Artikel zum Schlagwort ‘TSG Hoffenheim’

Von Thesen, Zahlen und Wechseln: Ralf Rangnick

Irgendwann habe ich das mal gehört oder gelesen. Ich weiß nicht wann, ich weiß nicht wo. Irgendwann sagte oder schrieb mal jemand, dass Ralf Rangnicks Mannschaften stets am Ende der Saison abbauen würden. Mit solchen steilen Thesen geht es mir wie Max Goldt mit der Erkenntnis, dass die Leuchtstoffkörperstarter in der Herrentoilette des Stuttgarter Ratskellers ‚Made in Costa Rica’ sind. Man vergäße seinen Hintern, wäre er nicht angewachsen, aber solchen Blödsinn merkt man sich für immer.

Da nun aber eben dieser Herr Rangnick in meinem Verein wieder das Sagen* was zu sagen hat, kam mir die Idee, diese These ins Licht der Realität zu zerren. Die Daten zu Rangnicks Trainerkarriere beginnen bei fussballdaten.de mit dem ersten Zweitligajahr des SSV Ulm, in der Saison 1998/99. Da die besagte These indirekt darauf abzielt, Rangnick mache im Laufe der Spielzeit was falsch – sei es in der Saisonplanung oder -vorbereitung, sei es, dass er sich irgendwie „aufbrauche“ – habe ich nur die Spielzeiten betrachtet, in denen er seine Mannschaft von Saisonbeginn an betreut hat. Das war in 12 Spielzeiten der Fall, in denen Rangnick insgesamt in 338 Spielen seine Mannschaft führte (ohne Pokalwettbewerbe).

Das Ergebnis lässt die These platzen. Rangnicks Punkteschnitt an den erfassten Hinrundenspieltagen beträgt 1,591 Punkte, die erfassten Rückrundenspieltage ergeben einen Punkteschnitt von 1,533. Ein vernachlässigenswerter Unterschied, würde ich meinen. Aufgeteilt auf Saisonabschnitte stellt sich der Punkteschnitt wie folgt dar:

Wenn ich die These auch nicht vergessen kann, demnächst werde ich auf diesen Beitrag verweisen, wenn sie mir irgendwo ausserhalb meines Kopfes begegnet.

Und weil ich die Daten gerade so nett beisammen habe, hier noch etwas Zahlengekasper.
Immerhin noch bis Freitagabend brandaktuell …

Ralf Rangnicks Karriere als Erstligatrainer ist bislang 247 Spiele alt. Dabei gab es 97 Siege, 61 Unentschieden und 89 Niederlagen. Das Torverhältnis ist in nahezu allen Varianten relativ ausgeglichen: Rangnicks Mannschaften erzielten 375 Tore und kassierten 360 Treffer. In Durchschnittswerten ergibt das ein Verhältnis von 1,52 : 1,46. Seinen deutlichsten Sieg feierte er am 03. Februar 2001, als er mit dem VfB Stuttgart 6:1 gegen Kaiserslautern gewann. Sechs Treffer waren es auch bei seiner deutlichsten Niederlage, als er mit Hannover 96 am 18. Oktober 2003 in Dortmund mit 2:6 abgefertigt wurde. Und von wegen der stehenden Null: 59 Mal erzielten Rangnicks Teams keinen Treffer und ebenfalls 59 Mal ließen seine Mannschaften keinen Gegentreffer zu.

Die meisten Erstligabegegnungen hatte Ralf Rangnick mit Bayern München. Mit 5 Siegen, 6 Unentschieden und 6 Niederlagen ist seine Bilanz gegen den Rekordmeister relativ ausgeglichen. Will man es boulevardesk ausdrücken könnte man Bayer Leverkusen als Rangnicks „Angstgegner“ benennen. Neben 3 Siegen und 4 Unentschieden setzte es satte 9 Niederlagen.
Am 2. Spieltag der aktuellen Saison gewann Rangnick mit Hoffenheim auf St. Pauli 1:0. Ansonsten gab es mit St. Pauli nur noch 3 Zweitligaduelle, die mit einem Sieg, einem Unentschieden und einer Niederlage endeten. Rangnicks Mannschaften haben gegen St. Pauli in allen Spielen jeweils genau 1 Tor erzielt.

Einwechselspieler-Raten

Ob unser Spielchen unter Ralf Rangnick noch funktioniert, bleibt abzuwarten. In seinen 17 Spielen mit Hoffenheim, in der Hinrunde dieser Saison, hatte er mit Boris Vukcevic (8 Einwechslungen), Gylfi Sigurdsson (7) und Peniel Mlapa (7) drei Spieler sehr häufig eingewechselt. Insgesamt wechselte er in diesen 17 Spielen 48 Mal und schickte dabei 16 verschieden Spieler aufs Feld. Während der ersten Halbzeit wechselte er nie. Sieben Spieler kamen zu Beginn der zweiten Hälfte. 15 Spieler wurden zwischen der 57. und der 69. Minute gebracht, 11 Spieler zwischen der 70. und der 80. Minute, 15 Spieler nach der 80. Minute.

