Artikel zum Schlagwort ‘Schalke 04’

10 Fragezeichen nach Transferschluss

Verdienen Huntelaar, Raúl, Juardo und Metzelder zusammen weniger als Kuranyi, Rafinha, Westermann und Bordon? Wie regelt Schalke die Vertragsmodalitäten, damit heute Spieler verpflichtet werden können, für Geld, dass erst im Laufe der Saison eingenommen wird? Mit welchem sportlichen Erfolg kalkuliert der Verein? Werden die gerade ausgegebenen Ablösemillionen fehlen, wenn Gazprom den 2012 auslaufenden Sponsorenvertrag nicht verlängert? Und wie lange hat der Aufsichtsratsausschuss zur Genehmigung von Transaktionen über 300.000 Euro gestern im Schnitt gebraucht?

Wenn Hoogland für die rechte Verteidigerposition eingekauft wurde, wo spielt dann Uchida sobald Hoogland fit ist? Worin liegt der Sinn, einen 21-Jährigen, bundesliga-erprobten Innenverteidiger zu verleihen und dafür einen 18-Jährigen, bundesligaunerprobten Innenverteidiger zu verpflichten? Ist es sinnvoll, einem Spieler, der auf Grund von fehlender Spielpraxis schlechte Leistungen bringt, einen Konkurrenten zu präsentieren, dem Spielpraxis fehlt? Werden wir Mario Gavranovic noch mal auf dem Platz sehen? Wenn Jurado ein Spieler ist, der zwar auch zentral spielen kann, besser aber auf dem linken Flügel agiert, wieso brauchte es dann Ciprian Deac, der zwar auch zentral spielen kann, besser aber auf dem linken Flügel agiert?

Wir, die wir immer da sind, werden die Antworten vermutlich irgendwann bekommen.
Ob wir wollen oder nicht.



Foto: Ségozyme

Sarpei, Deac, Champions League und der Kreisel

Schalke hat Hans Sarpei verpflichtet. Schalke wird Ciprian Deac verpflichten. Schalke wurde in eine Champions League-Gruppe gelost. Und Schalke schafft den Schalker Kreisel als Stadion-Heft ab. Was könnte an einem Tag noch mehr passieren?! Ich bin um Contenance bemüht.

Also meldete kicker.de, Ciprian Deac sei Magaths Nummer 10! Ich habe ihn nie spielen sehen, habe nichtmal irgendwann seinen Club CFR Cluj beobachtet. Aber nach den hochfliegenden Gerüchten, nachdem Misimovic, Rafael van der Vaart und Baptista als mögliche Neuzugänge genannt wurden, muss eine vergleichsweise unbekannter Spieler wie Ciprian Deac einfach enttäuschen. Sieht Felix Magath also doch die Felle davon schwimmen und setzt auf die kleine Lösung?
Es geht weiter! Noch gestern Abend schrieb Manfred Hendriock, dass Deac „wohl als Ergänzung für das Mittelfeld vorgesehen ist“ und Magath mit der Verpflichtung von Misimovic oder Van der Vaart doch noch was größeres „aushecke“. Gleichzeitig sagte Van der Vaart der AS, er wechsele nicht zu Schalke …

Hans Sarpei jedenfalls ist da. Das ist definitiv eine gute Verpflichtung. Hans Sarpei hat 181 Spiele Bundesligaerfahrung. Er kann beide Außenverteidigerpositionen besetzten. Er hilft Schalke da, wo es gerade jetzt brennt. Dabei verbaut er den eingekauften Talenten trotzdem nicht die Zukunft, schließlich ist Hans Sarpei bereits 34 Jahre alt.

Wer die Champions League-Auslosung verfolgt hat weiß wie knapp es war. Als nur noch die Kugeln von Schalke und dem FC Basel in Topf 3 waren, gab es als mögliche Ziele die Gruppe G, mit AC Mailand und Real Madrid, und die Gruppe B, mit Olympique Lyon und Benfica Lissabon. Fifty fifty .. und Glück gehabt, denn mit Lyon, Benfica und Tel Aviv lässt es sich leben. Einfach wird es nicht, Schalke hat stets genug mit sich selbst zu tun, es hätte aber deutlich schlimmer kommen können.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Kreisel. Der „Schalker Kreisel“, das Stadionheft des FC Schalke 04, wurde bislang einmal im Monat an die Mitglieder verschickt und zu jedem Heimspiel kostenlos verteilt. Fortan wird der „Schalker Kreisel“ weiterhin an die Mitglieder verschickt, im Stadion wird es aber ein anderes Stadionheft namens „auf Schalke“ geben, welches für 1 Euro käuflich zu erwerben ist. Es ist eine Kleinigkeit, aber ich höre schon die Rufe, dass der Kreisel Tradition sei, dass so was doch nicht gehe …

Es bleibt spannend.

