Der verpasste Abschied

29. Dezember 2008, Torsten Wieland

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Ich hatte gedacht, Manni Breuckmann würde vielleicht bei seinem letzten Mal auf Schalke irgendwelche „Abschiedsworte“ finden, nachdem er sich doch in letzter Zeit öffentlich als Schalker bezeichnet. Also nahm ich die Übertragung auf, aber seine Reportage des Spiels gegen Hertha BSC wurde von ihm beendet wie jede andere zuvor. Ich hoffte, es gäbe vielleicht irgendein Radiogespräch mit ihm, nochmal einen MonTalk, ein Sportgespräch oder eine Plan B-Begleitung seines letzten Jobs. Was zu hören eben, und einen Podcast für mein Blog. Aber auch darauf wartete ich vergebens.

Ja, auch ich mag Manni Breuckmann. Er ist näher als die anderen Reporter. Frau Töpperwien habe ich nie vor einem Spiel an einer Würstchenbude gesehen. Manni Breuckmann tauscht in Interviews gerne die Rolle des Journalisten gegen die des klar denkenden Fußballliebhabers. Dass das nicht dasselbe ist, ist nicht seine Schuld.

Lange Zeit spielte er damit, sich zu keinem Club klar zu bekennen. Neben Günter Koch war er der Andere. Zwei großartige Radiomänner, Koch der mit seinem Club leidende, Breuckmann der überparteiliche, wenngleich er als WDR-Mann immer einen Hang zu den Clubs aus den Westen hatte.
Wann er sich erstmals öffentlich zu Schalke 04 bekannt hat weiß ich nicht. Ich hatte den Eindruck, es hatte was mit der Veröffentlichung seines Buchs „Mein Leben als jugendlicher Draufgänger zu tun“, in dem er sein Aufwachsen im Ruhrgebiet beschreibt. Eigentlich ist es aber auch egal, denn dieses Fan-Sein nutzt er in seinen öffentlichen Auftritten genauso geschickt und unverbindlich, wie zuvor sein Nichtbekenntnis. Seine Ansichten, seine journalistische Arbeit hat sich dadurch nicht verändert. Zum Glück.

Trotzdem fand ich das Abschiedsbrimborium um ihn für zu dick aufgetragen. Man konnte meinen, der Mann würde übermorgen für immer in den Sonnenuntergang reiten. Dabei will er sich doch nur verändern. Er wird nun schreiben. Und in zwei Jahren, wenn sein WDR-Vertrag ausläuft, werden wir ihn auch wieder irgendwo sehen oder hören, dessen bin ich mir sicher.

Insofern war es nur richtig, dass Herr Breuckmann auf Schalke eben keine Abschiedsworte suchte, dass es nicht noch eine Radiosendung gab, die seine Veränderung als Selbstmord verklärte. Und insofern habe ich auch keinen „Abschied“ verpasst.


PS: In der Duisburger Filiale der Wohlthat’schen Buchhandlung gibt’s Breuckmanns Beschreibung seiner selbst als jugendlichem Draufgänger für läppsche 5 Euro.
PPS: Die NDR-Sendung ZAPP hatte einen Film zu Breuckmanns letztem Job auf Schalke gedreht, welcher noch online abrufbar ist.



[Foto: Joe Mutke]

Wat is’? Nix is’!

27. Dezember 2008, Torsten Wieland

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Kleine Kinder lieben Wiederholungen. Mein Sohn singt auch beim hundertsten Mal das Müllabfuhr Lied begeistert mit. Und im Prinzip findet unsereins doch auch Halt am ewigen Turnus des Fußballs. Nach einem schönen Sommer, am Besten mit einem Turnier, startet man voller Hoffnung in die Liga. Die Hoffnung schmitzt bis Weihnachten, dann ist Pause. An Gerüchten um Verstärkungen hangelt man sich hoch, setzt seine Hoffnung in die Verbesserung, sei es durch Transfers oder ordentliche Testspielergebnisse, um dann nach vielleicht doch noch aufregenden Wochen sein Gemüt Ende April wieder abkühlen zu müssen – und im Mai darf man dann nochmal die richtig Guten bestaunen.

Kurz: Mir ist die Winterpause zu lang („Scheiß Winterpause“) und im ursprünglichem Sinn unnütz ist sie auch („Scheiß Winterpause reloaded“), um aber keine ganze Saison durch schlechter Laune zu sein mag sie ihre Berechtigung haben. Kommen wir also an dieser Stelle mal zu einigen Transfergerüchten um Schalke 04. Drei Fälle halte ich für erwähnenswert.

