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Schalke im Breisgau

Saison 2017/2018, 11. Spieltag: SC Freiburg – Schalke 04
 
Samstagabend spielt Borussia Dortmund gegen Bayern München. Für kicker.de sind diese Begegnungen regelmäßiger Anlass, auf ihrer Startseite den Rest des Bundesligaspieltags nicht weiter zu beachten und sich nur auf dieses eine Topspiel zu beschränken. Dabei klafft die Formkurve dieser beiden Teams so weit auseinander, dass mir das Spiel der Blauen in Freiburg als viel knapper, viel spannender erscheint.

Ja, Freiburg hat in Stuttgart ordentlich eins drauf bekommen, 3:0 verloren. Aber die Heimstatistik ist beeindruckend. Frankfurt, Dortmund, Hannover, Hoffenheim und Hertha BSC waren dort zu Gast, und Freiburg blieb doch ungeschlagen. Auf der anderen Seite wird Schalke 04 gerade auch von der Presse allenthalben eine positive Entwicklung, ein Aufwärtstrend bescheinigt, trotz des späten Ausgleichs und der Punktverluste, die gegen Wolfsburg hingenommen werden mussten. Fast fühlt sich die Saisonphase entspannt an, was sich aber sicherlich auch schnell ändern wird, sollte man im Schwarzwald-Stadion verlieren und wohlmöglich wieder hinter die Europa League-Ränge zurückfallen.

Naja, wollen wir mal nicht unken. Ich habe schon ziemlich große Lust auf das Spiel, trotz der schlechten Erfahrungen gegen diesen Gegner, waren die letzten Spiele aus Schalker Sicht doch fast immer furchtbar.

Ma’kucken.


Vor dem Spiel

 


Seit neuestem möchte ich die Spiele der Blauen in diesem Blog nicht mehr so regelmäßig begleiten wie ich es die letzten 10 Jahre tat, siehe hier und hier. Fühlt Euch eingeladen, alle Gedanken, Erwartungen, Meinungen und Bewertungen zum Spiel gegen den SC Freiburg unter diesen Beitrag zu schreiben.

Schalkxit in Freiburg

Schalke 04 verliert beim SC Freiburg 2:0. Das kam nicht überraschend, nur vier Clubs sind auswärts schwächer als die Blauen. Das Wie enttäuschte dennoch einmal mehr, in einem Spiel, in dem es für Schalke ohne Wenn und Aber um den Sieg ging.

Was unterscheidet das Profiteam des FC Schalke 04 vom französischen Volk?
Die Franzosen haben noch Bock auf Europa.

Wie sich Schalke 04 in Freiburg präsentierte ist nur mit Begriffen wie lustlos und blutleer zu beschreiben. Keine Frage, der SC Freiburg spielt eine tolle Saison. Freiburg ist ein starker Gegner. Um darzustellen, dass Schalke keine Ahnung hatte, wie man gegen die Freiburger Defensive zu Chancen kommen konnte, sind Adjektive wie ideenlos oder uninspiriert zu gebrauchen. Doch wenn es spielerisch nicht geht, wenn nur ein Sieg zählt, und wenn man nach 22 Minuten bereits zurückliegt, dann ist ein Mehr an Einsatz und Aggressivität das Mindeste. Schalkes Profis glaubten, es müsse auch anders gehen.

Der SC Freiburg war in allen Belangen das bessere Team. Freiburg agierte defensiv souverän und war offensiv immer gefährlich. Freiburg hätte auch verdient 4:0 gewinnen können, alleine Ralf Fährmann konnte dies verhindern.

Dass Schalke 04 in solch einem wichtigen Spiel die ganze erste Halbzeit ohne Torchance blieb, ist ein Armutszeugnis. Was muss in der Vorbereitung alles falsch gelaufen sein, dass man so wenig Gutes auf den Platz bringen konnte? Wie unklar muss den Spielern die tabellarische Situation gewesen sein, dass diese nicht Ansporn genug für was anders als dieser biedere Auftritt gewesen ist?

Nein, ein Jahr ohne Europa League ist für den Club nicht gut. Schalke braucht das Geld. Schalke zahlt die Gehälter eines Kaders, der in seiner Größe der Aufgabe von drei Wettbewerben entspricht.

Aber Schalke hat’s einfach nicht verdient. Es ist schon peinlich für die Liga, dass es mit 41 Punkten nach 32 Spieltagen theoretisch immer noch möglich ist, in der Folgesaison europäisch zu spielen. Ich hoffe inständig, dass Köln, Werder und Gladbach in den verbleibenden Spielen die nötigen Punkte holen, um vor Schalke zu bleiben. Dass sich die Blauen nach dieser Scheißsaison noch ein akzeptables Finale erduseln, würde meinen Gerechtigkeitssinn zu sehr erschüttern.

