Artikel zum Schlagwort ‘Champions League’

Verdiente Niederlage in Lissabon

Schalke 04 verliert in Lissabon mit 4:2. Ein Ergebnis, das nicht tragisch ist, bliebe nicht der Zweifel, dass Schalke auch guten Fußball spielen kann.

Noch hat es Schalke selbst in der Hand. In den Spielen daheim gegen Chelsea und in Maribor können die Blauen den Einzug in die nächste Champions League-Runde klarmachen. Blöd ist, dass Schalke einmal mehr den Beweis schuldig blieb, dass sie trotz Augenmerk auf eine stabile Defensive auch ein vernünftiges Angriffsspiel aufziehen können. Am Ende blieb gegen Lissabon nichts von einem wie auch immer gearteten Matchplan übrig: Trotz defensiver Ausrichtung fing man sich 4 Gegentore, während man selbst eigentlich kaum zu Chancen kam.

Vor allem das Mittelfeld konnte nicht standhalten. Weder bei Ballbesitz, noch im Spielaufbau konnte das Duo Aogo/Höger überzeugen. Dies war der Schwachpunkt, und ohne Mittelfeld funktioniert kein Fußballspiel. Schalke brachte den Ball nicht konstant genug zu den Offensivspielern, und wenn, dann rückte man nicht weit genug auf um diese zu unterstützen. So war jedes Offensivspiel zum Scheitern verurteilt. Stets hoffte man lediglich auf die eine geniale Aktion, die allerdings nicht folgte.

Am Ende verlor Schalke auch in dieser Höhe verdient. Bis Samstag, zum Spiel gegen des SC Freiburg, sollte Schalke eine Idee haben, wie man den Ball zu Klaas-Jan Huntelaar bringt.

Gut so, denn nicht gewinnen ist auch Kappes

Guten Güte, welch ein Spiel! Schalke schlägt Sporting Lissabon im so wichtigen dritten Champions League-Spiel mit 4:3. Nach 1:0 Rückstand, nach 3:1 Führung, nach 3:3 Ausgleich, am Ende mit mehr Glück als Verstand. Ich jubelte letztlich trotzdem laut und erlöst.

Über die ganze Spieldauer war Schalkes Defensive wackelig. Roman Neustädter hatte einen furchtbaren Tag erwischt und auch Marco Höger bügelte wenig aus. Ohne ihre Hilfe sah auch die Innenverteidigung schlecht aus. Was gegen Hertha am besten funktionierte, die Absicherung des Zentrums, funktionierte in diesem Spiel überhaupt nicht.

Trotzdem: Nachdem sich Schalke nach dem 0:1 Rückstand sofort einige Chancen erspielte, war ich eigentlich schnell der Überzeugung, dass Schalke das Spiel gewinnen würde. Man agierte mit hohen Diagonalpässen und machte das Spiel breit. Das war ein geeignetes Mittel gegen die eng gestaffelte Abwehr, das sorgte gleich mehrmals für Raum, der zu Abschlüssen genutzt werden konnte. Der Platzverweis spielte Schalke dazu in die Karten, die Tore fielen, das Spiel hätte ein souveränes Ende haben sollen …

Aber Schalke spielte schon vor der eigenen Führung nicht mehr gut. Zum einen waren die eigenen Aktionen zu langsam, zum anderen ließ man dem Gegner nach Ballverlust zu viel Raum.
Diagonalpässe sollen das Spiel schnell verlagern. Wenn zuvor aber ein ballführender Spieler in die entsprechende Richtung läuft, in die gleiche Richtung einen Kurzpass spielt und erst der zweite Spieler den Ball lang macht, hat das keinen Witz mehr. So hätte Sporting auch noch rechtzeitig verschoben, wenn sie nur mit 7 Spielern auf dem Platz gestanden hätten. Ging der Ball verloren, zog sich Schalke schnell zurück. Sich nicht auskontern lassen war wohl die Maxime, aber so bot man Sportling viel Luft, verpasste es, Druck aufzubauen.

