Wir habe doch heute die technische Möglichkeiten. Eine Torkamera macht absolut Sinn, und es geht ja auch nur um solche Entscheidungen. Abseits, Elfmeter, alles andere soll ja so bleiben wie es ist.
So hat es Rudi Völler gesagt, und er ist damit weiß Gott nicht alleine. Nach jeder strittigen Torszene branden Diskussionen um eine Torkamera auf. Dass man dabei nicht das Spiel verändern wolle, dass man aber doch die technischen Möglichkeiten nutzen müsse, wird dabei von nahezu jedem Befürworter erwähnt.
Meines Erachtens sind die Parallelen zur Diskussion um das „Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornographie im Internet“ unverkennbar. Niemand will Kinderpornografie bewahren, sondern es geht darum die Ausweitung und die Willkür im Umgang mit Internetsperren zu verhindern. Niemand will, dass korrekt erzielte Tore aberkannt werden oder Phantom-Tore zählen, sondern es geht um die Bewahrung des Spiels als solches, mit seinen unmittelbaren Entscheidungen und dem menschlichen Schiedsrichter als höchste Instanz.
Kaum war von Gesetzes wegen die Nutzung der „technischen Möglichkeiten“ in Sachen Internet-Sperren erlaubt, gab es Forderungen diese auch für andere Zwecke einzusetzen. Falls im Fußball die Entscheidung Tor oder kein Tor per Videobeweis hinterfragt werden dürfte: Gibt es tatsächlich wache Geister die bezweifeln, dass in Folge der nächsten strittigen und entscheidenden Frage nach einem Strafstoß nicht wieder nach der Nutzung der technischen Möglichkeiten geschrien würde?
Bezüglich der Internet-Sperren wurde die Öffentlichkeit dank einer wachen Minderheit dazu sensibilisiert, dem Gesetzgeber auf die Finger zu schauen. Wie erfolgreich das sein wird, wird man sehen. Gegenüber Politik, Gesellschaft, Leben ist Fußball vergleichsweise unwichtig, den Granden des Fußballs gibt niemand Kontra. Es fühlt sich schlecht an, aber alles was bleibt ist auf die Starrköpfigkeit der alten Männer der FIFA zu vertrauen. Sie scheinen Geld dafür zu bekommen, das Spiel zu erhalten, anders ist ihr Verhalten gegenüber sonstigen Gepflogenheiten nicht zu erklären.
Ich gönn’s ihnen.






Direkt in der nächsten Saison stieg der VfB Leipzig als erster Drittplazierter ohne Relegation in die erste Liga auf. Was folgte waren die Aufstiege einer ganzen Reihe von Vereinen, die für die 1. Liga zu schwach waren. 10 von 16 Clubs stiegen spätestens im dritten Jahr wieder ab, sechs umgehend. Auch Leipzig hielt sich nur eine Saison.


