Marco Höger freut sich auf Schalke während Jermaine Jones die längste Zeit auf Schalke gewesen sein möchte. Um Carlos Zambrano und dessen plötzlich komischen Vertrag gibt es Streiterei. Und der nächste Karriereschritt von Ur-Schalker Toni Tapalovic bedingt möglicherweise Ralf Fährmanns Entwicklung. Es ist viel los, auch ganz ohne Lehmann-Homestory. Im einzelnen:
Marco Höger ist so ungefähr seit Ralf Rangnicks Ankunft auf Schalke im Gespräch. Mit dem Spieler, dessen Vertrag noch bis 2012 gelaufen wäre, war man sich schnell einig, der Rest war Verhandlungssache. Ich habe Marco Höger noch nie bewusst spielen sehen, aber betrachtet man die Daten und was man sonst noch so in Erfahrung bringen kann, klingt die Verpflichtung nach einem guten Deal für Schalke.
Höger ist 21 Jahre jung, agierte in Aachen zuletzt im defensiven Mittelfeld und brachte doch Offensivqualität ein. Er schoß Tore, bereitete Treffer vor und wurde von kicker über die gesamte Saison mit den zweitbesten Noten aller Spieler seiner Position bewertet. Höger wird eine gute Spieleröffnung nachgesagt und scheint ziemlich gut zu dem Fußball zu passen, den man Ralf Rangnick als bevorzugte Form ebenfalls nachsagt.
Mit der Spieleröffnung hatte es Jermaine Jones nie so recht. Dafür ist er ein herausragender Defensivspieler. Er war an die Blackburn Rovers ausgeliehen. Blackburn möchte ihn gerne behalten. Gestern gab es in der englischen The Sun eine Meldung, nach der er auch gerne in Blackburn bleiben möchte.
Jones wäre in Schalkes Kader der defensiv beste defensive Mittelfeldspieler, aber er ist doch recht eindimensional und wäre noch dazu vermutlich der teuerste Spieler der DM-Gang. Ich denke, dass die Clubs über kurz oder lang ins Geschäft kommen werden.
Dass Schalke 04, der FC St. Pauli, die TSG Hoffenheim und „eine Schweizer AG“ noch ins Geschäft kommen, ist so gut wie ausgeschlossen. Man streitet sich um Carlos Zambrano und unsereins wundert sich, was da seit Montag alles auf den Tisch gekommen ist. Blicken wir kurz zurück:
Carlos Zambrano kam als 16 Jähriger nach Schalke, spielte in der Jungend und erhielt im Mai 2008 einen Profivertrag mit Laufzeit bis 2012. Im Juli letzten Jahres wurde er für 2 Spielzeiten an den FC St. Pauli ausgeliehen. In der entsprechenden Meldung auf der Vereinsseite hieß es, dass er „für die Zeit danach weiter an den FC Schalke 04 gebunden“ worden wäre, von einer Kaufoption für die Hamburger war dort nicht die Rede. Dies meldete allerdings kicker noch am gleichen Tag. Nun, nach dem Abstieg St. Paulis und dem Wechsel von Trainer Stanislawski nach Hoffenheim wollte die TSG Zambrano verpflichten, und erstmals bekam man zu lesen, dass Teile der Transferrechte Zambranos bei einer Schweizer Firma liegen würden. In der Print-Ausgabe des kicker von Montag wurde das thematisiert, diese liegt mir allerdings nicht vor. Bild schrieb, 70% der Rechte lägen bei den Schweizern, nur 30% bei Schalke, welche per besagter Kaufoption von St. Pauli erworben werden könnte, die dann ihrerseits Zambrano an Schalke 04 vorbei nach Hoffenheim transferieren könnten. Jetzt haut Schalke auf die Brause. Heldt wirft Hoffenheim vor, gegen die Lizenzordnung der DFL verstoßen zu haben. Die TSG hatte offensichtlich mit Zambrano verhandelt und ihn sogar zum Medizin-Check eingeladen, obwohl das erst ein halbes Jahr vor Ablauf des Vertrags des Spielers erlaubt gewesen wäre. St. Pauli will davon ebenfalls nichts gewusst haben. Schalke erwägt ein juristisches Vorgehen, und wie das Leben so spielt fiel Zambrano doch glatt beim Hoffenheimer Medizin-Check durch und die TSG nahm Abstand von seiner Verpflichtung.
Die offene Frage wäre, wie lange Transferrechte Zambranos bereits bei der ominösen „Schweizer AG“ liegen. War das schon immer so – bei Südamerikanischen Spielern sind aufgeteilte Transferrechte nicht unüblich – oder wurden irgendwann im Laufe der Zeit bereits Transferrechte zu Geld gemacht? Die Pointe der Geschichte ist der Verweis Heldts auf den besagte Passus der Lizenzordnung, nachdem Hoffenheim Zambrano nicht hätte ansprechen dürfen. Ziemlich offensichtlich ging auch der FC Bayern Müchen im Fall Neuer so vor, was aber aus Schalker Sicht mit dem Verhandlungserfolg in einer Größenordnung von über 20 Millionen Euro vermutlich als erledigt betrachtet wurde.
Zu eben diesem Neuer bei eben diesem FC Bayern München gesellt sich nun der Ur-Schalker Toni Tapalovic als Torwarttrainer hinzu. Ein beachtlicher Karriereschritt für den in Gelsenkirchen geborenen Toni, der zuletzt als zweiter Torwart in der zweiten Mannschaft des FSV Mainz 05 sein Geld verdiente.
Diese Meldung dürfte gleichzeitig bedeuten, dass Bernd Dreher Torwarttrainer beim FC Schalke 04 bleibt. Dreher verließ München einst im Unfrieden, nachdem er nach seinem Karriereende als zweiter Torwart hinter Kahn auf den Torwarttrainerposten hoffte, der Club sich aber für Walter Junghans entschied. Trotzdem gab es Spekulationen, dass Manuel Neuer ihn mit nach München nehmen wollte.
Ich bin kein Experte in Sachen Torwartspiel, aber meines Erachtens hat Bernd Dreher in den letzten zwei Jahren einen sehr guten Job gemacht und den damals schon guten Manuel Neuer noch mal ein ganzes Stück verbessert. In der Beherrschung des Strafraums in der Luft, bei Flanken und Ecken, hatte Neuer früher Probleme, welche unter Dreher abgestellt werden konnten. Ich denke, dass Ralf Fährmann von Bernd Dreher als Torwarttrainer profitieren kann.
Alles in allem läuft gerade ziemlich viel zu meiner Zufriedenheit.
Glück auf.