Artikel zum Schlagwort ‘FC Augsburg’

Happy Weekend (7)

Auch in der letzten Saison hatte der FC Schalke 04 am 33. Spieltag sein letztes Heimspiel. Als Gegner war des SC Paderborn zu Gast, mit seinem Cheftrainer André Breitenreiter. Schalke gewann glücklich mit 1:0, und nach einer als furchtbar empfundenen Saison gab es Tumulte, wurden Spieler und Funktionäre beschimpft. Als auf Schalke 78 Tage später die neue Saison eröffnet wurde, war André Breitenreiter Cheftrainer der Blauen.

Nun ist wieder der 33. Spieltag, wieder hat Schalke sein letztes Heimspiel, der FC Augsburg ist zu Gast. Ob die Blauen diese Saison besser abschließen als die letzte ist vollkommen offen.

Derzeit haben sie drei Punkte mehr auf dem Konto als vor einem Jahr. Die Stimmung ist besser, keine Frage. Das mag auch daran liegen, dass man heute noch auf Platz 4 schielen kann, während man vor einem Jahr diesbezüglich weit abgeschlagen dastand. Doch selbst wenn Schalke morgen verlieren und keine Chance mehr auf eine Champions League Qualifikation haben sollte, wird es keinen solchen Tullus wie in der vergangen Saison geben. Mir scheint, als hätten sich die Leute daran gewöhnt, dass Schalke eben nicht mehr so gut ist wie vor einigen Jahren.

Mir scheint außerdem, dass sich mehr und mehr Resignation breit gemacht hat. Denn auch wenn die Stimmung nicht so schlecht ist wie vor einem Jahr, gut ist sie keinesfalls. „Immer dieselbe Scheiße“ ist zum geflügelten Wort geworden, auf Schalke. Nach Herbert und Kerstin in der letzten Saison werden nun auch Hans und sein Kumpel ihre Dauerkarten abgeben. Herbert und Kerstin saßen neben mir, Hans und sein Kumpel sitzen morgen zum letzten Mal vor mir. Sie saßen da seit die Arena eröffnet wurde. Nun haben sie endgültig keine Lust mehr.

Die Medien sind sich in erstaunlicher Übereinstimmung sicher, dass Schalkes zukünftiger Manager Christian Heidel nicht mit André Breitenreiter weitermachen möchte. Als Nachfolger wurde bislang häufig Augsburgs Cheftrainer Markus Weinzierl genannt. Die Eröffnung der Saison 2016/2017 findet auf Schalke heute in 100 Tagen statt. Ma’abwarten.
 
 
Gegen Augsburg, auf’m Platz

Auf’m Platz werden vor dem Spiel Joel Matip, Marco Höger, Michael Gspurning und Horst Heldt verabschiedet. Ich gehe von tosendem Applaus für Joel Matip und warmem Applaus für Marco Höger und Michael Gspuning aus. Wie sich das Stadion bei der Verarbschiedung Horst Heldts verhalten wird, vermag ich nicht einzuschätzen.

Horst Heldt hat sich, bei allen meines Erachtens sehr berechtigten Kritiken, stets loyal verhalten. Ich würde mir sehr wünschen, dass diese Verabschiedung ordentlich verläuft, dass er seinen Applaus bekommt, dass diese Verabschiedung ohne fiese Zwischentöne vonstattengeht. Da er sich aber nunmal nicht selbst Tschöö sagen kann, und da solch eine Verabschiedung in der Regel durch einen „Vorgesetzten“ durchgeführt wird, und da dies entsprechend Clemens Tönnies sein müsste, droht eine bizarre Situation. Eine Situation, in der Tönnies „warme Worte“ finden muss, obwohl er mit Horst Heldt letztlich nicht zufrieden war und ihn deshalb nicht behalten wollte. Journalisten werden genau hinhören und seine Worte notieren. Die Fans, die sich in der Vergangenheit bereits deutlich gegen Clemens Tönnies positioniert haben, werden ebenfalls genau hinhören und seine Worte in Zukunft gegen ihn zu nutzen versuchen. Durchaus denkbar, dass die Verabschiedung Horst Heldts durch Pfiffe gegen Clemens Tönnies unschön verlaufen könnte.
 
