Artikel zum Schlagwort ‘DFB-Pokal’

Schalke schwach, die Schiedsrichter auch

Schalke verliert das Halbfinale des DFB-Pokals gegen Eintracht Frankfurt. 0:1 hieß es nach 96 Minuten und am Ende stand für alle Blauen viel Ärger. Über die eigene Leistung und über den Schiedsrichter und seine Assistenten. Einmal mehr konnte der „Videoassistent“ nicht für Gerechtigkeit sorgen. Unter diesen Rahmenbedingungen halte ich das Projekt „VAR“ für absurd.

Es war ein furchtbares Fußballspiel. Nach dem Spiel sagten tatsächlich beide Trainer über die Leistung ihrer Mannschaften, man habe „es taktisch gut gemacht“, man habe kaum was „zugelassen“. Als wäre Taktik nur dazu da, den Spielfluss des Gegners zu zerstören. Als ginge es nicht auch darum, einen eigenen Spielfluss zu kreieren. Beide Teams haben nur die Hälfte des Fußballs „gut gemacht“. Die schönere Hälfte, das Fußballspiel mit dem Ball, haben beide sehr schlecht gemacht. Und wenn man so spielt, verliert man eben schon mal, auch wenn der Gegner nicht besser spielt. Enttäuschend.

Aber dann war da noch die Rolle des Schiedsrichterteams bei den entscheidenden Szenen dieser Begegnung, beim Frankfurter Treffer und beim angeblichen Handspiel Di Santos in der 94. Minute.

Dem Eckball zur Frankfurter Führung ging ein im TV leicht zu erkennendes Foul an Benjamin Stambouli voraus, welches vom Schiedsrichter Robert Hartmann übersehen oder nicht als Foulspiel bewertet wurde. In der Nachspielzeit sah er Franco Di Santos Ballannahme mit der Brust als Handspiel und pfiff die Szene ab, während Di Santos Schuss auf dem Weg ins Tor war. Laut Christian Heidel entschuldigte sich der Schiedsrichter nach dem Spiel für seinen Fehler.

Sofort brannten überall Diskussionen um den Schiedsrichter und dessen Videoassistenten auf, auch bei Twitter. Schnell war klar, dass der Videoassistent keinen Fehler gemacht hat. Da der Schiedsrichter die Szene sofort abgepfiffen hatte und somit auch der ins Tor einschlagende Ball von Di Santo „tot“ und eben kein Treffer war, gab es nichts zu „reviewen“. Einige Schiedsrichterverteidiger verstiegen sich gar zu der Aussage, deshalb habe die ganze Szene nichts mit dem Thema „Videoassistent“ zu tun.

Ich finde das falsch. Die Frage, wann eine Szene bewertet werden kann und wann nicht, unter welchen Umständen des Schiedsrichters Fehler korrigiert werden kann und wann nicht, gehört zu den Rahmenbedingungen, in denen der Videoassistent tätig ist. Aktuell entscheiden Sekunden oder Meter darüber, ob Szenen in Ruhe – und dann vermeintlich korrekt – bewertet oder vom Schiedsrichter ad hoc und unrevidierbar entschieden werden.

Hätte Schiedsrichter Hartmann mit seinem Pfiff eine Sekunde gewartet, hätte die Szene korrekt bewertet werden können und er hätte sich später nicht entschuldigen brauchen. Wir haben in dieser Saison erlebt, dass gepfiffene Strafstöße zurückgenommen wurden, weil Sekunden zuvor an einer ganz anderen Stelle des Platzes ein Foul stattfand. Das Foul vor dem Eckball, der zum Frankfurter Tor führte, wurde hingegen nicht bewertet – offenbar, weil es durch den Eckball nicht mehr zur Torszene gehörte, wenn ich das richtig verstanden habe.

Immer wieder machen die Rahmenbedingungen um den Videoassistenten das Spiel nicht gerechter, sondern nur anders ungerecht. Die aktuelle Handhabung ist offensichtlich nicht dazu geeignet, alle spielentscheidenden Fehlentscheidungen zu vermeiden. Wenn solche Zufälligkeiten wie ein Pfiff eine Sekunde vorher oder nachher, eine zeitnahe Spielunterbrechung, ein Schiedsrichterfuß auf oder neben dem Rasen, ein Ball im Toraus oder noch im Spiel bestimmen, ob sicher schiedsgerichtet werden darf oder nicht, dann sollte man die ganze Sache meines Erachtens nach sein lassen. Dann ist das alles nicht fairer als die Fehlentscheidungen vor Einführung des Videoassistenten. Dafür müssen alle Beteiligten mit den Unklarheiten und Verzögerungen der VAR-Handhabung leben. Meines Erachtens ein schlechter Deal.

