Das TV-Bild fällt aus, Lahm spielt 89 Minuten schwach und schießt in der 90. Minute dennoch das entscheidende Tor. Während sich Deutschland ins Finale rumpelt wirft die Fußballwelt unverhofft einen Blick auf die Schattenseite der Euro 2008. Als in Wien das “offizielle” TV-Bild der UEFA (dank Petrus) ausfällt, erhält der deutsche Zuschauer (mit Hilfe von ganz oben, sozusagen) einen Blick auf das wirkliche Geschehen in Basel. Das ZDF schleift das (nicht-zensierte) Bild des Schweizer Fernsehen durch und es dauert nur wenige Minuten, da ist der erste Flitzer der Euro 2008 in deutschen Wohnzimmern. Der erste Flitzer der Euro?
Ganz sicher ist der Flitzer nicht der erste aufmerksamkeit-suchende „Fan“. Aber die wenigen Minuten dieser Notübertragung stellen die unterdrückte Kritik an der Zensur der UEFA ins Rampenlicht. Scheinbar nur in der Schweiz wird ernsthaft schon vor Beginn der Meisterschaft über die Aushebelung der Pressefreiheit diskutiert (siehe nachfolgende Links). Bilder von Ultras, von Rauchbomben, von Ausschreitungen werden systematisch unterdrückt, Kritik wird nicht geduldet. So sind es kleine Regionalzeitungen und YouTube die öffentlich machen, was keiner sehen darf: Wo Licht ist, ist auch Schatten.
All das ist nicht neu. Auch 2006 wurde viel gemutmaßt, was Hinter den Kulissen abging. So erzählte uns ein Bundeswehrsoldat, den wir zufällig in der U-Bahn trafen, von seinem Einsatz beim Endspiel. Auf die Nachfrage, wie es sein kann, dass er als Bundeswehrsoldat beim Endspiel eingesetzt wurde, antwortete er: es wäre besser, die Öffentlichkeit würde nicht wissen, was dort im Hintergrund gelaufen ist.
Ein Spinner? Interessanterweise gibt ausgerechnet das Sommermärchen einen Ausblick auf die Wahrheit, dort ist er (und seine Kameraden) nämlich zu sehen, dem deutschen Mannschaftsbus zuwinkend. Ein Freizeitausflug einer Bundeswehrbrigade in Uniform?
Ein Blick ins Internet lohnt, um sich die gestohlenen Informationen zurückzuholen, zum Beispiel hier:
[Ein Gastbeitrag der Familie Butz]