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Schalke empfängt Augsburg

Saison 2017/2018, 16. Spieltag: Schalke 04 – FC Augsburg
 
Glückauf königsblog. Schalke 04 empfängt den FC Augsburg. Man mag mir Arroganz vorwerfen, aber dieser Club fliegt unter meinem Radar. Er interessierte mich, als Schalke seinen Trainer abwarb, was in mir damals Hoffnung auslöste, weil ich viel von diesem Trainer hielt. Aber das ist eben auch schon wieder eine kleine Schalke-Ewigkeit her.

Auch Augsburg hat seit dem schon den übernächsten Übungsleiter, Manuel Baum nämlich. Dieser hat diesen Club wieder in die Spur gebracht. Und während man als Schalker die bisherige Saison als durchaus gelungen bewertet, aktuell auf Rang 3 der Tabelle geführt wird, kann man nach Ausrichtung des Radars nicht umhin, auch Augsburg für deren bisherigen Ergebnisse zu achten. Schalke kam bislang auf 7 Siege, 5 Remis und 3 Niederlangen. Augsburg ist nur „ein Spiel schlechter“, mit 6 Siegen, 5 Remis und 4 Niederlagen. Schalke hat in seinen Heimspielen die viertmeisten Punkte geholt, Augsburg hat als Auswärtsteam ebenfalls die viertmeisten Punkte geholt – und dabei in Mainz, in Bremen und in Frankfurt gewonnen.

Fühlt Euch eingeladen, alle Gedanken, Erwartungen, Meinungen und Bewertungen zum Spiel unten in das Kommentarfeld zu schreiben.



Seit neuestem möchte ich die Spiele der Blauen in diesem Blog nicht mehr so regelmäßig begleiten wie ich es die letzten 10 Jahre tat, siehe hier und hier.

Rückschlag in Augsburg

Beim Auswärtsspiel in Augsburg kommt Schalke zu einem 1:1 Unentschieden. Das Ergebnis kann man akzeptieren. Die Leistung Schalkes nicht. Die Mannschaft lieferte nichts, was irgendwie hätte Spaß machen können.

Ich war nach Abpfiff des Spiels richtig sauer. An zu hohen Erwartungen lag es sicher nicht. Ich wusste das 4:0 gegen Gladbach einzuschätzen und habe es keineswegs als großen Befreiungsschlag gewertet. Mir war klar, dass Augsburg defensiv agieren und Schalke Probleme bereiten würde. Ich bin keineswegs davon ausgegangen, dass Schalke dieses Spiel unbedingt gewinnen würde. Ich kann mit einem Punkt aus Augsburg leben.

Womit ich nicht leben kann ist, dass Schalke über 90 Minuten keinen einzigen vernünftigen Angriff auf den Platz gebracht hat. Ein Sonntagsschuss brachte die Blauen in Führung, und ein katastrophaler Fehler Gojko Kacars in Kombination mit einer missglückten Faustabwehr Marwin Hitz‘ beschied ihnen die „100%ige Chance“ zum 2:0. Dazu ein Hackenschuss Embolos aus Abseitspositon und ein Abschluss Eric-Maxim Choupo-Motings aus zu spitzem Winkel, schon hat man alle Schalker Highlights in zwei Sätzen abgearbeitet. Ansonsten war da nichts. Gar nichts. Kein Spiel in die Tiefe. Keine gelungenen Dribblings. Kein Anspiel eines Stürmers im Strafraum. Keine gelungene Flanke. Fürchterliche Eckbälle.

Gegen den Ball habe Schalke aber gut gearbeitet, hieß es später. Mir fällt schwer, ob dessen zu jubeln. Für das Arbeiten gegen den Ball geht kein Fan ins Stadion. Das ist grundsätzlich zu leisten, das ist der Takt, der immer dazugehört. Zur Musik aber wird es erst, wenn auf Basis des Taktes etwas darüber hinaus geht. Und in ihrer Ganzheit lässt sich die Defensive kaum loben, wenn man erneut eine Führung nicht über die Zeit bringen konnte, wenn eine Verschärfung des Tempos auf Augsburger Seite nach dem Rückstand schon dazu führte, dass der FCA vermehrt zu Abschlüssen kam.

Schalkes Pressing konnte kaum Bälle in aussichtsreichen Positionen gewinnen. Bei Ballgewinnen konnte nicht ausreichend schnell umgeschaltet werden, um zu Chancen zu kommen. Aus dem Spielaufbau heraus mangelte es Schalke an Tempo und Kreativität, um Augsburg wirklich Probleme zu bereiten. Dazu die furchtbare Verletzung Breel Embolos, ausgerechnet des Spielers, dessen Leistungen dazu taugten an sie Hoffnungen knüpfen zu können. Ein furchtbares Spiel für Schalke 04. Ein wirklicher Rückschlag.

