Artikel zum Schlagwort ‘Schachtar Donezk’

Desolate Leistung im KO-Spiel: Schicht im Schachtar

Schalke unterliegt Schachtar Donezk 0:3 und scheidet aus der Europa League aus. Ausgerechnet in diesem KO-Spiel, gegen einen schlagbaren Gegner, die schlechteste Saisonleistung auf den Platz zu bringen, ist ein echtes Ärgernis. Dass man verliert, dass man ausscheidet, das kann passieren. Sich allerdings über 90 Minuten derart desolat zu präsentieren ist für alle Fans ein Schlag ins Gesicht.

Sicherlich wäre der Abend anders verlaufen, wenn Johannes Geis‘ Freistoß in der 3. Minute ins Netz statt zurück in den Strafraum gesprungen wäre. Das hätte Sicherheit gegeben und Donesz unter Zugzwang gesetzt. So aber wurde Schalke von Minute zu Minute unsicherer. In der Rückwärtsbewegung unterliefen den Spielern Fehler um Fehler. Nach vorne agierten sie in einer Trab-Geschwindigkeit, die an die unausgegorenen Ballbesitzfußball-Versuche unter Jens Keller erinnerte. Unsicherheit und Unglaube liefen als Schatten mit jedem blauen Spieler über den Platz. Schalkes Spieler waren nicht etwa heiß darauf, ein KO-Spiel zu gewinnen; nein, sie hatten die Buxe gestrichen voll!

Zur zweiten Halbzeit und mit 0:1 in Rückstand liegend brachte André Breitenreiter alles auf den Platz, was ein bisschen Offensive versprach. Dass dabei der früher offiziell und zuletzt praktisch aussortierte Sidney Sam die letzte Patrone des Trainers war zeigt auf, wie schlecht es gerade um den Kader bestellt ist. 15 Minuten durfte man noch hoffen, dass vielleicht irgendein Schuss den Weg ins Tor finden könnte, dass dadurch nochmal ein Feuer entfacht werden könnte – bis Schachtar nach einem haarsträubenden Matip-Fehler die Hoffnung ausblies.

Vor dem Spiel „liebte“ Klaas-Jan Huntelaar „diese Spiele“ und André Breitenreiter wollte ins Europa League-Finale. Nach dem Spiel bemängelte André Breitenreiter, dass bei den Fans eine zu hohe Erwartungshaltung geschürt worden sei. Er meinte, dass man eben nicht weiterkommen könne wenn man kein Tor erziele, und dass die Mannschaft nach 10 Minuten einen Gang zurückgeschaltet hätte – fast so als hätte er mit alldem nichts zu tun.

Dabei ist es genau jetzt an ihm, die Kurve zu kriegen. Niemand will hören, dass Spieler aus dem Kader gestrichen werden weil sie nicht gut trainiert haben. Es ist an ihm, die Spieler zum guten Trainieren zu bringen. Es reicht nicht, sich über eine schlechte Chancenverwertung zu beklagen. Es ist an ihm, die Stürmer wieder treffsicherer zu machen.

Nachdem die elendig langweilige Gruppenphase der Europa League überstanden war, hoffte man auf Europa Cup-Gefühle in der KO-Phase. Durch diese unsägliche Leistung ist die Aussicht auf Spaß in diesem Wettbewerb nun schon vorbei. Was bleibt ist die Bundesliga, in der man auch gerade zwei nichtgute Spiele ablieferte. Ernüchterung greift um sich.

Jetzt muss der Trainer ankommen und diesen Club zu seinem machen. Jetzt muss er den Spielstil justieren und fortan von „wir“ statt von „hier“ reden. Die nächsten Spiele müssen die Fans in puncto Intensität überzeugen. Jetzt muss André Breitenreiter aufhören, auf andere zu zeigen, und stattdessen die Verantwortung annehmen.



Foto: pixabay

Remis in Lwiw: Nur die Tore fehlten

Beim Europa League Spiel in Lwiw gegen Schachtar Donezk kommt Schalke zu einem 0:0. Nur zu einem 0:0 muss man sagen, denn am Ende hätte man einen Sieg verdient gehabt.

