Meister wird …

14. November 2008, Berka

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… wer die meisten Tore schießt.
Eher nicht, dies war in der Bundesliga bisher nur in 19 von 45 Fällen so.

… die beste Heimmannschaft.
Heimstärke ist ebenfalls abträglich. Nur 20 mal wurde die heimstärkste Mannschaft Meister.

… wer die beste Rückrunde spielt.
Immer noch eine Minderheit, wenn auch knapp: 22 mal war das so.

… wer die wenigsten Gegentore kassiert.
Dies traf in 26 von 45 Fällen zu, damit liegen wir erstmals bei einer Quote von über 50%.

… die beste Auswärtsmannschaft.
28 mal war das so, achtmal mehr als beim besten Heimteam.

… wer die beste Hinrunde spielt.
Lange Zeit eine Bank, inzwischen hat es sich bei ungefähr zwei Drittel eingependelt: 31 Fälle, in denen der Herbstmeister auch am Ende die Nase vorn hatte.

… wer am häufigsten siegt.
Das ist schon ziemlich hilfreich, 37mal wurde die Mannschaft mit den meisten Siegen Meister. Noch wichtiger als zu siegen ist es aber nicht zu verlieren, denn:

Meister wird, wer am seltensten verliert!
In 38 von 45 Bundesligajahren wurde die Mannschaft mit den wenigsten Niederlagen Deutscher Meister.


Macht mir das jetzt Mut? Tore schießen ist eher abträglich wenn’s darum geht am Ende Meister zu werden. Viel wichtiger ist es nicht zu verlieren.

Auf nach Leverkusen!


[Diese Statistik fand ich in der Sportbild-Ausgabe vom 22. Oktober, heute morgen beim Zahnarzt. Danke an die Redaktion, die hoffentlich richtig recherchiert hat; die Stichproben stimmten jedenfalls. Und an die nette Zahnarzthelferin für die Kopie!]

Martinstag

11. November 2008, Torsten Wieland

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Alles Gute zum Namenstag an die Herren Martín Demichelis, Martin Fenin, Martin Harnik, Martin Jol, Martin Lanig und Martin Stoll. Aber schön die Tonpfeifen weglassen.

Fünf Martins, damit kommt der Name in der Liga ebenso häufig vor wie der Name Kevin.
Der häufigste Vorname der 1. Bundesliga ist Daniel (inkusive Danijel, Danny), davon gibt es 17, gefolgt von Alexander (13, mit Alexandar, Alex) und Christian (10). Und Luca gibts natürlich nur einmal.

Nicht das man sowas wissen sollte. Mir war nur gerade danach.

Jobsharing

28. Oktober 2008, Torsten Wieland

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Nein, ich habe mich nicht abgesichert, bin nicht alle Bundesligastatistiken seit ’62 durchgegangen. Trotzdem bin ich mir ziemlich sicher, dass es so was noch nicht gab.

Dass die ersten 9 Bundesligapartien eines Clubs der Reihe nach zu gleichen Teilen unter drei Torhütern aufgeteilt wurden. Und dass der „kicker-Notendurchschnitt“ jedes Einzelnen besser ist als der Schnitt des Führenden in der entsprechenden „Torhüter-Top-Spieler-Liste“.

Da hat Schalke mal drei Top-Spieler und kann nur einen einsetzten. Ein Jammer.

Leben gegen Krageninschrift

26. September 2008, Torsten Wieland

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„Ich bin … !“ Hier setze man den Namen eines aktuellen Fußballprofis ein. Gab es je ein fußballspielendes Kind, dass so was nie gesagt hat?
Profi sein, dabei sein auf der großen Bühne Bundesliga. Mal nur so dahingesagt, mal als Traum ernsthaft verfolgt, ein toller Gedanke allemal. Das Trikot des FC Schalke 04 zu tragen, vor tausenden von Zuschauern, eben nicht als Fan. Nur wenige schaffen das. Und für manche währt das Glück nur kurz.

Ralf Fährmann absolviert heute Abend vermutlich sein drittes Bundesligaspiel für Schalke 04, hinzu kamen je ein Einsatz im DFB-Pokal und im UEFA-Cup. Bislang hat er einen sehr guten Job gemacht, hat keine Nervosität erkennen und sich nichts zu Schulden kommen lassen. Und trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass er heute Abend sein letztes Bundesligaspiel für Schalke bestreitet.