Weinzierls Trainerteam wird komplettiert

Der FC Augsburg hat heute offiziell mitgeteilt, die Verträge mit den Trainern Wolfgang Beller, Tobias Zellner und Thomas Barth aufgelöst zu haben. Die Auflösungsvereinbarungen seien gestern unterzeichnet worden. Es ist davon auszugehen, dass alle drei in Kürze Angestellte des FC Schalke 04 werden und das Trainerteam um Markus Weinzierl komplettieren. Alle drei sind langjährige Begleiter und Vertraute von Markus Weinzierl.

Tobias Zeller ist 38 Jahre alt und spielte als Aktiver mit Weinzierl bei Jahn Regensburg zusammen. Nach Beendigung seiner Spielerlaufbahn wechselte er zunächst in den Vorstand des SSV Jahn. Nach nur einem Jahr folgte er Markus Weinzierl nach Augsburg und war dort fortan dessen Co-Trainer. Wolfgang Beller ist 51 Jahre alt und in Weinzierls Team für die Gegner-Beobachtung zuständig. Er kam 2009 nach Regensburg, als Markus Weinzierl dort bereits Cheftrainer war. Thomas Barth ist 35 Jahre alt und Athletik-Trainer. Wie auch Beller war er beim SSV Jahr in Regensburg nur teilzeitbeschäftigt. Außerdem arbeitete er im Reha-Zentrum von Klaus Eder in Donaustauf. Eder ist Physiotherapeut der deutschen Fußball-Nationalelf.

Wörtlich: Tobias Zellner

Ich finde es schade, was da gerade abläuft. Es ist klar, dass dies alles nicht gut ist für alle Beteiligten.

Tobias Zellner ist Co-Trainer und Vertrauter von Markus Weinzierl. Gemeinsam mit dem für Gegner-Beobachtung zuständigen Wolfgang Beller und Athletik-Trainer Thomas Barth möchte er dem Chef-Trainer zum FC Schalke 04 folgen. Der FC Augsburg hat für die drei keine Verwendung mehr, da Dirk Schuster, der neue Cheftrainer des FCA, seine eigenes Team mitbringt. Nach der Posse um das Hinhalten Weinzierls hakt nun aber auch dieser in der Bundesliga sehr übliche Vorgang, da FCA-Geschäftsführer Stefan Reuter nicht einlenken mag.



Quelle: Augsburger Allgemeine

Personalie Weinzierl endlich offiziell


Kurz vor 19 Uhr gestern Abend war es dann endlich soweit. Schalke machte die Personalie Markus Weinzierl offiziell bekannt. Der in Straubing geborene, 41-Jährige Fußballlehrer wird damit der neunte Cheftrainer des FC Schalke 04 seit Beginn meiner Bloggertätigkeit im Jahr 2007, kurzfristige Interimslösungen nicht eingerechnet.

Tatsächlich war es allerdings bereits eine Stunde zuvor soweit. Um 17:51 Uhr meldete der offizielle Twitter-Account des FC Augsburg die Verpflichtung Dirk Schusters als neuem Cheftrainer und das Gehen Markus Weinzierls. In der dazugehörigen Meldung auf der Webseite des Clubs wurde Schalke 04 als das Ziel Weinzierls genannt. Damit wurde klar, dass das letztlich „lange Warten auf Weinzierl“ nicht etwa an einem irgendwie blockenden oder zu langsamen Schalker Aufsichtsrat lag, oder an irgendwelchen Juristen, welche zur Prüfung von Verträge länger als Gedacht gebraucht hätten. Der FC Augsburg wollte es schlicht so. Der FCA gab Markus Weinzierl die Freigabe nur unter der Bedingung, dass bereits sein Nachfolger feststeht, dass man diese Personalien von sich aus und Gleichzeitig verkünden würde.

Dass das die Schalker Seite genervt haben dürfte, liegt nah. Insbesondere Markus Weinzierl selbst hätte sich sicherlich einen vernünftigen Abschied aus Augsburg und eine zeitnahe Pressenkonferenz zu seiner Vorstellung auf Schalke gewünscht. Markus Weinzierl hatte Stefan Reuter seinen Wechselwunsch bereits im Januar mitgeteilt. Damit wurde der Trainer zur Verhandlungsmasse, und da Schalkes neuer Chefeinkäufer Christian Heidel selbst erst spät offiziell in sein Amt fand, konnte und wollte Augsburg lange so tun als wäre es möglich, dass man weiterhin auf des Trainers Dienste zur nächsten Saison pocht.

