Artikel zum Schlagwort ‘Bayern München’

Bukarest oder Bayern, Hauptsache punkten!

Schalke 04 und Hannover 96 liefern in 180 Minuten Europa League-Fußball keinen einzigen Treffer. Warum das nur beim B-Sender Kabel1 läuft? Eben darum.

Schalkes Spiel war öde. Weil sich Steaua Bukarest selbst nichts zutraute und weil Schalke nicht konsequent auf Sieg spielte. Schalke versuchte, mit 70% Einsatz ein gutes Ergebnis zu erzielen. Heraus kam ein Punktgewinn, auswärts, beim vermeintlich stärksten Konkurrenten in der Europa League-Gruppe J. Sachlich betrachtet ist das nicht wirklich schlecht.

Wünschen wünscht man sich aber doch was anderes. Zumindest eine Halbzeit lang echtes Feuer, das Erzwingen von Chancen, Druck, aus allen Rohren den Abschluss suchen. Schalke hatte ein paar Abschlüsse, hätte treffen können, aber erzwungen hat Schalke eben nichts. Ein nackter, ein emotionsloser, langweiliger Punkt, ist das was bleibt.

ESR plus X

Aber nach dem Spiel ist vor dem Spiel, selten gilt das so sehr wie heute. Bei Schalke läuft alles ok, bei Bayern München läuft bislang alles wirklich bestens. Wir dürfen uns als klare Außenseiter fühlen und es steht zu befürchten, dass das auch auf dem Rasen zu sehen sein wird.

Horst Heldt wünschte sich in der Sendung 1Live-Elfer ein hitziges Spiel gegen die Bayern. Auf die Fans kann er sich da verlassen, denke ich, man ist schließlich kein Nationalmannschaftspublikum. Wie hitzig es auf dem Platz wird, muss man abwarten. Darauf bezieht sich die heutige …

X Frage
Wie viele Gelbe und Rote Karten wird es im Spiel gegen die Bayern geben?

Um die Auswertung zu vereinfachen, tippen wir einen Punktewert. Gelbe Karten zählen 1 Punkt, Gelb/Rot 2 Punkte und eine glatte Rote Karte 3 Punkte. Selbstverständlich zählen die Karten gegen alle beteiligten, egal zu welchem Team sie gehören und welche Funktion sie ausüben.

Und dann sind da noch die Einwechselspieler, die zuletzt so leicht zu tippen schienen. Ich sage also …

Kluge
Marica
Pukki
X 8



Was ist Einwechelspieler-Raten und was ist eine X Frage?
Tippabgabe bis Sonntag, 16:30 Uhr. Bitte die drei Spielernamen und die Antwort auf die X Frage im Kommentarfeld als erstes und untereinander notieren. Mache dabei bitte die X Antwort mit einem vorangestellten „X“ kenntlich. Für „echte Kommentare“ unter den Tipps bin ich wie immer dankbar. Die Auswertung erfolgt nach den Angaben bei bundesliga.de.

Anstandsregeln statt Benimmregeln

Ich habe mit Manuel Neuer abgeschlossen. Ich will ihn nicht mehr bejubeln, ich will ihn nicht mehr in Schutz nehmen, ich will ihn gar nichts mehr. Aber ich schreibe hier dann und wann auch über Nicht-Schalke-Themen, und als solches will die Sache um die „Benimmregeln“ der Bayern Ultras für Manuel Neuer aufgreifen.

Vorgestern habe ich aus Schadenfreude, im Affekt, selbst einen Witz drüber gerissen. Nüchtern betrachtet finde ich die Aufregung um die Forderungen der Münchener Ultras aber übertrieben. Rolf Rojek fragte bei Facebook, ob die Bayern-Ultras spinnen würden, und der Breitnigge Paule hält Münchens Ultras offensichtlich längst für unzurechnungsfähig. Ich halte die Forderungen, die schlechterdings „Benimmregeln für Manuel Neuer“ genannt werden, für sehr nachvollziehbar und würde Manuel Neuer empfehlen, sich danach zu richten. Nicht aus Angst vor Ärger, sonder aus Anstand.

Manuel Neuer habe sich bei Schalke 04 bewusst als Teil der Fanszene dargestellt und mit seinem Wechsel deren Werte mit Füßen getreten; die Form, in der sich der Neu-Bayer seit seinem Wechsel bei den Anhängen des FC Bayern anbiedere, sei daher nicht zu akzeptieren, schrieben die Münchener Fangruppierungen. Das sehe ich genauso. Nun verbitten sich die Bayern-Fans, dass Manuel Neuer vor der Bayern-Kurve den Hampelmann macht oder ihr Vereins-Wappen küsst. Was ist daran verkehrt?