Die Einwechslungen zum Spiel gegen St. Pauli vorauszusagen ist hier und heute natürlich gruselig schwierig. Da kann man nur jedem ESR-Tipper empfehlen, noch die Pressekonferenz zum Spiel abzuwarten, in der Hoffnung Rangnick erzählt noch etwas zur Aufstellung oder er nennt überhaupt ein paar Spieler, die man dann in seiner Gunst wähnen kann. Tatsächlich kann man heute nur raten, welche taktische Formation er mit welchem Personal kombinieren wird.
Aber das Spiel ist schon Freitag und heute ist Mittwoch … fangen wir also einfach an:

Deac
Draxler
Matip



Was ist Einwechelspieler-Raten?
Tippabgabe bis Freitag, 19:30 Uhr. Bitte die drei Spielernamen im Kommentarfeld als erstes und untereinander notieren. Das macht mir die Erfassung erheblich einfacher. Für „echte Kommentare“ unter den getippten Namen bin ich wie immer dankbar.

Lesestoff

Wer Ralf Rangnick mit abfälligem Tonfall als Professor titulieren möchte, soll das tun. Fußball ist für alle da, auch für Leute die kurze Sätze mit traditionellen Schlagwörtern lieben. Auch so was muss bedient werden. Ich selbst mag Inhalt. Ralf Rangnick macht aus seinen Ideen und seiner Auffassung vom Spiel kein Geheimnis. Wer ihm die richtigen Fragen stellt enthält auch Antworten.

Ralf Rangnick schlug in einem Interview mit 11 Freunde Ende 2008 einen großen Bogen. Er sprach über die unsägliche Sportstudio-Geschichte, die ihm den „Professor“ einbrachte. Über Vorbilder und seine persönliche Entdeckung des „anderen Fußballs“. Über seine Ansichten zur Führung von Spielern und dem Heranführen von Spielern an die eigenen Ideen. Und über den Unterschied zwischen dem FC Barcelona und Schalke 04, wenn auch nur auf ein Spiel bezogen … klick

Bis Ende der Saison arbeitet Ralf Rangnick nun mit den ehemaligen Magath-Helfern Seppo Eichkorn, Markus Zetlmeisl und Bernd Dreher zusammen. Man muss sich kennenlernen um sehen wer einen guten Job macht, sagt er. Auf der Pressekonferenz zu seiner Vorstellung am Montag kündigte er bereits an, noch einen Co-Trainer dazu holen zu wollen, den er länger persönlich kennt, mit dem er in Sachen Spielphilosophie auf einer Wellenlänge liegt und der ihm vor allem bei der taktischen Schulung der Spieler helfen soll. Gestern trat Markus Gisdol seinen neuen Job auf Schalke an.
Markus Gisdol war bisher in Hoffenheim Trainer der U23. In der letzten Saison stieg er mit dieser Mannschaft in die Regionalliga auf, aktuell steht die Mannschaft dort auf Platz 5. Im September erschien bei Spox ein Interview mit Markus Gisdol. Darin wird ein Stück weit die Philosophie Hoffenheims in der Jugendarbeit skizziert. Beispielsweise wird beschrieben worauf bei der Aufwahl von Talenten geachtet wird und inwieweit sich die Jungendmannschaften an ein vorgegebenes System halten müssen … klick

Gisdol kam über Helmut Groß zur TSG Hoffenheim. Auf Helmut Groß trifft man immer wieder, wenn man nach Ralf Rangnick sucht. Groß gilt als Mentor Rangnicks. Groß habe vor rund 20 Jahren „als erster Trainer in Manndecker-Deutschland die ballorientierte Raumdeckung spielen lassen“, schrieb Michael Horeni vor einem halben Jahr in der FAZ. Anlässlich des Spiels Mainz gegen Hoffenheim, respektive Tuchel gegen Rangnick, am 7. Spieltag der laufenden Saison, stellt Horeni die „neuen Trainertypen“ den „Spieleraufstellern“ gegenüber, und fand eine Keimzelle in der „Stuttgarter Schule“ … klick

Helmut Groß steht selten in der Öffentlichkeit. Vor rund 2 Jahren gab er Spox mal ein Interview. Darin wird auch viel über Schalkes neuen Cheftrainer gesprochen, mit dem Groß seit 1986 „intensiven Kontakt“ pflegt. Ausserdem spricht er über Unterschiede zwischen einer an Gegenspielern orientierten, „niederländischen Raumdeckung“, wie er sie beim HSV unter Martin Jol sah, und einer ballorientierten Raumdeckung, wie er sie bei Werder Bremen oder Hoffenheim verortete … klick

Auf der Webseite abwehrkette.de hat Jugendfußballtrainer Martin Hasenpflug die Anteile von Helmut Groß und Ralf Rangnick an der Entwicklung des Fußballs in Deutschland in zwei Texten zusammengefasst. Ein Text mit dem Titel „1981: Die Fußballrevolution in Deutschland“ beschreibt das Schaffen Helmut Groß’ … klick … und der Text „Ralf Rangnick und sein Weg zur Viererkette“ beschreibt eben diesen … klick

Diese Texte, die Gedanken dazu und das Länderspiel am Samstag sollten einen übers Wochenende bringen können. Wenn nichts Außergewöhnliches passiert – was beim FC Schalke 04 selbstverständlich nie ganz auszuschließen ist – geht’s hier erst am Dienstag weiter. Bis dahin, schönes Wochenende und Glück auf!



