Artikel zum Schlagwort ‘Borussia M’gladbach’

Rauball redet in Rätseln

Wenn dann ein Trainer unverhofft abspringt, ist es in meinen Augen nicht nur ein Affront gegenüber dem Verein, sondern auch gegenüber den Fans und den Sponsoren – auch, wenn es eine vertraglich vereinbarte Ausstiegsklausel geben sollte. Bis auf wenige Ausnahme-Fälle bin ich dafür, von Ausstiegs-Klauseln so wenig Gebrauch wie möglich zu machen. Der Verzicht auf Ausstiegs-Klauseln dient dem Produkt Bundesliga.

Wie jeder deutsche Fußball-Funktionär hat nun auch Dr. Reinhard Rauball seine Meinung zum vierfachen Armin veröffentlicht. Dabei hält er die Arbeitsteilung zwischen DFB und DFL strikt ein: DFB-Mann Sammer ist für die Moral zuständig, Rauball kümmert sich für die Liga ums Geschäft bzw. ums „Produkt“. Und wo große Männer mahnen ist es tatsächlich an der Zeit zu reagieren, den Blick zu schärfen, der Sensibilisierung des Themas beizutragen.

Also:
Luhukay wurde von Gladbach nach 7 Spielen vor die Tür gesetzt. Tatsächlich recht unverhofft, wenn man bedenkt, dass sie mit ihm zuvor ab und wieder aufgestiegen sind. Meistertrainer Veh war dem VfB Stuttgart nach dem 14. Spieltag nicht mehr gut genug. Schalke gönnte Fed Rutten 268 Tage, so viele wie einst Frank Neubarth. Bayern München beendete seine Zukunft, nach der Niederlage gegen Schalke, am 29. Spieltag nicht minder unehrenhaft. Und Arminia Bielefeld schoss mit der Entlassung Frontzecks vor dem letzten Spiel den Vogel ab. Alle Trainer hatten offensichtlich wenig Spaß am Ende des Beschäftigungsverhältnisses. Was die Sponsoren dazu sagten ist nicht überliefert.

In Frankfurt und in Cottbus einigte man sich mit Funkel und mit Prasnikar auf eine Trennung; Entlassungen mit gewahrter Form. Die Trennung von Martin Jol und dem HSV war offiziell ebenfalls „einvernehmlich“. Gefallen hat das dem HSV sicherlich nicht, nachdem aber Trainer und Verein offensichtlich uneins über die sportliche Weiterentwicklung waren und zudem Jol der teuerste Trainer der Vereinsgeschichte gewesen ist, wurde in Hamburg auch nicht viel gejammert.

Bruno Labbadia hat angeblich in Leverkusen die Mannschaft entzweit. So war es jedenfalls zu lesen, dies soll der Grund gewesen sein, wieso diese talentierte Mannschaft mit dem Hang zum schön anzuschauenden Offensivfußball am Saisonende sogar hinter Schalke 04 zurückbleiben musste. Bayer hätte ihn möglicherweise sowieso rausgeschmissen, auch wenn der HSV ihn nicht hätte haben wollen.

Ja, vielleicht kann man sagen, dass Hans Meyer Borussia Mönchengladbach „im Stich gelassen“ hat. Dass diese Möglichkeit bestehen würde pfiffen allerdings bereits Mitte der Rückrunde sogar die Tauben des Ruhrgebiets von den Dächern, völlig überraschend war das nicht. Christoph Daum und Felix Magath haben keine Verträge gebrochen, sie hatten vertragliche Vereinbarungen, nach denen sie Wechseln durften. Gerne darf jeder, auch Herr Rauball, solche Vereinbarungen kritisieren, man kann sich aber auch mal die Frage stellen, wieso die Clubs den Trainern diese Klauseln zugestanden haben.

Wenn der 1. FC Köln als Zweitligist einen deutschen Meister als Trainer haben möchte, wenn die graue Betriebssportgruppe des Volkswagenkonzerns einen zweifachen Double-Gewinner zum starken Mann ernennen will, dann braucht es schon schlagende Argumente. Geld zieht immer. Was auch zieht ist die Aussicht, es sich nach einer Weile noch mal anders überlegen zu können. Nichts anderes haben Daum und Magath getan. Daum ist wieder König von Istanbul und Magath beginnt eine neue Herausforderung bei einem der schillerndsten Clubs der Republik.

