Artikel zum Schlagwort ‘FC Arsenal’

Absteiger der Woche: Mesut Özil

Wir freuen uns generell über jeden Neuzugang, der uns verstärkt. Und Gareth Bale ist ein sehr, sehr guter Spieler. Ich weiß genau, was ich kann, und ich werde mich auch in diesem Jahr durchsetzen.

… sagte Mesut Özil letzten Mittwoch als Spieler Real Madrids. Sonntag saß er beim Spiel gegen Atletic Bilbao erstmals nur auf der Bank. Einen Tag später wechselte er zum FC Arsenal.

Ich bin absolut begeistert, bei einem Klub diesen Formats zu spielen.

… sagte Mesut Özil nach dem Wechsel. Das nennt man wohl „professionell“.


Ein komisches Spiel

Welch ein intensives Spiel! Schalke erreicht nach einem 0:2 Rückstand gegen den FC Arsenal noch ein 2:2 Unentschieden und bot dabei Leistung von großartig bis gruselig. Am Ende gab es jubelnde und enttäuschte Schalker, verärgerte und zufriedene; und alle hatten irgendwie recht.

Was Schalke in der ersten Viertelstunde bot war fantastisch. Wie man Ball und Gegner laufen ließ, wie man spielerisch aus engen Situationen herauskombinierte, das war echte Champions League, das war zum Staunen. Und trotzdem warf man sich kurz drauf selbst wieder Knüppel zwischen die Beine.

Das erste Gegentor war Slapstick pur. Neustädter, der den Ball rückwärts in den Lauf des Gegners köpfte, Höwedes, der sich selbst unbeweglich grätschte und dann seinen Torwart behinderte, Unnerstall, der sich erst zu keinem Rauslaufen durchringen konnte und dann um Höwedes herumkurven musste, was ihn gegen Walcott zu spät kommen lies … Selbstverschuldeter geht’s nicht.

Dieses Ding traf Schalke ins Mark. Das zweite Gegentor und die Leistung in der folgenden halben Stunde waren Produkte des Schocks. Das Selbstvertrauen war wie weggeblasen. Fehlpässe reihten sich aneinander, plötzlich war alles unsicher und wackelig. Doch der Huntelaar-Treffer kurz vor dem Pausenpfiff, fast wie aus dem Nichts, gab Hoffnung. Und tatsächlich spielte Schalke in der zweiten Halbzeit wieder besser.

In dieser zweiten Halbzeit war nicht alles toll, aber Schalke machte Druck, blieb dran und drängte auf den Ausgleich. Die Kraft, mit der zu Werke gegangen wurde, war beeindruckend. Das Verhältnis Aufwand zu Ertrag war erschreckend.
Schalke spielt viel und gut, im Sinne des Wortes, aber Schalke spielt nicht mehr unbedingt zu Gunsten Huntelaars – und das gilt allgemein für die letzten Spiele. Farfan, Holtby und Afellay sind viel unterwegs, machen und tun, bekommen den Knicker aber zu selten auf des Mittelstürmers Fuß. Ja, Klaas-Jan Huntelaar lässt derzeit beste Chancen ungenutzt. Das ist schade, ändert aber nichts an seinen Eigenschaften als Stürmer. Will man diesen Spieler nutzen, muss man ihn im Strafraum in Ballbesitz bringen. Als „Mitspieler“ 30 Meter vor dem Tor sind die Qualitäten Klaas-Jan Huntelaars verschenkt.

Also schoss Jefferson Farfán nach dem gefühlten 163. Angriff endlich den Ausgleich, und prompt hoffte ich auf den Sieg. Ich bekenne, ich bin ein „Weiter! Weiter!“-Typ. Über Leute, die nach dem Hoffenheim-Spiel sagten, man hätte auch mal mit einem Unentschieden zufrieden sein müssen, kann ich nur den Kopf schütteln. Aber offensichtlich wollte die Mannschaft gegen Arsenal jenen Nachherbesserwissern genügen. Man war am Drücker, gab es aber auf. Schalke zog sich zurück, griff nur noch deutlich verhaltener an. Es gab noch Chancen, aber der Druck war weg. Dass sich mit solch verhaltenem Spiel trotzdem keine defensive Sicherheit erkaufen lässt, bewies Theo Walcotts Großchance in der 95. Minute.