Ein 3:1 sollte man verteidigen können, erst recht gegen 10 Mann. Das Abwehrverhalten nach dem Anschlusstreffer durch Elfmeter war allerdings pures Chaos. Wie Uchida beim Ausgleich der Ball auf der Linie in Zeitlupe durch die Beine rutschte: Es hätte kein symbolischeres Bild geben können.
Dass Schalke danach nicht blindlings nach vorne stürmte war sicher richtig. Noch war eine Viertelstunde Zeit, außerdem hatte man ja tatsächlich beim Stand von 3:3 noch einen Punkt zu verlieren. Wie Schalke dann aber die letzten vielversprechenden Situationen ausspielte war schon übel. Wie ein Eckball, als vermeintlich letzte Chance des Spiels, halbhoch auf den Gegner gepöhlt wurde, war grausam anzuschauen.

Aber dann dieser Ball im Strafraum. Der Schiedrichter ließ weiterspielen, das Stadion schrie. Dann doch noch der Pfiff, der ausgestreckte Arm Richtung Punkt. Mein Platz war am anderen Ende des Feldes. Später hörte ich im Radio, dass es kein Handspiel gewesen sei. Mir ist es egal. Nach dem Hin und Her dieses Spiels war diese Entscheidung, der verwandelte Elfmeter, eine Erlösung! Ja, Schalke hat nicht gut gespielt, das kann ich so einschätzen, auch unabhängig vom Resultat. Unabhängig vom Spiel freue ich mich aber auch immer über das richtige Ergebnis.

Das ist es, was bleibt. Ein aufregender Abend, drei Punkte und der vorläufige Platz 2 in Champions League-Gruppe G.

Enttäuschend gegen Maribor

Im Champions League-Heimspiel gegen NK Maribor kommt Schalke 04 über ein 1:1 nicht hinaus. Dabei zeigten sich die Blauen „stets bemüht“ aber gewohnt spielschwach gegen einen tiefstehenden Gegner.

Beiden Treffern hätte auf Grund der Abseitsregel die Anerkennung verwehrt werden müssen. Diese Erkenntnis war das passende Aha zu einem schwachen Spiel. Was ich von Maribor zu erwarten hatte, dessen war ich mir nicht ganz im Klaren. Von Schalke hatte ich mir mehr Spiel erhofft. Sie rannten viel und sie kamen auch zu Abschlüssen. Trotzdem waren sie nicht zwingend. Schalkes Offensive wirkte spontan statt geplant, zufällig statt strukturiert. Das größte Problem war aber einmal mehr, den Ball von den Innenverteidigern oder defensiven Mittelfeldspielern in die Offensive zu bekommen.

Zwar gab es den einen oder anderen Positionswechsel unter den Offensivspielern, die Formation als solche blieb aber weitestgehend starr. Schalke organisierte sich kein Überlegenheit, in keinen Bereich. Wenn Prince mal in die Spitze stieß führte das nicht zu Kombinationsspiel, sondern zu Ballverlusten durch schwache Distanzschüsse. So schien es, als spiele jeder Schalker für sich alleine gegen zwei oder drei Gegner an. Jedem Einzelnen konnte man den Kampf nicht absprechen, aber das Gemeinsame fehlte über zu weite Strecken des Spiels. Maribor spielte simpel, stand tief, versuchte mit wenigen Spielern schnell zu kontern. Das reichte schon zu einem Punkt, auch weil Schalkes defensives Mittelfeld mit Defensive bei gleichzeitigen Problemen im Spielaufbau überfordert schien.

Nach zwei Champions League-Spieltagen steht Schalke nun mit zwei Punkten da; das Plus aus dem Achtungserfolg in London ist damit schon wieder aufgebraucht. Tatsächlich scheint für Schalke aber alles möglich zu sein. Gruppenletzter oder Gruppensieger – noch sind 04 Spiele zu spielen. Ma’kucken.