Schwache Schalker lassen auch gegen Freiburg Punkte liegen

Schalke 04 kommt gegen des SC Freiburg nicht über ein 1:1 hinaus. Beim letzten Heimspiel des Jahres boten die Blauen eine ganz schwache Vorstellung. In dieser Verfassung droht auch in Hamburg eine Niederlage.

Die von Schiedsrichter Manuel Gräfe gewährten 5 Minuten Nachspielzeit erschienen mir als überraschend viel. Doch noch etwas Zeit, vielleicht doch noch eine Chance – das schienen auch die Blauen zu denken und holten die Brechstange raus. Jetzt gab es doch noch Druck, noch drei Eckbälle, nun flog der Ball von links nach rechts und zurück durch den Freiburger Strafraum. Als es dann nicht reichte, als Gräfe die Partie abpfiff, hatte sicher nicht nur ich den „Hätten sie mal eher damit angefangen“-Gedanken.

Ja, es ist die Fansicht der Dinge. Natürlich darf man den SC Freiburg nicht unterschätzen. Natürlich sind die Argumente nicht von der Hand zu weisen, die nun angeführt werden um dieses Spiel zu erklären: Zwei fehlende Innenverteidiger, die verletzten Stürmer, mit Fabian Reese und Thilo Kehrer zwei unerfahrene Spieler auf dem Platz. Und trotzdem war es schon bitter, wie wenig Fußball Schalke in diesem Spiel auf den Platz bekommen hat.

Die echten Torchancen konnte man an einer Hand abzählen. Für die Schüsse, die Schalke wirklich auf des Gegners Tor brachte, reichten zwei(!) Finger. Mich wunderte, dass Evgen Konoplyanka so tief agierte. Ich hätte ihn im Sturm erwartet, wie in den Europa League-Heimspielen gegen Krasnodar und Nizza. Gemeinsam mit Max Meyer gelang es ihm nicht, vor der Abwehr ein geeignetes Kombinationsspiel aufzuziehen. Dafür fehlte er vor dem Tor als Anspielstation, wo der junge Fabian Reese alleine gegen eine Vielfachdeckung nicht ankam. Für mich wirkte gerade Konoplyanka in diesem Spiel mit seiner Position überfordert.

Auf den Außenbahnen, konnten Sead Kolasinac und Alessandro Schöpf in diesem Spiel keine Akzente setzen, die während der „Soundso-oft-nicht-verloren“-Serie so offensivstark waren und dieses Team immer wieder antrieben. Im Mittelfeld strahlte Nabil Bentaleb längst nicht die Torgefahr aus, die ihn während der besagten Serie so auszeichnete. Thilo Kehrer machte fast ein ganz tolles Spiel, war aber eben doch für das Gegentor verantwortlich. Selbst Ralf Fährmann segelte zwischendurch an einer Freiburger Flanke vorbei. Wohin man auch schaute, so richtig funktioniert hat auf Schalker Seite eigentlich überhaupt nichts.

Dies einfach abzuhaken und mit den Ausfällen von vielen Stürmern zu erklären, von denen in der Regel eh immer nur einer auf dem Platz stand, bedeutet Resignation. Dann kann man sich die Tour nach Hamburg sparen. Trainer Markus Weinzierl muss sich was einfallen lassen. Sogar gegen den HSV muss man sich einen Sieg verdienen, dafür muss bei Schalke nicht nur vieles, sondern alles besser laufen als es gegen Freiburg der Fall war.

Am Erwarteten gescheitert

Schalke 04 kommt im Heimspiel gegen des SC Freiburg nicht über ein 0:0 hinaus. Mittlerweile sind die Blauen seit drei Spielen ohne Torerfolg und seit 4 Spielen ohne Sieg. Dabei war nichts überraschend, weder der Gegner noch das Scheitern.

Freiburg ist eine Mannschaft, die im 4-4-2 sehr strukturiert spielt, viele Spieler hinter den Ball stellt und wenig Raum lässt. Da müssen wir gut, geschickt und geduldig sein, um Räume zu schaffen und die Spieler zwischen die Linien zu bekommen, um Chancen herauszuspielen.

… skizzierte Roberto Di Matteo den SC Freiburg vor dem Spiel. Genau so stellte sich die Aufgabe später dar. Schalke war nicht gut und geschickt genug. Räume zu schaffen gelang nicht, die Anspiele zwischen die Linien konnten kaum mal verwertet werden. Allenfalls Geduld war zu erkennen, vor allem in der ersten Halbzeit, leider.

