Artikel zum Schlagwort ‘Ingolstadt 04’

Schalke masselbesiegt die Schanzer

Schalke 04 gewinnt das erste Spiel des neuen Jahres, 1:0 gegen den FC Ingolstadt. Neuzugang Guido Burgstaller gab den Torjäger und erlöste die Blauen in der Nachspielzeit. Das Stadion bebte, ein Jubel, wie er lauter nicht hätte sein können. Der Ausbruch aufgestauter Emotionen, nachdem man zuvor ein gruseliges Spiel ertragen musste.

Die Anfangsphase ließ sich noch ganz okay an. Ich bildete mir ein, erkannt zu haben, wie das Offensivspiel hätte funktionieren sollen. Mit einem Max Meyer, der die Anspielnähe zu Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting suchte. Mit einem Leon Goretka, der hinter diesen beiden für die Zuspiele zuständig war. Mit dem passsicheren Dennis Aogo, als Verbindung zwischen der mit Johannes Geis beginnenden Defensive und den besagten Offensivspielern. Mit Sead Kolasinac und Alessandro Schöpf auf den Flügeln, die in der Hinrunde so oft überzeugen konnten.

Aber es funktionierte nicht. Nach 15 Minuten hatte sich die Schanzer auf das Spiel der Blauen eingestellt und jeden Spielfluss gelähmt. Man erlebte ein ausgeglichenes Spiel auf niedrigem Niveau, in dem Ingolstadt sicherlich mit einem Zähler zufrieden gewesen wäre, und in dem Schalke ob des Nichtgelingens von fast allem von Minute zu Minute unsicherer wurde.

Mir erschien es, als hätte den Blauen mit fortlaufender Spielzeit immer mehr der Mut gefehlt, so weit aufzurücken, wie es nötig gewesen wäre, Ingolstadt wirklich unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu zwingen. Das eigentlich spielerische Zentrum um Choupo-Moting, Max Meyer und Leon Goretzka funktionierte nicht. Die Abstände waren zu groß, die Pässe zu schlecht, das Tempo zu niedrig. Dennis Aogo war nicht halb so passsicher wie er sein kann und er war regelmäßig „irgendwie zu weit weg“. Hinzu kam, dass Ingolstadt es gut hinbekam, Schalkes Außen taktisch zu isolieren. So mancher Vorstoß eines Sead Kolasinac endete damit, dass er letztlich hilflos von drei Ingolstädtern umzingelt war, ohne Anspielmöglichkeit weit und breit.

Es tat fast körperlich weh, den spielerisch immer wieder scheiternden Blauen zuzuschauen. Dieses Spiel war ein Anknüpfen an die Ideenlosigkeit aus dem Spiel gegen Freiburg. Zu Hause, gegen den Tabellenvorletzten war Schalke keinen Deut besser als dieser und hätte sich mit etwas Pech auch den einen oder anderen Gegentreffer fangen können. Und sowas nach einer maximal langen Vorbereitungszeit über die Winterpause. Mit den wiedergenesenen Stützen Benni Höwedes und Matija Nastasic in der Startaufstellung. Sehr ernüchternde 90 Minuten.

Aber dann war da eben doch noch die 92. Minute. Und dieser Guido Burgstaller, der zuvor schon mit einem Kopfball knapp scheiterte, der zuvor schon einmal Choupo-Moting und einmal Donis Avdijaj in geeignete Abschlusspositionen freispielte; der damit in einer Halbzeit mehr Torgefahr kreierte, als Eric Maxim Choupo-Moting in 04 Spielen.
Dass ihm der Ball vom Gegner vor die Füße rollte, und dass er mit dieser einen Berührung den Ball am Torhüter vorbei, und nicht gegen dessen ausgefahrenes Bein bugsierte, dazu gehörte viel Glück. Aber um in solche Situationen zu kommen braucht es auch einen echten Torjäger. Klaas-Jan Huntelaar stand da jahrelang, nun aber eben schon lange nicht mehr. Guido Burgstaller macht den Eindruck, der richtige Typ dafür zu sein.

Nein, es ist nicht völlig egal, wie die Blauen spielen, wenn sie doch nur gewinnen. Nur mit Massel kommt man nicht weit, im Fußball gilt es, das Glück zu erzwingen. Aber er ist immer besser, ein scheiß Spiel zu gewinnen, als ein scheiß Spiel zu verlieren.

Die Weinzierl-Ziel-Zahl liegt bei 1,75 Punkten; 0,05 unter dem Ziel.
Nächster Test: Eintracht Frankfurt am Freitag.

Schalke enttäuscht schon wieder

Schalke 04 geht in Ingolstadt mit 3:0 unter und enttäuscht seine Fans einmal mehr. Gegen den in der Mitte der Tabelle stehenden Aufsteiger das schlechtere Team gewesen zu sein ließ letztlich jedem klar werden, dass man für den erhofften vierten Platz schlicht nicht gut genug ist.

