Artikel zum Schlagwort ‘Europa League’

S04 gegen Ajax: Ein Duell wie eine Saison

Schalke gewinnt im Viertelfinale gegen Ajax Amsterdam „nur“ 3:2 nach Verlängerung, und scheidet damit aus der Europa League aus. Die Blauen lieferten einen großen Kampf und verloren am Ende unglücklich. Über die gesamte Spielzeit war Ajax allerdings die bessere Mannschaft. Ein Duell, das die Saison im kleinen wiederspiegelte.

Im Hinspiel war die Sache einseitig. In der ersten Hälfte des Rückspiels, gestern, bot Schalke eine deutlich bessere und engagierte Leistung. Dennoch war Ajax auch in dieser dritten Hälfte das bessere Team. Sowohl die Einzelspieler des niederländischen Rekordmeisters wirkten überlegen, als auch deren Zusammenspiel. Dagegen wirkte Schalkes Anrennen eher zufällig.

Aber dann kam da diese vierte Halbzeit, in der Willen plötzlich Können schlug. Plötzlich fällt das erste Tor, und das Stadion steht auf 120.000 Füßen. Plötzlich ist Schalke wieder eins, plötzlich drückt man auf den Sieg. Plötzlich ist man die bessere Mannschaft, hat man das Momentum auf seiner Seite, ist man kurz davor, die Sensation zu schaffen …

Es war ein toller Fußballabend. Eines dieser Spiele, für die man die anderen, langweiligen aushält. Eines dieser Spiele, die einen als Fan leben lassen. Aber die Hinspiel-Niederlage wog zu schwer. Die Tatsache, dass Ajax ein 1:3 reichte, war eine zu schwere Bürde. Schalke verlor dieses Duell in Amsterdam.

Und das ist eben Schalke 04 in dieser Saison 2016/2017. Man ist noch nicht so weit, um wirklich gut zu sein. Man will und tut, und dann kommen die Dinge mal zusammen, aber dann prallt ein versuchter Befreiungsschlag an des Gegners Füße und ins Tor Ralf Fährmanns. Es ist die Saison, in der sich das frisch eingekaufte Sturmtalent, der frisch eingekaufte Abwehrchef und der frisch eingekaufte Europa League-Held für jeweils fast die gesamte Saison verletzt haben. Es ist die Saison, in der die Schiedsrichterentscheidungen in so vielen Fällen gegen die Blauen ausfielen. Das war und ist eine Saison, in der alles Pech zusammenkam.

Diese Saison ist abzuhaken. Nun gilt es, darauf aufzubauen, statt immer wieder neu anzufangen.

Von Ajax an die Wand gespielt

Schalke 04 verliert das Hinspiel des Europa League-Viertelfinals bei Ajax Amsterdam mit 0:2. Das Ziel des Einzugs ins Halbfinale rückt damit in weite Ferne. Insbesondere, wenn man die Überlegenheit des niederländischen Vizemeisters beachtete.

Nach der Auslosung zeigte sich ganz Schalke zufrieden. Ich nehme mich da nicht aus. Ein attraktives Los, aber machbar, so war der Tenor. Und dann ist Anpfiff, und Ajax spielt Schalke an die Wand.

Nicht nur phasenweise, sondern über die gesamte Spielzeit. Dieses Spiel wäre sehr gerecht 5:0 ausgegangen. Ralf Fährmann hielt das Ergebnis bei einem erträglichen 2:0.

Ein erträgliches 2:0 ob des furchtbaren Spiels. Aber in Kombination mit den Eindrücken viel zu viel, als dass man sich wirklich Hoffnung auf ein Weiterkommen nach einem perfekten Rückspiel machen mag.

Lahmer Kick gen Achtelfinale

Schalke 04 erreicht mit einem 1:1 gegen PAOK Saloniki das Achtelfinale der Europa League. Das ist gut. Das war aber so erhofft, erwartet worden.

Wer, wie ich, keine Lust auf die politischen Begleiterscheinungen dieser Partie hatte, wer weder wem was zeigen mochte, wer nicht nach Rache gierte, nach Genugtuung, wer dieses Fußballspiel auch nicht als Gelegenheit zum Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit erachtete, für den war es einfach nur ein lahmer Kick. Mochten Manager Heidel und Trainer Weinzierl vor dem Spiel auch noch so oft davon sprechen, dass man sich ordentlich anstrengen wolle. Die Spieler wollten gerne mit weniger Anstrengung in die nächste Runde einziehen.

