Artikel zum Schlagwort ‘DFB-Pokal’

Das Pokalspiel in Wiesbaden

Saison 2017/2018, DFB-Pokal, 2. Runde: SV Wehen Wiesbaden – Schalke 04
 
Glückauf königsblog. Die Blauen spielen im Pokal beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden. Fühlt Euch eingeladen, alle Gedanken, Erwartungen, Meinungen und Bewertungen unter diesen Beitrag zu schreiben.

Chancenlos

Schalke 04 ist im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Bayern München ausgeschieden. Den Endstand weiß ich noch nicht. Jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, ist gerade Halbzeit, noch steht es 3:0 für die Bayern.

Das Ding ist durch. Ich habe gerade keine Lust, die zweite Halbzeit abzuwarten und mich dann noch an den Rechner zu setzen. Ich möchte einfach gleich wegdusseln, wenn’s noch schlimmer wird. Ich bin müde. Mir fehlt es an Elan. Ich habe gerade nicht mal mehr Lust, zu moppern.

Schalke steht im Viertelfinale des DFB-Pokals

Schalke 04 siegt 4:1 beim Zweitligist SV Sandhausen und zieht ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein.

Ich habe keinen Wunschgegner. Ich sage mir immer, wenn wir den Pokal holen wollen, dann müssen wir jedes Team schlagen.

… sagte Daniel Caligiuri nach der Partie.

Das ist natürlich Kokolores. Denn gerade im Pokal ist es ja so, dass die Hälfte aller Clubs, gegen die man nicht ausgelost wird, von anderen Clubs eliminiert wird. Das macht es ja so vergleichsweise einfach, in diesem Wettbewerb weit zu kommen.

Der nächste Gegner der Blauen stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Übersetzt bedeutet das: Ich habe absolut keine Lust, mit diesem kleinen Beitrag auf den ARD „Sportschau Club“ mit Alexander Bommes zu warten. Das ist meines Erachtens so ziemlich der schlechteste Teil Fernsehen zum Thema Fußball. Ganz schwer zu ertragen, das Gegröle und die doofen Fragen Bommes‘.

Dabei geht es mir just jetzt sehr gut. Schalke hat in Sandhausen eine solide Leistung auf den Platz gebracht. Die Blauen wurden von Beginn an ihrer Favoritenrolle gerecht. Sie ließen den Ball schön durch die eigenen Reihen laufen und waren Sandhausen in allen Belangen überlegen.

Nur ein Zweitligist, natürlich. Da gilt es, nichts zu hoch aufzuhängen. Und doch ist ein souveräner Sieg eben ein Grund für Zufriedenheit, wenn man doch weiß, dass es auch unsouverän geht.

Alles gut. Ab in die nächste Runde.
Ma’kucken.
Wenn ihr hier kommentiert, wissen wir vermutlich schon gegen wen.



Update 09.02., 07:14 Uhr:

Gleich nach dem Wachwerden ereilte es mich. In München. Es wären solch schöne Lose möglich gewesen, aber die Blauen bekommen das schwerste.

Aber hey: Die beiden Spiele gegen Bayern München gehörten zu den Highlights der bisherigen Saison. In beiden hat Schalke richtig gut gespielt. Einmal knapp verloren. Ein Unentschieden. Jetzt braucht’s eben noch den kleinen Schritt mehr. Nicht schon vorher in die Buxen scheißen. Einfach mal ein‘ raushausen! Bayern München zum Beispiel.

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Und das erste Gesetz lautet:

Erstrundenspiele gegen unterklassige Gegner sind immer kappes.

Immer? Nein.

Vor einem Jahr und 12 Tagen siegte Schalke 04 beim Zweitligisten MSV Duisburg mit 5:0 und sorgte für einen schönen Nachmittag. Ein Spiel als Ausnahme, das die Regel bestätigte. Julian Draxler gab eine Art Außenbahnspielmacher, Johannes Geis verwandelte einen Freistoß und Franco Di Santo traf auch. Das Spiel fühlte sich gut an, weil der MSV als eins der schwersten Lose der ersten Runde galt, weil man den Sieg deshalb nicht als selbstverständlich erachtete, und weil es außerdem ein Derby war, welches mit einer entsprechenden Stadionkulisse aufwarten konnte. Ein Spiel, das viele Hoffnungen schürte. Aber Julian Draxler flüchtete ins Exil, Johannes Geis verwandelte fortan keine Freistöße mehr, Franco Di Santo hatte eine Saison zum vergessen und der MSV Duisburg ist mittlerweile Drittligist.

