Nach Adlers Fehler: Neuer gibt noch mal Alles!
Stichwörter: Nationalelf

[Foto: Tomek Bo]
Kühl in Gelsenkirchen
Stichwörter: Nationalelf, Schalke 04
Es liegt nicht an der mangelnden Fußballbegeisterung. In der Regel pilgert der Fußballfan Richtung Berger Feld sobald das Stadion zu leuchten beginnt. Es liegt an Joachim Löw.
Hier, wir, ich, unser Verein, wir Fans und vermutlich auch unsere Spieler, wir fühlen uns missachtet. Wir mögen die Sprache des Herrn Löw nicht, dieses mal Hüh mal Hott. Das Hott gegen Kuranyi, während ein Bankdrücker aus München dem Kapitän auf dem Platz in die Fresse hauen und sich trotzdem auf Löws Hüh verlassen kann. Dass Jermaine Jones keine Chance bekam. Pure Ironie, dass ausgerechnet Heiko Westermann mittlerweile zum festen Stamm der Nationalmannschaft zählt, wo gerade er derzeit so große Probleme hat, sich als Leistungsträger in der neuen Schalker Mannschaft zu etablieren.
Dass Manuel Neuer nicht mal diese 90 Minuten Einsatzzeit in einem unwichtigen Spiel im eigenen Stadion in voller Länge bekommt, ist nur ein weiterer Tropfen in die Regentonne. Eigentlich sind wir des Themas müde. Von uns mag jeder halten was er will, vom Thema auch. Wir wollen uns damit gar nicht mehr rumärgern, sollen sie uns in Ruhe lassen. Über ein halbleeres Stadion bei einem Auftritt Löws Nationalmannschaft in Gelsenkirchen wundert sich hier niemand.
Fußball unplugged
Stichwörter: Bemerktes, Nationalelf
Heißt das Länderspiel-Doppelspieltage oder Doppel-Länderspieltage? Jedenfalls ist das wie eine kurze Winterpause ohne Weihnachtsgeschenke und Transferperiode. Langweilig.
Es liegt wohl auch daran, dass mich unsere Nationalmannschaft in endrundenfreien Zeiten einfach nicht anzumachen vermag. Ich verspürte ein wenig Spannung vor dem Russlandspiel, natürlich. Aber das ewige geeiere um die Nominierungen vor jeder Mannschaftszusammenkunft nervt mich. Die langweiligen Sätze Bierhoffs mag ich nicht hören und dass ständige sich in Pose werfen des Bundestrainers, dass lässige sich auf Bande hocken und die Beine baumeln lassen, weil sie auch im Hinspiel schon erfolgreich baumelten, mag ich eigentlich auch nicht sehen. Jetzt noch ein Trallalaspiel gegen Finnland, bei dem natürlich alle Spieler ihre Chance nutzen wollen, und dann wird der Stecker endlich wieder eingestöpselt. Ich mag’s wenn’s scheppert und wenn’s knallt, zuviel Jogimonie ist nichts für mich. Mir liefert vor allem die Liga den Strom, den ich als Fan brauche.
Plastikpalaver vs. Russenvorteil
Stichwörter: Nationalelf
Ich bin auch gegen Kunstrasen.
Außerdem scheint der Russe Mauern eher eng aufzustellen und mit unterlegenen Gegnern nicht gerade zimperlich umzugehen.
Obacht also.
Die Enttäuschung des Spieltags 08/47
Stichwörter: Bayer Leverkusen, Nationalelf
Es schien als hätte er gerade die Kurve gekriegt, als wüsste er endlich, worauf es ankäme. Und dann das: Stefan Kießling trifft wieder und nun steht fest, dass er kein Mann für die deutsche Nationalmannschaft ist!
Seine regelmäßigen Einsätze und seine Ruhelosigkeit wirkten bereits wie ein Affront gegen die DFB-Spitze. Doch dem Vernehmen nach wollte Bundestrainer Löw darüber hinwegsehen. Das es Kießling nun aber gleichwohl wagte, nach guten 2 Wochen wieder mit dem Treffen zu beginnen, ist sicherlich eine riesige Enttäuschung für Löw und sein Team.
Gerüchten zu Folge soll Bundestrainer Joachim Löw vor der Saison einen Verhaltenskatalog an alle Nationalmannschaftskandidaten versandt haben. Bezüglich der Position des Stürmers soll darin empfohlen worden sein, entweder beim VfB Stuttgart zu spielen oder bei Bayern München auf der Bank zu sitzen. In keinem Fall aber dürften Spieler durch regelmäßige Einsätze und ordentliche Trefferquoten auffallen. Stefan Kießling spielte derweil sein 42. Ligaspiel in Folge und hat in dieser Saison bereits 6 Treffer markiert. Es scheint als hätte er die Hoffnung auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika aufgegeben.
Gespielter Patriotismus
Stichwörter: Funktionäre, Nationalelf
Man kann nur ablehnen, was einem angeboten wird. Und wenn einem etwas entzogen wird, muss man sich nur darüber ärgern, wenn man es auch haben wollte.