Von wegen Einwechselspieler-Raten:
Ich habe keinen Schimmer, aber ich sage mal …
Baumjohann
Gavranovic
Escudero



Was ist Einwechelspieler-Raten?
Nochmal der kurze, technische Hinweis:
Bitte die drei Spielernamen im Kommentarfeld als erstes und untereinander notieren. Das macht mir die Erfassung erheblich einfacher. Für „echte Kommentare“ unter den getippten Namen bin ich wie immer dankbar.

Viele Fragen und kein Uchida

Auch am Dienstag „danach“ fragt man sich noch, auf wen man für die nächsten Spiele hoffen soll. Ist Alexander Baumjohann noch angeschlagen oder bekommt er mal eine Chance? Wird Levan Kenia noch mal Fußball spielen? Und wie gut ist eigentlich Júlio Baptista, wie viele Spieler wird Felix Magath noch holen, hat er sich verzockt und muss nun nehmen was er kriegen kann, oder wird er sich selbst noch zufrieden stellen können? Wozu das 13. Testspiel, jetzt, im großen Stadion, bei freiem Eintritt, gegen den 1. FC Köln? Ich weiß wenig, kann einiges ahnen, rätsel über vieles.

Fest steht jedenfalls, dass beim Einwechselspieler-Raten niemand Atsuto Uchida auf dem Zettel hatte.
61 Tipper waren direkt ein neuer Teilnehmerrekord. Top-Tipp war Christoph Moritz mit 30 Nennungen, vor Joel Matip (26) und Erik Jendrisek (24). Außerdem sammelten wir 3 Schreibweisen für Kyriakos Papadopoulos (Papadopolous, Papadopoulos, Papadopoulus), aber das nur nebenbei.

Derzeit kann wohl niemand Felix Magath into the Brain kucken, 10 Tipper hatte je 2 Treffer. Die komplette Ergebnisliste zur ESR-Runde 1/48 gibt es hier. Sie ist fortan auf einer Extra-Seite jederzeit einsehbar und über das ESR-Banner in der Sidebar zu erreichen. Vielen Dank fürs mitmachen!

Missratenes Experimentieren

Nachdem Sergio Escudero und Atsuto Uchida beim Pokalspiel in Ahlen nicht überzeugen konnten, probierte Felix Magath was Neues und spielte ohne Außenverteidiger. Deshalb, weil außerdem Christoph Metzelder hoffentlich immer noch nicht auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit ist, und weil Benedikt Höwedes mit Gelb / Rot vom Platz flog, konnte Schalke beim Spiel gegen den HSV am Ende froh sein, nicht noch höher verloren zu haben.

Offensiv gelang Schalke kaum etwas. Die Anzahl der Fehlpässe war atemberaubend. Eine toller Pass von Farfán auf Edu, der an Frank Rost scheiterte, ein paar Distanzschüsse, das war es auch schon. Raúl war ohne jede Bindung zum Spiel und hinter den Spitzen klaffte stets ein 20 Meter tiefes Loch, dass jedes Kombinationsspiel unmöglich machte. Weshalb der zwischenzeitliche Ausgleichstreffer durch Farfán fast zwangsläufig aus einer Standardsituation entstehen musste.

Bis zur Halbzeit war ich noch hoffnungsvoll. Das Spiel war von beiden Mannschaften nicht gut aber es war spannend und von recht hohem Tempo. Der HSV tat sich zunächst auch nicht leicht, das Spiel zu gestalten und ließ sich zwischenzeitlich zu weit zurückfallen. Vor der Pause hatte Schalke noch das nötige Glück. Nach der Pause half Glück dann auch nichts mehr. Dann trat zu Tage, dass man mit experimentell eingesetzten Ersatzaußenverteidigern gegen eine Mannschaft, welche als beste Waffe das Spiel über Außen hat, zu schlecht aufgestellt ist.

Pitroipa und Elia waren für Hao und Matip zu gut. Hao machte in der letzten Saison im Mittelfeld ein paar ordentliche Spiele, Matip wusste auf der Sechserposition und als Innenverteidiger zu überzeugen. Beide sind keine Außenverteidiger. Hinzu kam, dass der Rest des Defensivblocks ebenfalls nicht harmonierte. Christoph Metzelder kam häufig einen Schritt zu spät, die Leistung Kyriakos Papadopoulos’ kann bestenfalls als „bemüht“ eingestuft werden und Jermaine Jones wusste vor lauter Löcher nicht mehr, wohin er zuerst laufen sollte. Als Benedikt Höwedes vom Platz musste spielte Schalke quasi ohne Verteidiger. Was man bei der Draufsicht im TV während der Rückwärtsbewegung zu sehen bekam, konnte man getrost als „Hühnerhaufen“ bezeichnen.