Magaths Wechsel tut dem Produkt Bundesliga in Gelsenkirchen plus Einzugsgebiet enorm gut. Welche „Ausnahmefälle“ meint Herr Rauball eigentlich?

Der ewige Kandidat?!

Ein Jahr und 46 Tage ist es nun her, dass Mirko Slomka auf Schalke entlassen wurde. So lange ist er nun Job. Damit stellt er sicher keinen Rekord auf. Trotzdem ist es bemerkenswert, wie viele freie Trainerjobs in der Bundesliga seitdem neu besetzt wurden, wobei Mirko Slomka nach Pressemeldungen fast immer ein „heißer Kandidat“ gewesen sein soll, und am Ende doch den kürzeren zog.

Ob ihm das Bild des schwachen Trainers anhaftet, dem die Spieler angeblich auf der Nase herum tanzten? Ob es tatsächlich nachhallt, dass er öffentlich von Manuel Neuer, für viele allzu vertraut, einfach „der Mirko“ genannt wurde? Oder ob ihm vielleicht doch übel genommen wird, dass er der Presse von der wenig guten Abstimmung in Personalfragen mit Manager Müller erzählte?
Auf Bundesliganiveau war Mirko Slomka Anfänger und als solcher hat er Fehler gemacht. Vielleicht im Umgang mit Spielern. Mit Sicherheit bei seiner Mitsprache in Sachen Spielerverpflichtungen. Er hat auf Schalke – mit dem jeweiligen Personal – sehr guten und sehr unansehnlichen Fußball spielen lassen. Er hat entscheidende Spiele verloren, insgesamt aber doch viel gewonnen.

Ich würde keine Empfehlung aussprechen wollen. Ich denke, dass Mirko Slomka ein kluger Kopf ist, der aus Fehlern in der Vergangenheit die nötigen Schlüsse ziehen kann. Vor allem aber bin ich neugierig. Es würde mich schon sehr interessieren, ob bzw. wie erfolgreich Mirko Slomka bei einem anderen Bundesligisten sein kann. Harren wir also der Dinge …



Hörtipp: Ein ausführliches Radio-Interview mit Mirko Slomka, im Rahmen der SWR1-Sendung „Leute“, aus März diesen Jahres, ist nach wie vor abrufbar.

[Foto: Firutin]

Kokett ist Aldi-Klopapier

„Mit Hans Meyer, mit einem fast 67-Jährigen kann man keine Mannschaft aufbauen. Mit meiner Erfahrung konnte ich helfen, die Klasse zu erhalten. Alles andere ist nicht produktiv, nicht für Hans Meyer und nicht für den Fußball-Klub Borussia Mönchengladbach. Man sollte nichts anderes hineininterpretieren.“

Sagt Hans Meyer. Man muss auch nicht interpretieren um zu wissen, dass das ziemlicher Mumpitz ist.

Hans Meyer ist anders als die ganzen vorsichtigen Trainer, die jedes Interview mit dem Ziel angehen, unangreifbar zu bleiben. Er hat die Schlagfertigkeit und Eloquenz, seine Gedanken so darzustellen, dass sie intelligent und humorvoll wirken. Er weiß mit Worten zu treffen. Nicht immer finde ich das schön. Oft finde ich seine Art anstrengend. Oft reizt es sogar zum Fremdschämen, wenn er wieder viel zu oft in der dritten Person von sich spricht, oder wenn er das harmloseste Reportermäuschen nach einer 08/15-Frage zur Zielscheibe seiner schlechten Laune macht. Festzustellen bleibt: Hans Meyer weiß immer sehr genau, was er sagt.

Umso verblüffender ist, dass ausgerechnet er eine derart plumpe Erklärung für seinen Rücktritt präsentiert.

Sehr geehrter Clemens Tönnies …

Sehr geehrter Clemens Tönnies,

hiermit mache ich schriftlich von meinen bis 14 Tage nach Vertragsabschluß gesetzlich festgeschriebenem Rücktrittsrecht gebrauch. Ich werde kein Engagement in Ihrem Club antreten.