Kommende Woche wird Manuel Neuer wieder das Schalker Tor hüten. Es ist sein Stammplatz, er hat das Talent und die Jugend, diesen Platz die nächsten Jahre zu verteidigen. Mathias Schober wurde als Nummer 2 geholt und hat ebenfalls gezeigt, dass man sich auf ihn verlassen kann. Sein Vertrag gilt noch bis 2011.

So lange wird Ralf Fährmann nicht warten wollen. Es gab Spieler, die nach ihrem kurzem Leben als Königsblaue eine beachtliche Karriere folgen ließen. Christian Herrmann zum Beispiel, der es noch auf 215 Spiele brachte, oder Dieter Burdenski natürlich, des großen Herberts Sohn.
Und es gab Spieler, von denen nach wenigen Spielminuten als Schalker im Profifußball nichts mehr zu sehen war. Auch sie sind Helden, keine Frage, gehören zu der Elite an Fußballern die es überhaupt bis dort geschafft haben. Trotzdem: Wünschen wir Ralf Fährmann, das er in Zukunft zur ersten Gruppe gehören möge.



Es folgt eine Liste aller Spieler mit drei oder weniger Bundesligaeinsätzen für Schalke 04.

Drei Bundesligaeinsätze für Schalke 04 hatten:
Volker Abramczik, Markus Anfang, Dieter Burdenski, Andreas Gaber, Frôde GrodÃ¥s, Jörg Mielers, Günther Schubert

Zwei Bundesligaeinsätze für Schalke 04 hatten:
Jörg Albracht, Manfred Bär, Alexander Baumjohann, Rainer Borgmeier, Simon Cziommer, Dieter Heimen, Hans-Peter Kirchwehm, Fabijan Komljenovic, Roland Kosien, Karl-Heinz Kuzmierz, Hans-Dieter Mangold, Mike Möllensiep, Dragan Mutibaric, Rudolf Schonhoff, Ulrich Schröder, Ludger Winkel

Lediglich einen Bundesligaeinsatz für Schalke 04 hatten:
Mathias Abel, Til Bettensteadt, Kai Bruckmann, Arnold Dybek, Peter Endrulat, Christian Erwig, Siegfried Grams, Christian Herrmann, Markus Kaya, Timo Kunert, Hans-Georg Lambert, Joseph Laumann, Reinhard Pfeiffer, Andreas Sandt, Kriszitian Szollar

Aus dem aktuellen Kader sind Markus Heppke (1) und Weihnachtstraum Zé Roberto (3) gefährdet.

Dieter Heimen und vielleicht Ralf Fährmann

11. September 2008, kurtspaeter

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Infokasten kurtspaeterIn der Geschichte des FC Schalke 04 könnte am Samstag Ralf Fährmann der 31.Torhüter sein, der in der ersten und zweiten Liga für unseren Verein in der Kiste steht.

Bei weitem nicht alle der bislang also 30 Torhüter des FC Schalke 04 gaben auch ihr Profidebüt bei den Königsblauen. So haben zum Beispiel Volkmar Groß (Schalke-Debüt mit einem 0:0 bei 1860 in der Saison1977/78), Harald Schumacher (Schalke-Debüt beim 2:5 in Hamburg in der Saison 1987/88) oder zuletzt Oliver Reck (Schalke-Debüt mit einem 2:1 in Frankfurt in der Saison 1998/99) und Frank Rost (Schalke-Debüt mit einem 1:0 gegen Wolfsburg in der Saison 2002/03) ihre ersten Meriten, teilweise auch ihre erfolgreicheren Spiele bei anderen Vereinen absolviert.

Insgesamt liest sich die Bilanz der Torhüter-Einstände positiv. Bis ins Jahre 1978/79, als ein gewisser Peter Sandhofe eine 1:3 Niederlage bei der Frankfurter Eintracht einstecken musste, verlor kein Keeper sein erstes Spiel (Wobei ich dabei unterschlage, das Helmut Pabst 1971/72 beim 1:5 in München eingewechselt wurde, als Schalke bereits zurücklag. Vertraue eben keiner Statistik, die du nicht selbst verfälschst …).
Am Ende stehen 14 Siege (eine Einwechslung), 7 Niederlagen (wobei 3 Keeper bei Niederlagen eingewechselt wurden) und 9 Unentschieden zu Buche. Dragan Mutibaric ist im Übrigen der einzige Torhüter, der bei seinem Schalke-Einstand ausgewechselt wurde, und zwar beim 2:2 in München in der Saison 1975/76.