 
Daten und Drumherum

Der FC Augsburg spielt nun schon im fünften Jahr in der Bundesliga. Bislang konnte Schalke alle vier Heimspiele gegen die Fuggerstädter gewinnen. Im Moment ist Augsburg aber recht gut in Form. Von den letzten vier Spielen konnte man drei gewinnen, dabei die Auswärtsspiele in Wolfsburg (2:0) und Bremen (2:1). In seinen letzten vier Auswärtsspielen hat Augsburg stets jeweils zwei Treffer erzielt.

Augsburg hatte sich in der letzten Saison für die Europa League qualifiziert und kam zu Beginn dieser Saison mit der Dreifachbelastung aus Liga, Pokal und Europapokal nicht recht klar. Nach 12 Spieltagen lag man mit nur sechs Punkten auf dem letzten Tabellenplatz, schon fünf Punkte hinter Hannover auf Rang 15. Seitdem spielt Augsburg aber eine gute Saison. In einer imaginären Tabelle ab dem 13. Spieltag bis heute läge der FC Augsburg auf Platz 4. Nur Bayern München, Borussia Dortmund und Leverkusen haben seitdem mehr Punkte eingefahren.

Im Spiel gegen Hannover 96 hatte kein Schalker eine Gelbe Karte gesehen. Entsprechend ist für das jetzige Spiel kein Schalker gesperrt und es bleibt dabei, dass insgesamt 6 Schalker mit je vier Gelben Karten von einer Sperre bedroht sind: Aogo, Geis, Goretzka, Meyer, Neustädter und Sanè.

Schiedsrichter der Partie wird Christian Dingert aus Thallichtenberg sein. Dingert leitete bislang sieben Spieles des FC Schalke, zuletzt das 1:3 gegen Werder Bremen am ersten Rückrundenspieltag. Für Augsburg ist Dingert sowas wie der Standard-Schiri. Dies wird bereits das 24. FCA-Spiel sein, das der 35-Jährige leitet. Mit keinem anderen Club hatte Dingert so häufig zu tun.

Für Samstag sind für Gelsenkirchen 26° C und Sonnenschein angesagt. Durch das offene Dach wird also blauer Himmel und vielleicht die eine oder andere weiße Wolke zu sehen sein. Schön!

Heute und morgen haben tatsächlich keine Schalker Spieler oder Trainer Geburtstag. Am Sonntag wird Aníbal Matellán 39 Jahre alt, nach Dios Di Ospeo und vor Franco Di Santo der dritte Argentinier im Schalke-Trikot. Ebenfalls am Sonntag feiert Schalkes Jahrhundert-Elf-Torhüter Norbert Nigbur Geburtstag. Er wird 68 Jahre alt.
 
 
Das Gerücht des Wochenendes

Das Gerücht des Wochenendes ist zweifellos, dass Julian Draxler zu Schalke zurückkehren soll. Dies berichtet heute die Hamburger Morgenpost. Demnach wäre Wolfsburg eh nicht Draxlers Wunschclub gewesen, sondern Juventus. Nun würde der VfL Wolfsburg plötzlich sparen und ihn von der Gehaltsliste haben wollen. Schalke würde die zuletzt bekommenen 36 Millionen Ablöse aber nicht zahlen. Im Gespräch seien 25 Millionen.
 
 
Mehr Schalke

Schalkes Regionalligateam spielt am Samstag um 18 Uhr am Flinger Broich gegen Fortuna Düsseldorf. Schalke steht auf Platz 8 und kann nicht mehr in Abstiegsgefahr geraten.

In der Weststaffel der Junioren-Bundesliga steht Borussia Dortmund als Staffelmeister fest. Vor dem letzten Spieltag liegt Norbert Elgerts U19 mit 5 Punkten Rückstand auf Platz 2. Dieser letzte Spieltag führt die Blauen nach Bochum, zum VfL, der mit acht Punkten Rückstand auf die Schalker Rang drei belegt. Das Spiel findet am Samstag um 13 Uhr an der Hiltroper Straße statt.

