Artikel zum Schlagwort ‘Europa League’

Job erledigt, Salzburg geschlagen

Schalke 04 schlägt in der Europa League den FC Salzburg mit 3:1 und kann damit im zweiten Spiel dieses Wettbewerbs den zweiten verdienten Sieg einfahren. Dabei war die Leistung überwiegend heiter mit einigen Quellwolken, gegen einen Gegner, der nicht den stärksten Eindruck hinterließ. Ein Schritt in die richtige Richtung für die Blauen. Um allerdings auch am Sonntag, gegen Borussia Mönchengladbach, zu punkten, wird man sich steigern müssen.

In der ersten Hälfte zeigte sich Schalke defensiv sehr konzentriert und ließ keine Chancen zu. Im Spiel nach vorne fehlte es aber an Tempo. So machte man Salzburg das Verteidigen relativ leicht und kam selbst auch nur zu wenigen Chancen.

Nach der Pause konnte Schalke den Druck erhöhen. Man kam zu mehr Abschlüssen, und auch wenn die Treffer aus eher zufälligen Situationen entstanden, erzwang Schalke diesen Sieg. Nachdem man allerdings nur einmal nicht aufpasste, beide Außenverteidiger ihren Gegenspielern etwas zu viel Raum ließen und Schalke einen Gegentreffer kassierte, wurde die Verteidigung gleich wieder wackelig.

In dieser Phase spürte man die Verunsicherung aus fünf Liganiederlagen in Folge. Die Mannschaft traut sich selbst nicht über den Weg. Umso wichtiger, dass danach nichts mehr passierte, dass man das Ergebnis so nachhause bringen konnte.

Sead Kolasinac machte als Linksverteidiger lange ein richtig gutes Spiel. Rechtsaußen agierte Alessandro Schöpf auffällig. Außerdem konnte Johannes Geis mehrfach mit seinen langen, präzisen Pässen aussichtsreiche Situationen einleiten. Die Linksaußenposition fiel hingegen etwas ab. Zunächst lief das Spiel an Max Meyer vorbei. Ab der 67. Minute durfte sich Evgen Konoplyanka zeigen, war allerdings auch nicht erfolgreicher. Er wirkte weder gut ins Spiel eingebunden, noch konnte er sich in 1:1 Situationen durchsetzen.

Zweifellos muss sich noch vieles verbessern. Trotzdem bleibt, dass Schalke seine Aufgabe des heutigen Tages ziemlich souverän erfüllt hat. Den Job machen und Erfolgserlebnisse generieren: Das ist es, was es in der derzeitigen Situation braucht.

Verdienter Sieg beim Europa League-Auftakt

Schalke 04 gewinnt den Europa League Auftakt in Nizza mit 1:0. Ein verdienter Sieg. Ein Spiel das weiter Hoffnung schürt, bei dem aber auch zu sehen war wieviel Schalke noch verbessern kann.

Vor allem in der Arbeit gegen den Ball wusste Schalke zu überzeugen. Wie schon gegen den FC Bayern stellten die Blauen auch in Nizza ihre Gegner tief in deren eigenen Hälfte. Schalke lies Nizza so nie wirklich ins Spiel finden. Schalke gewann so viele Bälle in aussichtsreichen Positionen. Das Verteidigen dieser Art wünscht man sich als Fan der Blauen schon seit langem. Das es dies nun schon zwei Spiele in Folge zu sehen gab ist „Rekord“.

Zu erwähnen ist, dass Schalke dieses Defensivspiel ab der 70. Minute nicht mehr aufrechterhalten konnte. Wie schon gegen den FC Bayern musste man gegen Ende dem hohen Aufwand Tribut zollen. Der Deutsche Meister aus München wusste daraus Kapital zu schlagen, gegen Nizza gelang es, nicht mehr als eine klare Torchance zuzulassen und ohne Gegentor über die Zeit zu kommen.

Das Spiel mit Ball hinkte bei Schalke dem Spiel ohne Ball hinterher. Man wollte über Außen spielen, aber die Hereingaben waren fast alle ganz schwach. In den Situationen mit wenig Raum, wenn Schalke tief in des Gegners Hälfte den Ball gewann und deren aus dem Aufbau gerissene Verteidigung noch vor sich hatte, verhaspelte man sich immer wieder, war das Kurzpassspiel zu langsam und vor allem zu unpräzise. Max Meyers Einwechslung half. Leon Goretzka spielte als Jäger gegen den Ball grandios. Aber seine Abschlüsse waren zu ungefährlich, und mit wenig Platz ist der wendige und torgefährlichere Max Meyer die bessere Wahl.