Felix Magath hat mit seinen Aufstellungen immer wieder experimentiert und häufig hat er dabei gewonnen. Diesmal ist es in die Hose gegangen. Schalke ist auf diesen Saisonstart nicht gut vorbereitet. Felix Magath will noch neue Spieler holen und dem Kader eine neue Spielweise einimpfen. Aktuell hat die Mannschaft weder eine neue, noch eine alte Spielweise, aktuell fehlt es ihr an Identität. Es sieht aus, als stünde dieser Mannschaft noch ein langer Weg der Veränderung bevor. 90 von 3060 Minuten sind gespielt.

Die Kleine Gruppe meldet sich zu Wort

Die Absetzung Rolf Rojeks als Fanbeauftragter des FC Schalke 04 schlug hohe Wellen. Felix Magath meinte, es sei lediglich eine „kleine Gruppe“, die sich mit seinem Kurs nicht einverstanden erklärt. Dienstag haben sich Vertreter der verschiedenen Fangruppierungen zusammengesetzt und unter dem Namen „Kleine Gruppe“ einen Text mit dem Titel „Unser Verein beugt sich nicht – Ein Bekenntnis zu Demokratie und Nachhaltigkeit“ verfasst.

Darin wird der Verein aufgefordert, die Fanbeauftragten Frank Arndt und Arthur Saager wieder einzusetzten – Rolf Rojek hat sich mittlerweile freiwillig zum Verzicht auf dieses Amt entschlossen. Weiter wird der Verein dringend zur Kommunikation aufgefordert. Wörtlich heißt es …

Dass faktisch seit fast über einem Jahr – seitdem wir Fans Felix Magath dringend zu einer Fan-Runde einluden – überhaupt keine Kommunikation mehr zwischen Fans und „Verein“ stattfindet und der Verantwortliche für „Kommunikation“ beim S04 uns links liegen lässt, ist ein untragbarer Zustand und muss unverzüglich ein Ende finden.

Damit wird bestätigt, was Matthias Berghöfer einst in einem Kommentar in diesem Blog angedeutet hatte und was ich als „unorganisierter Fan“ nicht wusste. Dass nämlich der vielbeschriebene Schulterschluss zwischen Mannschaft und Fans zu Beginn der letzten Saison keineswegs von Felix Magath initiiert wurde.

Ich heiße das Handeln Felix Magaths in vielerlei Hinsicht gut, auch bezüglich Vorgängen die andere Fans heftig kritisieren. So sehr ich Mike Büskens auch mag, dass Felix Magath nicht mit ihm sondern mit seinen Vertrauten Co-Trainern zusammenarbeiten will, halte ich für legitim. Dass derjenige, der für einen millionenschweren Fußballclub als Entscheider fungieren soll, keine Freiheit im Rahmen eines Budgets genießen kann, sondern sich Geschäfte größer der vergleichsweise lächerlichen Summe von 300.000 Euro genehmigen lassen muss, halte ich für albern. Dass Magath nichts um die Vergangenheit Christoph Metzelders gibt, sondern den nach seiner Ansicht besten Kader zusammenstellt, halte ich für richtig.

Dass Felix Magath aber nach wie vor gegen das nun mal getroffene Abstimmungsergebnis der Jahreshauptversammlung zu seinem Entscheidungslimit zetert, und dass er offensichtlich alles daran setzt, Mitglieder und Fanorganisationen bei Richtungsentscheidungen außen vor zu lassen, geht mir gehörig gegen den Strich.

Mir ist die Kultur dieses Vereins wichtig. Kultur sind die von Menschenhand geschaffenen Dinge. Kultur entsteht nicht durch hingehen, schauen, essen und trinken. Kultur entsteht durch diejenigen, die über den Konsum des Fußballspiels hinaus das „Schalker sein“ weiterleben. Manche bemühen sich um das Aufrechterhalten und Erinnern an Traditionen, andere reisen als Schalker durch die Welt. Viele verleben viel Zeit in Fanclubs, einige schreiben das Internet voll. Diese Kultur ist die Identität des Vereins wie wir ihn kennen und damit dessen Grundlage.

Die bislang von Magath getroffenen Einzelentscheidungen konnten dem Club als solchen noch nichts anhaben. Aber das Gebaren Magaths und die fehlende Kommunikation werden zu einer Entfremdung von Verein und aktiven Fans und Mitgliedern führen. Das ist nicht akzeptabel. Deshalb unterstütze ich die „Kleine Gruppe“ unter der Führung des Schalker Fan-Club Verbandes in ihren Forderungen.

Warum fordert Magath?