Auch bei der B-Jugend liegt Borussia Dortmund vor Schalke. Zwei Spieltage vor Saisonende haben die Gelben vier Punkte Vorsprung. In dieser Woche ging es aber zunächst um den Verbands-Pokal. Im Halbfinale schlugen die Blauen vorgestern Eintracht Dortmund mit 6:0. Das Finale findet am 25. Mai statt. Gegner: Borussia Dortmund. An diesem Wochenende hat das Team von Frank Fahrenhorst spielfrei.
 
 
Und sonst? Wat zu gewinnen!

Wie ich letzte Woche schon mal thematisierte, ist die Europameisterschaft nicht mehr allzu weit entfernt. Und auch die Spiele als solche sind nicht zu weit entfernt, in Lille ist man in weniger als vier Stunden, aus Gelsenkirchen mit dem Auto.

Ich bin ein großer Gewinnspielfan. Zur WM 2006 habe ich bei einem Preisausschreiben ein Ticket für das Spiel Schweden gegen England in Köln gewonnen. Seitdem mache ich bei allen Gewinnspielen mit, bei denen ich den Preis auch nur im Entferntesten gerne gewinnen wollen würde. Es gilt, dem Glück die Chance zu geben.

Hyundai ist offizieller Sponsor der UEFA Euro 2016 und hat einen virtuellen Fan Park eingerichtet. Neben einem Fanorakel und einem Tippspiel gibt es dort auch die Möglichkeit, an einem Gewinnspiel teilzunehmen und mit ein bisschen Glück live bei einem der Spiele dabei zu sein. Ein sicherlich unvergessliches Erlebnis, das einen die Faszination Fußball gewahr werden lässt. Eben die Faszination, die auch dem kleinen Helden des folgenden Filmchens der Antrieb ist, und die irgendwann einmal uns allen Antrieb war …
 

 
 
So. Schönet Wochenende, bis Montach.



Disclaimer: Der Hinweis auf das Gewinnspiel ist gesponsert von Hyundai

Gebrauchter Tag für S04 in Augsburg

Johannes Geis, Schalke 04Schalke verliert 2:1 in Augsburg. Eine selbstgemachte Niederlage, ein Spiel, bei dem die Blauen nie in die Spur fanden. Dass das entscheidende Tor nach einem Handspiel fiel war noch der Tritt in den Haufen nach einem ehedem missratenen Tag.

Ein furchtbar anzuschauendes Spiel. Weder die einen, noch die anderen zeigten guten Fußball. Eine Reihung von Zweikämpfen und Fehlpässen. Schalkes beste Phase war die Zeit zwischen dem 0:1 und dem Halbzeitpfiff. Da keimte Hoffnung auf Besserung in Halbzeit 2 – die allerdings enttäuscht wurde.

Ja, Bobadilla hätte mit Rot vom Platz gemusst. Ja, es gab ein Handspiel vor dem Siegtreffer der Augsburger. Das ist ärgerlich. Und der Rückstand vor der Pause passt auch in die Reihe der vielen unglücklichen Gegentore der letzten Zeit: Matips Ausrutscher gegen Gladbach. Alabas abgefälschter Ball gegen München. Riethers Gesicht-Eigentor gegen Leverkusen. Nun erneut ein blöd abgefälschter Ball, der Ralf Fährmann keine Chance ließ. Ausreden bieten sich also viele an. Das alles entschuldigt aber nicht das schlechte Spiel der Blauen.

