Das Erlebnis eines Stadionbesuchs auf Schalke ist teuer, wird teurer, noch teurer. Die Firma Schalke 04 handelt nachvollziehbar. Das Stadion ist seit Jahren stets voll. Die Dauerkarten-Wartelisten sind längst wegen Überfüllung geschlossen. Für den Verkauf von Tagestickets legt man sich wahlweise mit Matratze und Propankocher vor die Geschäftsstelle oder nimmt sich Urlaub, um sich am Webportal über Stunden den letzten Nerv rauben zu lassen. Da ist die Preisschraube noch nicht am Anschlag, da ist die Kundschaft noch bereit zu zahlen.
Der Verein Schalke 04 überdreht längst. Jede Kommerzkröte für sich – der vom Sponsor angepriesene Eckball, die werbebeklebt-bestellten Trommler, die aufblasbare Klatschrolle, der Rote-Karte-Werbeflyer, die letzten x Spielminuten des Eisproduzenten, der Staucheck des einen- und die Zwischenergebnisse des anderen Sponsors* – ist einzeln zu schlucken. Als lebendige Schar bringt sie einen zum Würgen. Das alles bringt den Stadionbesuch weg von der Sache an sich, vom eigentlichen Fußballspiel. So wie die Preise den Verein wegbringen von dem was man doch bitte fühlen soll, weil es sich so gut darstellen lässt, dem „Arbeiter- und Malocherclub“, dem Club der Knappen und Kumpel, dem Wir-Gefühl „Schalker“.
Ein Stehplatz kostet künftig 15 Euro, der billigste Sitzplatz 30 Euro. Der Sohnemann ist mit 12,50 Euro dabei, zuzüglich 4,50 Euro Gebühren pro Bestellung für nichts. Der Verein, namentlich Peter Peters und Felix Magath, sagte, damit läge Schalke im Bundesligadurchschnitt, das sei ja wohl angemessen und nicht zuviel verlangt. Und so schreibt denn auch Frank Leszinski in den Ruhr Nachrichten …
Die billigste Karte kostet ab der neuen Saison 12,50 Euro, das teuerste Ticket 50 Euro. […] Damit bewegt sich Schalke zwar im Mittelfeld der Kartenpreise im Vergleich zu anderen Bundesligisten, aber …
Wenn aber wirklich die Preise der Bundesligisten für vergleichbare Plätze gegenübergestellt werden ist zu erkennen, dass ein wie auch immer gerechneter Gelsenkirchen-Durchschnitt am Leben vorbei geht und man beim FC Schalke 04 zumeist Spitzenpreise zu zahlen hat. Die Mühe der Preisvergleiche hat sich Matthias Berghöfer gemacht. Toll und gruselig zugleich.
*: Die Liste hätte problemlos dreifache Länge haben könne, worauf auf Grund der Lesbarkeit verzichtet wurde.

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