Artikel zum Schlagwort ‘FC Chelsea’

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0:5. Der Champions League unwürdig. Benedikt Höwedes bat nach dem Spiel alle Zuschauer um Entschuldigung. Ich bitte um Entschuldigung, dass ich keine Lust habe, mir für einen gehaltvolleren Text über sowatt die Nacht um die Ohren zu hauen. Euren Frust bitte in die Kommentare. Danke.

Schalke stibitzt einen Punkt in London

Trotz einer Abwehrkette, die so noch nie zusammengespielt hat, kommt Schalke 04 beim FC Chelsea zu einem 1:1 und entführt einen Champions League-Punkt. Dabei lieferten die Blauen ein packendes Spiel und bewiesen, dass eine zur Situation passende Einstellung mehr wert sein kann als das individuelle Können einzelner Spieler.

Jens Keller hatte aus dem Spiel in Gladbach gelernt, dass seine derzeit schlecht aufeinander abgestimmte Defensive besser keine Bälle in den Rückraum zulässt, und stellte die Mannschaft entsprechend tief auf. Das alleine ergibt noch kein stabiles Gebilde, und gerade in der ersten halben Stunde kam Chelsea zu einigen aussichtsreichen Situationen. Vor allem Schalkes rechte Abwehrseite mit Marco Höger und Kaan Ayhan war mehrmals überfordert und kam mit dem heranstürmenden Eden Hazard nicht zurecht. Doch auch daraus lernte Schalke, in der zweiten Hälfte wurde Hazard früher gestellt und die Gefahr durch ihn wurde minimiert.

Schalke blieb stets kompakt, verlor nur selten die Ordnung und führte seine Offensivaktionen nur mit wenigen Spielern aus. Was im Normalfall als Schissertaktik gelten muss, war in der aktuellen Situation das geeignete Mittel zum Zweck. Besonders gut gefielen mir dabei Sidney Sam und Prince. Sidney Sam war mindestens so oft im Abwehrdrittel aktiv wie in des Gegners Hälfte. Eine derart gute Unterstützung der Defensive hatte ich ihm nicht zugetraut. Prince war nach den schwachen Auftritten in den ersten Pflichtspielen nicht wiederzuerkennen. Mit großer Präsenz war er der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Schalker, eben so, wie man es aus einigen Spielen der letzten Saison kannte und wie man es sich immer wünscht.

Leider war Schalkes Offensive sehr unpräzise, sonst wäre tatsächlich auch ein Sieg drin gewesen. Zwar folgte nach Ballgewinnen häufig ein schneller Vorstoß, doch meistens wurde dabei der Ball vertändelt. Gerade Max Meyer gelang wenig, als 10er wäre er bei solchen Vorstößen eigentlich die wichtigste Schaltstelle gewesen. So kam es vor allem dann zu aussichtsreichen Situationen, wenn ein Spieler möglichst weit alleine ohne Abspiel vorstoßen konnte. Meistens war das Julian Draxler. Wie auch in der Situation, die zum Ausgleich führte.

Natürlich hatte Schalke auch Glück, das braucht es immer, wenn in Spielen, in denen die Favoritenrolle so klar vergeben ist, der Underdog erfolgreich sein soll. Trotzdem brachte mehr als nur Glück und „toller Kampf“ Schalke die Möglichkeit zum Punktgewinn. Vielmehr hatte Jens Keller diesmal alles richtig gemacht. Die defensive Einstellung, das zurückbeordern der offensiven Außen, der Prince in der Zentrale und sogar die Aufstellung Roman Neustädters in der Innenverteidigung zahlten sich aus. Zweifellos war dies der bislang gelungenste Tag in dieser bis dato tristen Saison.



Foto: Russel Trebor

Irgendwiemismus

„Und, wie ist Dein Gefühl?“ Eine Frage die mir vor Spielen stets wieder gestellt wird. Vielleicht nur rhetorisch, um überhaupt eine Unterhaltung zu beginnen. Andere reden übers Wetter, mir kommt man mit Schalke. Das hat sich so ergeben, über die Jahre. Und doch habe ich keine Standardantwort parat. Mein Gefühl ist komisch, war es schon immer.