Als Fan der Blauen traut man sich ja kaum noch, offensiv zu hoffen. Man schaut auf Platz vier? Uhh … da ist aber die Erwartungshaltung zu hoch! Man denkt, man könne in Ingolstadt gewinnen? Uhh … das ist aber arrogant, andere haben da schließlich auch nicht gewonnen! In dem Wahn, eine zu hohe Erwartungshaltung sei der Grund allen Übels auf Schalke, macht man sich selbst mittlerweile so klein, dass Gegner wie Ingolstadt als unüberwindbar erachtet werden. Und so spielt Schalkes Mannschaft dann auch.

Dass Schalke bis zuletzt nach Platz vier lünkerte hatten sowohl Horst Heldt als auch Clemens Tönnies durchblicken lassen. Da in den nächsten Spielen, gegen Borussia Dortmund und Bayern München, Niederlange zu erwarten sind, hätte man gegen Ingolstadt unbedingt gewinnen müssen. Stattdessen verlor man verdient.

Ja, der Elfmeter war ein Witz. Und ja, bis zu diesem Strafstoß sah das Spiel der Blauen nicht schlecht aus, hatte Schalke etwas mehr vom Spiel als der Gegner. Eine Druckphase gab es aber auch dabei nicht. Schalke kam in dieser „etwas mehr vom Spiel haben“-Phase zu einer Torchance. Eine. Überlegenheit, einen Sieg erzwingen wollen, sieht anders aus.

Nach der Führung Ingolstadts durch den Strafstoß reagierte Schalke konfus. Nach der Pause spulte Schalke weiter ein ungefährliches Gekicke ab. Wie immer wechselte André Breitenreiter erst nach der 60. Minute Spieler aus, doch auch das brachte keine Verbesserungen. Ingolstadt blieb wach, bestrafte Schalker Fehler, gewann letztlich verdient mit 3:0 und feierte damit gegen Schalke seinen höchsten Sieg in der ersten Bundesliga. Herzlichen Glückwunsch!

Platz vier sei pure Träumerei, sagte Ralf Fährmann nach dem Spiel. Man müsse sich daran orientieren, überhaupt international zu spielen. Tatsächlich konnte man einmal mehr sehen, dass Schalke weder spielerisch, noch taktisch Mannschaften wie Ingolstadt, Köln oder Augsburg überlegen ist. War das so zu erwarten? Muss man das so akzeptieren? Aber selbst wenn wir davon ausgehen, dass das so ist, wenn wir akzeptieren, dass Schalkes Mannschaft qualitativ zu schlecht zusammengestellt ist, um gegen Ligamittelmaß ein überlegenes Spiel aufziehen zu können …

Wir haben alles vermissen lassen. Biss, Herz, Einstellung zum Spiel. Ingolstadt hat es vorgelebt, dass man in jedem Spiel an Grenzen geht, dass man alles auf den Platz bringt um erfolgreich zu sein. Das ist uns nicht gelungen.

Ist Schalke mit André Breitenreiter zu Saisonbeginn nicht ausdrücklich mit dem Ziel angetreten, sich solcher Vorwürfe nicht mehr aussetzen zu müssen? Wie kann es sein, dass man, trotz der Erfahrungen der letzten Saison, auch am 28. Spieltag der Folgesaison in einem Spiel gegen eine Aufsteiger nicht nur fußballerisch nicht die bessere Mannschaft ist, sondern auch noch mit deutlich weniger Engagement zu Werke geht als der Gegner? Wieso lässt die Mannschaft nach einem Gegentor durch einen unberechtigten Strafstoß derart die Schultern hängen, zeigt sich derart demoralisiert?

Vermutlich war die Erwartungshaltung zu hoch. Und Ingolstadt ist ja auch wirklich richtig stark. Und die Schalker sind ja alle so jung. Da darf man eben nichts erwarten. Immerhin wurde es kein 0:5.



Foto: Tomek Bo

Gruppe Zwo & die Spielstärke-Tests

Bayern München und Borussia Dortmund stehen über dem Rest der Liga, sowohl was die theoretische Kaderqualität, als auch was das Spiel auf dem Rasen angeht. In einer sich aus einem gewissen Selbstverständnis ergebenden Gruppe 2 spielen Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, der VfL Wolfsburg und Schalke 04 seit Jahren um die internationalen Plätze. Dies möchten sie auch in dieser Saison wieder tun. Gemeinsam haben sie allerdings, dass sie gegen sehr defensiv auftretende Gegner keine guten Ergebnisse erzielen.