Kurz vor Schalkes Führung hätte es durchaus Strafstoß für PAOK geben können. Benni Höwedes stellte sich ungeschickt an, ließ das Bein stehen, der Gegner fiel etwas zu theatralisch. Wie es weitergegangen wäre, wären die Griechen so früh in Führung gegangen; man weiß es nicht. So aber erzielten beide Teams ihr Tor, das Spiel beruhigte sich und plätscherte dem Ende entgegen.

Aufgeregt hat mich eigentlich nur Max Meyer, einmal mehr. Sicher hatten auch andere keinen tollen Tag. Aber Max Meyer ist ein so unglaublich talentierter Spieler, dass ich stets geneigt bin, bei ihm höhere Maßstäbe anzusetzen. Er hat so wahnsinnig viel Potenzial. Da tut es doppelt weh, zu sehen mit wie wenig Selbstvertrauen er agiert!
Mittlerweile ist es „typisch Meyer“, den Ball zu stoppen, eine Halbdrehung zu vollziehen und nach hinten zu spielen. Selbst in Kontersituationen, nachdem von Fährmann aus drei schnelle Pässe in die Tiefe folgten, macht er seinen kleinen Kreisel und bricht den Vorstoß ab. Er, der eigentlich alles kann, der es sich aber offensichtlich häufig selbst nicht zutraut, ist dann eine Bremse in Schalkes Offensivspiel. Gegen PAOK auch. Ein Jammer.

Nüchterner Auswärtssieg

Schalke lässt bei PAOK den Dampf aus dem Kessel und fertigt das Heimteam mit 3:0 ab.

In der Nacht zuvor hatten sich Schalker in Thessaloniki übel benommen. Vor dem Spiel wurden Schalker schikaniert. Während des Spiels wurden Schalker per Banner und in großen Lettern als Nazis verunglimpft. Aber auf dem Platz ist jede Hitze nach 20 Minuten verpufft.

Nur Anfangs konnte PAOK Druck auf das Tor von Ralf Fährmann erzeugen. Danach war es ein ausgeglichenes Spiel auf niedrigem Niveau, in dem Schalke meist den Ball hatte, wenig damit anzufangen wusste, aber seine Chancen nutzte. Eigentlich ein eher schwaches Spiel der Blauen. Vielen Fehlpässe. Wenig strukturiertes Offensivspiel. Aber für PAOK reichte es dreimal. Und wenn man nicht so gut spielt, und dennoch 3:0 gewinnt, ist man in der Europa League ganz ordentlich unterwegs.

Schalke nochmal gegen PAOK

Gestern wurden in Nyon die Partien der Europa League Zwischenrunde ausgelost. Schalke 04 wird gegen PAOK Saloniki antreten. Meines Erachtens ein furchtbares Los.

Was vor drei Jahren in Gelsenkirchen gegen POAK Saloniki im Stadion geschah, und wie diese Ereignisse (nicht) aufgearbeitet wurden, wird zu Recht bis heute als schreiende Ungerechtigkeit empfunden. Das alles kocht nun wieder hoch. In der Vorberichterstattung zu den Spielen im Februar werden die Rückblicke auf diese Ereignisse das Sportliche überlagern. Als „Jetzt erst recht“-Aktion werden viele Schalker Fahnen mit der Mazedonischen Sonne ins Stadion mitbringen, das Symbol, um das sich damals der Streit entfachte. Im Gästeblock werden sich gewaltbereite Griechen davon provoziert fühlen. Ein großes Aufgebot an Polizei wird Präsenz zeigen und aus der Erfahrung mit ihrem damaligen Verhalten als feindlich beäugt werden.

Alles Mist, der mit Fußball nichts zu tun hat. Alles Dinge, die mir die Lust auf diese Spiele und den Stadionbesuch verderben.

Schalke verliert auch in Salzburg

Nach der Niederlage in Leipzig verliert Schalke 04 in Salzburg auch gegen die andere Fußballfiliale eines österreichischen Getränkeherstellers. Ein Spiel, das von den beiden Teams überraschend engagiert geführt wurde, wenn man bedenkt, dass es für beide Clubs um nichts mehr ging.

Schalke war das Ergebnis nicht egal. Die Mannschaft hängte sich in der zweiten Halbzeit rein, warf alles nach vorne, wollte den Ausgleich. Deshalb war das Spiel nicht langweilig, obwohl die Konstellation zuvor Langeweile vermuten ließ. Das war, neben der Einwechslung Atsuto Uchidas fürs Gefühl, das Positive an diesem Abend.

Guten Fußball spielte Schalke gestern nicht. Das Anrennen in der zweiten Hälfte war recht wild. Die Qualität der Chancen war nicht allzu hoch, viele Abschlüsse hatte man aus der Distanz, was nun mal vergleichsweise selten zum Erfolg führt.
In der ersten Hälfte agierte Schalke viel zu lässig, zeitweise fast arrogant. Zwischendurch schien es, als sei man vom Pressing Salzburgs genervt. Immer wieder wurde man unter Druck gesetzt und war wiederholt nicht in der Lage, sich dem zu entziehen.