Schalke erspielte sich kaum Chancen, erspielte kaum überhaupt irgendwas, sondern wurde von Augsburg in ein Kampfspiel gezogen, das letztlich ausgeglichen vor sich hin bollerte. Max Meyer und Leroy Sané waren diesmal normale Jungspunde, die nicht weiter auffielen. „Quaterback“ Johannes Geiß lenkte nur arg eingeschränkt und brachte überraschend viele Pässe zum Gegner. Kein Blauer, der das eingefahrene Tun mit einer überzeugenden Einzelleistung hätte aufbrechen können. Klaas-Jan Huntelaar, dem einmal mehr die Bindung zum Spiel der Mannschaft fehlte. Und wenn eine Begegnung eben ausgeglichen auf eine Entscheidung wartet ist Fußball nun mal ein furchtbar zufälliges Spiel, das dann eben unglücklich enden kann.

Dieser Auftritt in Augsburg war einer der schlechtesten des FC Schalke 04 unter André Breitenreiter. Die erhofften sieben Punkte aus den letzten drei Spielen sind nun nicht mehr möglich. Dank der „im Schlechten mitmachenden“ Konkurrenz liegen die Blauen aber weiterhin nur zwei Punkte hinter Platz 4.

Insofern hat Schalke an diesem gebrauchten Tag sogar noch Glück gehabt.



Foto: Tomek Bo

Gerüchte um Weinzierl

Die Bild brachte vor zwei Wochen die Meldung, Schalke wolle Marc Wilmots und habe auch bereits mit ihm verhandelt. Dies wurde später von Wilmots selbst bestätigt. Die WAZ berichtete gestern, dass auch Sascha Lewandowski ein Kandidat für Schalke sei und gute Karten habe. Die RuhrNachrichten wussten heute früh keinen neuen Namen zu nennen, sie schrieben aber, es gäbe neben Wilmots und Lewandowski noch einen anderen Kandidaten. Heute Abend kam Spiegel Online dann mit dem entsprechenden Namen raus: Markus Weinzierl.

Der Trainer des FC Augsburg sei von Beginn an Schalkes Wunschtrainer gewesen. Es habe bereits Ende Mai Gespräche gegeben. Schalke habe ihm einen Vierjahresvertrag angeboten. Weinzierl habe die Möglichkeit zu einem Wechsel, er habe sich ausbedungen, dass der FC Augsburg bei einem für ihn interessanten Angebot verhandlungsbereit sein müsse, als er seinen Vertag erst vor kurzem verlängert hatte. Gegenüber Schalke habe er sich Bedenkzeit erbeten.

Keine halbe Stunde nach der Veröffentlichung bei Spiegel Online titelte Bild: „Weinzierl will zu Schalke“. Er habe eine Ausstiegsklausel und könne Wilmots „tatsächlich noch ausstechen“. Noch ein Stündchen später kam auch Sport1 um die Ecke und schrieb, nach ihren Informationen böte S04 einen Dreijahresvertrag, und Weinzierls Entscheidung würde noch in dieser Woche fallen. Auch Sport1 schrieb von einer Ausstiegsklausel. Ungefähr zeitgleich brachte auch die „Augsburger Allgemeine“ die Geschichte. Hier kam Klaus Hofmann, der Präsident des FC Augsburg, in einer Stellungnahme zu Wort und zeigte sich überrascht. Er habe keine Informationen, dass Weinzierl den Club verlassen wolle. Weiter hieß es in dem Text, dass Weinzierl nach Informationen der Redaktion keine Ausstiegsklausel habe.

Was ich davon halte?
Ich zähle nach, welche Medien sich noch nicht hervorgewagt haben.

Schalke ist zu schwach für die Champions League

Aber man tut so als hätte man es noch nicht gemerkt
 

Schalke kann auch in Augsburg nicht gewinnen und redet doch gleichzeitig weiter von der Champions League-Qualifikation. Das ist peinlich. Wie viel Wirklichkeit braucht es noch, wie viel Realität, mit der flachen Hand ins Gesicht dieses Clubs?

Man müsse weiter von Spiel zu Spiel denken. Man wolle eine Serie starten. Wenn die Mannschaften oben straucheln, wolle man da sein. Das waren die Sprüche von Schalker Seite, nach dem Spiel. Max Meyer und Ralf Fährmann sagten, es hätte in Augsburg an Glück gefehlt. Roberto Di Matteo wollte gar ein gutes Spiel seiner Mannschaft mit vielen Chancen gesehen haben, ein Spiel, das seine Mannschaft „ganz gut kontrolliert“ hätte.