Ungefähr genau das Gleiche meinte ich, als ich Christoph Metzelder einen reserviert freundlichen Umgang mit Schalkes Anhängerschaft empfahl. Ich will nicht, dass sich Christoph Metzelder als fanverstehender Schalker hervor tut. Er ist Profi, er ist bei Schalke 04 angestellt, wenn er alles dafür tut, dass mein Verein Erfolg hat, zolle ich ihm meinen Respekt. Würde gerade er, der während seiner Zeit bei Borussia stets vorne weg ging und als Gesicht der Mannschaft fungierte, nur vor der Schalker Nordkurve den Zampano geben, würde er das königsblaue Wappen küssen, würde ich das als falsch empfinden.

Die Ultras der Münchener Bayern haben keinen Hohn für ihre Forderungen verdient, sondern Verständnis. Es geht um die letzte Spur von Akzeptanz der „Professionellen“ gegenüber denen, die mir ihrem Verein eine Einstellung verbinden. Egal welche Farbe sie hochhalten.

Ein Tag in königsblau

Marco Höger freut sich auf Schalke während Jermaine Jones die längste Zeit auf Schalke gewesen sein möchte. Um Carlos Zambrano und dessen plötzlich komischen Vertrag gibt es Streiterei. Und der nächste Karriereschritt von Ur-Schalker Toni Tapalovic bedingt möglicherweise Ralf Fährmanns Entwicklung. Es ist viel los, auch ganz ohne Lehmann-Homestory. Im einzelnen:

Marco Höger ist so ungefähr seit Ralf Rangnicks Ankunft auf Schalke im Gespräch. Mit dem Spieler, dessen Vertrag noch bis 2012 gelaufen wäre, war man sich schnell einig, der Rest war Verhandlungssache. Ich habe Marco Höger noch nie bewusst spielen sehen, aber betrachtet man die Daten und was man sonst noch so in Erfahrung bringen kann, klingt die Verpflichtung nach einem guten Deal für Schalke.
Höger ist 21 Jahre jung, agierte in Aachen zuletzt im defensiven Mittelfeld und brachte doch Offensivqualität ein. Er schoß Tore, bereitete Treffer vor und wurde von kicker über die gesamte Saison mit den zweitbesten Noten aller Spieler seiner Position bewertet. Höger wird eine gute Spieleröffnung nachgesagt und scheint ziemlich gut zu dem Fußball zu passen, den man Ralf Rangnick als bevorzugte Form ebenfalls nachsagt.

Mit der Spieleröffnung hatte es Jermaine Jones nie so recht. Dafür ist er ein herausragender Defensivspieler. Er war an die Blackburn Rovers ausgeliehen. Blackburn möchte ihn gerne behalten. Gestern gab es in der englischen The Sun eine Meldung, nach der er auch gerne in Blackburn bleiben möchte.
Jones wäre in Schalkes Kader der defensiv beste defensive Mittelfeldspieler, aber er ist doch recht eindimensional und wäre noch dazu vermutlich der teuerste Spieler der DM-Gang. Ich denke, dass die Clubs über kurz oder lang ins Geschäft kommen werden.

Dass Schalke 04, der FC St. Pauli, die TSG Hoffenheim und „eine Schweizer AG“ noch ins Geschäft kommen, ist so gut wie ausgeschlossen. Man streitet sich um Carlos Zambrano und unsereins wundert sich, was da seit Montag alles auf den Tisch gekommen ist. Blicken wir kurz zurück:

Carlos Zambrano kam als 16 Jähriger nach Schalke, spielte in der Jungend und erhielt im Mai 2008 einen Profivertrag mit Laufzeit bis 2012. Im Juli letzten Jahres wurde er für 2 Spielzeiten an den FC St. Pauli ausgeliehen. In der entsprechenden Meldung auf der Vereinsseite hieß es, dass er „für die Zeit danach weiter an den FC Schalke 04 gebunden“ worden wäre, von einer Kaufoption für die Hamburger war dort nicht die Rede. Dies meldete allerdings kicker noch am gleichen Tag. Nun, nach dem Abstieg St. Paulis und dem Wechsel von Trainer Stanislawski nach Hoffenheim wollte die TSG Zambrano verpflichten, und erstmals bekam man zu lesen, dass Teile der Transferrechte Zambranos bei einer Schweizer Firma liegen würden. In der Print-Ausgabe des kicker von Montag wurde das thematisiert, diese liegt mir allerdings nicht vor. Bild schrieb, 70% der Rechte lägen bei den Schweizern, nur 30% bei Schalke, welche per besagter Kaufoption von St. Pauli erworben werden könnte, die dann ihrerseits Zambrano an Schalke 04 vorbei nach Hoffenheim transferieren könnten. Jetzt haut Schalke auf die Brause. Heldt wirft Hoffenheim vor, gegen die Lizenzordnung der DFL verstoßen zu haben. Die TSG hatte offensichtlich mit Zambrano verhandelt und ihn sogar zum Medizin-Check eingeladen, obwohl das erst ein halbes Jahr vor Ablauf des Vertrags des Spielers erlaubt gewesen wäre. St. Pauli will davon ebenfalls nichts gewusst haben. Schalke erwägt ein juristisches Vorgehen, und wie das Leben so spielt fiel Zambrano doch glatt beim Hoffenheimer Medizin-Check durch und die TSG nahm Abstand von seiner Verpflichtung.

