Artikel zum Schlagwort ‘Hannover 96’

Ein Sieg ohne offene Fragen

Schalke gewinnt gegen Hannover 96 mit 2:0 und liefert dabei die beste Rückrundenleistung. Über die gesamte Spielzeit hatte man den Gegner im Griff. Blöd nur, dass sich dabei Roman Neustädter und Atsuto Uchida verletzten.

Schlüssel zum Erfolg war, wie schon gegen Hamburg und Wolfsburg, die Defensivarbeit. Bis Schalke das erste Mal auf Ron Robert Zielers Tor schoss, schafften die Gäste keine drei Pässe in Folge. Bis Hannover das erste Mal auf Ralf Fährmanns Tor schoss, waren 66 Spielminuten vergangen.
Es gab kein Defensivloch im blauen Gefüge. Kein Hannoveraner, der in 1:1 Situationen grundsätzlich überlegen gewesen wäre. Kein Schalker, der sich nicht an der „Arbeit“ beteiligt hätte, das Feld ohne Ball eng zu machen. Vor allem die Außen Chinedu Obasi und Jefferson Farfan leisten dahingehend derzeit mehr als Schalkes Außen in der Hinrunde. Dadurch werden die Außenverteidiger entlastet und sind momentan nicht mehr die Schwachstelle, die sie vor einiger Zeit noch waren.

Schalke brauchte eine Weile, bis man zu wirklich klaren Chancen kam. Es fehlte hier und da am letzten Pass. Vorgabe war, das Spiel breit zu machen, über die Flügel zu kommen. Grundsätzlich gelang das. Ab und an wurde aber auch dann noch nach außen gespielt, wenn mit Tempo durch die Mitte Platz gewesen wäre. Somit entwickelte sich ein Offensivspiel, bei dem Schalke zwar den Ball gut laufen lies, Hannover aber doch lange die Zone um das eigenen Tor gut verteidigen konnte.

Irgendwann wurde der Druck für Hannover aber zu groß. Über einige sehenswerte Kombinationen kam Schalke zu Abschlüssen. Durch einen gewonnen Zweikampf kam Schalke zur Führung. Nach einem tollen Spielzug erzielte man den vorentscheidenden zweiten Treffer. Nichts, was die Laune getrübt hätte, wären da nicht die Verletzungen gewesen.

Vor dem Spiel wurde bekannt, dass Benedikt Höwedes noch 2 bis 3 Wochen ausfallen wird. Atsuto Uchida wird an einem Muskelfaserriss ähnlich lange laborieren. Roman Neustädter hatte zwar das Glück, nicht schwerwiegend verletzt worden zu sein, aber wieviel er in dieser Woche vom Training mitbekommen und ob er gegen Leverkusen voll einsatzfähig sein wird, bleibt auch abzuwarten.
Immerhin kann sich Jens Keller auf Schalkes Nachwuchs verlassen. Kaan Ayhan ist 19 Jahre jung, wurde in Gelsenkirchen geboren, hat mit 5 Jahren beim FC Schalke 04 das Kicken begonnen und agierte gegen Hannover über 70 Minuten mit der Selbstverständlichkeit eines langjährigen Bundesligaprofis. Eine tolle Geschichte; die nächste dieser Art.

Diesmal gab es keine Phase, in der das Spiel zu kippen drohte, wie noch gegen Wolfsburg. In diesem Spiel schloss Schalke den Glück/Pech-Faktor bestmöglich aus und gewann so verdient wie nur möglich. Bei allem Respekt vor der Leistung und den Gegnern muss man aber sagen dürfen: Will man in die Champions League-Ränge, sind Spiele gegen Hamburg, Hannover, und auch ein Heimspiel gegen Wolfsburg, Begegnungen, die man gewinnen „sollte“. Die Gegner, für die das so nicht uneingeschränkt gilt, folgen in den nächsten Wochen. Der Unterschied zu vor drei Wochen ist: Jetzt freut man sich darauf.

Viel Unglaubliches in Hannover

Schalke 04 verliert 1:2 in Hannover und steht nach drei Spieltagen mit nur einem mickrigen Pünktchen auf dem drittletzten Tabellenplatz. Eine halbe Stunde war die Leistung vollkommen indiskutabel, eigentlich schon peinlich. Trotzdem hätte das Spiel Unentschieden ausgehen müssen. Unglaublich, das alles.