Milan Jovanovic ist Stürmer bei Standard Lüttich und hat in 77 Ligaspielen 35 Tore erzielt und weitere 17 vorbereitet. Bereits vor dieser Saison gab es viel Transferhickhack um ihn. Eindhoven wollte ihn haben, fast war er schon da, dann doch wieder nicht. Nun gab es Gerüchte um Interesse von Olympique Marseille und Schalke. So laut, dass Manager Müller gegenüber westline.de eine Anfrage dementierte. Einen Tag später bedankte sich Jovanovic für die Angebote und sagte, dass er für Clubs wie Marseille oder Schalke Standard Lüttich nicht verlassen würde.

Eljero Elia spielt bei Twente Enschende, ist Außenstürmer, 21 Jahre jung und wurde noch von Fred Rutten aus Den Haag geholt, wo er bereits als 18-Jähriger in der niederländischen Ehrendivision debütierte. Er ist einer der Spieler, die für Schalke 04 bei der Niederlage in Enschede entschieden zu flink waren. Schalke soll interessiert sein, genauso „angeblich“ wie verschiedene Clubs aus England. Offiziell abgewiesen wurde von Twente bislang lediglich ein Angebot von Ajax Amsterdam.

Spieler aus Holland oder Belgien, werden mit Bezug auf Schalke in der Gerüchteküche natürlich gerne gekocht, seit Fred Rutten in Gelsenkirchen was zu sagen hat. Hinzu kommt, dass man sich ein Schalker Interesse an Spielern für diese beiden Offensivpositionen natürlich gut vorstellen kann. Weniger gut vorstellen kann ich mir allerdings, dass Schalke in diesem Winter einen Transfer realisieren wird, der eine Ablösesumme um die 4 oder 5 Millionen Euro kosten würde. Und solche Summen könnten sowohl für den recht erfolgreichen Jovanovic als auch für den talentierten und noch sehr jungen Elia durchaus fällig werden.

Montag behaupteten bulgarische Webseiten dann plötzlich, Schalke 04 hätte Blagoy Georgiev ein Angebot gemacht. Jenem Mittelfeldspieler, der in der letzten Saison auf Schalke das 1:0 für den MSV Duisburg erzielte und mittlerweile für Slavia Sofia spielt. Und auch wenn der Name seitdem nicht mehr aufgetaucht ist, auch wenn dieser Transfer vielleicht nie zustande kommt, denke ich doch, dass ein Transfer dieser Art sehr viel realistischer ist. Ein Spieler für verhältnismäßig wenig Geld, der sicher kein Kracher ist, den Trainer Rutten aber möglicherweise als Variante zum etablierten Schalker Mittelfeld sieht. Denn dass Fred Rutten maximal fünf der Mittelfeldspieler seines aktuellen Kaders für überhaupt einsetzbar hält, sollte mittlerweile jeder verstanden haben.

Ein Transfer der Art, welcher allerdings auch nicht dazu geeignet ist, Hoffnung zu schüren.
Scheiß Winterpause.

Keine Wahl

26. Dezember 2008, Torsten Wieland

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Fußballer des Jahres in Weißrussland 2002,
Fußballer des Jahres in Weißrussland 2003,
Fußballer des Jahres in Weißrussland 2005,
Fußballer des Jahres in Weißrussland 2006,
Fußballer des Jahres in Weißrussland 2007,
Fußballer des Jahres in Weißrussland 2008 ist Aliaksandr Hleb.

Und das, obwohl er für seinen Club in dieser Saison an lediglich 10 Ligaspielen beteiligt war. Dabei wurde er siebenmal ein- und dreimal ausgewechselt, stand im Schnitt pro Einsatz 26 Minuten auf dem Platz.

Nun habe ich keine Ahnung, wer den Fußballer des Jahres in Weißrussland bestimmt. Trifft sich eine Kommission zur Abstimmung, könnte man sich zwei Szenarien vorstellen:

In dem ersten hadern die Herren (und es sind nur Herren anwesend) mit dem Umstand, dass es keinen zweiten Fußballer weißrussischer Abstammung gibt, der in irgendeinem Club der vielbeachteten westlichen Ligen wenigstens ab und an sein Können zur Schau stellt. Und sie schwören Stein und Bein, dass sie die Ehre nochmal Maksim Ramaschtschanka antragen würden, spielte dieser, wenn schon in der Türkei, wenigstens für Fenerbahçe oder Galatasaray. So aber bleibt ihnen nur die eine Wahl.

In dem anderen Szenario ist das jährliche Treffen der Komission (zu der auch Frauen gehören) zu einem bei allen Anwesenden sehr beliebten Termin geworden. Sich kurz vor Weihnachten nochmal sehen, gut zu speisen und hiernach ohne jede Diskussion eine Entscheidung treffen zu können, die von niemandem angezeifelt werden wird, passt in die Jahreszeit, ist ein höchst befriedigender Akt. Und Nationaltrainer Bernd Stange beglückwünscht die Komission in seiner Rede zu ihrer Entscheidung.

Natürlich ist das zweite Szenario näher dran. Bestimmt.
Wie friedvoll andere Länder mit ihrem Topstar umgehen können!
Frohe Weihnachten.

