Artikel zum Schlagwort ‘Paris St. Germain’

Benjamin Stambouli & Nabil Bentaleb

Die Verpflichtung eines Mittelfeldspielers zog sich etwas hin. Jetzt haut Manager Heidel kräftig auf die Brause. Seit gestern Abend berichten Bild, Sky und die Funke Medien Gruppe übereinstimmend, dass Schalke 04 nicht etwa nur einen Mittelfeldspieler verpflichten wird, sondern gleich zwei. Benjamin Stambouli von Paris St. Germain und Nabil Bentaleb von den Tottenham Hotspurs.
 
 
Benjamin Stambouli

… ist Rechtsfuß und wurde vor 12 Tagen 26 Jahre alt. Er wechselte erst letzten Sommer zu Paris St. Germain und erhielt dort gleich einen 5-Jahres-Vertrag. Beim französischen Top-Club kam er in der vergangenen Saison immerhin auf 39 Pflichtspieleinsätze. Als Stammspieler konnte er sich dabei allerdings nicht etablieren. Nur 15 Mal stand er die vollen 90 Minuten auf dem Platz. In der Champions League wurde er ab dem Achtelfinale nicht mehr eingesetzt.

In der Saison zuvor spielte Benjamin Stambouli noch in der englischen Premier League für die Tottenham Hotspur. Auch dort war er kein Stammspieler und kam im Ligawettbewerb sogar nur auf zwei Spiele über die volle Spielzeit, obwohl er nie ernsthaft verletzt war. Dass Paris St. Germain ihn überhaupt verpflichtete erklären sich Fans mit einer Freundschaft des damaligen PSG-Trainers Laurent Blanc zu Stamboulis Vater Henri, selbst ein ehemaliger Profi.

Wenn stimmt, was die Medien schreiben, dass er auf Schalke auch gleich wieder einen 4-Jahres-Vertrag erhält, müssen Christian Heidel und Markus Weinzierl in ihm irgendwas sehen, was den Verantwortlichen in London und Paris verborgen blieb – oder Benjamin Stambouli hat den besten Spielervermittler von allen.

Für die Hotspurs spielte Benjamin Stambouli jedenfalls gemeinsam mit …
 
 
Nabil Bentaleb

Dieser ist Linksfuß, erst 21 Jahre jung und die spannendere der beiden Personalien. Der in Frankreich geborene Algerier kam als 17-Jähriger in die Jugendakademie der Tottenham Hotspurs, die in England ungefähr das ist was in Deutschland die Knappenschmiede darstellt. Mit 19 Jahren kam er in der Saison 2013/2014 schon auf 15 Premier League Einsätze, 10 davon über die volle Spielzeit. Fortan galt er als Top-Talent, hatte allerdings leider großes Verletzungspech. In der Saison 2014/2015 fiel er zwei Monate wegen einer Sprunggelenksverletzung aus. In der letzten Saison fehlte er zunächst dreieinhalb Monate wegen einer weiteren Sprunggelenksverletzung und musste sich im März dieses Jahres noch einer Knie-OP unterziehen. In der Zwischenzeit hat sich Tottenham-Coach Mauricio Pochettino sein Team ohne ihn zusammengestellt. Nabil Bentaleb wurde aussortiert, trainierte bei der U23 mit und stand zum Verkauf.

Wenn stimmt, was die Medien schreiben, dass Nabil Bentaleb zunächst für eine Saison ausgeliehen wird und eine Kaufoption besteht, ist das ein schlauer Zug, bei dem Schalke 04 wohlmöglich ganz viel gewinnen, aber sicher nur wenig verlieren kann.
 
 
Ich bin sehr auf die Vorstellung der beiden und auf die Aussagen Markus Weinzierls und Christian Heidels gespannt. Während Benjamin Stambouli ein „reiner 6er“ ist, bekleidete Nabil Bentaleb bei Tottenham häufig den etwas offensiveren Part, den eines Verbindungsspielers wie Leon Goretzka. Gemessen an der Aussage, man wolle alle Positionen doppelt gut besetzen, würde ich Bentaleb und Goretzka als Pärchen sehen. Doch schon bei der Frage, ob ich Stambouli und Johannes Geis als Pärchen sehen soll, bin ich mir nicht sicher. Ich hatte zuletzt den Eindruck, dass Geis offensiver agieren soll. Gehört Geis also als dritter Mann zu Bentaleb und Goretzka, und bilden Stambouli und Aogo ein Pärchen? Und wird in Schalkes Formation überhaupt irgendwo Platz für Max Meyer sein? Schließlich darf auch Schalke nur mit 11 Spielern antreten.

Ma’kucken.



Foto: Philippe Sahonet

Eine Frage der Verhältnisse

Bayer Leverkusen verlor sein Hinspiel im Champions League-Achtelfinale gegen Paris St. Germain mit 0:4. Jetzt hagelt es, mal nur Kritik, mal Hohn und Spott. Dabei spiegelt das Ergebnis lediglich die finanziellen Kräfteverhältnisse zwischen diesen beiden Fußballclubs wieder. Eigentlich ist dieses Ergebnis völlig normal, eigentlich ist ähnliches auch für das Spiel des FC Schalke 04 gegen Real Madrid zu erwarten. Dass man das tatsächlich nicht erwartet, dass man ein derartiges Ergebnis als zu heftig empfindet, ist die eigentliche Leistung der deutschen Clubs in der Champions League.

Bayer 04 ist Teil eines Weltkonzernz und der FC Schalke 04 gehört durch hohe Einnahmen aus Werbung, TV und sportlichen Erfolgen zu den umsatzstärksten Fußballclubs der Welt. „Big Spender“ sind beide trotzdem nicht, anders als ihre Champions League-Gegner. Für Stars wie Thiago Silva oder Zlatan Ibrahimovic, für Christiano Ronaldo oder Gareth Bale, pumpen die katarischen Besitzer St. Germains und Real Madrid mehr Geld in ihre Mannschaften, als in Leverkusen und Gelsenkirchen über ein Jahrzehnt investiert wird. Bei diesen Größenordnungen kann aus Deutschland nur der FC Bayern München mithalten; temporär, bis die letzten unter der 50+1 Regel zu verkaufenden Anteile veräußert und das Geld ausgegeben wurde.

Im Fußball ist man nie per se chancenlos. Ich hoffe und traue es Schalke 04 zu, dass man auf dem Platz gegen Real Madrid gegenhalten und gute Spiele liefern kann, dass man nicht hoffnungslos untergeht. Sollte das Jens Kellers Gruppe aus Jugend und einzelnen 10-Millionen-Kickern dennoch passieren, wäre überbordende Kritik so falsch wie jetzt im Fall Leverkusens. Die Verhältnisse sind eben so.