Unglaublich schlecht, wie sich Schalke nach der Roten Karte gegen Benedikt Höwedes und dem Rückstand durch den Strafstoß präsentierte. Ja, die Mannschaft ist verunsichert. Ja, durch Verletzungen wurde eine ungewöhnliche Aufstellung notwendig. Außerdem versuchte es Jens Keller mit einer ungewöhnlichen Formation – aus guten Gründen meines Erachtens, schließlich lief zuletzt auch mit gewohnter Formation wenig zusammen. Aber alle Ausreden zusammen können ein derartiges Tohuwabohu nicht erklären, wie Schalke 04 es ab der 15 Minuten auf den Platz zauberte.

Ein gewisses Maß an Grundordnung sollte man bei einer Bundesligamannschaft erwarten können. Bei Schalke 04 in dieser Phase offensichtlich nicht. Ob zwischen den Innenverteidigern, ob zwischen Innen- und Außenverteidigern, ob auf den Flügeln oder im zentralen Mittelfeld: Nirgends passte irgendwas zusammen. Ob aus dem Spiel heraus oder nach ruhenden Bällen: Die Mannschaft rannte wie aufgescheucht über den Platz, orientierungslos, wie blind. Hannover lief durch Schalkes Reihen wie es letzte Woche Wolfsburg tat, nur dass Hannover es kaum ausnutzte. Dass es zur Pause lediglich 2:0 für 96 stand war nahezu skurril.

Ebenso skurril, ebenso unglaublich, war das Vergeben bester Ausgleichchancen in der zweiten Hälfte. Nach dem von Roman Neustädter toll vorbereiteten Anschlusstreffer Adam Szalais bestimmte Schalke das Tempo und zeigte sich bemüht, ohne sich freilich viele Chancen erarbeitet zu haben. Tatsächlich waren es sogar nur noch zwei Chancen, zu denen Schalke in den verbleibenden 35. Spielminuten kam. Eben diese, die einen dazu brachten, sich paralysiert an den Kopf zu fassen. Als Adam Szalai das leere Tor nicht traf und Tim Hoogland, wie auch immer – ich habe es auch nach 10 Wiederholungen nicht verstanden – in der Nachspielzeit ein Loch in die Luft köpfte.

Wie bewertet man ein solch schräges Spiel?

Jens Kellers Anfangsformation empfand ich als nachvollziehbar, doch bevor ich mir eine Meinung bilden konnte, ob das so funktioniert, entschied sich Joel Matip einmal falsch, zog Bennie Höwedes einmal durch und der Wahnsinn brach aus. War die zweite Halbzeit gut? Im Vergleich zur ersten natürlich, objektiv eher nicht, dafür erspielte Schalke einfach zu wenig gefährliche Situationen. Jens Keller stellte das nach dem Spiel zu positiv dar, aber kann man ihm das übel nehmen? Ich denke nicht.

Auch wenn ich nicht daran glaube, dass Jens Keller dieser Mannschaft eine eigene und erfolgreiche Spielweise beibringen wird, ist das, was es gerade zu sehen gibt, unnormal schlecht. Dagegen hilft nur ein Erfolgserlebnis, wie auch immer das zustande kommen mag. Ein Ausgleich in Unterzahl und in der Nachspielzeit hätte ein solches geeignetes Ereignis sein können. Bei allem Ärger über Schlechtleistungen birgt das die wahre Tragik: Wie konsequent Schalke derzeit auch das kleinste Fitzelchen Massel fehlt. Unglaublich.

Zuviel im Normalen: Ein bekloppter Sieg

5:4! Acht Tore in der zweiten Halbzeit und am Ende bleibt Schalke 04 der Sieger, Hannover geht leer aus. Grinsend und kopfschüttelnd zugleich ging ich aus dem Stadion und viele taten es mir gleich. Irgendwie toll, und trotzdem fühlt man sich nun so wenig schlau wie zuvor.

Es stand kein neuverpflichteter Hoffnungsträger auf dem Platz. Abgesehen von Ciprian Maricas Einsatz für den gesperrten Klaas-Jan Huntelaar war es eine normale Aufstellung. Neu war vor allem der Trainer, und so schaute man natürlich vor allem darauf, ob sich die Blauen in ihrer Ausrichtung anders verhielten als unter Huub Stevens.