Insgesamt wirkte Schalke überlegener als es die Gegenüberstellung der klaren Torchancen darstellte. Mir hat das Zuschauen Spaß gemacht. Das Spiel gegen den Ball wirkt wie eine Grundlange, auf die nun aufzubauen gilt. Hält man jeden Gegner so lange so weit vom eigenen Tor weg, ist das eine prima Basis. Das Offensivspiel zu strukturieren ist dann der nächste Schritt. Dies war ja erst das vierte Pflichtspiel unter Markus Weinzierl.

Übrigens habe ich in der Strafraumszene Dante gegen Schöpf in der Realgeschwindigkeit auch zu einem Fallenlassen Schöpfs tendiert. Erst in der Zeitlupe sieht die Szene nach einem Foul aus. Insofern mag ich dem Schiedsrichter an dieser Stelle nichts vorwerfen. Gut jedenfalls, dass diese Szene letztlich nicht entscheidend war.

Sonntag gegen Hertha BSC. Ich habe jetzt schon Lust darauf.

Desolate Leistung im KO-Spiel: Schicht im Schachtar

Schalke unterliegt Schachtar Donezk 0:3 und scheidet aus der Europa League aus. Ausgerechnet in diesem KO-Spiel, gegen einen schlagbaren Gegner, die schlechteste Saisonleistung auf den Platz zu bringen, ist ein echtes Ärgernis. Dass man verliert, dass man ausscheidet, das kann passieren. Sich allerdings über 90 Minuten derart desolat zu präsentieren ist für alle Fans ein Schlag ins Gesicht.

Sicherlich wäre der Abend anders verlaufen, wenn Johannes Geis‘ Freistoß in der 3. Minute ins Netz statt zurück in den Strafraum gesprungen wäre. Das hätte Sicherheit gegeben und Donesz unter Zugzwang gesetzt. So aber wurde Schalke von Minute zu Minute unsicherer. In der Rückwärtsbewegung unterliefen den Spielern Fehler um Fehler. Nach vorne agierten sie in einer Trab-Geschwindigkeit, die an die unausgegorenen Ballbesitzfußball-Versuche unter Jens Keller erinnerte. Unsicherheit und Unglaube liefen als Schatten mit jedem blauen Spieler über den Platz. Schalkes Spieler waren nicht etwa heiß darauf, ein KO-Spiel zu gewinnen; nein, sie hatten die Buxe gestrichen voll!

Zur zweiten Halbzeit und mit 0:1 in Rückstand liegend brachte André Breitenreiter alles auf den Platz, was ein bisschen Offensive versprach. Dass dabei der früher offiziell und zuletzt praktisch aussortierte Sidney Sam die letzte Patrone des Trainers war zeigt auf, wie schlecht es gerade um den Kader bestellt ist. 15 Minuten durfte man noch hoffen, dass vielleicht irgendein Schuss den Weg ins Tor finden könnte, dass dadurch nochmal ein Feuer entfacht werden könnte – bis Schachtar nach einem haarsträubenden Matip-Fehler die Hoffnung ausblies.

Vor dem Spiel „liebte“ Klaas-Jan Huntelaar „diese Spiele“ und André Breitenreiter wollte ins Europa League-Finale. Nach dem Spiel bemängelte André Breitenreiter, dass bei den Fans eine zu hohe Erwartungshaltung geschürt worden sei. Er meinte, dass man eben nicht weiterkommen könne wenn man kein Tor erziele, und dass die Mannschaft nach 10 Minuten einen Gang zurückgeschaltet hätte – fast so als hätte er mit alldem nichts zu tun.

Dabei ist es genau jetzt an ihm, die Kurve zu kriegen. Niemand will hören, dass Spieler aus dem Kader gestrichen werden weil sie nicht gut trainiert haben. Es ist an ihm, die Spieler zum guten Trainieren zu bringen. Es reicht nicht, sich über eine schlechte Chancenverwertung zu beklagen. Es ist an ihm, die Stürmer wieder treffsicherer zu machen.

Nachdem die elendig langweilige Gruppenphase der Europa League überstanden war, hoffte man auf Europa Cup-Gefühle in der KO-Phase. Durch diese unsägliche Leistung ist die Aussicht auf Spaß in diesem Wettbewerb nun schon vorbei. Was bleibt ist die Bundesliga, in der man auch gerade zwei nichtgute Spiele ablieferte. Ernüchterung greift um sich.

Jetzt muss der Trainer ankommen und diesen Club zu seinem machen. Jetzt muss er den Spielstil justieren und fortan von „wir“ statt von „hier“ reden. Die nächsten Spiele müssen die Fans in puncto Intensität überzeugen. Jetzt muss André Breitenreiter aufhören, auf andere zu zeigen, und stattdessen die Verantwortung annehmen.