Salzburg hat sich diesen Sieg verdient. Über 90 Minuten haben sie mehr dafür getan als Schalke. Aus Schalker Sicht gilt es, in der Bewertung die Balance zu finden. Zwar war das Ergebnis unwichtig und Trainer Weinzierl setzte eine „B-Elf“ ein. Andererseits standen mit Reese, Kehrer und Avdijaj nur drei unerfahrene Spieler für die Blauen auf dem Platz, alle anderen waren gestandene Profis, Spieler mit dem Anspruch, in Schalkes Stammformation auflaufen zu können.

Zwei Niederlagen in Folge, drei Spiele hintereinander, in denen Schalke in Rückstand geriet. Gegen Leverkusen muss Schalke wieder die Kurve in die richtige Richtung finden.

Rookies-Checken gegen Nizza

Schalke gewinnt auch sein fünftes Gruppenspiel in der Europa League, 2:0 gegen OGC Nizza. Ein Sieg, für den Schalke nie in den höchsten Gang schalten musste. Ein Spiel, das in der ersten Halbzeit lange nur vor sich hin plätscherte, in dem sich die Mannschaft nach der Pause aber nochmal zusammenriss, um den Zuschauern etwas mehr Tempo zu bieten. Eine Partie, die nachträglich als arg unglücklich verbucht werden müsste, wenn Max Meyer oder Nabil Bentaleb nach ihren verletzungsbedingten Auswechslungen am Sonntag aussetzen müssten. Aber ma’abwarten.

Letztlich wurde das Spiel durch den Ersteinsatz von vier Jungschalkern interessant.

Thilo Kehrer durfte in der Liga zwar schon zweimal für ein paar Sekunden übers Feld rennen, aber das war ja nicht ernst zu nehmen. Gegen Nizza stand er nun in der Startformation, ebenso wie Bernard Tekpetey, für den dies auch pedantisch betrachtet der erste Profieinsatz war.
Fabian Reese kam im Erstrunden-Pokalspiel gegen Villingen zu einer(!) Profiminute und durfte nun die zweite Halbzeit spielen. Und in den letzten neun Minuten feierte auch noch der durch österreichischen Profifußball vergleichsweise erfahrene 20-Jährige Donis Avdijaj seine Profi-S04-Pflichtspielpremiere.

An Donis rollten seine Einsatzminuten allerdings ohne nennenswerte Vorkommnisse vorbei. Zwei Vorkommnisse mehr als ihm lieb sein konnten waren für Bernard Tekpetey zu verbuchen, der am Ende mit Gelb-Rot vom Platz musste.

Meine Twitter-Timeline hatte Tekpeteys Spiel mehrheitlich positiv bewertet. Für mich war das nicht nachzuvollziehen. Zwar war er beweglich und lief viel, aber abgesehen vom „Herausholen“ des Elfmeters, bei dem sich der Verteidiger netterweise ungeschickt anstellte, ist ihm nichts gelungen. Seine Schwalbe zur ersten Gelben Karte war peinlich und in der Szene, nach der er vom Platz musste, nahm er einfach zu viel Verletzungsrisiko für seinen Gegner in Kauf. So geht das nicht. Erst recht nicht in der Nachspielzeit, schon gar nicht beim Stand von 2:0.

Fabian Reese sorgte in seiner Halbzeit für Tempo. Mehrmals startete er Läufe in die Tiefe. Nach einem schönen Anspiel von Junior Caicara verfehlte er seinen Treffer nur knapp. Reese, der kommenden Dienstag erst 19 Jahre alt wird, hinterließ einen guten Eindruck.

Einen fast schon souveränen Eindruck hinterließ Thilo Kehrer. Nur in den ersten Minuten war ihm eine gewisse Nervosität anzumerken. Flott bekam er mehr und mehr Sicherheit, spielte zunächst solide und risikolos, in der zweiten Hälfte mit mehr Mut und auch mit Eigeninitiative.

Es war schön zu sehen, welche Talente in Schalkes Kader auf ihre Chance brennen. Jedem der vier ist flott die nächste Chance zu gönnen. Aber vermutlich dürfen auch am Sonntag gegen Darmstadt wieder nur 11 Spieler eingesetzt werden, und vermutlich wird der Trainer die nächsten drei Punkte zunächst mit den erfahreneren Spielern zu gewinnen versuchen.

Ma’kucken.



Fotos: Tomek Bo