Schalkes Spiel am 2. Spieltag nannte ich den „Darmstadt-Test“. Ich hätte es auch den „Spielstärke-Test“ nennen können: Eine Partie gegen einen Gegner, dessen erstes Ziel ein 0:0 ist, der natürlich versucht Fehler auszunutzen, dessen oberste Priorität aber im Verhindern des Spiels der Anderen liegt. Neben Darmstadt 98 treten auch der FC Ingolstadt und der 1. FC Köln mit diesen Zielsetzungen an. Köln hat dabei das Umschaltspiel nach Ballgewinn am weitesten entwickelt, Darmstadt 98 am wenigsten weit.

Der Erfolg dieser Spielweise ist der Misserfolg derjenigen, die dagegen anspielen. Dass Darmstadt 98 nach 12 Spieltagen bereits 14 Punkte gesammelt hat ist ein Schlag ins Gesicht der Clubs, deren Kaderqualität um ein vielfaches höher liegt und die es eigentlich besser können müssten. Gegen solche Gegner braucht es Tempo und Präzision. Es braucht ein variables Ballbesitzspiel, die Fähigkeit, den Gegner „auseinanderzuspielen“ und die knappen Räume zu nutzen. Vergleicht man die Ergebnisse der Clubs aus Leverkusen, Gladbach, Wolfsburg und Schalke gegen die besagten defensive Gegner zeigt sich, dass sie allesamt immer wieder an diesen „Spielstärke-Tests“ scheitern.



Hat tip für die Idee an Rjonathan

Selbstproduziertes Palaverpotenzial

Schalke 04 kommt im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt nicht über ein 1:1 hinaus. Glück für Ingolstadt, zu wenig Ertrag ob des hohen Aufwands für Schalke 04 und Erklärungen dazu von André Breitenreiter, die zum Reden anstiften, selbst wenn man es eigentlich nicht will.

Ganz klar: Schalke hätte in diesem Spiel den Sieg verdient gehabt. Zu ausreichend vielen Chancen kam Schalke in diesen 90 Minuten. Weiterhin verwehrte Schiedsrichter Meier den Blauen einen Handelfmeter, als Benjamin Hübner in der 18. Minuten der Ball zunächst unglücklich an den Arm sprang, er diesen aber gleich danach bewusst mit dem Unterarm von Huntelaar weg buxierte. Hinzu kommt, dass auch das Gegentor kaum unglücklicher hätte fallen können. Trotzdem offenbarte Schalke Defizite die dazu führten, dass es über lange Phase des Spiels nicht gelang, den geeigneten Druck aufzubauen, um die Ingolstädter Defensive richtig zum Wackeln zu bringen.

Der Spielaufbau war zu statisch. Beim Spiel aus der eigenen Abwehr, mit nahezu allen Spielern vor dem Ball, fehlt Johannes Geis sehr, der als einziger Schalker Pässe in allen Längen zuverlässig an den Mann bringt. Ingolstadt zwang Schalke auf die Flügel und es gelang den Blauen nicht, sich dagegen zu wehren. Leon Goretzka nahm kaum am Spiel teil. Selbst als André Breitenreiter das Offensivzentrum verstärkte, indem er Max Meyer in die Zentrale beorderte, bekam Schalke nicht mehr Zugriff auf den Raum vor dem gegnerischen 16er. Was blieb war das Spiel über Außen und zu viele Hereingaben, die zu selten Abnehmer fanden.

Schalkes Trainer André Breitenreiter, dessen Aussagen nach dem Spiel für weiteren Tullus um den Club sorgen könntenSchalke hatte sich seine Chancen eher erarbeitet denn erspielt. Trainer André Breitenreiter nannte das Spiel seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit „pomadig“ und traf es damit ganz gut. Schalke steht mit 20 Punkten aus 11 Ligaspielen weiterhin ordentlich da, besser als vor der Saison erwartet, und im Pokal gegen Mönchengladbach rauszufliegen ist auch keine Sensation. Aber Schalke ist stets laut und immer unruhig. Nach 4 Pflichtspielen ohne Sieg werden sich sicherlich Schalker finden lassen welche die Meinung vertreten, Stürmer würden Chancen vergeben weil die Managersituation im Club nicht geklärt oder weil der Trainer zu unerfahren sei. Schalker sind viele, da gibt’s alle Gedanken, egal wie krude.

Sehr berechtigt musste sich André Breitenreiter in der Pressekonferenz nach dem Spiel allerdings fragen lassen, wieso seine Mannschaft wiederholt nur jeweils in einer Halbzeit gut agierte. Statt auf das Spiel einzugehen verwies er auf ungenügende Voraussetzungen. Man dürfe „sich nicht der Realität verschließen“, und es sei „einfach Fakt“, dass der Kader Schalkes eben nicht so breit aufgestellt sei wie die Kader der Konkurrenz. Man habe keine großen Variationsmöglichkeiten und gerade im Sturm keine weiteren Optionen. In der jetzigen Phase fehle „ein absoluter Knipser, wie ihn jeder andere Topverein hat“.