Foto: pixabay

Remis in Lwiw: Nur die Tore fehlten

Beim Europa League Spiel in Lwiw gegen Schachtar Donezk kommt Schalke zu einem 0:0. Nur zu einem 0:0 muss man sagen, denn am Ende hätte man einen Sieg verdient gehabt.

Die erste Hälfte war noch ausgeglichen. Schachtar hatte eine Druckphase, in der sich das Team vor allem über Außen immer wieder durchsetzen konnte und für Gefahr sorgte. Andererseits gelang es auch Schalke wiederholt, gefährliche Situationen zu kreieren. Ein munteres hin und her mit Chancen auf beiden Seiten.

In der zweiten Hälfte war Schalke dann aber die deutlich bessere Mannschaft. Nun bestimmte man das Tempo, hatte mehr Ballbesitz und erzeugte Druck. Mir gefiel die neue Formation, in der Younes Belhanda zentral und Max Meyer wieder außen agierte, so wie er es in den ersten Spielen nach Julian Draxlers plötzlichem Wechsel schon tat. Mir gefiel dass das nicht statisch war, dass die Außen Meyer und Sané Zug zum Tor hatten, dass man mit Meyer, Belhanda, Choupo-Moting und Sané vier agile und technisch gute Spieler in der Offensive aufbot. Eric Maxim Choupo-Moting passte in diese Reihe, weil er spielerisch mithalten kann, auch wenn er nicht zum Abschluss kam.

Schalke erspielte sich mehr Torchancen als zuletzt in zwei Spielen und erzielte den Treffer doch nicht. Auf der anderen Seite hatte Schachtar zwar weniger, aber doch auch gute Torchancen, in denen Ralf Fährmann retten musste.

Letztlich war es vor allem ein tolles Fußballspiel. Nie langweilig, mit ordentlichem Tempo und mit ein paar aufregenden „Eigentlich-Szenen“. Denn eigentlich hätte Schalke einen Strafstoß zugesprochen bekommen müssen, als sich ein Schachtar-Spieler im Getümmel um den indirekten Freistoß im Strafraum mit Armen auf Kopfhöhe in den Schalker Torschuss drehte. Aber eigentlich hätte es dazu gar nicht erst kommen dürfen, denn schließlich war die Entscheidung des Schiedsrichters, einen unglücklichen „Eigentor-Schuss“ als Rückpass zu werten, ziemlich albern. Noch ein bisschen alberner war allerdings die folgende Szene, als sich fünf Schalker eine kleine Ewigkeit über dem bereitliegenden Ball besprachen, als man sich fragte, welchen gewitzten Plan sie nun aushecken würden um den Gegner zu übertölpeln, als dieses Bohei aber doch nur zu einem plump ins Dickicht gepöhlten Schuss führte; eben an die Arme des besagten Schachtar-Spielers.

Da war mehr drin, in dieser Szene wie im ganzen Spiel. So bleibt alles offen. Die Hälfte ist gespielt. Die andere Hälfte folgt kommenden Donnerstag auf dem Berger Feld. Schalke spielt zwischendurch noch gegen Stuttgart, Schachtar macht so lange Pause. Ma’kucken.



Foto: Tomek Bo

Die Knappen gegen die Bergarbeiter

In der Zwischenrunde aka dem Sechzehntelfinale der Europa League hat Schalke 04 gegen Schachtar Donezk anzutreten. Das Hinspiel ist am 18. Februar, das Rückspiel auf Schalke findet eine Woche drauf, am 25. Februar statt. Tickets dafür gibt es ab heute.

Schachtar kann seit über einem Jahr keine Spiele in seiner Heimatstadt austragen. In der Ostukraine herrscht nach wie vor Krieg, Die Stadt Donezk liegt gleich an der Front, der Verwaltungsbezirk Donezk wurde von pro-russischen Seperatisten zur Volksrepublik Donezk ernannt. Schachtar spielt deshalb in Lemberg (Lwiw), knapp 1.200 km von Donezk entfernt. Dass Schalke 04 dort mit der Werbung seines russischen und sehr politischen Hauptsponsors auf der Brust antreten wird ist furchtbar.

Jedenfalls bedeutet „Schachtar“ (Шахтар / Шахтёр) Bergarbeiter und der Club führt Schlägel und Eisen im Wappen. Schachtar Donezk ist exakt der Gegner, den ich mir vor der Auslosung am wenigsten gewünscht hatte. Ein Club, der so gar kein Europapokal-Jauchzen auslöst, der aber dennoch zu den stärksten der Runde gehört.

Aber nun gut. Mach’se nix dran. Et kommt wie et kommt. Ma’kucken.