Wirklich neues gab es nicht zu sehen. Die 4-2-3-1-Formation mit einem linientreuen Farfán und einem einrückenden Draxler kann als üblich bezeichnet werden. Hüben wie drüben gelang es häufig, die Abwehrspieler zu langen Bällen zu zwingen. Mirko Slomka lies Roman Neustädter bei Schalker Spielaufbau durch Manuel Schmiedebach manndecken. Ohne diese „natürliche Anspielstation“ und unter Druck waren alle Schalker Verteidiger im Aufbau überfordert, was dazu führte, dass Schalke nach der Startoffensive nicht mehr recht ins Spiel kam. Die Eröffnungsschwäche der Schalker Verteidiger ist ein Problem, dass Jens Keller lösen muss. Dass Horst Heldt für eine dieser Positionen investiert, statt den xten Außenstürmer zu verpflichten, ist nicht zu erwarten.

Andererseits ließen die Blauen in der ersten Hälfte keine Hannoveraner Chance zu … um später doch noch 4 Dinger zu kassieren.

Denn plötzlich schlug es ein, überall. Für mich fühlte sich der Schalker Sieg verdient an, aber wirklich bewerten kann ich die Leistung in der zweiten Halbzeit nicht. Es gelang mir einfach nicht mehr, nach Vorteilen zu suchen oder nach taktischen Verschiebungen zu schauen. In einer Halbzeit viermal jubelnd hochspringen und sich viermal mit der flachen Hand vor die Stirn klatschen, achtmal Gefühle besprechen, von Erleichterung zu „nicht schon wieder“ und zurück, mit Abschlusskopfschütteln nach Fallrückzieher: Das war zuviel im Normalen. Wie Gruppensex nach dem Candlelight-Dinner. Toll, aber verwirrend irreal.

Hildebrand? Vier Gegentore schüren auf Schalke Reflexe, ich würde ihm aber keine Vorwürfe machen. Nicht mal beim vierten Gegentor. Mit einem Fallrückzieher aus dieser Position muss ein Torwart nicht rechnen.

Holtby? Mich hat es sehr gefreut, dass das Stadion nicht der Stimmung der Parallelwelt Nicht-Stadion folgte. Lewis Holtby hat ein gutes Spiel gemacht und natürlich würde er sich auch weiterhin reinhängen, bliebe er bis Saisonende auf Schalke. Meinetwegen dürfte er aber auch direkt wechseln, da ich glaube, dass Schalke mit Raffael für Holtby mindestens gleichwertig, eher stärker aufgestellt ist.

Marica? Auch er hat ein gutes Spiel gemacht. Er ist eh ein guter Fußballer, im Vergleich mit Klaas-Jan Huntelaar der technisch bessere Spieler. Kurioserweise ist durch seinen Treffer gegen Hannover sein Schnitt Spielminuten/Tore besser als der Huntelaars. Nein, ich möchte nicht gegen Huntelaar und für Marica argumentieren, aber ich denke, dass Ciprian Marica häufig unfair bewertet wird, dass er mehr Chancen bekommen sollte und dass etwas mehr Konkurrenz im Sturm Schalke gut tun würde.

Schalke liegt weiterhin 5 Punkte und 17 (!) Tore hinter Platz 3. Die Blauen sollten tunlichst sowohl in Augsburg, als auch zu Hause gegen Fürth gewinnen.

Ärgerlich – Schalke verschenkt zwei Punkte

Zum Saisonauftakt in Hannover spielt Schalke nur 2:2 und verliert zwei Punkte. Über 90 Minuten waren die Blauen die bessere Mannschaft. Weil Schalkes Hintermannschaft aber zweimal pennte, kam Hannover doch noch zu einem Punktgewinn.

Sicherlich war die erste Halbzeit nicht zum zungeschnalzen. Schalke hätte mehr Druck entwickeln können, die Offensivaktionen waren nicht zwingend genug. Schlecht fand ich die Leistung in den ersten 45 Minuten trotzdem nicht. Schalke griff den Gegner früh an und gewann im Mittelfeld recht viele Bälle. Lewis Holtby war bemüht das Spiel zu lenken und spielte immer wieder ordentliche Pässe. Die Defensive ließ eigentlich nichts anbrennen … bis auf in dieser vermaledeiten Szene in der 43. Minute.

