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Rookies-Checken gegen Nizza

Schalke gewinnt auch sein fünftes Gruppenspiel in der Europa League, 2:0 gegen OGC Nizza. Ein Sieg, für den Schalke nie in den höchsten Gang schalten musste. Ein Spiel, das in der ersten Halbzeit lange nur vor sich hin plätscherte, in dem sich die Mannschaft nach der Pause aber nochmal zusammenriss, um den Zuschauern etwas mehr Tempo zu bieten. Eine Partie, die nachträglich als arg unglücklich verbucht werden müsste, wenn Max Meyer oder Nabil Bentaleb nach ihren verletzungsbedingten Auswechslungen am Sonntag aussetzen müssten. Aber ma’abwarten.

Letztlich wurde das Spiel durch den Ersteinsatz von vier Jungschalkern interessant.

Thilo Kehrer durfte in der Liga zwar schon zweimal für ein paar Sekunden übers Feld rennen, aber das war ja nicht ernst zu nehmen. Gegen Nizza stand er nun in der Startformation, ebenso wie Bernard Tekpetey, für den dies auch pedantisch betrachtet der erste Profieinsatz war.
Fabian Reese kam im Erstrunden-Pokalspiel gegen Villingen zu einer(!) Profiminute und durfte nun die zweite Halbzeit spielen. Und in den letzten neun Minuten feierte auch noch der durch österreichischen Profifußball vergleichsweise erfahrene 20-Jährige Donis Avdijaj seine Profi-S04-Pflichtspielpremiere.

An Donis rollten seine Einsatzminuten allerdings ohne nennenswerte Vorkommnisse vorbei. Zwei Vorkommnisse mehr als ihm lieb sein konnten waren für Bernard Tekpetey zu verbuchen, der am Ende mit Gelb-Rot vom Platz musste.

Meine Twitter-Timeline hatte Tekpeteys Spiel mehrheitlich positiv bewertet. Für mich war das nicht nachzuvollziehen. Zwar war er beweglich und lief viel, aber abgesehen vom „Herausholen“ des Elfmeters, bei dem sich der Verteidiger netterweise ungeschickt anstellte, ist ihm nichts gelungen. Seine Schwalbe zur ersten Gelben Karte war peinlich und in der Szene, nach der er vom Platz musste, nahm er einfach zu viel Verletzungsrisiko für seinen Gegner in Kauf. So geht das nicht. Erst recht nicht in der Nachspielzeit, schon gar nicht beim Stand von 2:0.

Fabian Reese sorgte in seiner Halbzeit für Tempo. Mehrmals startete er Läufe in die Tiefe. Nach einem schönen Anspiel von Junior Caicara verfehlte er seinen Treffer nur knapp. Reese, der kommenden Dienstag erst 19 Jahre alt wird, hinterließ einen guten Eindruck.

Einen fast schon souveränen Eindruck hinterließ Thilo Kehrer. Nur in den ersten Minuten war ihm eine gewisse Nervosität anzumerken. Flott bekam er mehr und mehr Sicherheit, spielte zunächst solide und risikolos, in der zweiten Hälfte mit mehr Mut und auch mit Eigeninitiative.

Es war schön zu sehen, welche Talente in Schalkes Kader auf ihre Chance brennen. Jedem der vier ist flott die nächste Chance zu gönnen. Aber vermutlich dürfen auch am Sonntag gegen Darmstadt wieder nur 11 Spieler eingesetzt werden, und vermutlich wird der Trainer die nächsten drei Punkte zunächst mit den erfahreneren Spielern zu gewinnen versuchen.

Ma’kucken.



Fotos: Tomek Bo

Verdienter Sieg beim Europa League-Auftakt

Schalke 04 gewinnt den Europa League Auftakt in Nizza mit 1:0. Ein verdienter Sieg. Ein Spiel das weiter Hoffnung schürt, bei dem aber auch zu sehen war wieviel Schalke noch verbessern kann.

Vor allem in der Arbeit gegen den Ball wusste Schalke zu überzeugen. Wie schon gegen den FC Bayern stellten die Blauen auch in Nizza ihre Gegner tief in deren eigenen Hälfte. Schalke lies Nizza so nie wirklich ins Spiel finden. Schalke gewann so viele Bälle in aussichtsreichen Positionen. Das Verteidigen dieser Art wünscht man sich als Fan der Blauen schon seit langem. Das es dies nun schon zwei Spiele in Folge zu sehen gab ist „Rekord“.

Zu erwähnen ist, dass Schalke dieses Defensivspiel ab der 70. Minute nicht mehr aufrechterhalten konnte. Wie schon gegen den FC Bayern musste man gegen Ende dem hohen Aufwand Tribut zollen. Der Deutsche Meister aus München wusste daraus Kapital zu schlagen, gegen Nizza gelang es, nicht mehr als eine klare Torchance zuzulassen und ohne Gegentor über die Zeit zu kommen.

Das Spiel mit Ball hinkte bei Schalke dem Spiel ohne Ball hinterher. Man wollte über Außen spielen, aber die Hereingaben waren fast alle ganz schwach. In den Situationen mit wenig Raum, wenn Schalke tief in des Gegners Hälfte den Ball gewann und deren aus dem Aufbau gerissene Verteidigung noch vor sich hatte, verhaspelte man sich immer wieder, war das Kurzpassspiel zu langsam und vor allem zu unpräzise. Max Meyers Einwechslung half. Leon Goretzka spielte als Jäger gegen den Ball grandios. Aber seine Abschlüsse waren zu ungefährlich, und mit wenig Platz ist der wendige und torgefährlichere Max Meyer die bessere Wahl.

Insgesamt wirkte Schalke überlegener als es die Gegenüberstellung der klaren Torchancen darstellte. Mir hat das Zuschauen Spaß gemacht. Das Spiel gegen den Ball wirkt wie eine Grundlange, auf die nun aufzubauen gilt. Hält man jeden Gegner so lange so weit vom eigenen Tor weg, ist das eine prima Basis. Das Offensivspiel zu strukturieren ist dann der nächste Schritt. Dies war ja erst das vierte Pflichtspiel unter Markus Weinzierl.

Übrigens habe ich in der Strafraumszene Dante gegen Schöpf in der Realgeschwindigkeit auch zu einem Fallenlassen Schöpfs tendiert. Erst in der Zeitlupe sieht die Szene nach einem Foul aus. Insofern mag ich dem Schiedsrichter an dieser Stelle nichts vorwerfen. Gut jedenfalls, dass diese Szene letztlich nicht entscheidend war.

Sonntag gegen Hertha BSC. Ich habe jetzt schon Lust darauf.