Das Pokalhalbfinale gegen die Eintracht

Saison 2017/2018, DFB-Pokal Halbfinale: Schalke 04 – Eintracht Frankfurt
 
Glückauf königsblog. Die Blauen stehen im Halbfinale des DFB-Pokals und empfangen heute Abend Eintracht Frankfurt auf dem Berger Feld. Man kämpft um den Einzug in ein Finale gegen Bayern München, das kicker nach deren gestrigen 6:2 gegen Leverkusen für „nicht schlagbar“ hält.

Sowohl Frankfurt, als auch Schalke, so ehrlich sollte man sein, hatten es auf dem Weg in dieses Halbfinale nicht besonders schwer. An erstklassigen Gegnern empfing Frankfurt lediglich Mainz im eigenen Stadion, die Blauen mussten zwei Heimspiele gegen Köln und Wolfsburg bewältigen.

Nun also dieses Saisonhighlight auf Schalke. Gegen eine Eintracht, die immer noch das fünftbeste Auswärtsteam der Bundesliga stellt, obwohl sie ihre letzten vier Spiele auf des Gegners Platz verlor. Die bislang eine zum Jubilieren würdige Saison spielt, bei der diese aber gerade von Trainer Nico Kovac‘ bevorstehendem Wechsel zu Bayern München überschattet wird.

Fühlt Euch eingeladen, alle Gedanken, Erwartungen, Meinungen und Bewertungen zum Spiel oder zur Sané-Verpflichung unten in das Kommentarfeld zu schreiben.



Seit neuestem möchte ich die Spiele der Blauen in diesem Blog nicht mehr so regelmäßig begleiten wie ich es die letzten 10 Jahre tat, siehe hier und hier.

Pokalachtelfinale gegen Köln

Saison 2017/2018, Achtelfinale DFB-Pokal: Schalke 04 – 1. FC Köln
 
Glückauf königsblog. Nochmal Köln.

Was ich von Köln, vom FC und seinen Fans halte, hatte ich erst Anfang des Monats formuliert. Die Ligatabelle schaut toll aus. Um vollkommen entspannt in einen schalkigen Jahreswechsel zu rutschen, sollten die Blauen allerdings dringend auch im Pokalwettbewerb überwintern. Es gilt also, ein weiteres Mal nicht zu verlieren. Die Kommentatoren dieses Blogs tippten verwegen auf ein 13:12 nach Elferschießen und 0:3 Halbzeitrückstand. Ma’kucken.

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Nach dem Spiel

Erst zurückhaltend. Aber dann singt und „dirigiert“ Domenico Tedesco den „Schalke ist die Macht“-Chant, und es wird einem ganz weihnachtlich zumute.



Seit neuestem möchte ich die Spiele der Blauen in diesem Blog nicht mehr so regelmäßig begleiten wie ich es die letzten 10 Jahre tat, siehe hier und hier.

Das Pokalspiel in Wiesbaden

Saison 2017/2018, DFB-Pokal, 2. Runde: SV Wehen Wiesbaden – Schalke 04
 
Glückauf königsblog. Die Blauen spielen im Pokal beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden. Fühlt Euch eingeladen, alle Gedanken, Erwartungen, Meinungen und Bewertungen unter diesen Beitrag zu schreiben.

Chancenlos

Schalke 04 ist im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen Bayern München ausgeschieden. Den Endstand weiß ich noch nicht. Jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, ist gerade Halbzeit, noch steht es 3:0 für die Bayern.

Das Ding ist durch. Ich habe gerade keine Lust, die zweite Halbzeit abzuwarten und mich dann noch an den Rechner zu setzen. Ich möchte einfach gleich wegdusseln, wenn’s noch schlimmer wird. Ich bin müde. Mir fehlt es an Elan. Ich habe gerade nicht mal mehr Lust, zu moppern.

Schalke steht im Viertelfinale des DFB-Pokals

Schalke 04 siegt 4:1 beim Zweitligist SV Sandhausen und zieht ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein.

Ich habe keinen Wunschgegner. Ich sage mir immer, wenn wir den Pokal holen wollen, dann müssen wir jedes Team schlagen.

… sagte Daniel Caligiuri nach der Partie.

Das ist natürlich Kokolores. Denn gerade im Pokal ist es ja so, dass die Hälfte aller Clubs, gegen die man nicht ausgelost wird, von anderen Clubs eliminiert wird. Das macht es ja so vergleichsweise einfach, in diesem Wettbewerb weit zu kommen.