Unsere gemeinsame Idee war es, aus einem bestehendem Stamm an Spielern eine neue, erfolgreiche Mannschaft zusammenzustellen. Ich habe das gestrige Spiel Ihrer Mannschaft gegen Borussia Mönchengladbach verfolgt und dabei erkannt, dass Ihre Mannschaft über keinen Stamm verfügt, der für die Zukunft den Erfolg versprechen könnte, den sie sich von meiner Arbeit erwarten würden. Tatsächlich gibt Ihre Mannschaft nichts her. Garnichts.

Orlando Engelaar, Jermaine Jones, Heiko Westermann, allesamt hochgelobte Nationalspieler, sind nicht in der Lage Dominanz auszuüben, gegen diese nicht minder miserable Borussia, die in 90 Minuten nur dreimal auf Ihr Tor schoss und deren Jahrhunderttalent nur gefährlich wurde, indem er wiederholt leichtfüßig zu Boden ging.
Ich gehe davon aus, dass meine Kollegen Büskens, Mulder und Reck Ihrem Spieler Jefferson Farfán nicht gesagt haben, dass er auch den achten Eckball noch immergleich, genau auf den gegnerischen Torwart schießen soll. Und trotzdem tat er es, als ginge es ihn nichts an.

Es geht nicht darum, dass das Spiel noch verloren ging. Es geht darum, wie es von Ihrer „Mannschaft“ über 90 Minuten geführt wurde!

Spieler wie Vicente Sanchez, Halil Altintop oder Gerald Asamoah rennen wild über den Platz, strengen sich zweifelsohne an und haben doch keine Idee wie ein Offensivspiel funktioniert. Und das, nachdem sie unter den Kollegen Mirko Slomka, Fred Rutten und nun Büskens, Mulder und Reck trainiert haben. Das kann nicht am Training liegen, es kann einfach nicht sein, dass alle diese Trainer Ihren Spielern kein Offensivspiel erklären können!

Sicher, Ihr Torwart Manuel Neuer ist ein großes Talent, vielleicht das größte in unserem Land. Und auch Kevin Kuranyi gibt nie auf. Er sucht auch nach 10 Fehlversuchen noch sein Glück. Ihn merkt man an, dass er zu Beginn seiner Bundesligakarriere die richtige Einstellung beigebracht bekam.
Aber ein Torwart und ein Stürmer alleine sind kein Stamm. Und den Kader komplett auszutauschen, dazu reicht Ihr Geld nicht. Nichtmal wenn ich umsonst arbeiten würde.

Hochachtungsvoll,
Felix Magath

PS: Wer schwitzen will muss sich bewegen. Beim Zähneputzen braucht es keine Heizung, Sie Weichei.

Mach’ den Meyer

Wäre doch gelacht, wenn man den nicht ruhig bekäme -> Dort

Ansichtssachen

Vielleicht liegt es ja am Verständnis.

Als Halil Altintop nach dem Spiel interviewt wurde, als er darauf angesprochen wurde, dass er mal wieder getroffen habe, bemerkte er, dass er ja nun auf einer anderen Position spielen würde, dass Kevin Kuranyi ja Schalkes Torjäger wäre. Als würde er tatsächlich glauben, dass das Toreschießen als linker Außenstürmer nicht sein Job sei.

Gestern konnte Schalke von Glück sprechen, dass einige Spielsituationen ihn in die Mittelstürmerposition spülten. Somit kam die Mannschaft aus einer ordentlichen erste Hälfte mit einer verdienten Führung heraus.
In dieser ersten Hälfte war es ein interessantes Spiel, in dem Schalke einige gute Spielzüge zeigte, indem es, obwohl es häufig an Tempo fehlte, konstant in Richtung des Gladbacher Tors spielte. Wieder gab es viele unnötige Ballverluste, und einmal mehr sah Marcelo Bordon in einer wichtigen Situation alt aus. Trotzdem konnte man als Schalke-Fan einigermaßen zufrieden sein und auf eine weitere solche Halbzeit hoffen.

Und dann fiel ein ganzes Stadion für 45 Minuten in einen nur wenig unruhigen Schlaf.

