
Schalke 04 hat sich gestern Abend zeigen lassen wie eine Klassemannschaft spielt, das mit eine Niederlage bezahlt und dafür ein paar Millionen Euro kassiert. Schalke war der große Außenseiter, die Erwartungshaltung stand zuvor nahe Null, viel passiert ist also eigentlich nicht. Zufrieden muss man trotzdem nicht sein.
Manchester United war die in allen Belangen bessere Mannschaft, Schalke hat 0:2 verloren und das Ergebnis hätte durchaus höher ausfallen können. Nun ist man als Schalkefan geneigt dankbar zu sein, zu loben, dass die Mannschaft überhaupt so weit gekommen ist. Keine Frage, die Teilnahme an dieser Halbfinalrunde ist mehr als zu erwarten war. Trotzdem haben die Blauen gestern mutlos agiert und sich damit unter Wert verkauft.
Die ersten 15 Minuten ließen sich noch gut an. Dann übernahm United mehr und mehr die Initiative. Natürlich bedingt sich immer alles, die Geschwindigkeit und die Ballsicherheit in den Kombinationen waren beeindruckend, und so agierte Schalke fortan: Schwer beeindruckt. Schalke hielt die Ordnung nicht mehr. Unter dem offensichtlichen Gefühl, in den Zweikämpfen ob der Geschwindigkeit der Gegner eh keine Chance zu haben, wurde von Minute zu Minute häufiger nurnoch der Raum zum eigenen Tor gedeckt und nicht mehr gegen den ballführenden Gegner gearbeitet. Uniteds Spieler gerieten nicht mehr unter Druck, konnten nach belieben Kombinieren und nutzen ihren Platz, die Zeit und die eigene Ballsicherheit fast genüsslich aus.
Keine Frage, diese Mannschaften gehören nicht der gleichen Gewichtsklasse an. Bei United haben alle Spieler Champions League-Reife, bei Schalke 04 mit Neuer, Farfán und Raúl eigentlich nur drei. Dafür hat Schalke viel erreicht und man hätte meinen können, dass die Blauen frei von Druck agieren würden. Dass der Mannschaft derart die Düse ging, dass soviele Fehlpässe gespielt und Bälle verschenkt wurden, ist schade. Etwas mehr „Leck mich am Arsch-Einstellungen“ hätte es durchaus sein dürfen.
Am 5. Mai gibt’s eine zweite Chance, das Haupt hoch zu tragen. Ich hoffe auf ein besseres Gefühl.
Foto: puamelia