Schalke war darauf aus, zu Abschlüssen zu kommen, aber wirklich gefährliche Situationen waren Mangelware. Der Fernschuss von Max Meyer, der Kopfball von Eric Maxim Choupo-Moting, beide Chancen in der 63. Minute, die von Freiburg-Keeper Roman Bürki großartig pariert wurden – mehr Mühe haben die Blauen ihm aber auch nicht gemacht. Erschreckend wenig, wenn man bedenkt, wie laut der ganze S04-Kosmos die Wichtigkeit dieses Spiel hervorhob. Auch erschreckend erwartet, denn wenn man sich vor dem Spiel umhörte glaubte tatsächlich kaum jemand daran, dass plötzlich Schalker Spielwitz explodiert. Und dass Schalke auch körperlich keinerlei Vorteile auf den Platz bringen konnte, obwohl man sich vorbereitete während Freiburg unter der Woche im DFB-Pokal ranmusste, ist leider ebenfalls bemerkenswert.

Schalke hätte einen Elfer bekommen müssen und Freiburg hat seinen zum Glück vergeben. Das waren die sportlichen Aufreger. Der Rest war enttäuschende Trostlosigkeit. Schalke ist zurück in der alten Spielformation, im alten Trott, im schon so häufig zu langsamen Tempo. Nun auch noch erfolglos. Ein Jammer.

Aufschrei

Schalke verliert in Freiburg mit 0:2 und gibt erneut ein erschreckendes Bild ab. Um Schalke wird es laut. Daran lässt sich nichts ändern, so ist das eben auf Schalke. Richtig finde ich es trotzdem nicht.

20 Minuten spielte Schalke guten Fußball. Mit dem ersten Gegentor wuchs bei Freiburg das Selbstbewusstsein und bei Schalke die Angst vor Fehlern spürbar. In der zweiten Hälfte enttäuschten die Blauen dann auf ganzer Linie und kamen mit 0:2 eigentlich noch glimpflich davon.

32 Tage nachdem Schalke den Trainer wechselte und Roberto Di Matteo den schönsten Job der Welt antrat, wird nun das Grollen zum ersten Aufschrei. Kneipen toben, Straßenbahnen motzen, Foren explodieren und Facebook ist Facebook. Der letzte Trainer war immer der Beste, in der Öffentlichkeit sollten alle mal still sein, niemand reiße sich sonst was auf und überhaupt stinke alles stets vom Kopf, nicht nur ’n Fisch.

Mir ist das generell zu laut, diesmal aber auch zu früh. Meines Erachtens hat Schalke einen guten Kader. Meines Erachtens war der Trainerwechsel richtig. Meines Erachtens ist nun nichts schlechter als je zuvor, sondern gerade eben wieder genauso schlecht wie schon häufiger. Spieler geben sich nun nicht anders als zu der Zeit, da sie gerade auf Platz 4 der Tabelle standen. Verantwortliche sagen die gleichen Dinge in die Mikrofone und wissen dabei, dass es nicht gut ankommen wird.
Nichts kann gut ankommen im Misserfolg, alles ist immer verkehrt, wenn es auf dem Platz nicht läuft. Umgekehrt ist aber auch das Geschehen auf dem Platz der Grund für so manche Empörung, die sich in schlechten Phasen an Vernachlässigenswertem entzündet. Was wiederum ein beruhigender Gedanke ist, denn wenn es ruhig wird, sobald es auf dem Rasen läuft, kann das Drumherum so furchtbar falsch auch nicht sein.

Roberto Di Matteo? Abwarten.



Foto: Tomek Bo

Befreiender Endspurtschub

Schalke gewinnt in Freiburg mit 2:0 und fährt nach zwei Niederlagen den so wichtigen Sieg im Kampf um Platz 3 ein. Nun fehlt Schalke zum Saisonziel nur noch ein Zähler.

Es gab doch einiges, was nicht glatt lief, für die Blauen in Freiburg. Gleich zweimal hatte ausgerechnet Klaas-Jan Huntelaar Pech im Abschluss, traf er zweimal nur die Latte. Eh schon mit Kaan Ayhan als Not-Linksverteidiger angetreten, musste ausgerechnet dieser nach einem Zusammenprall mit Julian Draxler zur Halbzeit ausgewechselt werden. Huntelaar holte sich die 5. Gelbe Karte ab, ist kommenden Samstag gesperrt. Felipe Santana bettelte nahezu um eine Hinausstellung, foulte trotz Gelber Karte unaufhörlich mehrmals in wenigen Minuten und durfte sein Team letztendlich in Unterzahl zurücklassen. Chinedu Obasi bewarb sich um den „Frank Mill-Preis“ für die am albernsten ausgelassene Großchance der Saison.