Schongang-Sieg in Tripoli

Schalke siegt 4:0 in Griechenland, gegen Asteras Tripolis, und schließt damit die Gruppenphase als Tabellenführer der Gruppe K ab.

Zwei ganz große Chancen gewährte ein in diesen Situationen schwaches Schalker Defensivspiel den Gastgebern in der Anfangsphase. Zwei Chancen, blank vor Ralf Fährmann, welche Asteras kläglich vergab. Zehn Minuten später erzielte Schalke das 1:0 und das Spiel war gewonnen.

Letztlich ähnelte die Partie einem Trainingslager-Testspiel: In einem recht amateurhaft anmutenden Stadion waren nicht allzu viele Zuschauer, Schalke hatte den Ball, probierte es mal hier, mal dort herum, kreierte Situationen, kam zu Abschlüssen und erzielte am Ende 4 Treffer.

Eric Maxim Choupo-Moting war von Beginn an der auffälligste Schalker und erzielte selbst zwei Tore. Aber wirklich urteilen mag ich über die Leistungen einzelner Spieler nicht. Die Griechen waren einfach überfordert. Sowohl als Mannschaft, auch im Duell jeder einzelnen Position war Schalke klar überlegen. Ein Spiel, das flott abgehakt werden kann. Ein Job, der ordentlich erledigt wurde. Nicht mehr und nicht weniger.



Foto: Tomek Bo

Gruselige 2. Hälfte – aber Ralf reißt’s raus

Schalke gewinnt sein Heimspiel gegen APOEL Nikosia mit 1:0 und sichert sich damit das Weiterkommen in der Europa League. Ein Spiel das von ganz viel Pech bis ganz viel Glück reichte, und dass einen mit einem lächelnden Kopfschütteln zurückließ. Lächelnd vor allem, weil Schalke 04 in Ralf Fährmann einen großartigen Torhüter hat.

Keine Frage: Zur Halbzeit hätte Schalke 4:0 führen müssen. Das Spiel der Blauen war druckvoll und man erarbeitete sich Abschluss um Abschluss. Tatsächlich mehr „erarbeitet“ als „erspielt“ – viele Kopfbälle nach Flanken, kaum mal Raum nach Kombinationsspiel. Aber auch wenn Schalke als Favorit in die Partie ging, dies war ein Europapokal- und kein Kirmesspiel. Nikosia hielt mit seinen Mitteln das Zentrum beisammen und Schalke kam trotzdem zu ausreichend vielen und ausreichend guten Chancen. Alleine es fiel kein Tor. Mal blieb Nikosia-Torhüter Waterman Sieger, mal war‘s schlicht Pech.

Ralf Fährmann: Hielt die Null und ermöglichte so den letzlich glücklichen SiegGanz viel Glück hatte Schalke dafür in der zweiten Hälfte. Das Glück, dass doch noch ein Ball ins Tor fand, und das Glück, einen Ralf Fährmann im Tor zu haben, der zwei 100%ige Chancen Nikosias entschärfte als sei es ein Leichtes. Diese zweite Halbzeit war die schlechteste Hälfte, die es unter André Breitenreiter bislang zu sehen gab.
APOEL stand nun defensiv stabiler und Schalke fiel nichts ein. Von Minute zu Minute wurden die Blauen unsicherer, ging ihnen jede Leichtigkeit verloren. Mal ein versprungener Ball, mal ein Wegrutschen auf schlechtem Rasen, mal ein Fehlpass: Die Unzulänglichkeiten häuften sich. Und die Unzulänglichkeiten führte eben auch zu besten Chancen für den Gegner.

Bislang war die Schalke Nation zufrieden, trotz der schlechten Ergebnisse in den letzten Spielen. Man wusste zu differenzieren. Die Gegner waren stark, gegen Gladbach hatte man Pech, gegen Dortmund und München brachte Schalkes junges Team trotz der Niederlagen ordentliche Leistungen. Dieses Spiel gegen APOEL Nikosia sollte die Wende einläuten. Man wollte sich mit einer guten Leistung und einem überzeugenden Sieg Mut für den Rest der Hinrunde machen.
Das ging in die Hose. Statt nach oben zeigt die Formkurve nach diesem Spiel nach unten. Eine zweite Halbzeit die zeigt, dass es auch richtig schlecht laufen kann. Ein „bad flow“, wie man ihn von Schalker Mannschaften in der Vergangenheit immer wieder gesehen hatte, von dieser Mannschaft nun zum ersten Mal.

Aber es ist nichts passiert. Durch den Sieg blieb das Stadion letztlich ruhig, werden die Zeitungen ruhig bleiben. Schalke hat die Chance, den miesen letzten Eindruck gegen Leverkusen zu korrigieren. Ein schwieriges Spiel. Mit Spannung erwartet.



Foto: Tomek Bo