Är-ger-lich!
Stichwörter: SC Freiburg, Schalke 04
Nach einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit eines Kampfspiels hätte Schalke 04 den Sieg verdient gehabt. Es blieb beim 0:0, darüber kann man sich ärgern, fluchen, man kann auf die Schiedsrichter schimpfen oder sich wie Rumpelstielzchen in der Mitte zerreißen. Man muss es trotzdem nehmen wie es ist.
Ja, die erste Hälfte gehörte dem SC Freiburg. Sie waren in fast allem besser. Schneller, aggressiver, sie spielten mit der nötigen Leidenschaft. Aber auch wenn es Drangphasen gab, auch wenn man zwischendurch den Eindruck hatte, dass Freiburg gleich zu seinem Tor kommen würde: Wirklich gute Chancen erarbeite sich Freiburg nicht, am Strafraum war’s in der Regel vorbei mit Sturm und Drang. Und so stand es nach je einem Pfostentreffer für jedes Team zur Halbzeit 0:0.
Die zweite Hälfte gehörte dann dem FC Schalke 04. Freiburg wurde der Schneid abgekauft, oder Freiburg hatte keine Kraft mehr, oder ein Mischung aus beidem. Jedenfalls waren nun die Schalker meist den entscheidenden Schritt schneller und bestimmten das Spiel.
Und Schalke hatte auch Chancen. Nicht nur Bordons Tor, dass ich als rechtmäßig auch erst in der Wiederholung erkannt haben. Kuranyi, Farfan, Höwedes; mehrere Male gab es eben nur den Ansatz von Jubel, bis der Schlusspfiff dem Hoffen ein Ende setzte.
Spielerisch war es von beiden Mannschaften eine schwache Partie. Weil Jefferson Farfan zunächst auf der Bank saß, klaffte rechts eine riesige Lücke. Ob Baumjohann dort hätte hineinstoßen sollen, ob Moritz oder Rafinha den rechten Flügel hätte beackern sollen: Geklappt hat es nicht. Kevin Kuranyi lief über das ganze Feld, kämpfte und holte Bälle, war aber häufig genau dann nicht in der Mitte zu finden, wenn der Ball doch mal dorthin kam.
Mit Farfan war in der zweiten Halbzeit die Aufteilung besser, trotzdem lief der Ball nicht gut, war alles zu ungenau. Also musste erarbeitet werden was zu erspielen nicht gelang. Was ja nicht schlimm ist. Was nur eben auch nicht zum Tor führte.
Zwei verlorene Punkte, wie schon gegen Bochum. Und wieder fällt Schalke auf den Schnitt von 2 Punkten pro Spiel zurück. Jammern auf hohem Niveau.
Pressekonferenz zum Spiel gegen den SC Freiburg
Stichwörter: SC Freiburg, Schalke 04
Felix Magath wirkt gelöst und spricht erstaunlich offensiv davon, in Freiburg gewinnen zu wollen, um sich die verloren Punkte aus dem Hinspiel „zurückzuholen“. Außerdem erklärt er sich zu der Entscheidung, Lewis Holtby nach Bochum auszuleihen, ohne dass man danach wirlich schlauer wäre als zuvor. Achja, und Farfan hat abends schon wieder mittrainiert, wird also voraussichtlich in Freiburg dabei sein können.
Verdient verloren
Stichwörter: SC Freiburg, Schalke 04
Verloren. Ein Heimspiel gegen einen Aufsteiger. Ärgerlich, aber nun gut. Das schlimmste an diesem Spiel war aber, dass die zweite Halbzeit so sehr an die letzten zwei Jahre erinnerte. Und die erste Hälfte war auch ein komisches Ding.
Eigentlich standen die gleichen Spieler auf dem Platz wie im Heimspiel gegen den VfL Bochum. Und doch ergaben sich merkwürdige Raumaufteilungen. Ivan Rakitic klebte nahezu an der linken Seitenlinie. Ob es an seiner katastrophalen Tagesform lag oder gewollt war, jedenfalls zog er so gut wie nie in die Mitte. Jefferson Farfan blieb ebenfalls meistens weit außen. Und Heiko Westermann war bemüht, den leeren Raum hinter Kevin Kuranyi auszufüllen. Was ihm nicht gelang, weil er zum einen einfach kein Offensivspieler ist, und weil er zum anderen in dieser Saison einfach noch nicht zu sich gefunden hat. Was die Form angeht war in den bisherigen Spielen wohl nur Ivan Rakitic noch schlechter drauf.
Und während sich Schalke suchte und nicht fand, legte der SC Freiburg eine prima Raumaufteilung auf den Rasen. Sie hatten eine Idee, wie sie ihre Stürmer einsetzten wollten, und sie wussten was sie taten, wenn Schalke in Ballbesitz war. Auch wenn das Tor nicht erspielt war, sondern aus einem krassen Fehler Benni Höwedes’ resultierte, die Führung zur Halbzeit war nicht unverdient.
Tja, und was in der zweiten Halbzeit folgte kannten wir aus vielen der 34 Heimspiele der letzten zwei Jahre. Mit der 1:0 Führung im Rücken zog sich der Gegner weit zurück und konnte darauf bauen, dass es Schalke an der nötigen Kreativität fehlt, um einen solchen Riegel zu knacken. So war es unter Klinsmann sogar den Bayern recht, Samstag war es Freiburg billig.
Kombinationsspiel fand kaum noch statt. Es fehlte an Tempo, um die wenigen sich bietenden Räume zu nutzen. Und mit der Zeit wurden die Aktionen immer verzweifelter, wurden aus dem Halbfeld hohe Bälle in die Mitte gepöhlt, in der Hoffnung Kuranyis Kopf zu treffen. Man traf ihn aber nicht.
Die Sache mit Rafinha drückte aufs Gemüt. Ich würde aber nicht soweit gehen wie Zatopek, und dieser Geschichte einen Einfluss auf das Spielgeschehen zusprechen. Ein doch außergewöhnlicher Vorfall passt nicht zu einer leider sehr gewöhnlichen Schalker Schlechtleistung. Und wo wir gerade bei Schlechtleistungen sind: In 14 Tagen geht’s nach Köln. Da gäbe es auch einiges gutzumachen.