Die offene Frage wäre, wie lange Transferrechte Zambranos bereits bei der ominösen „Schweizer AG“ liegen. War das schon immer so – bei Südamerikanischen Spielern sind aufgeteilte Transferrechte nicht unüblich – oder wurden irgendwann im Laufe der Zeit bereits Transferrechte zu Geld gemacht? Die Pointe der Geschichte ist der Verweis Heldts auf den besagte Passus der Lizenzordnung, nachdem Hoffenheim Zambrano nicht hätte ansprechen dürfen. Ziemlich offensichtlich ging auch der FC Bayern Müchen im Fall Neuer so vor, was aber aus Schalker Sicht mit dem Verhandlungserfolg in einer Größenordnung von über 20 Millionen Euro vermutlich als erledigt betrachtet wurde.

Zu eben diesem Neuer bei eben diesem FC Bayern München gesellt sich nun der Ur-Schalker Toni Tapalovic als Torwarttrainer hinzu. Ein beachtlicher Karriereschritt für den in Gelsenkirchen geborenen Toni, der zuletzt als zweiter Torwart in der zweiten Mannschaft des FSV Mainz 05 sein Geld verdiente.

Diese Meldung dürfte gleichzeitig bedeuten, dass Bernd Dreher Torwarttrainer beim FC Schalke 04 bleibt. Dreher verließ München einst im Unfrieden, nachdem er nach seinem Karriereende als zweiter Torwart hinter Kahn auf den Torwarttrainerposten hoffte, der Club sich aber für Walter Junghans entschied. Trotzdem gab es Spekulationen, dass Manuel Neuer ihn mit nach München nehmen wollte.

Ich bin kein Experte in Sachen Torwartspiel, aber meines Erachtens hat Bernd Dreher in den letzten zwei Jahren einen sehr guten Job gemacht und den damals schon guten Manuel Neuer noch mal ein ganzes Stück verbessert. In der Beherrschung des Strafraums in der Luft, bei Flanken und Ecken, hatte Neuer früher Probleme, welche unter Dreher abgestellt werden konnten. Ich denke, dass Ralf Fährmann von Bernd Dreher als Torwarttrainer profitieren kann.

Alles in allem läuft gerade ziemlich viel zu meiner Zufriedenheit.

Glück auf.

Tschöö

So Manu, das war’s dann wohl mit uns.

Ich glaube ich habe alle Deine Profi-Pflichtspiele verfolgt, da fühlt es sich anders an als bei irgendeinem, der nur lange da war. Keine Szene jetzt bitte. Du hast Dich bestimmt vor langer Zeit entschieden. Ich habe mich schon lange damit abgefunden. Blöd ist nur, meinen traurigen Sohn erleben zu müssen, der bis zuletzt hoffte. Aber auch der wird demnächst Dein Poster von der Wand kratzen.

Du hast das Talent, der Weltbeste und der in der Welt als solcher Geachtete zu werden. Das geht auf Schalke leider nicht. Hier kucken viele, aber für Dein Talent noch viel zu wenig hin. Insofern kann ich den Reiz hinter diesem Wechsel nachvollziehen. Trotzdem hast Du mit Deinen verquirlt verschwurbelten Aussagen in Interviews letztendlich sogar mich verärgert.

Ich halte Deinen in letzter Zeit vielfach zitierten Medienberater für ’ne Pflaume. Denk mal drüber nach. Danke für die tollen Spiele, aber jetzt hau ab. Tschöö mit ö. Und komme bitte nie auf die Idee, als alter Sack noch mal für unseren Verein spielen zu wollen. Von wegen Herzensangelegenheit oder nach Hause kommen oder so’n Klumpatsch. Das haben wir nicht verdient.