Noch extremer war es in der zweiten Halbzeit. Nun war Schalkes Offensive dominanter, nun wurde „bewusster“ gespielt, der Ball wurde nicht mehr so leichtfertig abgeschenkt. Lewis Holtby wurde für mich zum besten Spieler auf dem Platz, er wurde zum Dreh- und Angelpunkt der Schalker Offensive. Weiterhin funktionierte auch das Mittelfeld, weiterhin wurde Hannovers Offensive gut in Schach gehalten, gleichzeitig wurden zwei Tore aufgeholt, das Spiel gedreht. Ein Jammer, dass es trotzdem nicht reichte.

Beim zweiten Gegentreffer schien Joel Matip die Übersicht abhanden gekommen zu sein und Christian Fuchs ging Adrian Nikci nicht konsequent genug an. Natürlich waren das Fehler, dieses Tor wurde aber immerhin noch ordentlich von Jan Schlaudraff kreiert. Wirklich richtig übel war das erste Gegentor.
Ja, Christian Pander hat einen goldenen Fuß, aber mit Verlaub, daran lag es nicht. Diesen Ball hätte jeder Bundeligaprofi dorthin dreschen können. Der Ball war nicht besonders scharf, er war nicht besonders flach. Besonders war nur, wie frei Felipe an den Ball kam, 4 Meter vor dem Tor. Ein Tor, das Schalke in dieser Art in der vergangenen Saison auch schon gefühlte 15 Mal kassiert hat. Mittlerweile mag man bei Freistößen aus dem Halbfeld nicht mehr hinschauen.

Zu Saisonbeginn neigt man zur Gutmütigkeit. Grundsätzlich haben sie ja ganz gut gespielt, die Blauen, und noch ist die Saison ja lang. Wenn am Ende der Spielzeit aber genau 2 Punkte zum Erreichen des nächst höheren Zieles fehlen, könnte einem dieses Spiel wieder ins Gedächtnis gerufen werden. Ärgerlich.

Alles rund, an Ostern, bei den Blauen

Schalke 04 gewinnt 3:0 gegen Hannover 96. Es war einer der souveränsten Schalker Siege der Saison. Ein Spiel, in dem bei den Blauen vieles sehr rund lief, und in dem Hannover müde und überfordert wirkte.

Hannover 96 spielt eine tolle Saison und war in den letzten Begegnungen für Schalke stets eine ganz schwere Aufgabe. Da war der Ärger vor Wochenfrist durchaus berechtigt, als sich Jermaine Jones und Joel Matip im Gleichschritt eine Gelbsperre für dieses Spiel einfingen. Man musste nicht damit rechnen, aber heute muss den Hut davor ziehen, wie nahtlos sich erneut Spieler aus der zweiten Reihe in die Mannschaft einfügten. Gestern harmonierte vieles so gut, dass man sich frecherweise direkt mehr davon wünschen will.

Christoph Moritz spielte im Mittelfeld eine gute Partie. Christoph Metzelder agierte neben Kyriakos Papadopoulos fehlerfrei und mit ganz viel Übersicht. Sergio Escudero, für den immer noch nicht wieder fitten Christian Fuchs auf der linken Außenverteidigerposition, spielte, als tät er das schon seit 2 Jahren regelmäßig.
Überhaupt war Spielen heute das Zauberwort. Auch aus der Defensive heraus wurden auffallend viele Situationen spielerisch gelöst. Escudero, Höger, Moritz, Draxler, dazwischen immer wieder mal Raúl, hinten links sah das Spiel häufig überraschend gut aus. Auf der rechten Seite machte auch Atsuto Uchida ein gutes Spiel. Er setzte den blendend aufgelegten Jefferson Farfán immer wieder gut in Szene, und bezog ebenfalls häufig Marco Höger oder Christoph Moritz mit ein.

In der Mitte der ersten Hälfte gab es eine Phase, in der die Angriffe nicht sauber zu Ende gespielt wurden. Da hätte Schalke besser agieren können, es wäre sicher mehr als nur eine 1:0 Führung zur Halbzeit möglich gewesen. Aber zu jeder Zeit hatte man das Spiel im Griff. Die Defensive stand immer, mehr als „halbe Chancen“ waren für Hannover nicht drin. Und als in der zweiten Hälfte Schalke wieder präziser wurde, entstand das Ergebnis verdient und angemessen.

