Artikel zum Schlagwort ‘Borussia Dortmund’

In einer besseren Welt

… währt Glück ewig und hat Schalke das Derby mit 5:0 gewonnen.


Schade!

Fußball ist ein sehr zufälliges Spiel, da kann immer alles passieren. Da kann man auch unglücklich verlieren. Schalke 04 verliert 1:2 gegen Borussia Dortmund. Dabei wäre ein Remis das gerechtere Ergebnis gewesen.

Nach dem Spiel sagte Jürgen Klopp, die Borussia hätte sich „zum Fußballspielen zwingen“ müssen. Das trifft es sicher, aus Sicht der Gelben. Aus Sicht der Blauen könnte man sagen, Schalke zwang Dortmund, nicht Fußballspielen zu können. Schalke zwang Dortmund ein sehr kampfbetontes Spiel auf. Große Laufbereitschaft, gutes verschieben im Mittelfeld und die passende Härte sorgten dafür, dass man das Spiel offen gestalten konnte.
Freilich nahm man damit in Kauf, dass auch in den eigenen Reihen kein „gepflegtes Spiel“ zustande kam. Jones und Moritz konnten Raúl offensiv kaum unterstützen, Raúls Stärken kamen nie zur Geltung. Schalkes Offensive lief fast ausschließlich über die Flügel und war ziemlich vorhersehbar. Das in Kauf zu nehmen war jedoch richtig, wie der Spielverlauf bewies.

Direkt in der ersten Minute ging Borussia tief in Schalkes Hälfte hart auf den ballführenden Mann. Darauf folgte das erste schwache Abspiel Unnerstalls, der Ballgewinn für Dortmund und eine große Chance für Bender. So kannte man das aus den letzten Derbys.
Samstag ging es so zum Glück nicht weiter. Schalke war sehr darauf bedacht, den Ball aus der Abwehr ohne Querpässe – also auch ohne unnötige Angriffsfläche für Offensivpressing – ins Mittelfeld zu spielen. Dort gab es viel Bewegung und somit immer wieder Anspielstationen. Dortmund zog seine Angrifflinie daraufhin zurück und erwartete Schalke erst kurz vor der Mittellinie.

In einem ausgeglichenen Spiel entscheiden am Ende die Kleinigkeiten. Meines Erachtens hätte Lars Unnerstall das erste Tor der Borussia verhindern müssen. Der Ball durchquerte den Torraum fast in maximaler Länge und was ihn zu seiner unorthodoxen Bewegung veranlasste kann ich mir nicht erklären. Beim zweiten Gegentor verschätzte sich Christian Fuchs völlig und hüpfte unter dem Ball her. Ein Fehler, wie er nicht passieren darf, wie er aber nun mal immer wieder und überall passiert, und durch den man solche Spiele dann verliert.

Schön, dass Schalke dieses Mal mittel fand, diesen starken Gegner zu bekämpfen. Nach einem spielerischen Highlight gegen Hannover 96 war dieses Spiel über weite Strecken ein Highlight an Einsatz und Disziplin. Blöd nur, dass man am Ende nichts davon hat. Und doppelt blöd, dass auch durch die Klatsche in Nürnberg nun nur noch ein Pünktchen Vorsprung gegenüber Gladbach übrig bleibt. Noch drei Spiele. Noch viel Arbeit für Huub Stevens.

Funktionärsfolklore

Tönnies: Bla bla blaba, blababla
blablaaaa! Bla bla blaba bla, bla
blabla bla bla blabla bla. Bla bla
bla!

Watzke: Blublublub!! Blub
blub blub blub, blublub blub.
Blub blub blublublub, blublub
blub blub blublublub. Blub.

Tönnies: Mähmäh. Mähmäh mäh
mähmähmäh! Mähmäh mäh mäh.

Watzke: Rabäh rabababäh
rabähhähä rabäh!



Nächste Aufführung im November 2012, in umgekehrter Reihenfolge.

Buyo sehen

Gestern hatte Mike Büskens Geburtstag, er wurde 44 Jahre alt. Heute setzt er mit seiner Spielvereinigung Greuter Fürth zur Saisonkür im Pokalhalbfinale gegen Meister Borussia Dortmund an. Irgendwann soll er einmal Schalkes Trainer werden, jedenfalls wünschen sich das viele königsblaue Fans. Dazu habe ich noch keine Meinung, aber ich freue mich auf das heutige Spiel.