Faktisch war das ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr möglich. Und spätestens als man sich mit Schalke einig war, wäre es normal gewesen, Markus Weinzierl die Freigabe zu erteilen um ihm den ordentlichen Einstand beim neuen Club zu ermöglichen. Augsburg brauchte einen neuen Trainer, und man tat, als könne man das eigene Problem zum Problem des FC Schalke 04 und zu Markus Weinzierls Problem machen. Dadurch, und durch „drittklassige Öffentlichkeitsarbeit“ des FCA, misslang ein sauberer Wechsel des Trainers. Eben in diesem Kontext sind dessen Interviews in der Augsburger Allgemeinen und Sportbild zu sehen, in denen er sich schon vor der offiziellen Verkündung als Schalke-Trainer gab. Es wird ihm schlicht gestunken haben, als Spielball seines Ex-Clubs herhalten zu müssen.

Aber haken wir das hiermit ab.

Glückauf, Markus Weinzierl!

Wie geht’s Markus Weinzierl?

Man weiß es nicht. Vermutlich fühlt er den Zauber, der, wie man sagt, jedem Neuen innewohnt.

Es heißt, er flöge nach Marbella. Dorthin, wo Christian Heidel, Schalkes neuer starker Mann, Urlaub macht. Es heißt, nur Urlaub mache dort niemand, sie planten dort die neue Saison. Was sich gut anhört, angenehm. Was keinerlei Probleme mit sich bringen sollte. Schließlich hatte, wie wir mittlerweile wissen, Christian Heidel jahrelang kein Fußballmanager-Büro, führte die Geschäfte des FSV Mainz 05 in seinem Autohaus. Autohaus, Ferienhaus, einerlei.

Es heißt, der Trainer bekäme die Freigabe für den Wechsel vom FC Augsburg erst, wenn Augsburg selbst einen neuen Trainerverpflichtung sicher habe. Es heißt, Augsburg wolle Dirk Schuster von Darmstadt 98. Es heißt, Dirk Schuster bekäme die Freigabe von Darmstadt 98 erst, wenn Darmstadt 98 eine adäquate Ablösesumme ausgehandelt und selbst eine neue Trainerverpflichtung sicher habe. Es heißt, Darmstadt 98 suche gerade nach einem Ersatz für Dirk Schuster. Wer weiß, vielleicht bekommt dieser Ersatz die Freigabe erst, wenn sein vorheriger Club selbst eine neue Trainerverpflichtung sicher hat. Und so weiter, und so fort. Es ist die Zeit, da der Schwanz mal die Chance hat, mit dem Hund zu wedeln.

In den letzten Wochen hieß es nahezu jeden Tag in irgendeiner Zeitung, vermutlich heute würde die Verpflichtung Markus Weinzierls endlich bekanntgegeben. Nie war es soweit. Wird es heute soweit sein? Aber wann gäbe es dann die fällige Vorstellung, die Pressekonferenz, wo die Herren doch im Ferienhaus planen? Wird es also noch Wochen dauern? Wie wichtig ist das eigentlich? Wird Markus Weinzierl auf der Pressekonferenz was anderes sagen als André Breitenreiter vor einem Jahr? Und welches Bier muss ich mir dazu kaufen?

Das alles weiß ich noch nicht. Ich denke, Markus Weinzierl geht’s dennoch gut.

Das Ende der Breitenreiter-Saison

Im letzten Heimspiel der Saison fängt sich Schalke gegen den FC Augsburg kurz vor dem Abpfiff den 1:1 Ausgleichstreffer. Damit sicherte sich Augsburg den Klassenerhalt und Schalke verspielte die letzte Chance auf Platz vier. „Schade, aber eben auch nicht verdient“ kann als Merksatz für dieses Spiel, aber auch für die ganze Saison 2015/2016 gelten. Eine Saison, die nun ad acta gelegt werden kann. Eine Saison, deren Besonderheit eben darin bestand, dass André Breitenreiter Trainer war. Mehr leider nicht.

Nein, dieses Spiel riss einen nicht von den Sitzen. Schalke hatte den Ball, aber konnte sich nur wenige richtig gute Chancen erspielen. Wie so häufig eben. Aufregend war es nur am Ende, als Schalke zunächst selbst den Ball über die Linie duselte, nur um sich mit dem zweiten Augsburger Schuss aufs Tor den Sieg doch wieder nehmen zu lassen. Und während es mein Sohn neben mir schaffte, nur im Augenblick zu leben und richtig sauer über den verpassten Sieg zu sein, saß ich da und fragte mich, warum die Fans vor einem Jahr Zeter und Mordio schrien, diesmal aber freundlich applaudierten. Diese Saison war wie eine als hübsches Geschenk verpackte Schachtel, die sich nach dem Öffnen als leer erwies.