Einen Zweitorerückstand aufzuholen ist toll, keine Frage. So richtig gelöst freuen konnte ich mich nach dem Abpfiff aber trotzdem nicht. Das Unentschieden mag „gerecht“ sein, aber Gerechtigkeit juckt mich wenig, wenn Schalke hätte gewinnen können; und meines Erachtens wäre das möglich gewesen. Arsenal ist mittlerweile – oder zumindest derzeit – mehr Name denn Klasse. Im Vergleich war Schalke die bessere Mannschaft. Fürs Achtelfinale qualifiziert ist man trotzdem noch nicht. Schade.



Foto: David Flores

Favoritensieg

Schalke gewinnt in London gegen den FC Arsenal mit 2:0, und was vor Wochen historisch anmutete war am Ende fast normal.

In Europa ist Schalke zwar meistens dabei, aber noch nicht immer mittendrin. Irgendwann während des Spiels erwähnte Marcel Reif die Statistik, dass Arsenal seit soundso vielen Jahren kein Champions League-Gruppenheimspiel verloren hätte. Das passte zum Gefühl nach der Auslosung dieser Gruppe: Arsenal ist der Favorit, Piräus und Montpellier sind sicher auch gut, aber Schalke kann schon weiterkommen. Das passte aber überhaupt nicht zum Geschehen auf dem Rasen. Denn Arsenal bot eine sehr durchschnittliche Offensiv- und eine ziemlich schwache Defensivleistung, während Schalke konzentriert zu Werke ging und fast über die gesamte Spielzeit als die reifere Mannschaft erschien.

Spätestens ab der Halbzeit wäre ich mit einem Unentschieden nicht mehr zufrieden gewesen. In den ersten 45 Minuten hatte Arsenal zwar den Hauptanteil des Ballbesitzes, Schalke aber wusste das Geschehen zu kontrollieren. Es wurde rechtzeitig attackiert, es wurden Bälle erobert, Arsenal kam kaum mal bis zum Strafraum durch. Umgekehrt hatten Ibrahim Afellay auf dem linken und Jefferson Farfán auf dem rechten Flügel unfassbar viel Platz. Aber Schalke traute sich insgesamt noch zu wenig zu, rückte nicht weit genug auf, war immer in Alarm- statt in Angriffsbereitschaft.

Das war in der zweiten Halbzeit anders. Nun begann Schalke zu agieren, behielt den Ball, versuchte Angriffe zu initiieren. Weiter stets über Außen, bis zuletzt verstand es Arsenal nicht, diese Schwachstelle auszubessern. Defensiv hatte Schalke den Gegner trotzdem weiterhin im Griff, und so wurde es nur eine Frage der Chancenverwertung. Zum Glück klappte es.

Der Jones für Höger-Wechsel ist meiner Ansicht nach misslungen. Sicher, Marco Höger war gelbbelastet, aber er machte ein gutes Spiel. Jones hatte in der zweiten Hälfte gleich drei schlechte Szenen. Direkt zwei Minuten nach Wiederanpfiff kurvte Arsenal um ihn herum und kam zum Abschluss. Und zweimal sah er schlecht aus, als er den in die Offensive aufgerückten Uchida rechts hinten vertreten musste. Zwar gab es in der entscheidenden Szene keinen Strafstoß, aber auf dem Weg in den Strafraum lies er sich allzu leicht ausspielen.

Beim Barnetta für Holtby-Wechsel hätte ich erwartet, dass Ibrahim Afellay in die Zentrale rückt und Tranquillo Barnetta den Flügel bespielt. Stattdessen übernahm Barnetta aber Holtbys Position. Hat er das auch schon in Leverkusen gespielt? Ich habe das nie gesehen. Hat er zentral für Schalke schon mal geglänzt? Mit ist das nicht aufgefallen. Bislang ist von der von Huub Stevens angekündigten, positionsbezogenen Flexibilität Afellays jedenfalls nichts zu sehen. Ibrahim Afellay spielt links, mit der Freiheit in die Zentrale zu rücken; und sonst nichts.