Jermaine Jones wurde von Bundestrainer Löw längst aussortiert. Er war nicht mal mehr das fünfte Rad am Wagen, durfte nicht mal dabei sein, als kaum noch jemand zur Verfügung stand. Deshalb ist es Mumpitz, Jones’ Umorientierung einen „Rücktritt“ zu nennen. Und deshalb war das kühle und knappe Statement des Bundestrainers völlig angemessen. Was Jermaine Jones tut oder lässt, kann ihm völlig egal sein.
Aber es gibt da ja noch einen, der knapp nicht kann, der dazu da ist, was darzustellen. Oliver Bierhoff.
„Wir haben mehrfach betont, wie sehr wir uns darüber freuen, dass wir mehrere Spieler mit Migrationshintergrund in den Reihen der deutschen Nationalmannschaft haben. Dies entspricht der gesellschaftlichen Entwicklung in unserem Land, und das spiegelt auch unsere Nationalmannschaft wider. Wir haben aber immer wieder darauf hingewiesen, dass jemand, der das DFB-Trikot trägt, sich klar zur Nationalmannschaft und Deutschland bekennt. Wenn ein Spieler das nicht so sieht, ist das seine Entscheidung, die wir respektieren.“
Aufgeteilt in zwei Teile kommt der Kommentar des Oliver Bierhoff falsch und verspätet, irgendwie „falschrum“ daher.
Zunächst sei festgestellt, dass Jermaine Jones keinen Migrationshintergrund hat. Sein Vater war als Soldat in Deutschland stationiert. Heute lebt er wieder in den USA, ein Immigrant war er nie. Lukas Podolski hat Mirgrationshintergund und möchte vermutlich gar nicht, dass sich Bierhoff darüber freut, selbst wenn er es wissen sollte. Sicher reicht ihm, wenn man sich an seinen Toren freut. Auch Claudemir Jeronimo Barreto (genannt Cacau – selbst eingewandert, mit völlig normalem Hintergrund) will bestimmt nur einer unter Guten sein, und nicht der Farbtupfer zu Bierhoffs Anspruch an Vielseitigkeit.
Der zweite Teil Bierhoffs Aussagen erweckt den Anschein, verspätet zu erscheinen. Hat sich Jermaine Jones etwa als deutscher Nationalspieler nicht zum DFB-Trikot bekannt? Hat er zuvor schon Zweifel geäußert, ist dies der wahre Grund für seine Nichtnominierung?
Nein. Die Idee ist Jones erst gekommen, als man ihn nicht mitspielen ließ. Trotz Bekenntnis zum DFB-Trikot. Trotz guter Leistungen. Trotz Migrationshintergrund nach Bierhoff.
Meines Erachtens dürfte ein Wechsel zwischen Verbandsauswahlmannschaften nicht erlaubt sein. Wer irgendwann, egal in welchem Alter, einmal für eine Verbandsauswahl gespielt hat, sollte niemals mehr für eine andere Verbandsauswahl spielen dürfen. Der junge Mann, der mit zwei Staatsangehörigkeiten geboren wurde und dessen Eltern zu Zeiten seiner jungen Jahre die Entscheidung fürs „falsche Land“ getroffen haben, hat eben Pech. Hier geht es nicht um Wahlmöglichkeiten. Pech hat schließlich auch der talentierte Junge, der ohne doppelte Staatsbürgerschaft auf Malta geboren wurde.
Aber nach mir geht es nicht. Die FIFA hat die Wechselmöglichkeit erfunden, da kann ich Jermaine Jones nicht übel nehmen, wenn er diese Möglichkeit nutzt. Mit Bierhoff als Moralapostel tue ich mich in dieser Situation schwer. Mag sein, dass er nicht um des dabei Seins willen den Verband wechseln würde. Aber falls die Firma Nike glauben würde, zum Aufbau eines schlagkräftigen „Team USA“ bräuchte man unbedingt Oliver Bierhoff; ich würde nicht drauf wetten.
Jogis Jungs feat. Die Kanzlerin
Stichwörter: Nationalelf
Wo ist Michael Schanze, wenn man ihn braucht?
Bei Kerner, mit zu vielen Kilos.
Dabei standen sie alle doch gerade so nett, bereits mit einen Stargast in ihrer Mitte, da hätte es sich doch angeboten eine fast vergessene Tradition wieder aufleben zu lassen, Ralf Siegel anzurufen und zu fragen ob er 5 Minuten Zeit hätte, und mal flott ein Liedchen zur kommenden WM aufzunehmen.
Oder gleich zur Qualifikation.
Oder zum heutigen Freundschaftspiel!
„Old England“ hieß ein Titel auf der Platte zur WM in Spanien 1982, mit dem Refrain „Old England, England, dort fing alles an, und wir sagen Dir von ganzem Herzen dank, Old England, England, Du bist schuld daran, König Fußball zog die Welt in seinen Bann“.
Es gibt Dinge, die will man sich eigentlich garnicht merken …
Jedenfalls wäre es durchaus an der „Zeit für Erneuerung“ gewesen!
Und Bierhoff hätte endlich mal eine Aufgabe gehabt.
Ärgerlich.