Der nächste Gegner der Blauen stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Übersetzt bedeutet das: Ich habe absolut keine Lust, mit diesem kleinen Beitrag auf den ARD „Sportschau Club“ mit Alexander Bommes zu warten. Das ist meines Erachtens so ziemlich der schlechteste Teil Fernsehen zum Thema Fußball. Ganz schwer zu ertragen, das Gegröle und die doofen Fragen Bommes‘.

Dabei geht es mir just jetzt sehr gut. Schalke hat in Sandhausen eine solide Leistung auf den Platz gebracht. Die Blauen wurden von Beginn an ihrer Favoritenrolle gerecht. Sie ließen den Ball schön durch die eigenen Reihen laufen und waren Sandhausen in allen Belangen überlegen.

Nur ein Zweitligist, natürlich. Da gilt es, nichts zu hoch aufzuhängen. Und doch ist ein souveräner Sieg eben ein Grund für Zufriedenheit, wenn man doch weiß, dass es auch unsouverän geht.

Alles gut. Ab in die nächste Runde.
Ma’kucken.
Wenn ihr hier kommentiert, wissen wir vermutlich schon gegen wen.



Update 09.02., 07:14 Uhr:

Gleich nach dem Wachwerden ereilte es mich. In München. Es wären solch schöne Lose möglich gewesen, aber die Blauen bekommen das schwerste.

Aber hey: Die beiden Spiele gegen Bayern München gehörten zu den Highlights der bisherigen Saison. In beiden hat Schalke richtig gut gespielt. Einmal knapp verloren. Ein Unentschieden. Jetzt braucht’s eben noch den kleinen Schritt mehr. Nicht schon vorher in die Buxen scheißen. Einfach mal ein‘ raushausen! Bayern München zum Beispiel.

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Und das erste Gesetz lautet:

Erstrundenspiele gegen unterklassige Gegner sind immer kappes.

Immer? Nein.

Vor einem Jahr und 12 Tagen siegte Schalke 04 beim Zweitligisten MSV Duisburg mit 5:0 und sorgte für einen schönen Nachmittag. Ein Spiel als Ausnahme, das die Regel bestätigte. Julian Draxler gab eine Art Außenbahnspielmacher, Johannes Geis verwandelte einen Freistoß und Franco Di Santo traf auch. Das Spiel fühlte sich gut an, weil der MSV als eins der schwersten Lose der ersten Runde galt, weil man den Sieg deshalb nicht als selbstverständlich erachtete, und weil es außerdem ein Derby war, welches mit einer entsprechenden Stadionkulisse aufwarten konnte. Ein Spiel, das viele Hoffnungen schürte. Aber Julian Draxler flüchtete ins Exil, Johannes Geis verwandelte fortan keine Freistöße mehr, Franco Di Santo hatte eine Saison zum vergessen und der MSV Duisburg ist mittlerweile Drittligist.

Das diesjährige Erstrundenpokalspiel des FC Schalke 04, in Freiburg gegen den FC 08 Villingen, einem südbadener Verbandsligisten, war hingegen eines der regulären. Diese Spiele sind für die Fans der Erstligisten entweder langweilig oder furchtbar. Dabei ist „furchtbar“ dann keine rhetorische Übertreibung, wenn das Weiterkommen tatsächlich schwerfällt – man frage heute mal in Bremen, Bochum oder auch Berlin nach. Das samstägliche Spiel der Blauen mag der eine oder andere furchtbar genannt haben, tatsächlich war es das aber nicht, nur eben langweilig.

Langweilig sind die Siege der Erstligisten bei einem ungefährdeten Weiterkommen immer, denn mehr als den Erwartungen zu entsprechen ist für sie nicht zu erreichen. Schalke schaffte es nicht so recht, die Erwartungen zu erfüllen. Man sorgte für kein Chancenfeuerwerk, das Tempo war überschaubar und die Tore der ersten Halbzeit brauchten die Unterstützung schwerer Fehler Villinger Akteure. Gefährdet war das Weiterkommen aber nie. Zwar war es glanzlos, aber eben auch mühelos.

Letztlich fällt es leicht, Villingen für eine respektable Leistung zu gratulieren. Ihr Spiel wirkte weitestgehend professionell. Die Kritik an einzelnen Schalker Akteuren spare ich mir. Ich nehme die Begegnung wie ein Testspiel und hoffe auf mehr Dynamik zum Bundesligaauftakt in einer Woche.



Hat tip an Karsten Jahn, der mich an das MSV-Spiel erinnerte. Er selbst sah das Villingen-Spiel auch als Testspiel.