Dabei hatte Schalke viel dafür getan, die drei Punkte mitzunehmen. Von Beginn an war zu spüren, dass Schalke die Initiative ergreifen und den Sieg erzwingen wollte. Schalke war stets präsent in den Zweikämpfen. Schalke bestimmte das Tempo des Spiels, kam immer wieder zu Abschlüssen, wenn es auch häufig an Präzision mangelte und es den meisten Abschlüssen deshalb an Qualität fehlte. Die umformierte Abwehr wirkte ab und an unsicher und auch das Duo Neustädter/Prince ließ ihre Gegner einige Male entwischen. In der ersten Hälfte kam Freiburg zu zwei riesigen Chancen zum Ausgleich, da brauchte Schalke Glück. Aber über weite Strecken gelang es doch gut, den Gegner weit genug vom eigenen Tor entfernt zu halten.

Am Ende stand ein verdienter Sieg, nicht unbedingt souverän, aber fleißig erarbeitet, was keineswegs schlechter ist. Ein Auftritt passend zur Situation, nach zwei Niederlagen, unter dem Druck, sich keinen weiteren Misserfolg leisten zu können. Ein befreiender Sieg, ein letzter Schub in die richtige Richtung. Trotzdem fehlt noch ein Punkt. Eine Pflichtaufgabe, zumal gegen zuletzt desolate Nürnberger. Dennoch ist es zum jubeln zu früh.

Schwach gespielt, aber: 3 Punkte und Papadopoulos

Schalke 04 gewinnt ein insgesamt schlechtes Fußballspiel gegen den SC Freiburg mit 2:0. Emotionaler Höhepunkt des Nachmittags waren die ersten Spielminuten des Kyriakos Papadopoulos seit dem 27. November 2012.

Eigentlich ist damit schon alles gesagt. Das Ergebnis und das damit verbundene Aufholen von 2 Punkten in der Tabelle gegenüber Platz 4 hilft über die Qual der ersten Halbzeit hinweg. Andererseits führte zuvor das Beobachten dieser ersten Halbzeit dazu, sich seiner Gedanken an einen Champions League-Platz schlecht zu fühlen. Da lässt einen wieder mal nur die Reihenfolge im Frieden zurück.

Freiburg hat das gut gemacht, in der ersten Hälfte, keine Frage. Flotten Schrittes ging es auf den jeweils um Aufbau bemühten Schalker. Dessen Hilflosigkeit erleben zu müssen tat allerdings weh. Die Innenverteidiger und Neustädter, der sich für eben diesen Aufbau immer wieder zurückfallen lies, standen blank vor den angreifenden Freiburgern. Die nächsten Schalker waren irgendwo ganz weit weg. Wieso das eine ganze Halbzeit so bleiben musste, kann ich nicht verstehen.

Der nun tiefer im Mittelfeld eingesetzte Prince funktionierte bei eigenem Ballbesitz jedenfalls überhaupt nicht. Wie alle anderen Offensivspieler war auch er in der Regel für Matip oder Santana nicht anspielbar. Schalkes Innenverteidiger blieben die Deppen, die sich nach den von den eigenen Mitspielern erzwungenen, langen Pässen dem Unmut der Zuschauer ausgesetzt sahen. Das Leben ist ungerecht, so ohne Spielidee auf Schalke.

Aber eine Spielidee ist nicht zwingend nötig, wenn der Gegner Eigentore erzielt. Somit kam Schalke zufällig auf die Siegerstraße, wusste sich das aber immerhin in der zweiten Halbzeit durch den größeren Aufwand zu verdienen.

Freiburg ging mehr und mehr die Kraft aus. Schalke kam nun durch schnelleres Spiel auf die Flügel besser ins Angriffsdrittel. Dort konnte man den Ball weitestgehend halten und erzeugte damit zwangsläufig Druck, ohne sich jedoch klare Torchancen zu erspielen. Auch für das zweite Tor brauchte Schalke wieder Glück, denn das Foul zum Strafstoß hätte der Schiedsrichter ebenso gut vor den Strafraum platzieren können. Hat er aber nicht, Farfán verwandelte sicher. Ab da war es ein Schaulaufen, was Jens Keller die Möglichkeit eröffnete, Kyriakos Papadopoulos ohne größeres Risiko, nach einer kleinen Ewigkeit, wieder auf den Platz zu schicken.

Jubel nach Schlusspfiff, Aufruhr am späten Abend. Verschiedene Medien, zuerst die Ruhr Nachrichten, verkündeten, dass es bereits feststünde, dass Jens Keller in der Winterpause von Thomas Schaaf abgelöst werden soll, dass nur Schalkes Aufsichtsrat noch sein Okay geben müsse, was bereits am heutigen Montag geschehen könne. Schalke 04 dementierte offiziell gegenüber derwesten. Ma’abwarten.