Breitenreiter konnte keinen Spielstil etablieren

Nach Roberto Di Matteo war André Breitenreiter ein Typ, der sich passend zum Club anfühlte. Er zeigte sich ehrgeizig, sagte die richtigen Dinge und ließ die Mannschaft offensiv spielen. Schalke gewann 3:0 in Bremen und zeigte gegen Mainz ein tolles Heimspiel. Dazwischen verlor man klar in Wolfsburg und kam trotz überlegenem Spiel gegen Darmstadt nicht über ein 1:1 hinaus. Schnell war klar: Schalke ist weiterhin fehlerhaft. Aber niemand hatte erwartet, dass sofort alles gut würde. Solange es doch nur in die richtige Richtung liefe, solange man hoffen konnte, dass sich die Mannschaft verbessert, und solange man Spaß mit einen offensiven Spielstil haben konnte, war alles okay.

Doch alles das verlor sich im Laufe der Saison. André Breitenreiter ärgerte sich über zu einfach zugelassene Gegentreffer, suchte nach „mehr Balance“, doch er fand sie bis heute nicht. Da spielte Schalke in Frankfurt vollkommen offensivbefreit, um sechs Tage später in Köln zu stürmen als gäbe es kein Morgen. Bis heute kann man nicht sagen, für welchen Spielstil der FC Schalke 04 unter André Breitenreiter steht.

Heldt und Breitenreiter als schlechtes Team

Auch abseits des Platzes war die gute Stimmung nicht von Dauer. Kaum vorstellbar, dass ein Manager und ein neuer Trainer schlechter harmonieren könnten als Horst Heldt und André Breitenreiter. André Breitenreiter erklärte mehrfach öffentlich, wie wichtig Julian Draxler für sein Spiel sei, dass er ihn unbedingt behalten wollte. André Breitenreiter erklärte öffentlich, dass der Kader unbedingt noch einen erfahrenen Defensivspieler brauche. Horst Heldt verkaufte Julian Draxler zum letztmöglichen Zeitpunkt, ohne einen Ersatz parat zu haben. Statt einen erfahrenen Defensivspieler zu verpflichten wurde Pierre-Emil Höjbjerg ausgeliehen, so jung und unerfahren wie der restliche Schalker Kader. Außer Höjberg verpflichtete Schalke zu dieser Saison Junior Caicara, Sascha Riether, Johannes Geis, Alessandro Schöpf, Franco Di Santo und Younes Belhanda. Riether war verletzt. Die fünf anderen saßen gegen Augsburg zu Beginn nur auf der Bank. Keine Verpflichtung wurde bislang zu einer festen Stütze der Mannschaft. Und während André Breitenreiter im Laufe der Saison die Qualität des Kaders infrage stellte, bemerkte Horst Heldt nach dem Spiel gegen Augsburg, dass man das Potenzial gehabt hätte, um die Plätze drei und vier mitzuspielen zu können.

Keine Steigerung zur vergangenen Saison

Was bleibt ist eine Saison, in der Schalke in 33 Spieltagen 49 Punkte zusammentragen konnte – einen mehr als in der als so katastrophal empfundenen letzten Spielzeit. André Breitenreiter war dabei so wenig in der Lage, der Mannschaft eine geeignete Spielweise beizubringen, wie Roberto Di Matteo zuvor. André Breitenreiter hatte letztlich aber den „Er hat’s zumindest versucht“-Bonus und er war dabei vielen Schalkern sympathisch, während man mit Roberto Di Matteo nie so recht warm wurde und sein Fußball vor allem als destruktiv erachtet wurde.

In einer Woche geht es gegen Hoffenheim nun noch darum, ob man als Siebter zwei Qualifikationsrunden zur Europa League spielen oder sich diese mit einer besseren Platzierung noch ersparen kann. Gefühlt ist die Saison aber schon vorbei. 2009 spielte Schalke am letzten Spieltag ebenfalls gegen Hoffenheim. Auch damals ging es für die Blauen um nichts mehr. Damals war zu diesem Zeitpunkt bereits klar, dass Felix Magath als nächster Hoffnungsträger verpflichtet worden war. Und auch wenn es letztlich nicht gut ausging: Seit ich regelmäßig über die Blauen schreibe war die erste Saison unter Felix Magath die Spielzeit, mit der ich den meisten Spaß hatte.

Der nächste Hoffnungsträger heißt Christian Heidel, und welcher Trainer auch immer.



Foto: Thomas Rodenbücher