Nicht nur die Königsblauen auf dem Feld, auch die Borussen, auch die Zuschauer schienen bemüht zu sein in sich zu ruhen, den Tag zu beenden, schienen keine rechte Lust auf Aufregung irgendwelcher Art zu haben.
Natürlich gab es noch einige Torszenen, aber aus Druckphasen entstanden sie nicht. Druck war keiner zu spüren, niergendwo, in dieser zweiten Halbzeit, in der Borussia vielleicht nicht mehr machen konnte, in der Schalke eben gerne mit 3:1 gewinnen wollte, und in der sich diejenigen, die in der Nordkurve in der Mitte stehen, einem monotonen Singsang ergaben, den sie wohl „Dauersupport“ nennen möchten, der so aufregend war wie ein Adventssingen mit Roger Whittaker.

Man soll zufrieden sein damit. Dass die Anderen nicht mitmachen würden, entgegnen die Dauersupporter in der Regel ihren Kritikern, womit das Problem gut beschrieben ist, dass es eben überhaupt die Einen und die Anderen gibt.
Dass man doch gewinnen wolle, dass man den Sieg sichern müsse, dass es doch nicht soweit kommen dürfe, dass man für einen 3:1 Sieg noch um Entschuldigen bitten muss, und dass genau dieser Kritiker wohl am lautesten schreie, würde Schalke zu offensiv spielen und „der Schuss nach hinten losgehen“, entgegnen diejenigen, die der vermeintlichen Kunst, einen Vorsprung zu verwalten, etwas positives abgewinnen können.

Mir aber fällt es nach wie vor schwer zu akzeptieren, dass das, was eine Mannschaft von Schalke 04 über 45 Minuten auf dem Platz macht, so ausschaut, als sei es ihr scheißegal, ob die Leute auf den Rängen nun nach Hause gehen oder nicht.
Das hat nichts mit dem vielfach beschworenem Kämpfen der Spieler zu tun, denn die Spieler rennen jeder für sich in solch einer Halbzeit kaum weniger als in einer guten. Es ist die Einstellung im eigentlichen Sinne und dass, was der Trainer der Mannschaft mit auf den Weg gibt, dass der zweite und der dritte Mann nicht derart nachrücken wie zuvor, dass alles einige Meter zurückgezogener von statten geht. Und es ist ein Stück weit fehlendes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Doch, bei allem Respekt vor Borussia Mönchengladbach, wann sonst soll sich die Mannschaft dieses Vertrauen verschaffen, als in einem Heimspiel gegen einen wenig überzeugenden Aufsteiger mit einer 3:1 Führung im Rücken? Wann sonst soll sie mal Schwung bekommen, soll sie mal dieses im Guten wie im Schlechten schnell sehr emotionale Publikum begeistern, es wieder auf ihre Seite ziehen? Wann sonst soll sie mal ein Zeichen setzen, mal aus diesen 08/15-Spielen mit den ständigen „gute Phase / schlechte Phase“-Wechseln ausbrechen?

Auch was solche Möglichkeiten angeht vergibt Schalke 04 gerne gute Chancen. Gestern eine dicke.

Von Özil, Effenberg und weniger Funktionierendem

Infokasten kurtspaeterEs passiert selten, das der Verfasser Fußballspiele betrachtet, noch dazu von der eigenen Couch aus, und nassgeschwitzt und aufgeregt hin und her wandert, bei jedem Pass, bei jedem Schuss, bei jedem Zweikampf mitgehend. Das Achtelfinalrückspiel Porto-Schalke war z.B. so ein Spiel, wenn nicht gar das letzte Spiel, bei dem Trikottausch auch im Wohnzimmer angesagt war.
Sind wir ehrlich, die Spannung wie in Porto gibts eben nur in sparsamer Dosierung und ansonsten spielt Schalke zwar auch desöfteren einen guten Ball, bei dem man naturgemäß emotional mitgeht, aber einen Weltkick wie Werder Bremen – 1899 Hoffenheim, ein Offensivspektakel ohne Zeit zum Luftholen, das bekommt man von Schalke eigentlich nie zu sehen. Was diese beiden Mannschaften im Angriff auf den Rasen zauberten, habe ich in dieser Form in der Bundesliga oder international seit geraumer Zeit nicht mehr erlebt.