Das diesjährige Erstrundenpokalspiel des FC Schalke 04, in Freiburg gegen den FC 08 Villingen, einem südbadener Verbandsligisten, war hingegen eines der regulären. Diese Spiele sind für die Fans der Erstligisten entweder langweilig oder furchtbar. Dabei ist „furchtbar“ dann keine rhetorische Übertreibung, wenn das Weiterkommen tatsächlich schwerfällt – man frage heute mal in Bremen, Bochum oder auch Berlin nach. Das samstägliche Spiel der Blauen mag der eine oder andere furchtbar genannt haben, tatsächlich war es das aber nicht, nur eben langweilig.

Langweilig sind die Siege der Erstligisten bei einem ungefährdeten Weiterkommen immer, denn mehr als den Erwartungen zu entsprechen ist für sie nicht zu erreichen. Schalke schaffte es nicht so recht, die Erwartungen zu erfüllen. Man sorgte für kein Chancenfeuerwerk, das Tempo war überschaubar und die Tore der ersten Halbzeit brauchten die Unterstützung schwerer Fehler Villinger Akteure. Gefährdet war das Weiterkommen aber nie. Zwar war es glanzlos, aber eben auch mühelos.

Letztlich fällt es leicht, Villingen für eine respektable Leistung zu gratulieren. Ihr Spiel wirkte weitestgehend professionell. Die Kritik an einzelnen Schalker Akteuren spare ich mir. Ich nehme die Begegnung wie ein Testspiel und hoffe auf mehr Dynamik zum Bundesligaauftakt in einer Woche.



Hat tip an Karsten Jahn, der mich an das MSV-Spiel erinnerte. Er selbst sah das Villingen-Spiel auch als Testspiel.

Selbst schuld

Schalke verliert das Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:0 und verpasst den Einzug ins Achtelfinale. Dabei war man zwar die bessere Mannschaft, hat sich aber mit Unzulänglichkeiten um den Lohn gebracht.

Schalkes Torhüter Michael GspurningDiesmal war kein Schiedsrichter schuld, der Gegner war nicht böse und man braucht sich auch in keine anderen Verschwörungstheorien flüchten.

Egal wie viele Chancen man sich auch herausspielt: Wenn man nicht in der Lage ist, diese auch zu nutzen, ist man selbst schuld.

Wenn die ganze Mannschaft ständig ausrutscht, hat man selbst das falsche Schuhwerk gewählt. Wenn das gleiche nach der Halbzeitpause weiterhin geschieht kann man das auch als unprofessionell erachten.

Wenn sich der Torwart in den Lauf des Angreifers wirft, obwohl der mit Ball in Richtung Torauslinie unterwegs ist, wenn er damit eine Situation schafft, in der nach dem Falles des Angreifers in der Bundesliga stets auf Strafstoß entschieden wird, dann darf man sich nicht wundern, wenn es einmal mehr genauso kommt.

Wenn man nach einem 0:2 Rückstand schwere Beine hat, weil die Mannschaft durch Ausfälle geschwächt und der Kader zu klein ist, dann hat auch das nichts mit Schicksal zu tun.

Schalke ist raus – selbstverschuldet – und erfüllt damit die im letzten Konzernlagebericht dargestellte Prognose vollends:

Im DFB-Pokal wird vorsichtshalber ein Ausscheiden in der zweiten Runde angenommen.

Immerhin.



Foto: Tomek Bo

Sieg mit Aussicht

Schalke 04 gewinnt 5:0 in Duisburg und erreicht souverän die 2. Pokalrunde. Ein Spiel das nicht überbewertet werden sollte, das aber Lust auf mehr machte.

Der MSV Duisburg ist mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet und musste einige Verletzungen wegstecken. Vor großer Kulisse waren sie redlich bemüht, aber letztlich in allen Belangen überfordert. Für Schalke ist nie ein Sieg selbstverständlich, Schalke kann sich prima auch selbst im Weg stehen. Trotzdem war die Rollenverteilung natürlich eindeutig, ein Schalke-Sieg war zu erwarten, ein MSV-Triumph wäre eine Sensation gewesen. Insofern war das „Dass“ flott abzunicken. Das „Wie“ machte aber Spaß.

