. Stuttgart hat Geld. In der Bundesliga sind die Stadien voll, die Meisterschaften sind relativ spannend. Und doch scheint es, als käme ein freiwilliger Wechsel zum VfB Stuttgart für einen Spieler wie Klaas-Jan Huntelaar wirklich nur dann in Frage, wenn ihn jeder andere Club in Spanien, England oder Italien nicht haben will.

Und Ralf Fährmann hat sich die Hand gebrochen. Als Herr Hoeneß um Manuel Neuer buhlte, galten in Schalker Fankreisen die Tatsachen, dass es eben München sei und dass Fährmann nicht mehr da ist, als die entscheidenden Unmöglichkeiten. Ralf Fährmann schund Eindruck in seinen drei Profispielen als Schalker. Dazu wirkte er sympathisch. Niemand, der ihm seinen Wechsel verübelte, der ihm etwas Schlechtes gönnen würde. Möge er genesen, die Nummer 1 bei der Eintracht werden und somit den Ruhm Lothar Matuschaks weiter mehren.

Alles wenig aufregend. Hartes Brot für den Fußballblogger und Gerneschreiber. Wenn also die Frequenz neuer Beiträge in diesem Blog derzeit nicht allzu hoch ist, liegt es nicht an der Unlust des Autors. Eher wohl an dessen Unfähigkeit, im Gewöhnlichen das Spannende zu sehen. Gerne ließe ich mich aber mit der Nase auf Interessantes stoßen, mich zurechtweisen, mich wachrütteln, eines Besseren belehren; nur zu!
Ich jedenfalls langweile mich gerade.

Zwischen Herz und Zahlen

5. Juni 2009, Torsten Wieland

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Im Poker um den möglichen Neuer-Transfer von Schalke zu Bayern München vergeht kaum ein Tag, an dem nicht neue Aspekte ins Spiel gebracht werden.
Schalke sieht keine Alternativen zum Verkauf seines Torwarts. „Wir können uns nicht erlauben, 20 Millionen Euro zu verlieren. Hinter Neuers Transfer steht ausschließlich eine wirtschaftliche Motivation“, sagte Geschäftsführer Peter Peters dem kicker.
„Wir haben alle ein Herz, doch wenn das Angebot derart hoch ist, muss sich auch ein großes Herz mit Zahlen auseinandersetzen“, fügte Peters hinzu.

Diesen Text gibt’s wirklich. Zugegebenermaßen mit anderen Namen. Eigentlich wird dabei der Kaka-Wechsel von Milan zu Real Madrid beschrieben. Ein Wechsel gegen den eigentlichen Wunsch des Spielers, zugunsten des Vereins, der ein obszönes Angebot nicht länger ausschlagen wollte.

Manuel Neuer ist Schalke-Fan. Das nehme ich ihm ab, das glauben ihm auch Fans anderer Clubs, Borussen, Bayern. Häufig achten diese Manuel Neuer dafür, Profis die wie Fans fühlen können sind selten geworden. Gleichzeitig wollen weder Borussen noch Bayern-Fans einen Schalker in ihrem Tor sehen. Und kein Schalke-Fan will sich Manuel Neuer im Bayern-Trikot vorstellen.

Aber der reiche FC Bayern braucht einen besseren Torwart und der arme FC Schalke braucht Geld für seinen Neuaufbau. Angeblich hat Felix Magath bereits letzte Woche jegliche Anfragen abgewiesen. Angeblich hat Bayern München vor kurzem ein obszönes Angebot erteilt. Angeblich will Felix Magath auch darauf nicht eingehen.

Ich hoffe sehr, dass Manuel Neuer auf Schalke bleibt. Gleichzeitig glaube ich an Neuers Potenzial, ich glaube daran, das er wirklich ein Weltklasse-Torwart werden kann. Und spätestens dann wird er nicht mehr auf Schalke spielen. Mir ist bewusst, dass ein Profi einen Vereinswechsel niemals kategorisch ausschließen kann, dass er immer auch von der Planung seines Clubs abhängig ist. Deshalb verzeihe ich Manuel Neuer seine verbale Eiertänze.

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