Sich mal gemeinmachen

19. Dezember 2008, Torsten Wieland

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Sich mal gemeinmachen bringt Spass.

Und auch wenn „Word“ hier unterstreicht was das Zeug hält schreibe ich doch gemeinmachen zusammen und Spass mit doppel-s, weil ich Spass so ausgesprochen haben möchte. Mit kurzem a. Feixend. Mit irgendetwas Feinem oder Edlem hat das nichts zu tun. Spass!

So’n Spass kann man jedenfalls haben, wenn man mal versucht, die Welt aus Sicht des FC Bayern, insbesondere dessen Vorstandsvorsitzenden zu sehen. Das ist so abwegig nicht, meiner Meinung nach stehen der Westfale Karl-Heinz Rummenigge und der Westfale Josef Schnusenberg, Präsident und somit in der Struktur des FC Schalke 04 ebenfalls der Vorsitzende des dreiköpfigen Vorstands, in Sachen Außendarstellung durchaus auf einer Stufe.

Wenn ich mich also in Herrn Rummenigge versetze, und wenn die Geschichte die der kicker erzählt stimmt, wenn es also wahr ist, dass Papa Kroos beim FC Bayern wegen eines Wechsels seines Sohnes zur Winterpause angefragt hat und Herr Rummenigge tatsächlich geantwortet hat, dass der FC Bayern Toni Kroos auch weiterhin bräuchte, weil Toni Kroos schließlich die Nummer 23 beim FC Bayern sei und als solche dringend gebraucht werde, finde ich das wahrhaft großartig, zum wegschmeißen sozusagen, dann „machte das meinen Tag“!

Toni Kroos hat noch einen bis 2012 laufenden Vertrag beim FC Bayern. Vielleicht schafft er es ja noch zur Nummer 19. Die Nummer 23 in der kommenden Saison soll ja Alexander Baumjohann werden, der ist schließlich schon mit 4 guten Spielen in dieser Saison aufgefallen, da wird’s Zeit für die Bayern-Bank.

Hach, das Leben könnte so witzig sein. Hätte man sein Herzchen nicht ausgerechnet am FC Schalke 04 verloren.

[Von wegen „Spass – wie ich’s spreche“ bzw. überhaupt „wie man’s spricht“: Sagt man irgendwo gucken mit einem g wie in Gugelhupf? Ich kenne nur Menschen die dieses Wort „kucken“ sprechen, mit Ausnahme von Max Goldt, dem ich zutraue nur deshalb so zu sprechen wie er schreibt, weil er schließlich auch darüber schreibt wie er schreibt – oder spricht.]

’Kusen Not Ready?!

17. November 2008, Torsten Wieland

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’Kusen ist not ready, sagte Toppmoller vor dem Spiel gegen Schalke, nachdem es moved to the top of the pile am Wochenende davor. Labbadias Team sei not mature enough yet. Aber nicht nur von ’Kusen, auch von ’Heim you cannot expect to win the title, meint der former coach of Bayer 04.

Vermutlich hat er, sich nicht aus dem Fenster lehnend, eher Bayern Munich auf dem Schirm, das after a five game winnig streak gradually clawed their way back to within a point of the league leaders, bevor sie an diesem Wochenende 2 important points verloren at ’Bach.

Sei’s drum. Ich finde ’Kusen durchaus ready und auch ’Heim ist really strong (even Auswärts, höhö). I expect jedenfalls no title from my favorite club die Königsblauen anymore. Everything else warte ich mal ab.

Peer Steinbrück hat nur das Königsblog im Kopf

8. November 2008, Torsten Wieland

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Oder über’m Kopf … Oder so …



[Danke für den Hinweis an GeSc04]

Mach’ mal Pause, fahr’ auf Schalke

22. Oktober 2008, Torsten Wieland

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Es besteht in Deutschland ein großer Mangel an Parkplätzen, auf denen LKW-Fahrer ihre gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten einlegen können. Als eine Sofortmaßnahme ist das Verkehrministerium von NRW an Schalke 04 herangetreten, um das Parken auf Arena-Parkplätzen zu ermöglichen, da diese – wie ja jeder weiß â€“ in unmittelbarer Nähe zur A2 liegen.

Tatsächlich eine empfehlenswerte „Rast-Stätte“, mit allem was das Herz begehrt: Hervorragende Gastronomie, Möglichkeiten zur Bewegung verschiedener Art, Unterhaltung - und dienstags bis freitags um 12 Uhr und um 16 Uhr gibt’s Arena-Führungen.

Ich werde nun zusehen, dass ich mich langsam in den entsprechenden Trucker-Foren bekannt mache. Vielleicht finde ich ja einen, der mir zum nächsten Mitgliedervorverkauf einen guten Platz vor der Geschäftsstelle freiparkt.

[Foto: Christian Lewalter]

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