Raúls zweites Tor war natürlich zum Zungeschnalzen, wieder mal. Natürlich beherrscht er nach den beiden Treffern die Schlagzeilen, und es sei ihm gegönnt. Für mich persönlich waren aber Farfán und Escudero die „Spieler des Spiels“.

Farfáns Dynamik war unwiderstehlich, und es war mehr oder weniger egal, wohin genau der Pass geht. Fast alles, was ungefähr in Richtung rechts-vorne geschlagen wurde, machte Farfán zu einer beachtlichen Situation; und sei es nur so, dass man sich wunderte, dass er an einen unmöglichen Pass nur derart knapp nicht mehr herangekommen ist.
Sergio Escudero agierte auf der linken Seite „noch totaler“. Er verteidigte, was es zu verteidigen gab, er gab der Offensive Impulse, und er machte Julian Draxler besser. Nach wie vor läuft es für Julian Draxler nicht so richtig rund. Escudero war an seiner Seite stets anspielbar, er gab den Ball auch wieder zurück, war agil und ballsicher, schoss Ecken, spielte fair, machte irgendwie alles. Erstaunlich.

Ein schöner Tag, für alle in Blau, auch wenn man heute nicht der Hannoveraner Mannschaft begegnete, die man in dieser Saison schon kennenlernen konnte. Bei Hannover fehlte es an allem, was der Freude des Tages keinen Abbruch tun muss, was aber die Leichtigkeit des Schalker Auftrittes relativiert.

Im Fernduell mit Borussia Mönchengladbach um die direkte Qualifikation zur Champions League liegt Schalke nun 5 Punkte und 8 Tore vorne. Kommenden Dienstag spielt Gladbach in Bremen, während Schalke am Mittwoch in Nürnberg spielen muss. Nichts ist entschieden.

Die Trainer seit Schaaf

Otto Rehhagel ist neuer Trainer bei Hertha BSC. Sein letzter Bundesligajob liegt schon einen Weile zurück, von 1996 bis 2001 trainierte er den 1. FC Kaiserslautern. In diese Zeit fiel es, dass in „seinem Club“, dem SV Werder Bremen, nach vier Jahren des Orientierungslosigkeit, Thomas Schaaf den Trainerposten übernahm.

Am 11.05.1999 saß Schaaf erstmals als Cheftrainer auf der Bremer Bank. Er gewann 1:0, gegen Schalke 04, gegen Huub Stevens. Außer Huub Stevens sah Schalkes Trainerbank seitdem 11 andere Verantwortliche. Seit Schaaf in Bremen das Sagen hat, warteten 30 andere Bundesligaclubs mit insgesamt 192 Trainern auf.

Für Hertha ist Otto Rehhagel nun der 13. Verantwortliche in 13 Jahren Erstligazugehörigkeit seit Schaaf. Der HSV kam in 14 Spielzeiten auch auf 13 Trainer seit Schaaf. Leverkusen mag weniger als „heißes Pflaster“ gelten, trotzdem waren es auch da 10 Trainer in 14 Jahren seit Schaaf. In Gladbach waren es 11 Trainer in 11 Jahren erste Liga seit Schaaf, und Köln kommt sogar in nur 9 Erstligajahren auf 12 verschiedene Gesichter auf der Trainerbank, seit Schaaf.

Thomas Schaaf wird Otto Rehhagels Amtszeit in Bremen überdauern. Bis dahin wird die Liste noch länger werden, aber auch bis heute ist sie schon imposant. Alle Erstligatrainer, seit Thomas Schaaf:







Foto: Bejamin Radzun

Wörtlich: Dr. Christos Papadopoulos

Mirko Slomka hat fortgesetzt, was Ralf Rangnick begonnen hat und die Mannschaft im Europapokal etabliert. Dadurch hat im Verein eine Evolution stattgefunden. Man hat sich mit den Großen gemessen. Nach Mirko war der Club in der Lage, wirtschaftlich und sportlich mit der Spitze der Liga mitzuhalten.

Eine Aussage, über die ich erstmal nachdenken muss. Bislang habe ich das völlig anders gesehen.

Dr. Christos Papadopoulos war von 2000 bis zur Verpflichtung Felix Magaths und dessen Trainerstab Konditions- und Reha-Trainer auf Schalke. Heute arbeitet er beim VfB Stuttgart und wurde anlässlich des Spiels zwischen Schalke und den Schwaben von der Stuttgarter Zeitung zu einigen „Schalker Typen“ befragt.