Am Ende war es keine Sensation, sondern ein durch den Spielverlauf gerechtfertigter Sieg des FC Schalke 04. Weiterhin erlangte man die Erkenntnis, dass keine Mannschaft in dieser Champions League-Gruppe tatsächlich besser als die eigene ist. Schalke hat das Zeug dazu, sich den Sieg der CL-Gruppe B zu sichern. Ma’kucken, was sich Arsène Wenger in den zwei Wochen bis zum Rückspiel einfallen lässt.



Foto: jpellgen

Nun abber ma Butter bei die Fische!

Lehmann hat sich fit gemeldet. Sonntag spielt der FC Aresenal gegen Sunderland. Für Lehmanns Chef Arsène Wenger ist es nun entgültig an der Zeit zu entscheiden, wer seinen Nr. 1 ist.

Mit Lehmanns Konkurrent Manuel Almunia im Tor hat Arsenal in der Liga alle 5 Spiele gewonnen, bei einem Torverhältnis von 13:2. Ausserdem gewann Arsenal mit ihm seine beiden Champions League Begegnungen, beide male spielte Almunia zu Null.

Lehmann hofft nun auf ähnlich weiche Argumente, auf die auch Kahn vor der WM gehofft haben muss, als sich sein Konkurrent Jens Lehmann sportlich nichts zu schulden kommen lies.

Lehmann schon Nr. 1b?

„Bei uns herrscht auf jeder Position Konkurrenzkampf. Wenn beide fit sind, liegt es an ihnen, wer die Nummer eins ist. Im Moment zählt für mich die Kontinuität. Selbst wenn er fit wäre, wüsste ich gegenwärtig nicht, ob ich ihn vorziehen würde“

Hat Herr Wenger zur Situation des Herrn Lehmann gesagt, weiß Herr sid zu berichten.

Irgendwo las ich mal, dass Lehmann auch so verdrängt werden möchte wie er Kahn verdrängte, „im fairen Konkurrenzkampf“. Den hat er nun im Verein. Mal sehen, ob er sich noch mal behauptet.

Der Vergleich seiner Interviews 2006 zu denen vor dem Wales-Spiel der Nationalmannschaft zeigt deutlich, wie viel einfacher sich ein Herausforderer gegenüber einem Herausgeforderten tut.

Lehmann will zur WM 2010 – als Torwarttrainer?

Lehmann ist 37 Jahre alt. Sein Club FC Arsenal – namentlich Arsène Wenger – schließt mit Spielern dieses Alters grundsätzlich nur Einjahresverträge ab. Aktuell ist Lehmann bei Arsenal nicht die klare Nr. 1. Vermutlich sieht sich Lehmann in der Defensive – und haut deshalb einfach mal einen raus!

Sein völliger Ernst kann es jedenfalls nicht sein, wenn er ankündigt bei der WM 2010 im Tor der deutschen Nationalmannschaft stehen zu wollen.
Mich erinnert das ein wenig an Jens Nowotny, der nach dem Spiel um Platz 3 im letzten Sommer in völliger Fehleinschätzung der Situation sagte, dass er nicht zurücktreten wolle.

Sicher, es gibt beim DFB eine langgepflegte Tradition, Torhüter mindestens ein Turnier zu lange zwischen den Pfosten zu lassen. Illgner war ’86 schon besser als Schumacher, ’92 war Köpke besser als Illgner. Und als Köpke dann, parallel zu seinen ständigen Abstiegskämpfen, endlich das Tor der Nationalmannschaft hüten durfte, war Oliver Kahn längst Deutschlands bester Torwart.

Klinsmann/Löw stellten Lehmann ins Tor und setzten den Spieler des vorherigen WM-Turniers, den Welttorhüter und Titan Oliver Kahn auf die Bank. Das war neu, dass ein verdienter Torwart gegen seinen Willen die Nr. 1 abgeben musste, und zugegebenermaßen war ich damals nicht dafür. Zugegebenermaßen haben Klinsmann/Löw aber eine ganze Menge richtig gemacht, und dies eben auch.

Derzeit bestimmen, zumindest was die Betreuung der Nationalmannschaft angeht, „moderne Kräfte“ beim DFB. Damit ein 40-Jähriger für Deutschland bei einem großen Turnier das Tor hütet, müssen zuvor schon arg reaktionäre Leute die aktuellen Machthaber ablösen.