Die erste Hälfte war noch ausgeglichen. Schachtar hatte eine Druckphase, in der sich das Team vor allem über Außen immer wieder durchsetzen konnte und für Gefahr sorgte. Andererseits gelang es auch Schalke wiederholt, gefährliche Situationen zu kreieren. Ein munteres hin und her mit Chancen auf beiden Seiten.

In der zweiten Hälfte war Schalke dann aber die deutlich bessere Mannschaft. Nun bestimmte man das Tempo, hatte mehr Ballbesitz und erzeugte Druck. Mir gefiel die neue Formation, in der Younes Belhanda zentral und Max Meyer wieder außen agierte, so wie er es in den ersten Spielen nach Julian Draxlers plötzlichem Wechsel schon tat. Mir gefiel dass das nicht statisch war, dass die Außen Meyer und Sané Zug zum Tor hatten, dass man mit Meyer, Belhanda, Choupo-Moting und Sané vier agile und technisch gute Spieler in der Offensive aufbot. Eric Maxim Choupo-Moting passte in diese Reihe, weil er spielerisch mithalten kann, auch wenn er nicht zum Abschluss kam.

Schalke erspielte sich mehr Torchancen als zuletzt in zwei Spielen und erzielte den Treffer doch nicht. Auf der anderen Seite hatte Schachtar zwar weniger, aber doch auch gute Torchancen, in denen Ralf Fährmann retten musste.

Letztlich war es vor allem ein tolles Fußballspiel. Nie langweilig, mit ordentlichem Tempo und mit ein paar aufregenden „Eigentlich-Szenen“. Denn eigentlich hätte Schalke einen Strafstoß zugesprochen bekommen müssen, als sich ein Schachtar-Spieler im Getümmel um den indirekten Freistoß im Strafraum mit Armen auf Kopfhöhe in den Schalker Torschuss drehte. Aber eigentlich hätte es dazu gar nicht erst kommen dürfen, denn schließlich war die Entscheidung des Schiedsrichters, einen unglücklichen „Eigentor-Schuss“ als Rückpass zu werten, ziemlich albern. Noch ein bisschen alberner war allerdings die folgende Szene, als sich fünf Schalker eine kleine Ewigkeit über dem bereitliegenden Ball besprachen, als man sich fragte, welchen gewitzten Plan sie nun aushecken würden um den Gegner zu übertölpeln, als dieses Bohei aber doch nur zu einem plump ins Dickicht gepöhlten Schuss führte; eben an die Arme des besagten Schachtar-Spielers.

Da war mehr drin, in dieser Szene wie im ganzen Spiel. So bleibt alles offen. Die Hälfte ist gespielt. Die andere Hälfte folgt kommenden Donnerstag auf dem Berger Feld. Schalke spielt zwischendurch noch gegen Stuttgart, Schachtar macht so lange Pause. Ma’kucken.



Foto: Tomek Bo

Die Knappen gegen die Bergarbeiter

In der Zwischenrunde aka dem Sechzehntelfinale der Europa League hat Schalke 04 gegen Schachtar Donezk anzutreten. Das Hinspiel ist am 18. Februar, das Rückspiel auf Schalke findet eine Woche drauf, am 25. Februar statt. Tickets dafür gibt es ab heute.

Schachtar kann seit über einem Jahr keine Spiele in seiner Heimatstadt austragen. In der Ostukraine herrscht nach wie vor Krieg, Die Stadt Donezk liegt gleich an der Front, der Verwaltungsbezirk Donezk wurde von pro-russischen Seperatisten zur Volksrepublik Donezk ernannt. Schachtar spielt deshalb in Lemberg (Lwiw), knapp 1.200 km von Donezk entfernt. Dass Schalke 04 dort mit der Werbung seines russischen und sehr politischen Hauptsponsors auf der Brust antreten wird ist furchtbar.

Jedenfalls bedeutet „Schachtar“ (Шахтар / Шахтёр) Bergarbeiter und der Club führt Schlägel und Eisen im Wappen. Schachtar Donezk ist exakt der Gegner, den ich mir vor der Auslosung am wenigsten gewünscht hatte. Ein Club, der so gar kein Europapokal-Jauchzen auslöst, der aber dennoch zu den stärksten der Runde gehört.

Aber nun gut. Mach’se nix dran. Et kommt wie et kommt. Ma’kucken.