Felix Magath hat in dieser Sommerpause einiges getan, was hinterfragt werden kann. Wieso er über Zeitungen Aufsichtsratchef Clemens Tönnies bloßstellte, zum Beispiel. Oder wieso er dafür sorgte, dass er mit Brause Leipzig in Verbindung gebracht wurde. Fast alles lässt sich naheliegend erklären, meist mit dem Durchsetzen seiner Interessen. Was ich mir aber nicht erklären kann ist die Frage, wieso Felix Magath auch ungefragt zu jeder Gelegenheit herumposaunt, dass er noch bessere Spieler braucht, dass die Qualität seiner Spieler nicht reicht.

Am 14. Juli wurde auf der Webseite des Vereins veröffentlicht, dass „die durch den sportlichen Erfolg der Lizenzmannschaft zu erwartenden Mehreinnahmen, u.a. aus der direkten Qualifikation zur Gruppenphase der UEFA Champions League, investiert werden können. Dies soll unter Berücksichtigung der finanziellen Gesamtentwicklung des Clubs erfolgen.“

Durch die Verkäufe von Heiko Westermann und Rafinha wurden weitere Transfereinnahmen erzielt. In der Presse wurde daraufhin über einem Transferbuget jenseits der 30 Millionen Euro spekuliert und jeder im entferntesten wechselwillige Spieler wurde fortan mit Schalke 04 in Verbindung gebracht. Felix Magath sollte also eigentlich Handeln können und sowohl Presse als auch Fans warten nun seit Wochen darauf, das noch was passiert. Magath aber steht vor Mikrofonen, prangert an und fordert ein, obwohl doch eigentlich klar sein soll, dass er Verstärkungen will und wie viel Geld er zur Verfügung hat. Das passt nicht zusammen.

Hat Magath vielleicht doch deutlich weniger Geld zur Verfügung? Was bedeutet eigentlich „unter Berücksichtigung der finanziellen Gesamtentwicklung des Clubs“? Sind die Spieler, die Magath gerne hätte, mit seinem Budget nicht zu bezahlen? Hofft Magath darauf, dass Tönnies mehr Geld freigibt als vor 5 Wochen vereinbart? Wenn nicht, wieso spricht er das Thema ständig an?

Felix Magath wirkte in der letzten Saison mit jeder Silbe und mit allem Handeln souverän. Diese Souveränität hat er im Sommer irgendwo liegen gelassen. Hoffen wir zum Wohle des Vereins, dass er sie möglichst bald wiederfindet.



Foto: Tomasz Bo

Biederer Sieg gegen Aalen

Der FC Schalke 04 bescherte sich selbst und seinen Fans einen wenig entspannten Abend und gewann beim VfR Aalen mit gerade mal 2:1. Aalen ist Neuling in der 3. Liga und spiele ab der 18. Spielminute mit 9 Feldspielern.

Jermaine Jones stand mal wieder über 90 Minuten auf dem Platz. Ivan Rakitic bewegt sich auf der Position im defensiven Mittelfeld besser, als er es im rechten Mittelfeld tut, wo er im „Supercup“-Spiel aufgestellt war. Jefferson Farfán war der einzige Spieler, bei dem ein deutlicher Klassenunterschied zum Gegner zu erkenne war. Das ist alles, was ich an Positivem erkennen konnte.

Alles in allem war es ein grauenvoll biederer Auftritt des FC Schalke 04. Der Gegner wurde weder durch stärkere Physis, noch durch bessere Bewegungsabläufe bezwungen. Das Offensivspiel blieb Stückwerk und es mangelte an Tempo.
In der Halbzeit wurde mit Marco Quotschalla ein Neuling eingewechselt und es wurde nicht klar, ob sein Nicht-Auffallen an seiner Qualität oder an der Schwäche seiner Mannschaftskollegen an diesem Tag gelegen hat. Durchaus negativ aufgefallen ist Christoph Metzelder. Auch wenn ich meine, dass der Zweikampf im 16er keineswegs strafstoßwürdig verlief: Dass ein derart erfahrener Abwehrspieler so schlecht zu Ball läuft, ihn aufspringen lässt und dann zu spät kommt, ist wahrlich erschreckend und lässt nichts Gutes ahnen.

Genau 3 Minuten lang war Schalke souverän. Es waren die 3 Minuten der Nachspielzeit, in denen man den Ball hin und her spielte, den Gegner auf Distanz hielt und ab und an doch plötzlich vor einer Lücke stand. Mit derartiger Spielweise hätte es ein zwar langweiliges, aber lockeres Spielchen werden können. So wurde es ein Krampf.

Die 2. Hauptrunde wird kommenden Samstag, nach dem Spiel des FC Schalke 04 beim HSV ausgelost.



Foto: Jarlhelm