
Schalke 04 gewinnt 3:0 gegen Hannover 96. Es war einer der souveränsten Schalker Siege der Saison. Ein Spiel, in dem bei den Blauen vieles sehr rund lief, und in dem Hannover müde und überfordert wirkte.
Hannover 96 spielt eine tolle Saison und war in den letzten Begegnungen für Schalke stets eine ganz schwere Aufgabe. Da war der Ärger vor Wochenfrist durchaus berechtigt, als sich Jermaine Jones und Joel Matip im Gleichschritt eine Gelbsperre für dieses Spiel einfingen. Man musste nicht damit rechnen, aber heute muss den Hut davor ziehen, wie nahtlos sich erneut Spieler aus der zweiten Reihe in die Mannschaft einfügten. Gestern harmonierte vieles so gut, dass man sich frecherweise direkt mehr davon wünschen will.
Christoph Moritz spielte im Mittelfeld eine gute Partie. Christoph Metzelder agierte neben Kyriakos Papadopoulos fehlerfrei und mit ganz viel Übersicht. Sergio Escudero, für den immer noch nicht wieder fitten Christian Fuchs auf der linken Außenverteidigerposition, spielte, als tät er das schon seit 2 Jahren regelmäßig.
Überhaupt war Spielen heute das Zauberwort. Auch aus der Defensive heraus wurden auffallend viele Situationen spielerisch gelöst. Escudero, Höger, Moritz, Draxler, dazwischen immer wieder mal Raúl, hinten links sah das Spiel häufig überraschend gut aus. Auf der rechten Seite machte auch Atsuto Uchida ein gutes Spiel. Er setzte den blendend aufgelegten Jefferson Farfán immer wieder gut in Szene, und bezog ebenfalls häufig Marco Höger oder Christoph Moritz mit ein.
In der Mitte der ersten Hälfte gab es eine Phase, in der die Angriffe nicht sauber zu Ende gespielt wurden. Da hätte Schalke besser agieren können, es wäre sicher mehr als nur eine 1:0 Führung zur Halbzeit möglich gewesen. Aber zu jeder Zeit hatte man das Spiel im Griff. Die Defensive stand immer, mehr als „halbe Chancen“ waren für Hannover nicht drin. Und als in der zweiten Hälfte Schalke wieder präziser wurde, entstand das Ergebnis verdient und angemessen.
Raúls zweites Tor war natürlich zum Zungeschnalzen, wieder mal. Natürlich beherrscht er nach den beiden Treffern die Schlagzeilen, und es sei ihm gegönnt. Für mich persönlich waren aber Farfán und Escudero die „Spieler des Spiels“.
Farfáns Dynamik war unwiderstehlich, und es war mehr oder weniger egal, wohin genau der Pass geht. Fast alles, was ungefähr in Richtung rechts-vorne geschlagen wurde, machte Farfán zu einer beachtlichen Situation; und sei es nur so, dass man sich wunderte, dass er an einen unmöglichen Pass nur derart knapp nicht mehr herangekommen ist.
Sergio Escudero agierte auf der linken Seite „noch totaler“. Er verteidigte, was es zu verteidigen gab, er gab der Offensive Impulse, und er machte Julian Draxler besser. Nach wie vor läuft es für Julian Draxler nicht so richtig rund. Escudero war an seiner Seite stets anspielbar, er gab den Ball auch wieder zurück, war agil und ballsicher, schoss Ecken, spielte fair, machte irgendwie alles. Erstaunlich.
Ein schöner Tag, für alle in Blau, auch wenn man heute nicht der Hannoveraner Mannschaft begegnete, die man in dieser Saison schon kennenlernen konnte. Bei Hannover fehlte es an allem, was der Freude des Tages keinen Abbruch tun muss, was aber die Leichtigkeit des Schalker Auftrittes relativiert.
Im Fernduell mit Borussia Mönchengladbach um die direkte Qualifikation zur Champions League liegt Schalke nun 5 Punkte und 8 Tore vorne. Kommenden Dienstag spielt Gladbach in Bremen, während Schalke am Mittwoch in Nürnberg spielen muss. Nichts ist entschieden.






