Ich bin kein Pessimist, wenn Pessimist sein meint, dass ich nie Gutes erwarte. Aber mir ist trotzdem klar, dass es immer auch schlecht ausgehen kann. Niemals bin ich mir in einem Pflichtspiel eines Sieges der Blauen sicher. Egal wie niederklassig oder außer Form der Gegner auch sein mag, ich halte es stets für möglich, dass sich Schalke blamiert. Schalke hat mich so gemacht.

Ich bin kein Optimist, wenn Optimist sein meint, dass ich stets davon ausgehe, dass Schalke siegt. Ich glaube aber immer daran, dass es gut werden kann, dass ich nach Abpfiff zufrieden sein werde. Selbst vor Spielen wie heute. Natürlich wäre Chelsea selbst dann Favorit, wenn Schalke in Bestbesetzung und guter Form antreten würde. Beides ist nicht der Fall. Aber vielleicht lässt sich der Trainer was einfallen, vielleicht agiert Schalke mit einer weniger offensiven Formation wie üblich. Vielleicht reißt sich die Mannschaft zusammen, vielleicht will sie sich beweisen, auf der großen Bühne Champions League, lässt es nicht einfach laufen, wie noch in Gladbach. Wenn am Ende das Gefühl bleibt, dass sich die Mannschaft nicht ergeben hat, dass alles getan wurde, um irgendwie einen Punkt aus London mitzunehmen, dann ginge es mir selbst bei einer Niederlage noch gut. Dass es so kommen kann, daran glaube ich immer.

Toll bis Timo

Schalke 04 verliert 0:3 gegen Chelsea. Schon wieder. 30 Minuten sind eben kein Spiel.

Eine halbe Stunde hat Schalke toll gespielt, hat so gespielt, wie ein Auswärtsteam bei einem starken Gegner spielen muss. Defensiv sehr diszipliniert, mit großem Einsatz, auf Kontergelegenheiten lauernd, diese Chancen auch ausspielend. So kam Schalke zu mehreren guten Offensivszenen und dabei zu zwei geeigneten Torchancen.

Schalke hat beide gute Torchancen nicht genutzt, und mit dem ersten Gegentor war das Spiel entschieden. Schalke hatte keine Antwort auf den Rückstand. Wille und Mut waren vorhanden, aber mehr als einige gute Zweikampfszenen und eine letzte Chance zu Beginn der zweiten Halbzeit kam dabei nicht mehr heraus.

Über Hildebrands Fauxpas braucht man nicht diskutieren. Auch sonst mag ich niemanden wirklich kritisieren. Chelsea ist für Schalke grundsätzlich zu stark, ähnlich wie München oder Dortmund, da muss ein Spiel fehlerfrei laufen. Zwei Auffälligkeiten möchte ich trotzdem noch anmerken.

Zum einen fand ich Christian Fuchs‘ taktisches Verschieben merkwürdig. Während das Pressing auf Schalkes rechter Seite mit Szalai, Prince und Draxler herkömmlich und durchaus erfolgreich funktionierte, zog sich Fuchs als Linksaußen bei gegnerischem Spielaufbau in die eigene Hälfte zurück. Szalai und Prince bedrängten den Ballführenden alleine und entsprechend weniger effektiv. Neustädter rückte dabei vor und versperrte den Weg durch die Mitte, ab ungefähr der Mittellinie. Anfangs hielt ich das für Fehlverhalten vom Österreicher, aber nach mehreren Wiederholung war klar, dass das so sein sollte. Gut funktioniert hat es nicht. In Zweikämpfen auf der defensiven Position agierte Fuchs mehrmals unglücklich, und Chelseas Spielaufbau lief über die Fuchs-Seite deutlich besser als über die Draxler-Seite.

Die zweite Auffälligkeit betraf Prince und dessen fehlende Spritzigkeit. Ohne nun Verschwörungstheorien schüren oder grundsätzliche Fragen zu seiner Verpflichtung aufwerfen zu wollen: Er machte auf mich schlicht keinen fitten Eindruck. Er ist ein kluger Kopf, weiß, wohin er wann zu laufen hat, damit hilft er dem Team defensiv. Aber beim schnellen Umschalten ging ein Pass auf ihn häufig verloren. Bei kurzen Antritten verlor er oft bereits auf den ersten Metern entscheidend an Boden. Schade. Gerade seine Art des Spiels lebt von einer gewissen Dynamik. Die fehlte gestern.

