Artikel zum Schlagwort ‘Dynamo Dresden’

90 Minuten Saison – und schon den Papp auf

Schalke blamiert sich in Dresden, verliert 1:2 und verabschiedet sich bereits nach der ersten Runde aus dem Pokalwettbewerb.

Die Beispielszene, stellvertretend für den FC Schalke 04 der ersten 70 Minuten in diesem Spiel, ereignete sich kurz vor der Halbzeit. Es stand bereits 1:0 für Dresden, Schalke erhielt einen Freistoß, knapp 30 Meter vor dem gegnerischen Tor. Die kopfballstarken Spieler postierten sich in der Nähe der Mauer. Klaas-Jan Huntelaar legte sich den Ball zurecht. Er läuft an und schießt den Ball lasch und flach in die Mauer, einem Passspiel gleich. Die Spieler trotteten in ihre Positionen zurück.

Klaas-Jan Huntelaar ist zweifellos ein Siegertyp, einer der vorangeht, der stets viel läuft. Einer, auf den ich nichts kommen lasse. Und doch war die Lethargie in dieser Szene bezeichnend. Schalke war das Gegenteil von heiß. Schalke nahm dieses Spiel nicht ernst. Schalke agierte im Testspiel-Modus, auch dann noch, als Dresden 2:0 führte. Man probierte sich aus, spielte den Ball bald hier, bald dort herum, oft wieder zum Passgeber zurück, wollte das Spiel ruhig halten. Ruhig, während Dresden rannte so schnell man konnte. Kompliziert, während Dresden einfach spielte: Lang nach vorne, auf den Stoßstürmer, nur mit wenigen Spielern nachrückend.

Für den FC Schalke 04 an diesem Abend reichte es. Das Innenverteidiger-Paar Joel Matip und Felipe Santana machte da weiter, wo man im Testspiel gegen Tottenham aufhörte. Sie offenbarten große Lücken in ihrer Raumaufteilung und halfen durch individuelle Fehler bei den Gegentoren. Alleine schuldig waren sie indes nicht. Natürlich ließ auch Höger vor dem zweiten Tor seinen Gegner laufen. Natürlich brachte Prince kaum Präsenz auf den Platz. Natürlich konnte Lückenschließer Neustädter kaum Lücken schließen. Natürlich lief das Spiel nahezu komplett an Klaas-Jan Huntelaar vorbei und Max Meyer spielte Pässe in der Regel zurück statt nach vorne. Julian Draxler wusste zu gefallen, Christian Clemens und Eric Maxim Choupo-Moting waren bemüht – das wars aber auch schon. Und das reicht eben nicht. Nicht mal gegen einen Drittligisten, nicht mal in einem Testspiel. Nie.

70 Minuten machte Schalke den Eindruck, als habe man schlicht keinen Bock sich anzustrengen. Als Schalke das Tempo erhöhte hatte sich Dresden den Sieg längst verdient. Sehr ärgerlich.

Druck in Dresden

Es sei mit Sicherheit ein Vorteil für einen unterklassigen Club im Pokal, schon länger im Pflichtspielbetrieb zu sein, sagte Peter Neururer. Er glaube, dass es ein kleiner Vorteil sei, aber kein großer, sagte Armin Veh. Ein kleiner habe auch gereicht, antwortete Peter Neururer.

Seine Schalke-Twitter-Timeline mache sich vor Dresden in die Buchse, wunderte sich Herr Winzler. Bei allem Respekt, dritte Liga, da dürfe man sich keine Blöße geben, schrieb ich. Schalke müsse mehr an die eigene Stärke glauben, Schalke solle sich nicht immer kleiner machen als man sei, sagte Horst Heldt. Eben, dachte ich.

Der aktuelle sei Schalkes bester Kader der Neuzeit, schrieb ich. Ja, aber geht das Ding in Dresden in die Hose, brennt der Baum, schrieb derwahrebaresi.

Ohne Zweifel, Druck ist ab heute.

Glückauf!

DFB-Pokal: Schalke in Dresden

Die erste Runde des DFB-Pokals der Saison 2014/2015 wurde ausgelost, Horst Hrubesch und Fernanda Brandao – der Schöne und das Biest – waren zugegen. Heraus kam, dass Schalke 04 bei Dynamo Dresden antreten muss.

Für seine Fans ist Dynamo sowohl berühmt als auch berüchtigt, für seine Leistungen beides nicht mehr. Gerade vier Heimspiele konnten die Sachsen in ihrer vergangen Zweitligasaison gewinnen, mit nur 32 Punkten stiegen sie am Ende in die dritte Liga ab. Ein Selbstläufer ist für Schalke 04 überhaupt nie ein Spiel, ich selbst bin mir jedenfalls nie eines Sieges per se sicher. Trotzdem dürfen sich die Blauen in Dresden keine Blöße geben. Dort ist der Einzug in die nächste Runde für Schalke 04 Pflicht.

Und wenn man ansonsten noch ein bisschen Zeit hat: Der Meidericher Spielverein aus Duisburg gegen den Club aus Nürnberg, oder der VfL Bochum gegen den VfB Stuttgart, sind auch nette Partien, und gleich umme Ecke.