Die Absetzung Rolf Rojeks als Fanbeauftragter des FC Schalke 04 schlug hohe Wellen. Felix Magath meinte, es sei lediglich eine „kleine Gruppe“, die sich mit seinem Kurs nicht einverstanden erklärt. Dienstag haben sich Vertreter der verschiedenen Fangruppierungen zusammengesetzt und unter dem Namen „Kleine Gruppe“ einen Text mit dem Titel „Unser Verein beugt sich nicht – Ein Bekenntnis zu Demokratie und Nachhaltigkeit“ verfasst.
Darin wird der Verein aufgefordert, die Fanbeauftragten Frank Arndt und Arthur Saager wieder einzusetzten – Rolf Rojek hat sich mittlerweile freiwillig zum Verzicht auf dieses Amt entschlossen. Weiter wird der Verein dringend zur Kommunikation aufgefordert. Wörtlich heißt es …
Dass faktisch seit fast über einem Jahr – seitdem wir Fans Felix Magath dringend zu einer Fan-Runde einluden – überhaupt keine Kommunikation mehr zwischen Fans und „Verein“ stattfindet und der Verantwortliche für „Kommunikation“ beim S04 uns links liegen lässt, ist ein untragbarer Zustand und muss unverzüglich ein Ende finden.
Damit wird bestätigt, was Matthias Berghöfer einst in einem Kommentar in diesem Blog angedeutet hatte und was ich als „unorganisierter Fan“ nicht wusste. Dass nämlich der vielbeschriebene Schulterschluss zwischen Mannschaft und Fans zu Beginn der letzten Saison keineswegs von Felix Magath initiiert wurde.
Ich heiße das Handeln Felix Magaths in vielerlei Hinsicht gut, auch bezüglich Vorgängen die andere Fans heftig kritisieren. So sehr ich Mike Büskens auch mag, dass Felix Magath nicht mit ihm sondern mit seinen Vertrauten Co-Trainern zusammenarbeiten will, halte ich für legitim. Dass derjenige, der für einen millionenschweren Fußballclub als Entscheider fungieren soll, keine Freiheit im Rahmen eines Budgets genießen kann, sondern sich Geschäfte größer der vergleichsweise lächerlichen Summe von 300.000 Euro genehmigen lassen muss, halte ich für albern. Dass Magath nichts um die Vergangenheit Christoph Metzelders gibt, sondern den nach seiner Ansicht besten Kader zusammenstellt, halte ich für richtig.
Dass Felix Magath aber nach wie vor gegen das nun mal getroffene Abstimmungsergebnis der Jahreshauptversammlung zu seinem Entscheidungslimit zetert, und dass er offensichtlich alles daran setzt, Mitglieder und Fanorganisationen bei Richtungsentscheidungen außen vor zu lassen, geht mir gehörig gegen den Strich.
Mir ist die Kultur dieses Vereins wichtig. Kultur sind die von Menschenhand geschaffenen Dinge. Kultur entsteht nicht durch hingehen, schauen, essen und trinken. Kultur entsteht durch diejenigen, die über den Konsum des Fußballspiels hinaus das „Schalker sein“ weiterleben. Manche bemühen sich um das Aufrechterhalten und Erinnern an Traditionen, andere reisen als Schalker durch die Welt. Viele verleben viel Zeit in Fanclubs, einige schreiben das Internet voll. Diese Kultur ist die Identität des Vereins wie wir ihn kennen und damit dessen Grundlage.
Die bislang von Magath getroffenen Einzelentscheidungen konnten dem Club als solchen noch nichts anhaben. Aber das Gebaren Magaths und die fehlende Kommunikation werden zu einer Entfremdung von Verein und aktiven Fans und Mitgliedern führen. Das ist nicht akzeptabel. Deshalb unterstütze ich die „Kleine Gruppe“ unter der Führung des Schalker Fan-Club Verbandes in ihren Forderungen.