Schalke kann sich weiterhin aus eigener Kraft das Ticket fürs Champions League-Achtelfinale erspielen. Dies könnte schon mit einem Sieg in Bukarest gelingen, im schlechteren Fall hätte man, am letzten Spieltag dieser Vorrunde, in Gelsenkirchen ein Endspiel gegen Basel. Vergeigt man das, hat man es eben auch nicht verdient.

Eigenniederlage

Schalke 04 verliert zu Hause mit 0:3 gegen den FC Chelsea. Ein Duell Lernender gegen geballte Erfahrung. Rookies wie Keller, Clemens, Meyer oder Draxler auf Schalker Seite, gegen Mourinho, Terry, Lampard oder Torres; coole Säcke, die alles schon mal erlebt und die auf das Meiste flott eine Antwort parat haben. Trotzdem war die Niederlage ärgerlich, weil am Ende nicht die Erfahrung siegte, sondern Schalke sich die Bälle nahezu freiwillig ins eigene Tor legte.

Eine Viertelstunde spielte Schalke richtig gut, die 15 Minuten vor der Halbzeit agierte Schalke zielstrebig. Mutige Vertikalpässe schufen Räume, der Raum wurde genutzt um zu Abschlüssen zu kommen. Es war Pech, das in dieser Phase kein Tor gelang. Es wäre verdient gewesen.

Vor dieser Phase, nach dem frühen Rückstand, fehlte Schalke der Mut. Statt Räume vorne zu suchen spielte man Sicherheitspässe hin und her, und her und hin, und noch mal zurück. So, wie wir es leider nur allzu gut aus anderen Spielen in dieser Saison kannten. Nach der starken Phase – in der zweiten Halbzeit – drang Schalke zwar weiter in Chelseas Hälfte ein, kam aber nur noch sehr selten zum Abschluss. Chelsea hatte entweder selbst den Ball oder stand tiefer und konzentrierte sich darauf, Schalke die Anspielstationen in der Spitze zuzustellen. Schalke war bemüht, fand darauf jedoch keine Antwort.

Aber es ist müßig, sich Gedanken über Taktik und Offensivspiel, über den Gegner oder über einzelne Spieler zu machen, wenn Schalke derart Tore verschenkt. Ein Eckball, den gleich vier Schalker missachteten, und eine Konter, bei dem drei Schalker in Folge sich und die Situation falsch einschätzten. Danach wars vorbei. Für solche Gegentore braucht der Gegner keine Erfahrung. Das schafft Schalke zur Not auch gegen einen Drittligisten. Schade.

Wie damals gegen Chelsea

Schalke 04 gegen Chelsea, das ist schon was Besonderes. Ich freue mich sehr auf das Spiel, auch ein wenig von den guten Erinnerungen geleitet. Vor ziemlich genau 6 Jahren, am 06. November 2007, war ich auch im Stadion, als die Blauen die Blues auf Schalke empfingen. José Mourinhos erste Zeit in London war im September zu Ende gegangen, Chelseas Trainer auf Schalke hieß Avraham Grant. Schalkes Skipper war Mirko Slomka.

Es endete 0:0, aber es war ein tolles Spiel.

Schalke zog nun alle Register. Jeder, aber auch wirklich jeder Spieler arbeitete für die Defensive, um dann schnell und geradlinig nach vorne zu spielen. Westermann trieb über links an, Jones war überall zu finden, Asamoah hatte ein Riesenlaufpensum. Alle waren in Bewegung, es gab immer Anspielstationen.

… schrieb kicker später fast wie ein Fanblog.

Bei mir las es sich ähnlich.

Schalke spielte schnörkellos und schnell. Sehr diszipliniert und mit hoher Laufbereitschaft. Und in der taktischen Grundformation, mit der es schon letzte Saison seine besten Spiele ablieferte, mit Doppelsechs und zwei hängenden Außen, mal neben, mal hinter dem einen Stoßstürmer.

Vor allem erinnere ich mich aber an die grandiose Stimmung bei diesem Spiel.

Gestern hat Schalke jedenfalls gezeigt, dass es noch ordentlich Fußball spielen kann. Sogar gegen einen stärkeren Gegner, und sogar noch unter Mirko Slomka. Und es hat seine Fans wieder begeistert.

