Seit ewigen Zeiten gibt es vor jedem Derby Diskussionen um die Behandlung der Auswärtsfans. Stets ging es um die Art der Anreise, um Banner oder Fahnen, um Kontrollen. Wenn die, dann wir auch, wenn wir nicht, die auch nicht. Diskussionen, die ab und an albern anmuteten. Blöd nur, dass sich in der Folge meistens auf den Kopf gehauen wurde.
Diesmal wird alles anders, denn die eine Seite der Diskutanten bleibt zu Hause. Ein gelungener, ehrlich gesagt, ein neidisch machender Coup! Ich wünschte, die Fanclubs meines Vereins hätte diese Idee gehabt. Mal auf Ärger über zerfledderte Wände verzichten, mal nicht pöbeln und bepöbelt werden. Stattdessen das Geld in ein Fanfest investieren, unter sich aber im großen Rahmen der Dinge harren die da kommen. Ein wenig albern ist lediglich der von den Organisatoren aufs Schild geschriebene Vorsatz, für alle Fans, gegen zu hohe Preise und „ausdrücklich nicht gegen Gelsenkirchen“ zu handeln. Da kann man in Punkto Direktangriff von Cheftrainer Klopp noch lernen, der die regelmäßigen Eintrittspreis-steigerungen bei Borussia nicht als beklagt erachtet und die Aktion als solche gutheißt:
„Ich finde es gut, dass unsere Leute nicht hingehen, um Klaas-Jan Huntelaar zu finanzieren!“
Ich hoffe die Aktion gelingt. Gerne würde ich das kommende Derby mal ganz ohne Schwarz-Gelbe im Stadion erleben. Mal sehen wie das ist. Mal spüren, ob diese Begegnung auch dann noch dieses besondere Gefühl hat, wenn da nur die Mannschaft auf dem Platz ist. Auch für mich wäre die Anreise dann deutlich entspannter, und, ehrlich gesagt, bei den aktuellen Defensivproblemen meiner Blauen ist ein sehr stiller Gegner wohl der angenehmste.






Zu Beginn der letzten Saison hatte Borussia Dortmund mit Mladen Petric und Alexander Frei zwei Top-Stürmer in ihren Reihen. Trainer Klopp konnte mit beiden nicht so recht und sortierte sie aus. Das heutige Derby gewann Schalke 04, weil es mit Jefferson Farfán noch einen Top-Stürmer in seinen Reihen hatte, der aus den wenigen klaren Aktionen eine zu nutzen wusste.

