Sieg 1 von 4, um mir meinen Wunsch zu erfüllen. Schalke gewann 3:1 gegen Borussia Mönchengladbach, es war der 18. Sieg in dieser Saison. Kein Club siegte öfter.
Das ist schon ein Ding, mit diesem „das Spiel machen“. Alle Welt sagt, dass Schalke das nicht kann, selbst Felix Magath lässt kaum eine Pressekonferenz vergehen, ohne dies zu Bemerken. Aber irgendwie geht’s trotzdem.
Fraglos tat sich Schalke auch gegen Gladbach zunächst schwer. Die Defensive hat in den letzten Spielen an Sicherheit verloren. Die Gegner konnten doch einige Male durchmarschieren, auch wenn der zwischenzeitliche Ausgleich dem Fehler Manuel Neuers geschuldet war, seinem 2. Bock im 2. Spiel, den Big-Bobadilla, der Gladbacher-Stürmer mit dem Ailton-Gedächtnis-Übergewicht, zu nutzen wusste. Rakitic’ Schuss zum 1:0 kam aus dem Nichts, war unhaltbar, Jefferson Farfan drückte den Ball aus dem Getümmel nach einer Ecke über die Linie. Damit war das Spiel gewonnen.
In der zweiten Hälfte schoss Gladbach noch einmal auf Manuel Neuers Tor. Eine Halbzeit, in der Schalke gradlinig spielte, sich Chancen erarbeitete und an der mich vor allem die Einwechslung Mario Gavranovic’ freute.
Mario Gavranovic ist 20 Jahre jung und kam im Winter zu Schalke 04, nachdem er für Xamax Neuchâtel in 19 Spielen 10 Tore erzielte. Er ist eine der Magath’schen Wundertüten, wie auch ein Hao Junmin, von dem man kaum was wusste, der aber auch gegen Gladbach durch Einsatz- und Spielfreude überzeugen konnte. Ebenso Gavranovic, der spritzig war und gute Ballbehandlung bewies, der mit seinen Sturmpartnern gut harmonierte und der den Strafstoß zum 3:1 „herausholte“, als er in aussichtsreicher Position im Strafraum von den Beinen geholt wurde. Ich denke den sehen wir noch öfter.
Schalke kann also „das Spiel nicht machen“ und steht doch kurz vor Saisonschluss ziemlich gut da. In den 42 Jahre Bundesligazugehörigkeit dieses ehrwürdigen Vereins wurden nur in fünf Jahren mehr Punkte erzielt – und noch gibt es ja 9 Punkte zu gewinnen. Das Wundertütenspielchen Magaths bereitet mir diebische Freude. Mögen Spieler wie Hao, Edu, Schmitz, Sanchez oder Moritz für sich auch keine großen Stars sein – Magath bildet aus ihnen eine funktionierendes Gebilde um Eckpfeiler wie Bordon, Ranfinha oder Kuranyi. Eine Masse, aus der Mal der Eine, mal ein Anderer heraussticht, für eine entscheidende Aktion gut ist und sich danach wieder zurückzieht oder gar ausgetauscht wird. Nichts scheint fest, alles scheint stets im Wandel zu sein, ständig wird Bestehendes verworfen und es tun sich neue Perspektiven auf. Dass Schalke bei all’ diesem Gepuzzle, so unfertig, so improvisiert, derart erfolgreich ist, ist im wahrsten Sinn des Wortes wunderbar.

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