Was war das für eine unglaublich tolle Stimmung! 90 Minuten Anspannung, viel intensiver als bei einem normalen 0:0. Bei jedem Eckball waren die Zuschauer auf ihren Füßen. Fangesänge wurden nicht nur in der Nordkurve sondern auch in der Süd- und auf der Gegengrade angestimmt. Eine riesige Menge Adrenalin in 11 plus 53.000 Schalkern, immer mit dem Wissen, dass ein einziger Fehler gegen eine Mannschaft mit Didier Drogba jederzeit zum Gegentor führen kann.

Dabei war Schalkes Lage damals der heutigen nicht unähnlich. Auch damals lag Schalke 8 Punkte hinter dem Platz, der direkt für die Champions League-Gruppenphase qualifizierte und das ausgemachte Saisonziel war. Auch damals blies einem noch recht unerfahrenen Trainer der Wind bereits recht kalt ins Gesicht. Auch damals trat Schalke mit 2 „A-Junioren“ an, sie hießen Rakitic und Özil …

Später wurde Schalkes Saison noch arg turbulent. Aber an diesem Abend, gegen Chelsea, zeigte Mirko Slomkas Mannschaft, dass sie tollen Fußball spielen und das Stadion zum beben bringen konnte. Ähnliches heute, gegen Mourinho, es wäre wunderbar.



Rückblick: Schalke zeigt sich selbst wie’s geht

Schalke zeigt sich selbst wie’s geht

(Zum Spiel FC Schalke 04 – FC Chelsea)

Das zweite der drei ganz wichtigen Heimspiele, und wieder endete es nur unentschieden. Trotzdem geht’s mir besser.

Ob dieses Spiel nun tatsächlich die Initialzündung in einen besseren Saisonverlauf war, kann erst die Zukunft zeigen. Gestern hat Schalke jedenfalls gezeigt, dass es noch ordentlich Fußball spielen kann. Sogar gegen einen stärkeren Gegner, und sogar noch unter Mirko Slomka. Und es hat seine Fans wieder begeistert.

Was war das für eine unglaublich tolle Stimmung! 90 Minuten Anspannung, viel intensiver als bei einem normalen 0:0. Bei jedem Eckball waren die Zuschauer auf ihren Füßen. Fangesänge wurden nicht nur in der Nordkurve sondern auch in der Süd- und auf der Gegengrade angestimmt. Eine riesige Menge Adrenalin in 11 plus 53.000 Schalkern, immer mit dem Wissen, dass ein einziger Fehler gegen eine Mannschaft mit Didier Drogba jederzeit zum Gegentor führen kann.

Schalke war der Außenseiter, deutlicher als gegen Bayern München oder Valencia, gerade in der aktuellen Situation. Und trotzdem war Schalke die bessere Mannschaft, und das nicht nur weil Chelsea wenig Initiative ergriff und nur auf Fehler wartete. Keine Mannschaft lässt freiwillig gegnerische Chancen zu. Schalke spielte schnörkellos und schnell. Sehr diszipliniert und mit hoher Laufbereitschaft. Und in der taktischen Grundformation, mit der es schon letzte Saison seine besten Spiele ablieferte, mit Doppelsechs und zwei hängenden Außen, mal neben, mal hinter dem einen Stoßstürmer.

Westermann und Özil trauten sich von Beginn an in 1:1 Situationen und schöpften aus jeder einigermaßen erfolgereichen Situation weiteren Mut. Überhaupt war der auf Außen eingesetzte Özil der technisch beste Schalker. Und Rakitic brachte als offensiver Mittelfeldspieler in diesem Spiel mehr Vorwärtspässe an den Mann als Großmüller in seinen fünf Spielen.

Bordon leistete sich einen riesen Bock, und ohne die klasse Rettungstat von Neuer wäre das Spiel sehr früh auf eine völlig andere Schiene gesetzt worden. Krstajic verschätzte sich auch zweimal, und schnell sah dann das Tun hinten nervös und hektisch aus. Sie haben auch wieder kein Tor geschossen, und ob die Mannschaft weiterhin so spielen kann bleibt abzuwarten.

Aber die Spieler, die Fans und sogar Journalisten haben gesehen, das es geht. Trotz der vielen Verletzten, trotz einer gegnerischen Mannschaft mit besseren Einzelspielern. Zumindest bis Samstag um 17:15 ist das Trübsalblasen ausgesetzt. Sehr Erholsam.