Diese Nachricht hat mich wirklich getroffen. Auch weil ich unvorbereitet war. Dass Rolf Rüssmann derart krank war, hatte ich nicht gewusst.
Ein prägnanter Kopf der Bundesliga. Für den Jungen, der ich war, die längste und bewusste Zeit ein Borusse, was aber seinem Ansehen bei mir nicht schadete. Einer den man, den ich mochte, weil er „geradeaus war“. Auch später noch, als Bundesligamanager, im DSF sitzend, in Rudi Brückners „Doppelpass“, in der gefühlten besseren Zeit.
Rolf Rüssmann war einer der ganz großen Schalker. 12 Jahre eine feste Größe in der Schalker Abwehr, Teil der Schalker Jahrhundertelf und Halter eines Schalker Rekords, der wohl in alle Ewigkeit bestand haben wird: Zwischen dem 15. Januar 1977 und dem 29. November 1980 stand er in 134 Bundesligapartien in Folge auf dem Platz. Und in den folgenden viereinhalb Jahren für Borussia Dortmund, den letzten seiner Karriere, fehlte er auch nur in sechs Spielen.
Wenn dieser Tage in den Nachrufen zu Rolf Rüssmann viel von den Eigenschaften des „ehrlichen Kämpfers“, des „bodenständigen Typen“ geschrieben wird, wenn man dabei immer leicht zuckt, weil diese vermeintlichen Floskeln in den Jahren doch arg überstrapaziert wurden, sollte man sich diesen Rekord bewusst machen um erfühlen zu können, dass das wirklich noch eine andere Zeit war. Eine, in der es diese Typen eben wirklich noch gab, denen das Tun wichtiger war als das Sein. Typen wie Rolf Rüssmann.

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