Schalke stibitzt einen Punkt in London

Trotz einer Abwehrkette, die so noch nie zusammengespielt hat, kommt Schalke 04 beim FC Chelsea zu einem 1:1 und entführt einen Champions League-Punkt. Dabei lieferten die Blauen ein packendes Spiel und bewiesen, dass eine zur Situation passende Einstellung mehr wert sein kann als das individuelle Können einzelner Spieler.

Jens Keller hatte aus dem Spiel in Gladbach gelernt, dass seine derzeit schlecht aufeinander abgestimmte Defensive besser keine Bälle in den Rückraum zulässt, und stellte die Mannschaft entsprechend tief auf. Das alleine ergibt noch kein stabiles Gebilde, und gerade in der ersten halben Stunde kam Chelsea zu einigen aussichtsreichen Situationen. Vor allem Schalkes rechte Abwehrseite mit Marco Höger und Kaan Ayhan war mehrmals überfordert und kam mit dem heranstürmenden Eden Hazard nicht zurecht. Doch auch daraus lernte Schalke, in der zweiten Hälfte wurde Hazard früher gestellt und die Gefahr durch ihn wurde minimiert.

Schalke blieb stets kompakt, verlor nur selten die Ordnung und führte seine Offensivaktionen nur mit wenigen Spielern aus. Was im Normalfall als Schissertaktik gelten muss, war in der aktuellen Situation das geeignete Mittel zum Zweck. Besonders gut gefielen mir dabei Sidney Sam und Prince. Sidney Sam war mindestens so oft im Abwehrdrittel aktiv wie in des Gegners Hälfte. Eine derart gute Unterstützung der Defensive hatte ich ihm nicht zugetraut. Prince war nach den schwachen Auftritten in den ersten Pflichtspielen nicht wiederzuerkennen. Mit großer Präsenz war er der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Schalker, eben so, wie man es aus einigen Spielen der letzten Saison kannte und wie man es sich immer wünscht.

Leider war Schalkes Offensive sehr unpräzise, sonst wäre tatsächlich auch ein Sieg drin gewesen. Zwar folgte nach Ballgewinnen häufig ein schneller Vorstoß, doch meistens wurde dabei der Ball vertändelt. Gerade Max Meyer gelang wenig, als 10er wäre er bei solchen Vorstößen eigentlich die wichtigste Schaltstelle gewesen. So kam es vor allem dann zu aussichtsreichen Situationen, wenn ein Spieler möglichst weit alleine ohne Abspiel vorstoßen konnte. Meistens war das Julian Draxler. Wie auch in der Situation, die zum Ausgleich führte.

Natürlich hatte Schalke auch Glück, das braucht es immer, wenn in Spielen, in denen die Favoritenrolle so klar vergeben ist, der Underdog erfolgreich sein soll. Trotzdem brachte mehr als nur Glück und „toller Kampf“ Schalke die Möglichkeit zum Punktgewinn. Vielmehr hatte Jens Keller diesmal alles richtig gemacht. Die defensive Einstellung, das zurückbeordern der offensiven Außen, der Prince in der Zentrale und sogar die Aufstellung Roman Neustädters in der Innenverteidigung zahlten sich aus. Zweifellos war dies der bislang gelungenste Tag in dieser bis dato tristen Saison.



Foto: Russel Trebor

Irgendwiemismus

„Und, wie ist Dein Gefühl?“ Eine Frage die mir vor Spielen stets wieder gestellt wird. Vielleicht nur rhetorisch, um überhaupt eine Unterhaltung zu beginnen. Andere reden übers Wetter, mir kommt man mit Schalke. Das hat sich so ergeben, über die Jahre. Und doch habe ich keine Standardantwort parat. Mein Gefühl ist komisch, war es schon immer.