Nein.

In der ersten Hälfte war Augsburg die bessere Mannschaft. Zwar funktionierte Roberto Di Matteos taktische Umstellung zur Halbzeit und Schalke hatte fortan mehr von Spiel. Aber wirklich zwingende Chancen hatte Schalke gerade mal zwei: Ein Kopfball von Joel Matip nach Eckball in der 10. Minute und die Großchance Klaas-Jan Huntelaars in der 54. Minute, welche auf zum Haareraufen animierende Art vergeben wurde. Wenn man mehr nicht zu erzwingen in der Lage ist, ist das kein fehlendes Glück. Dann ist man eben nicht besser als der Gegner.

Schon vor zwei Wochen war Schalke nicht besser als der Gegner, im Gegenteil, gegen Leverkusen unterlag man verdient. Und während auf Schalke der Vorstandsvorsitzende per Sportbild vollen Einsatz fordert, fieselt die „Clubs oben“ ihre Gegner mit jeweils vier Treffern ab.

Am 20. Spieltag gewann Schalke gegen Borussia Mönchengladbach mit 1:0, es war meines Erachtens das beste Saisonspiel der Blauen. Seitdem hat Gladbach kein Bundesligaspiel mehr verloren, aus den folgenden 7 Spielen holte Lucien Favres Team 17 Punkte. Leverkusens Serie begann zwei Spieltage später. Seit dem 23. Spieltag gewann die Werkself fünfmal in Folge, alle Spiele ohne Gegentor. Von Serien gesprochen wird hingegen vor allem auf Schalke. Dabei ist es vor allem Schalkes aktuelle Serie, eben nicht zu gewinnen.

6 der letzten 7 Bundesligaspiele konnte Schalke nicht gewinnen und kam dabei gerade mal auf 6 Punkte. Von 13 Auswärtsspielen konnte Schalke 10 nicht gewinnen: 4 der restlichen 7 Saisonspiele finden auswärts statt. Seit Einführung der 3-Punkte-Regel landete am Saisonende nie ein Club auf den ersten vier Plätzen, der 8 Spieltage vor Schluss mit mehr als 3 Punkten zurücklag: Schalke liegt 7 Spieltage vor Schluss 8 Punkte zurück.

Schalke wird sich in dieser Saison nicht für die Champions League qualifizieren. Dazu war Schalke viel zu oft nicht gut genug. Weiter offen ist, ob Schalke gut genug ist, sich für die Europa League zu qualifizieren. Wenn man weiter davon ausgeht, dass es reicht, sich zwei gute Chancen zu erarbeiten und auf Glück zu hoffen, wird auch dies nicht gelingen.

Gruselsieg an Halloween

Schalke gewinnt sein Heimspiel gegen den FC Augsburg mit 1:0 und verkürzt den Abstand zu Platz 4 auf drei Punkte. Das ist prima und rechtfertigt Jubel. Das Spiel als solches war für die Zuschauenden aber trotzdem Saures denn Süßes, am Abend vor Allerheiligen.

Will man erklären, warum der Sieg verdient gewesen ist, muss man schon auf sowas profanes wie „viel Kampfgeist“ oder „man habe toll füreinander gearbeitet“ abheben. Oder auf die Einzelleistung von Atsuto Uchida, der gleich nach seiner Vertragsverlängerung bis 2018 ein überragendes Spiel machte, sein vielleicht bestes als Schalker bisher. Eigentlich reicht sowas für einen Bundesligasieg nicht. Diesmal schon. Dem großen Kürbis sei Dank.

Eigentlich stellte Augsburg die reifer agierende Mannschaft. Gegen ihr Pressing bis zum Schalker Strafraum wussten die Blauen nichts auszurichten und wirkten ähnlich hilflos im Spielaufbau wie gegen Leverkusen. Augsburg wusste im Mittelfeld häufig Überzahl in Ballnähe zu schaffen und profitierte von der fehlenden Präzision im Schalker Spiel.