Seine Mannschaft, und auch er selbst, hat heute nichts zu verlieren. Alles andere als eine Niederlage wäre eine Sensation, und anderes ist auch wichtiger, nämlich endlich den Aufstieg in die erste Liga zu schaffen. Seit nunmehr 12 Jahren war Fürth immer wieder oben dabei und schaffte es am Ende doch nicht. Auf Schalke gönnen es ihnen nun viele, obwohl die Spielvereinigung der natürliche Derby-Gegner der fanfreundschaftsbefreundeten Clubberer aus Nürnberg ist. Auch wegen Gerald Asamoah, vor allem aber wegen Mike Buyo Büskens.

Beliebt war er schon immer, seit er in Fürth erfolgreich arbeitet ist er auch begehrt. Der FC St. Pauli wollte ihn als Nachfolger Stanislawskis haben, und als Ralf Rangnick überraschend zurück trat, wurde auch im Schalker Umfeld vielfach sein Name gerufen. Mike Büskens stand nicht zur Verfügung, er wolle keinen Vertrag brechen, gab er sich so wie man ihn schätzt, ohne einen Hehl daraus zu machen, dass er Schalke als seinen Verein sieht, und dass es vielleicht irgendwann mal passen könnte.
Spätestens seit dieser Zeit des Rangnick Rücktritts und Büskens Aussagen sehen viele Fans Mike Büskens als natürlichen Erben Huub Stevens’, der gleich zu Beginn seines aktuellen Engagements auf Schalke bemerkte, dass er seine Karriere nicht mehr allzu lange fortsetzen wolle, dass er „nur noch zwei, drei Jahre plane“.

So sehr ich Mike Büskens als Spieler und Mensch, als „Typ“ schätze, so wenig kann ich ihn als Trainer einschätzen. Dazu fehlt mir einfach die Grundlage, ich habe bislang viel zu wenig von dem gesehen, was seine Arbeit in Fürth bewirkte. Eigentlich nur die Tabelle. Auch deshalb freue ich mich auf das Spiel heute Abend. Nicht, weil ich mir die Arbeit des nächsten Trainers des FC Schalke 04 ansehen will, sondern weil ich dann die Arbeit eines immer noch irgendwie Schalkers vielleicht ein bisschen besser beurteilen kann, wenn er gemeinsam mit Gerald Asamoah einen Underdog-Kampf gegen den Erzrivalen kämpft. Ma’kucken.

Die Trainer seit Schaaf

Otto Rehhagel ist neuer Trainer bei Hertha BSC. Sein letzter Bundesligajob liegt schon einen Weile zurück, von 1996 bis 2001 trainierte er den 1. FC Kaiserslautern. In diese Zeit fiel es, dass in „seinem Club“, dem SV Werder Bremen, nach vier Jahren des Orientierungslosigkeit, Thomas Schaaf den Trainerposten übernahm.

Am 11.05.1999 saß Schaaf erstmals als Cheftrainer auf der Bremer Bank. Er gewann 1:0, gegen Schalke 04, gegen Huub Stevens. Außer Huub Stevens sah Schalkes Trainerbank seitdem 11 andere Verantwortliche. Seit Schaaf in Bremen das Sagen hat, warteten 30 andere Bundesligaclubs mit insgesamt 192 Trainern auf.

Für Hertha ist Otto Rehhagel nun der 13. Verantwortliche in 13 Jahren Erstligazugehörigkeit seit Schaaf. Der HSV kam in 14 Spielzeiten auch auf 13 Trainer seit Schaaf. Leverkusen mag weniger als „heißes Pflaster“ gelten, trotzdem waren es auch da 10 Trainer in 14 Jahren seit Schaaf. In Gladbach waren es 11 Trainer in 11 Jahren erste Liga seit Schaaf, und Köln kommt sogar in nur 9 Erstligajahren auf 12 verschiedene Gesichter auf der Trainerbank, seit Schaaf.

