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Maues Spiel in Bukarest führt zu Endspiel um Platz 2

Am vorletzten Champions League-Spieltag kommt Schalke 04 in Bukarest nur zu einem 0:0. Die ganz schwache Partie lässt Schalke mit einem Endspiel gegen Basel um den Einzug ins Achtelfinale zurück.

In Schalkes Startaufstellung fehlten Draxler und Prince. Das ist ein deutlicher Verlust an individueller Klasse. Trotzdem waren, bis auf Christian Fuchs auf der linken Offensivseite und Ralf Fährmann im Tor, alle Positionen mit Spielern besetzt, die in den letzten Wochen regelmäßig erste Wahl waren. Dies war keine Ersatzmannschaft, dies war ein Team, dem ordentlicher Fußball zuzutrauen gewesen wäre. Aber das Spiel war nicht so.

Von Beginn an war es eine zerfahrene Begegnung. Schalke wollte, das war zu spüren, an Einsatz mangelte es nicht; wohl aber an Koordination. In der ersten Hälfte hatte Schalke mehr vom Spiel, dabei waren Max Meyer und Dennis Aogo die auffälligsten Akteure. In der zweiten Hälfte war Bukarest überlegen und Schalke wirkte mit zunehmender Spieldauer müde.

Neben Jermaine Jones hing Roman Neustädter völlig in der Luft, häufig wirkte er fehl am Platz. Ralf Fährmann spielte grundsätzlich solide, hätte aber beinahe in einer für ihn typischen, ungestümen Rauslauf-Szene einen Strafstoß verursacht. Felipe Santana bot eine ordentliche Leistung, Atsuto Uchida auch. Überhaupt kann man einzelnen Spielern wenig anlasten, es war nur so, dass das Zusammenspiel nicht klappte. Viele Fehlpässe prägten das Bild. Kaum wurde Raum gewonnen, ging der Ball auch schon wieder im Niemandsland verloren. Kaum wurde Tempo gemacht, trat der nächste auch schon wieder abwartend auf den Ball.
Obwohl mit Adam Szalai angetreten, spielte Schalke wie ohne Szalai. Wer mit Stoßstürmer spielt muss den Ball auch zu diesem bringen. 70 Minuten fand dies nicht statt. Erst der eingewechselte Julian Draxler schaffte es in den ihm wenigen verbliebenen Minuten noch 3 Mal, den Ungarn ins Spiel zu bringen, was noch zu drei gefährlichen Situationen führten.

Insgesamt hatte aber Bukarest die besseren Chancen. Zum Ende der Partie traten die Rumänen selbstbewusster auf, warteten nicht mehr nur auf Konter, wie in der ersten Hälfte, sondern begannen zu agieren. Das 0:0 muss wohl als passend erachtet werden, nach diesem Spiel, für das das Label „Champions League“ ein wenig nach Hochstapelei klang.

Nun findet am 11. Dezember auf Schalke ein echtes Endspiel gegen den FC Basel statt. Dafür schaffte sich Basel mit dem Sieg gegen Chelsea den Vorteil, dass ihnen ein Unentschieden reichen würde. Schalke muss liefern ist die negative Sichtweise. Schalke hat es selbst in der Hand die positivere. Sich ohne Hoffen auf die eigenen Stärken zu verlassen, geht aber sicherlich nicht.

Erfolgreicher Auftakt

Schalke gewinnt sein Champions League Auftaktspiel mit 3:0 und erfüllt damit seine Pflicht. Am Ende machte es Spaß, lange Zeit zuvor allerdings nicht.

Wenn Schalke Platz hat und Pässe in die Tiefe spielen kann, kommt die nominell starke Offensive zur Geltung. Jefferson Farfan und Julian Draxler sind sehr schnell, nicht nur auf den Füßen, auch im Kopf. Prince ist die Variable in dieser Reihe, er ist auf keine Position festgelegt und für das Ungewöhnliche zuständig. Adam Szalai ist ein sehr beweglicher Stürmer, stets anspielbar und torgefährlich. Wenn diese Offensive ins Rollen kommt gibt es richtig guten Fußball zu sehen. So war es in diesem Spiel, ab der 67. Minute, nachdem eine mäßige Hereingabe Atsuto Uchidas irgendwie ins Tor hoppelte und bei Steaua Bukarest in der Folge die Dämme brachen.

Ebenso grundsätzlich wie über Schalkes Stärken, lässt sich nach diesem Spiel aber auch über Schalkes Schwächen schreiben. Auch dafür bot dieses Spiel die Blaupause. Eben bis zu dem besagten, ersten Tor. Schalke ist selbst bei deutlichen Vorteilen an Qualität bezüglich der Einzelspieler schlecht darin, gegen einen defensiven Gegner Chancen zu erzwingen.

Bukarest begann das Spiel sehr defensiv, war durchaus aggressiv, schnell auf den Beinen, verschob gut. Schalke hatte viel Ballbesitz, war anfangs auch passsicher. Chancen ergaben sich aber selten, vor allem pendelte Schalke vom einen Flügel zum anderen und zurück. Ab und an nach vorne, in Regel aber auch flott wieder nach hinten, zur Sicherung des Ballbesitzes. Ideenlos. Planlos.

Mir fortlaufender Spieldauer und fortlaufender spielerischen Erfolglosigkeit wurde Schalke ungenauer. Fehlpässe häuften sich. Das eigene unsichere Spiel machte dem Gegner Mut. Dieser traute sich nun mehr, kam zu Distanzschüssen. Einige schwere individuelle Fehler brachten Schalke plötzlich in echte Notsituationen. Zu Beginn der zweiten Hälfte gestaltete sich das Spiel fast ausgeglichen.

Aber dann hoppelte Uchidas Ball, und weiter ging’s mit … siehe oben.

Schalke will, sollte, muss vielleicht das Achtelfinale erreichen, in dieser Champions League-Gruppe. Um das zu schaffen war ein Heimsieg gegen Bukarest Pflicht. Das hat Schalke geschafft. Und am Ende hat’s sogar Spaß gemacht. Freuen wir uns über den Augenblick und hoffen wir für die Zukunft auf viel weiteres Hoppeln, unberührte Flanken oder gegnerische Patzer.



Foto: puamelia