Anfangs schaffte es Schalke noch, im Angriff die ganze Platzbreite zu nutzen und Max Meyer als Zehner gut einzubinden. Zu klaren Aktionen kam es dennoch nicht, irgendwas ging zuvor stets schief. Im Laufe des Spiels ging immer mehr, irgendwann fast alles schief und phasenweise flipperte der Ball im Mittelfeld so unkontrolliert umher wie man es auf Plätzen der Kreisliga vermutet, eines Bundesligaspiels unwürdig.

Zum Glück spielte auch Augsburg die sich bietenden Gelegenheiten nicht gut genug aus. Und wenn sie es doch taten, stand dieser kleine Japaner im Weg. Nicht nur rechts hinten, auch im Mittelfeld, auch in der Innenverteidigung. Fast gespenstisch, denn derart überall präsent kannte man ihn bislang nicht. Vielleicht ja tatsächlich gespenstisch. Schließlich war Halloween.

Sieg in Augsburg, erstmals Platz 3 unter Jens Keller

Schalke 04 gewinnt in Augsburg mit 2:1 und klettert in der Tabelle auf Rang 3! Für sich genommen war es kein tolles Spiel, in diesem Kontext allerdings schon.

Nur in der Anfangsphase der zweiten Hälfte war Schalke die bessere Mannschaft. Für kurze Zeit beherrschte man das Geschehen, hielt den Ball in der Augsburger Hälfte und zeigte spielerische Überlegenheit. Über Draxler und Kolasinac wurde dabei das letztlich entscheidenden zweite Huntelaar-Tor herausgespielt, und als Fan hoffte man, dass Schalke den Dreh gefunden hätte.

Tatsächlich wurde die Partie danach aber wieder das, was sich auch zuvor schon war. Ein ausgeglichenes Kampfspiel, in dem nur wenig Fußball funktionierte.
Zwar kamen der Reihe nach ein haarsträubender Hoogland-Fehler, verunsicherte Schalker, ordentlich pressende Augsburger, ein gut aufgelegter Knipser aus den Niederlanden, zu viele Gelbe Karten, die oben beschriebene, gute Phase der Blauen und eine respektable Augsburger Schlussoffensive, in der Schalke noch ein bisschen Glück brauchte, in diesem Spiel vor. Trotzdem wird man sich an diese 90 Minuten schon bald nicht mehr erinnern. Erinnern wird man sich aber sicherlich an die Serie dieses Rückrundenstarts, in der dieses Spiel 3 Punkte und ein „s“ in der Statistik bedeutete.

Viel besser hätte es für Schalke 04 in dieser Rückrunde bislang kaum laufen können. Sicherlich waren nicht alle Spiele der Blauen toll, auch nicht wenn man die „Sowieso-Niederlangen“ gegen Real Madrid und Bayern München vollkommen unbeachtet lässt. Von ziemlich glücklich bis hochverdient war alles dabei. Geradezu grotesk herrlich ist aber, mit welcher Regelmäßigkeit die Spieltage seit Januar für Schalke positiv enden. Ob es sowas in dieser Form schon mal gab?

Dass Schalke 6 von 8 Spiele gewann ist für sich schon beachtlich. Dass aber gleichzeitig auch noch zwei Clubs, die in der Winterpause die Plätze zur Champions League besetzten, 6 bzw. 7 Mal nicht gewinnen konnten: Es wäre einem selbst nur als Wunsch bereits absurd vorgekommen! Es kam dennoch so.

Dadurch wurden aus 9 Punkten und 12 Toren Rückstand auf Leverkusen nun 3 Punkte Vorsprung, bei ausgeglichenem Torverhältnis. Seit Jens Kellers Amtsantritt steht Schalke jetzt erstmals auf einem Tabellenplatz, der zu einer direkten Champions League-Qualifikation führt. Erstmals gibt es mehr zu verteidigen als anzugreifen. Nicht gegen Real Madrid, aber gegen Eintracht Braunschweig. Ma’kucken.