Foto: Tomek Bo

Ehrenmänner aus dem Bayernland



via limbos86 | Foto: RedJinn

The Cup was given zurück und Neuer seems to be a Bazi

Heutzutage macht man aus nichts eine Geschichte. Der DFB-Pokal ist, gänzlich unzerknickt, in Berlin angekommen. Übergeben von Paul Breitner, der in München unwichtig ist, im Beisein von Tim Hoogland, der seit seiner Rückkehr für Schalke noch nicht einmal vor den Ball trat, und unter den Augen Julian Kochs, der sein letztes Spiel für den MSV längst bestritten hat. Herr Wowereit hat trotzdem gelächelt. Man nennt das nun tatsächlich „Cup Handover“. Albern.

Derweil hält Andreas Burkert von der Süddeutschen den Neuer-Transfer zum FC Bayern für gelaufen.

Demnach würden die Münchner für den 25-Jährigen zwar als Fixum etwas weniger als 20 Millionen Euro überweisen, was ihnen offenbar wichtig ist – aber nichts daran ändert, dass der mehr oder weniger garantierte Endbetrag erheblich über der 20-Millionen-Marke landen wird.

Nach SZ-Informationen soll Neuer einen Vertrag über vier Jahre erhalten, und nicht nur für jeden Titel während dieser Laufzeit (Meisterschaft, Pokal, Champions League) wären Zusatzzahlungen fällig – sondern offenbar auch für die Qualifikation für die Champions-League-Gruppenphase, das Viertelfinale usw.

Burkert erwartet die Verkündigung des Deals nach dem Pokalfinale. Ich erwarte kurz darauf die Bekanntgabe des Transfers der neuen Nummer 1 des FC Schalke 04. Ich denke in drei Wochen ist alles geritzt.

Mumpitz © S04

Der FC Schalke 04 hat jedes über Warmlaufen hinausgehende Engagement eingestellt und konzentriert sich nur noch auf das DFB-Pokalfinale. Ich vermute eine Art Aberglaube. Das 1:4 in München ist also nur ein weiterer Schritt auf dem Weg zur großen Feier in Berlin.

Im Sport entscheidet häufig der Zufall, und wo das so ist steht Aberglaube hoch im Kurs. Wenn nur noch eine absehbare Anzahl an Spielen ansteht, bevor ein großes Ziel erreicht werden kann, entscheiden sich Spieler ab und an dazu, aufs Rasieren zu verzichten, um den großen Fußballgott (oder Baseballgott, oder Hockeygott, oder Footballgott etc.) gnädig zu stimmen.
Für die Kerle des FC Schalke 04 fällt diese Form aus. Aus Joel Matips und Kyriakos Papadopoulos’ Gesichtern ist wohl noch nie ein Stoppel gesprossen, und Christoph Metzelder ist die Gesichtsmaske mittlerweile derart ans Gesicht gepappt, dass er sich nicht auch noch mit zu vielen Haaren rumärgern will. Also legten verschiedene Spieler verschiedene Rituale fest, in der Hoffnung, dass das zum Triumph gegen den MSV Duisburg in Berlin führen möge.

Hans Sarpei beispielsweise hat sich vorgenommen, keinem Gegner mehr seinen Rücken zu zeigen. Kyriakos Papadopoulos will die letzten Wochen ganz ohne Füße und nur noch mit seinem Körper spielen – so ganz gelingt ihm das noch nicht, aber der Wille zählt. Joel Matip, der junge Scherzbold, will die Kollegen mindestens dreimal pro Spiel mit einem Fehlpass im Rücken der eigenen Viererkette überraschen. José Manuel Jurado hat angekündigt, bis Saisonschluss die Annahe von Zweikämpfen zu verweigern; aber als seine Kollegen das hörten haben sie nur gelacht.
Christoph Metzelder lässt schlicht trotz gesundeter Nase die Maske auf. Ob er mit eingeschränktem oder uneingeschränktem Sichtfeld agiert, der Unterschied ist eh nicht zu erkennen. Schalkes Stürmer haben miteinander abgesprochen, in den letzten Spielen gänzlich auf Torschüsse zu verzichten. Das klappt mittlerweise sehr gut. Und Manuel Neuer konzentriert sich foran darauf „innerhalb Deutschlands zu wechseln.“

Inwieweit auch Trainer Ralf Rangnick an der Aktion beteiligt ist, weiß man nicht so genau. Möglicherweise will er in der nächsten oder übernächsten Begegnung doch noch mal einen Spielzug von seiner Mannschaft einfordern. Ganz sicher ist das aber noch nicht.

Da ich selbst stets für Mumpitz dieser Art zu haben bin ist es auch noch nicht ganz sicher, ob ich mich nicht beteilige und auf Blogbeiträge zu den noch ausstehenden Bundesligaspielen gegen die Karnevalclubs verzichte.

Ma’kuchen.



Foto: Julio Marquez