Und ich bin wehmütig geworden. Wehmütig, weil im Auge des Sturms ein Schalker Akzente setzt. Wie schon letzte Woche beim nicht minder (zumindest ergebnismäßig) spektakulären 5:2 in München war Mesut Özil der Bremer Matchwinner. Eine Eruption seiner Leistung wie in Bremen haben wir auf Schalke von ihm leider nicht erleben dürfen, aber man konnte sein Potential auch vor einem Jahr schon wahrnehmen und es ist einfach bitter, das sich beide Seiten im Winter nicht einigen konnten.
Ähnliches kann man bei der Berliner Hertha über Sejad Salihovic berichten. Ein genialer linker Fuß, ein einzigartiger Freistoßschütze und Motor des Hoffenheimer Angriffswirbels ist bei der Hertha nie über den Status des rebellischen Ergänzungsjugendlichen hinausgekommen. In Hoffenheim wissen sie diese Fehleinschätzung sehr zu schätzen und lachen sich ins Fäustchen.

Stefan Effenberg ist ein einfacher Mensch. Der von mir inzwischen als Experte am Mikrofon sehr geschätzt wird. Neben Matthias Sammer ist Effenberg in meinen Augen der Kopf, bei dem ich bei Analysen und Meinungen am meisten Übereinstimmung mit mir selber finde. Und vorallem, und deswegen schätze ich ihn, redet der Mann nicht um den heißen Brei herum.
Stefan Effenberg wünschte Jürgen Klinsmann ungewöhnlich humorig beim Weiterführen der Rotation in Zukunft viel Glück. Und ich glaube, das Klinsmann begonnen hat, sein eigenes Bayern-Trainer-Grab auszuheben. Dabei haben der Stefan und ich den gleichen Ansatz.
Entscheidend in einem Mannschaftsgebilde ist schon immer, (erstmalig wurde mir dies übrigens von meinem Jugendtrainer Schneider beim SUS Niederschelden eingebleut, das war ein guter Trainer, der Herr Schneider) das die Achse stimmt.
Torhüter, Innenverteidigung, zentraler Mittelfeldspieler, Stürmer. Dort stehen und spielen die bestimmenden Personen, dort muss alles passen, dort sind die Spieler, an denen sich eine Mannschaft orientiert. Bei Bayern hat man Rensing und Toni/Klose. Die Innenverteidigung und das zentrale Mittelfeld wird scheinbar willkürlich besetzt und damit der gesamten Mannschaft der Rhythmus und die Gewissheit genommen. Bereits unter Hitzfeld rotierte der FC Bayern in Hülle und Fülle, aber wenn man sich erinnert, abgesehen von Verletzungen spielten Kahn, Linke, Effenberg und Elber oder im letzten Jahr Kahn, Lucio/Demichelis, van Bommel und Toni/Klose so gut wie immer. Wenn Klinsmann nicht schnellstens die Rotation in der Zentrale beendet, dann glaube ich nicht an ein zweites Jahr beim FC Bayern, dafür aber an eine große Meisterschaftschance für Werder Bremen, Schalke 04, den HSV, Bayer Leverkusen, den VfL Wolfsburg oder 1899 Hoffenheim in diesem Jahr.

Das selbe Problem schleppt im Übrigen Borussia Mönchengladbach durch die ersten Spiele. Siehe dazu auch Dülp. Und wenn ich mir dann die Nichtaussage Christian Zieges gestern angehört habe, dann verliert Gladbach spätestens nach einer nicht völlig unwahrscheinlichen Niederlage gegen Köln nächste Woche den Trainer. Dabei spielt man tabellarisch eigentlich genau dort, wie das Saisonziel Klassenerhalt vermuten ließ. Gegen den Abstieg, am unteren Ende der Reihenfolge. Eigentlich bin ich gerade deswegen immer gegen solche Schnellschüsse, und 7.Spieltag wäre ein Schnellschuss, aber es ist erschreckend, wie konzeptlos Luhukay Woche für Woche eine Mannschaft auf den Platz schickt. Dabei hatte nicht nur ich letztes Jahr um die gleiche Zeit vom gleichen Mann einen komplett gegenteiligen Eindruck gewonnen.