Szalai holt den Sieg raus

Schalke gewinnt 4:1 gegen Augsburg. Dabei wurden die Gäste vor allem in der Höhe unter Wert geschlagen. Augsburg war mindestens so lange ebenbürtig wie Schalke Vorteile hatte.

Man formuliert, ein Angreifer habe einen Strafstoß „herausgeholt“, wenn es sich nicht um eine Schwalbe handelte, die Behinderung aber auch nicht so stark war, als dass der Angreifer nicht doch hätte abschließen können. Auch Adam Szalai hätte können, entschied sich aber anders. Er spürte Ragnar Klavans Berührung und klappte die Unterschenkel nach hinten. Ein Strafstoß, wie es zig davon in einer Bundesligasaison gibt. Für Klavan und Augsburg das volle Programm: Gegentor durch Elfer, Unterzahl durch Rote Karte, mindestens ein Spiel Sperre für Klavan selbst. Für Szalai und Schalke die Grundlage für den Sieg.

Bis zu dieser Szene war Augsburg die bessere Mannschaft und führte verdient. Von Beginn an attackierte Augsburg die Blauen bereits im Spielaufbau, bot im Mittelfeld kaum Platz, spielte flott und präzise. Erst nach dem Ausgleich, eben in Überzahl, machte Schalke seine Sache gut.

Schalke ließ den Ball laufen. Für ungeduldige Gemüter war das alles zu behäbig, aber der Erfolg gab Jens Keller recht. In der halben Stunde bis zur Pause kam Schalke zu einer Reihe von Chancen und auch zur Führung. Dabei spielte man lange „hintenrum“ bis sich eine Lücke auftat, die man dann zu nutzen wusste. „Cool die Überzahl ausgespielt“ hätte als Überschrift stehen können, wenn es auch in der zweiten Halbzeit so weitergegangen wäre. Ging es aber nicht.

Kaum hatte Augburg-Trainer Markus Weinzierl die Gelegenheit, seine Mannschaft in Ruhe neu einzustellen, war von der Schalker Überzahl nichts mehr zu sehen. Gleichzeitig lies es Schalkes Mannschaft im siebten Pflichtspiel innerhalb von 21 Tagen auch etwas langsamer angehen und zog sich auf dem Platz ein wenig zurück. Das Ergebnis hätte Fatal aussehen können, hätte Schalke auch nur etwas Pech gehabt.
Nun war Augsburg wieder die bessere Mannschaft. Immer wieder gewann man Situationen im Mittelfeld und spielte Bälle in die Räume zwischen Schalkes Außen- und Innenverteidiger. Augsburg kam nicht zu den ganz klaren Torchancen, aber zu etlichen Situationen, in denen es kurz davor für Schalke gerade mal noch gut ging. Gerade mal noch gut ging es für Schalke auch, als Felipe Santana beim Stand von 2:1 Tobias Werner im Strafraum zu Fall brachte. Eine Szene, die auch zu einem Strafstoß hätte führen können.

Nur selten konnte Schalke in dieser Phase positiv auffallen. Erst mit dem 3:1 in der 78. Minute war der Sieg durch. Augsburg überfiel die Kraftlosigkeit der Geschlagenen, Schalke durfte den Ball zirkulieren lassen und erspielte sich noch ein viertes Tor. 2 Minuten vor Schluss kam Kaan Ayhan noch zu seinem Bundesligadebüt. Danke. Bitte. Fertig.

Fazit: Augsburg hat eine mutig und ballsicher agierende Mannschaft, die von einem offensichtlich guten Trainer schnell auf die jeweiligen Situationen eingestellt wird. Schalke 04 hatte zeitweise keine Antwort auf Augsburgs Spielweise parat, nach anstrengenden drei Wochen fehlte in der zweiten Halbzeit vielleicht auch die Kraft, und am Ende konnte man froh sein, dass Adam Szalai in der 15. Minute das Drehen des Spiels besorgen konnte.