Mir gefiel vor allem, dass die Mannschaft auch noch beim Stand von 4:0 in der 75. Minuten den Gegner mit Ball jagte. Über die Pflicht hinaus ging es darum, die neue Spielweise mit Pressing tief in des Gegners Hälfte und schnellem Umschalten zu etablieren. Das Offensivspiel insgesamt war variabel, die Innenverteidigung ließ nichts anbrennen. Julian Draxler war auf Außen ein die Offensive gestaltender Spieler, Johannes Geis war stets anspielbar und gab das Tempo vor. Gegen Werder Bremen wird dies alles viel schwieriger werden, aber man konnte sehen wie Schalke werden soll. Ein schöner Ausblick.

Und dann redeten allerdings alle über ein Transparent von ein paar Deppen. Sehr geschmacklos, natürlich. Abgesehen vom Geist der „Künstler“ selbst gab es dazu aber auch keine zwei Meinungen. MSV-Geschäftsführer Bernd Maas bat direkt nach dem Spiel um Entschuldigung, Rudi Assauer und seine Tochter nahmen an und gaben sofort verständnisvolle Worte zurück. Damit hätte es gut sein können.
Aber wenn die Empörungsmaschinerie erstmal anläuft, gibt es kein Stoppen mehr. Schalke-Fans krakelten gegen „die Duisburger“, MSV-Fans wetterten gegen „die Idioten in der Kurve“, Zeitungen und Onlineportale produzierte gesonderte Berichte. So wurde ein Zwischenfall zur eigenen Story. Zuviel Aufmerksamkeit, zuviel Ablenkung vom Wesentlichen. Auch davon, dass bei diesem „Hochsicherheitsspiel“ letztlich nichts wirklich schlimmes passierte. Oder davon, dass die Duisburger Zuschauer ihre Mannschaft am Ende trotz Niederlage feierten und damit zeigten, dass sie das Geschehen richtig einordnen konnten. Schade.

90 Minuten Saison – und schon den Papp auf

Schalke blamiert sich in Dresden, verliert 1:2 und verabschiedet sich bereits nach der ersten Runde aus dem Pokalwettbewerb.

Die Beispielszene, stellvertretend für den FC Schalke 04 der ersten 70 Minuten in diesem Spiel, ereignete sich kurz vor der Halbzeit. Es stand bereits 1:0 für Dresden, Schalke erhielt einen Freistoß, knapp 30 Meter vor dem gegnerischen Tor. Die kopfballstarken Spieler postierten sich in der Nähe der Mauer. Klaas-Jan Huntelaar legte sich den Ball zurecht. Er läuft an und schießt den Ball lasch und flach in die Mauer, einem Passspiel gleich. Die Spieler trotteten in ihre Positionen zurück.

Klaas-Jan Huntelaar ist zweifellos ein Siegertyp, einer der vorangeht, der stets viel läuft. Einer, auf den ich nichts kommen lasse. Und doch war die Lethargie in dieser Szene bezeichnend. Schalke war das Gegenteil von heiß. Schalke nahm dieses Spiel nicht ernst. Schalke agierte im Testspiel-Modus, auch dann noch, als Dresden 2:0 führte. Man probierte sich aus, spielte den Ball bald hier, bald dort herum, oft wieder zum Passgeber zurück, wollte das Spiel ruhig halten. Ruhig, während Dresden rannte so schnell man konnte. Kompliziert, während Dresden einfach spielte: Lang nach vorne, auf den Stoßstürmer, nur mit wenigen Spielern nachrückend.

Für den FC Schalke 04 an diesem Abend reichte es. Das Innenverteidiger-Paar Joel Matip und Felipe Santana machte da weiter, wo man im Testspiel gegen Tottenham aufhörte. Sie offenbarten große Lücken in ihrer Raumaufteilung und halfen durch individuelle Fehler bei den Gegentoren. Alleine schuldig waren sie indes nicht. Natürlich ließ auch Höger vor dem zweiten Tor seinen Gegner laufen. Natürlich brachte Prince kaum Präsenz auf den Platz. Natürlich konnte Lückenschließer Neustädter kaum Lücken schließen. Natürlich lief das Spiel nahezu komplett an Klaas-Jan Huntelaar vorbei und Max Meyer spielte Pässe in der Regel zurück statt nach vorne. Julian Draxler wusste zu gefallen, Christian Clemens und Eric Maxim Choupo-Moting waren bemüht – das wars aber auch schon. Und das reicht eben nicht. Nicht mal gegen einen Drittligisten, nicht mal in einem Testspiel. Nie.

70 Minuten machte Schalke den Eindruck, als habe man schlicht keinen Bock sich anzustrengen. Als Schalke das Tempo erhöhte hatte sich Dresden den Sieg längst verdient. Sehr ärgerlich.