Ich bin kein Pessimist, wenn Pessimist sein meint, dass ich nie Gutes erwarte. Aber mir ist trotzdem klar, dass es immer auch schlecht ausgehen kann. Niemals bin ich mir in einem Pflichtspiel eines Sieges der Blauen sicher. Egal wie niederklassig oder außer Form der Gegner auch sein mag, ich halte es stets für möglich, dass sich Schalke blamiert. Schalke hat mich so gemacht.

Ich bin kein Optimist, wenn Optimist sein meint, dass ich stets davon ausgehe, dass Schalke siegt. Ich glaube aber immer daran, dass es gut werden kann, dass ich nach Abpfiff zufrieden sein werde. Selbst vor Spielen wie heute. Natürlich wäre Chelsea selbst dann Favorit, wenn Schalke in Bestbesetzung und guter Form antreten würde. Beides ist nicht der Fall. Aber vielleicht lässt sich der Trainer was einfallen, vielleicht agiert Schalke mit einer weniger offensiven Formation wie üblich. Vielleicht reißt sich die Mannschaft zusammen, vielleicht will sie sich beweisen, auf der großen Bühne Champions League, lässt es nicht einfach laufen, wie noch in Gladbach. Wenn am Ende das Gefühl bleibt, dass sich die Mannschaft nicht ergeben hat, dass alles getan wurde, um irgendwie einen Punkt aus London mitzunehmen, dann ginge es mir selbst bei einer Niederlage noch gut. Dass es so kommen kann, daran glaube ich immer.

Auslosung zur Champions League Gruppenphase 2014/2015

Acht Gruppen mit je einem Club aus jedem Topf, Clubs des gleichen Landesverbands dürfen nicht in die gleiche Gruppe gezogen werden. Die Regeln zur heutigen Auslosung der Champions League-Gruppen- phase sind simpel. Der Wünsche und Ängste kann es aber viele geben.

Meine Probeziehung ergab für Schalke die Gruppe B, bestehend aus FC Barcelona, Schalke 04, Ajax Amsterdam und Malmö FF. Zweifellos attraktiv, wenn ich es mir aussuchen dürfte würde ich auf Barca allerdings ganz gerne verzichten. Ajax Amsterdam wäre hingegen mein Lieblingslos aus Topf 3, und Malmö gefiele mir eigentlich auch ganz gut.

Ma’kucken. Die Auslosung beginnt um 17:45 Uhr.
 

Alles was man nicht hören will

Einfach nicht hinfahren ist verboten, glaube ich. Schalke muss antreten, in Madrid, auch nach der klarsten aller klaren Klatschen.

Schalke will sich anders präsentieren. Man will Freude haben und Vollgas geben, zeigen was man wirklich kann und ein besseres Ergebnis erzielen. Wer in Madrid spielt entwickele sich weiter, dieses Spiel sei eine große Erfahrung, ein toller Lernprozess. Was das Ergebnis angehe wolle man mal schauen, es sollte aber nicht in der Höhe wie im Hinspiel enden. Man will sich voll reinhängen, ein ordentliches Spiel zeigen und sich mit Anstand verabschieden. Ein respektabler Auftritt soll es werden. Der letzte Eindruck soll positiv ausfallen, die Reise sei kein Sightseeing, man verweigere die Kaffeefahrt. Die Mission Impossible wird zur Frage der Ehre, eine Prestigesache.

Jede einzelne dieser Plattheiten war gestern irgendwo zu hören oder zu lesen. Protagonisten und Journalisten waren ohne Chance. Ein derart totes Spiel irgendwie gescheit interessant darzustellen ist unmöglich.

Von den Wortbeiträgen nach dem Spiel ist gleiches zu erwarten. Vielleicht klopft man sich auf die Schulter, weil man nur knapp verloren hat, so wie Leverkusen sich dessen schon nicht schämte. Vielleicht bejubelt man einen Achtungserfolg, vielleicht entschuldigt man sich erneut. Wirklich richtig wird alles nicht sein, richtig geht einfach nicht. Das ist ganz zwangsweise die Folge eines 1:6.

An dieser Stelle wird es keinen weiteren Beitrag zu diesem Spiel geben.