Um den Kreis zu Ralf Fährmann zu bekommen, er könnte bekanntlich beim Derby in Dortmund debütieren. Dieses Privileg bezeichnet Manuel Neuer im Vorfeld als geile Sache, der abergläubische Schalke-Fan allerdings sieht die Sache kritisch. Denn bislang gab es einmal diese Konstellation.
Dieter Heimen wurde am 19.09.1987 in der 21. Minute für Harald Schumacher eingewechselt. In Dortmund. Damit ist er eigentlich der einzige Torhüter-Debutant in der Schalker-Historie gegen den BVB. Aber da dieses Spiel mit 4:1 verloren ging und es zum Wechsel bereits 1:0 für die Schwarz-Gelben stand, vergessen wir das ganze schnell und behaupten das Gegenteil…

Was die Herren Keim, Rynio und Paßlack verbindet und wieso Herr Funkel nur ganz knapp nicht dazu gehört

8. September 2008, Torsten Wieland

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Welche Herren die Bundesligarekordmeister sind ging schon so häufig durch die Medien, dass das sogar meine Mutter wüsste: Oliver Kahn und Mehmet Scholl, jeweils acht mal, immer mit Bayern München. Dieses Wissen ist nicht sexy, das gibt bei Jauch höchstens 1.000 Euro.
Die Frage nach den Bundesligarekordabsteigern ist da schon interessanter. Andreas Keim, Jürgen Rynio und Stephan Paßlack stiegen jeweils fünf mal ab. Friedhelm Funkel gehörte am Saisonende viermal zu den Traurigen. Dabei hätte er es drauf gehabt, zum Führungstrio aufzuschließen, es sogar zu überflügeln.

Schaut man nicht nur auf den letzten Spieltag sondern zählt man mal durch, wer wie oft in einem Abstiegsjahr für einen jeweiligen Verein tätig war, ist Friedhelm Funkel einsame Spitze. Gleich siebenmal stiegen seine Teams am Saisonende ab! Sechsmal war er dabei als Trainer tätig, und mit Trainern und Abstiegsgefahr ist das so eine Sache, da beginnen oder enden die Engagements schon mal recht plötzlich.

1976 war er noch Spieler und mit 31 Einsätzen für Uerdingen am letzen Tabellenplatz beteiligt. Fünfzehn Jahre später übernahm er den Trainerposten bei Bayer 05, zwei Spieltage vor Saisonende. 12 Tage später stieg er erstmals als Trainer ab, was allerdings bereits feststand als er den Job übernahm. Und es begann das Trainerleben des Fahrstuhl-Funkel.

Uerdingen: Wiederaufstieg, Wiederabstieg 1993. Wiederaufstieg, Wiederabstieg 1996 – diesmal wurde er einen Spieltag vor Saisonschluss entlassen. Duisburg: Aufstieg, drei gute Jahre, Abstieg des MSV im Jahr 2000, Funkel musste nach dem 25. Spieltag gehen.
Köln: Am 23. Spieltag der Saison 2001/2008 wird er dort Trainer – und steigt ab. Wiederaufstieg, Wiederabstieg 2004, diesmal wurde Friedhelm Funkel schon nach dem 10. Spieltag seines Amtes enthoben.

Bei den „Nur-Spielern“ ist alles einfacher, klarer. Stephan Paßlack und Andreas Keim waren fünfmal mittendrin statt nur dabei. Georg Koch könnte theoretisch auch noch mitgezählt werden. Auch er gehörte fünfmal zum Kader eines absteigenden Vereins. Bei Fortuna Düsseldorfs Abstieg 1992 war er aber „nur“ der 20-Jährige Jungtorwart hinter Jörg Schmattke und kam nicht zum Einsatz.
Jürgen Rynio war ebenfalls Torwart und kam in allem fünf Abstiegsjahren zum Einsatz, wenn auch in seiner letzten Saison nur zweimal. Er schaffte die fünf Abstiege mit fünf verschiedenen Vereinen Auch ein Rekord. In seiner letzten Saison, beim letzten Abstieg, war er schon 38 Jahre alt und hatte gerade sechs Zweitligajahre hinter sich. Nach insgesamt 184 Erst- und 269 Zweitligaspielen hätte er sich oder man ihm diese beiden letzten Einsäte ersparen sollen. Die Spiele endeten 0:5 und 0:7