Aussagen in dieser Deutlichkeit, von einem Trainer dem immerhin Klaas-Jan Huntelaar und Franco Di Santo zur Verfügung stehen, können – nein, müssen wohl als Schlag gegen den ehedem angezählten Manager Horst Heldt verstanden werden. Breitenreiter überzeugte bislang bei seinen öffentlichen Statements, wirkte stets kontrolliert. Auch wenn man ihm wohlwollend unterstellen mag, dass es ihm nun hauptsächlich darum ging, die eigene Mannschaft kleinzureden um Druck von ihr zu nehmen, wird ihm die Brisanz seiner Aussagen gegenüber Schalkes Manager bewusst gewesen sein. Sätze wie eine zischende Lunte. Es steht zu befürchten, dass sie noch von mehreren Seiten befeuert wird.



Foto: Tomek Bo

Wer oder was sind Schanzer?

Dass beim weltberümten Fußballclub aus dem Ruhrgebiet mit dem Namen „Schalke“ ein Stadtteil Gelsenkirchens und nicht der Berg im Harz gemeint ist, dürfte weitestgehend bekannt sein. Auch, dass das „Bayer“ im Namen des Turn- und Sportvereins aus Leverkusen auf einen Chemiekonzern verweist. Und wofür „Werder“ im Namen des Vereins aus Bremen steht, ist zumindest flott herauszufinden.

Dass das „Wacker“ im Namen des Clubs aus Burghausen ebenfalls von einen Chemiekonzern abgeleitet ist und sich eben nicht auf die Frische oder Tüchtigkeit der Sportler bezieht, war mir lange Zeit nicht bekannt. Und ich hatte auch keine Ahnung wieso quer über dem Wappen des FC Ingolstadt 04 in großen Lettern das Wort „Schanzer“ geschrieben steht, als mich Freund Oliver dies vor einigen Tagen fragte.

Mit googlen war es im Falle des Fußballclubs aus Ingolstadt nicht getan, und auch Wikipedia-Seite des Vereins lieferte dazu keinen Hinweis. Also …

Hallo werte Ingolstädter.

Was bitte sind Schanzer?
Ich meine, was bedeutet das, woher stammt dieser Name oder Begriff?

Vielleicht können Sie die Frage nicht nachvollziehen, weil das für Sie so selbstverständlich ist. Vielleicht bin ich auch der Einzige überhaupt, dem das nicht klar ist.

Dies würde erklären, wieso bislang niemand dazu irgendwas auf eine Internetseite geschrieben hat, die Google mir hätte anzeigen können. Ich fand jedenfalls keine Erklärung, obwohl bei der Suche der Eindruck entstand, dass in Ingolstadt wirklich alles, von Sportvereinen aller Art, Kaufhäuser oder Restaurants, bis hin zu Fotoclubs, Lauftreffs oder Bestattungsunternehmen, diesen Namen trägt.

Bitte helfen Sie mir doch mal auf die Sprünge.

Mit freundlichen Grüßen,
Torsten Wieland

Es dauerte nur wenige Stunden, bis mich eine entsprechende Antwort erreichte.

Hallo Herr Wieland,

Sie sind natürlich nicht der Einzige, welcher diesen Umstand hinterfragt. Der Begriff Schanzer kommt von „die Schanz“. So wird Ingolstadt seit 1537 auch genannt, nachdem sie bayerische Landesfestung wurde.

Auch nachzulesen unter http://de.wikipedia.org/wiki/Ingolstadt

…Im Jahr 1537 erhielt Ingolstadt ein weiteres Standbein, indem es zur bayerischen Landesfestung ausgebaut wurde, was mit einer kurzen Unterbrechung 400 Jahre so bleiben sollte. Dieser Umstand brachte der Stadt den Namen „die Schanz“ ein und noch heute nennen sich viele Ingolstädter „Schanzer“…

Ich hoffe ich konnte Ihnen Ihre Frage hinreichend beantworten.

Mit freundlichen Grüßen
Florian Günzler Dipl. Spoec (Univ.)
-Assistenz der Geschäftsführung / Finanzen und Verwaltung-

Wieso ich, obwohl der Begriff doch so offensichtlich in der ganzen Stadt sehr präsent ist, nicht darauf gekommen bin, die Wikipedia-Seite der Stadt durchzulesen, weiß ich nicht. Für alle ähnlich kurz Gefallenen gibt’s ab sofort über Google diesen Beitrag zu finden. Auch mit schönem Gruß an Freund Oliver.