Thomas Schaaf wird Otto Rehhagels Amtszeit in Bremen überdauern. Bis dahin wird die Liste noch länger werden, aber auch bis heute ist sie schon imposant. Alle Erstligatrainer, seit Thomas Schaaf:







Foto: Bejamin Radzun

Mats Hummels’ nähere Zukunft

Kommenden Samstag wird im Aktuellen Sportstudio das DFB-Pokal-Halbfinale ausgelost. Die Glücksfee zieht dabei die folgenden Begegnungen:

SpVgg Greuther Fürth – FC Bayern München
Borussia Dortmund – Borussia Mönchengladbach

In der kommenden Wochen wird Mats Hummels ein Video produzieren. Dieses wird am 24. Februar, auf den Videowänden des Borussia-Parks, beim Heimspiel Gladbachs gegen den HSV, erstmals gezeigt, und macht danach im Internet die Runde. Dabei steht Mats Hummels in schwarz-gelbem Trainingsanzug vor der Kamera. Um seinen Hals hängt ein schwarz-weiß-grüner Schal, am Ende hält er noch kurz ein Gladbach Fähnchen in die Höhe. Sein Text lautet:

Hallo aus Dortmund, an die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach und die Fans im Stadion.

Ich möchte mich bei Euch entschuldigen. Nach dem DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen Gladbach und Berlin sind mit mir die Pferde durchgegangen. Das war unsportlich und falsch. Dafür möchte ich mich aufrichtig bei Euch entschuldigen. Ich möchte, dass unser gemeinsames Spiel ein tolles Event wird. Ich freue mich, Euch am 21. März im Halbfinale begrüßen zu dürfen.

Also, auf einen tollen Pokalabend, bis bald.
Sorry, VfL!



Warum?

Holstein Kiel verspottet selbsternannte Tugendwächter

Mittwoch, der 21.12.2011. Für Schalke 04 ein schlechter Tag. Für Holstein Kiel ein Tag zum Jubeln. Zunächst schaffte der Regionalligist die Pokalsensation gegen Mainz 05, dann bekam er für das Viertelfinale auch noch den Deutschen Meister Borussia Dortmund zugelost. Freuden-, und vielleicht nicht nur, trunken, versehentlich noch live auf Sendung, stimmten die Kieler Kicker den alten Gassenhauer an, der die dem BVB-Zugehörigen der Abstammung von professionellen Liebensdienst leisterinnen bezichtigt.

Nicht fein, aber auch nicht wirklich schlimm. Ein in fast ganz Deutschland verbreiteter Chor. Nichts, was einen Schwarzgelben noch aufregen oder gar überraschen würde, eben wie das Lederhosen-Lied den Bayern längst an der Krachledernen vorbei geht.

Aber doch zuviel Emotion für die Herren des DFB. Wegen „unsportlicher Gesänge“ wurde der Regionalligist zu einer Zahlung von 12.000 Euro verurteilt. Und weil man sich auch gegen die absurdesten Urteile des DFB nicht wirklich wehren kann, hilft in solchen Fällen nur beißender Spott.

Also produzierte Holstein Kiel ein „Entschuldigung-Video“, in dem die Konsequenz aus dem Urteil, die unbedingte „politische Korrektheit“, der Kuschelumgang mit dem Gegner, derart überzeichnet wird, dass die Funktionäre in Frankfurt sicherlich vor Wut kochen.

Wie da eine pisselige Autofensterfahne am letzten Eckchen mit den Fingerkuppen gehalten wird … wie der sprechende Kicker sein Grinsen unterdrückt, darauf bedacht bleibt, am Ende des Satzes mit der Stimme runterzugehen, betroffen zu sein … wie formuliert wurde, dass „die Pferde durchgegangen“ seien, dass man nun ein „gemeinsames, sportliches Event“ wolle … wie sie sich am Schluss hinstellen, einige mit Schals, alberner Weise auch zwei sich einen teilend, wie dann ein überdimensioniertes gelbes Band nebst BVB-Wappen über die Szene geblendet wird, wie dann im Chor „Sorry BVB“ gesagt wird: Das alles ist großartig gemacht und gibt auf herrlich subtile Art sowohl das Urteil, als auch alle diejenigen, die aus dem Vorfall unbedingt einen „Skandal“ formen musste, der Lächerlichkeit preis.


Falls Holstein Kiel das Filmchen allerdings doch ernst gemeint haben sollte, muss ich vor lauter Fremdscham mindest 24 Stunden den Kopf unter einem Kissen verstecken. Ich nehme an, auch normalen BVB-Fans ginge es nicht anders.