Nach der Idee von blues | Foto: John Fera

Zu unfertig für Hoffenheim

Auch in Sinsheim gab es nichts zu holen. Schalke präsentierte sich gegen die TSG Hoffenheim – wen wundert’s – uneingespielt.

Manchmal ist es übel, recht zu behalten. Aber es war nicht schwer vorherzusehen, dass die Schalker Abwehrkette mit dem Tempo Hoffenheims Probleme bekommen würde. Hans Sarpei ließ sich mehrmals austanzen. Benni Höwedes und Nicolas Plestan zeigten, dass sie das erste Mal gemeinsam auf dem Platz standen. Und mit Christoph Metzelder muss selbst der härteste Schalker mittlerweile Mitleid haben. Dabei geht es gar nicht um die Position, oder um Fehler in konkreten Situationen, über die man sich ärgern müsste. Ihm fehlen einfach die Grundlagen. Derart langsam und unbeweglich ist Christoph Metzelder nicht bundesligatauglich.

Jermaine Jones konnte die Rolle des nominell alleinigen Mannes im defensiven Mittelfeld nicht ausfüllen. Ivan Rakitic und Christoph Moritz waren mit ihren Aufgaben völlig überfordert und konnten weder defensiv Jones noch offensiv Raúl geeignet unterstützen. Somit absorbierte das Mittelfeld viel zu wenig Druck, fast jeder schnelle Spielzug Hoffenheims schlug durch und wurde für den einsamen Manuel Neuer im Schalker Tor gefährlich.

Nur als Hoffenheim in der Anfangsphase zu tief stand, als sie Schalke im Mittelfeld Raum und vor allem Zeit gaben, konnten sich Rakitic, Jones und Moritz auch in Sachen Spielgestaltung einbringen. Dann sah das Spiel gleich gefälliger aus als in den letzten Begegnungen. Als die Entfernungen zwischen den Spielern gering genug waren, um ein Kombinationsspiel überhaupt zu ermöglichen, als der hinter Huntelaar positionierte Raúl mal mittendrin war, konnte man erahnen, wie ein Spiel dieser Mannschaft demnächst aussehen könnte.

Davon ist Schalke freilich weit entfernt. Das Mittelfeld in der Rückwärtsbewegung und die Abwehrkette haben derart viele Probleme mit sich selbst, dass ein kompaktes Spiel, ein gelungenes und schnelles Umschalten von Verteidigen auf Angreifen, derzeit einen evolutionären Entwicklungsschritt darstellt.
Dass Felix Magath ein gutes Spiel seiner Mannschaft gesehen haben will kann man abhaken als die selbstlose Form eines Kommentars, der absolut keinen weiteren Druck erzeugt. Magaths Worte von der fehlenden Harmonie treffen die Probleme hingegen sehr gut, auch wenn sie sich angesichts der dritten Niederlage in Folge relativierend oder gar beschönigend anhören. Das sind sie nicht. Zu einem harmonischen Mannschaftsspiel zu gelangen ist schwierig. Vor allem unter Erfolgsdruck.Solange sich hinten 8 Spieler mehr oder weniger chaotisch mit sich selbst beschäftigen und man darauf hofft, dass vorne „die neuen Stars“ schon irgendwas „individuell“ erledigen, wird Schalke keinen Erfolg haben. Eine Mannschaft wird man dummerweise nicht in einer Woche und nicht nur dadurch, dass man die gleichen Trikots trägt.



Foto: funky1opti

Wichtig, wichtig, wichtig!

Wichtig sind die Spiele immer. Das erste Spiel war wichtig, dann war das zweite Spiel wichtig, jetzt ist das dritte Spiel wichtig und auch das vierte Bundesligaspiel wird wichtig sein.

Sagte Felix Magath in der Pressekonferenz zum Spiel gegen Hoffenheim, und hat selbstverständlich recht. Und trotzdem gibt es noch die zweite Wahrheit, nach der der Druck mit jeder Niederlage steigt.

Eigentlich halte ich Hoffenheim für einen ganz furchtbaren Gegner für Schalke 04 in der derzeitigen Situation, mit einer nicht stabilen Abwehr. Immer wenn ich Hoffenheim gesehen habe legten sie neben einer aggressiven Spielweise sehr klare, einstudierte Konterspielzüge an den Tag. Sie haben junge und gute Einzelspieler, die 1 zu 1-Situationen lösen können, und einen guten Trainer, der die Schwachstellen des Gegners zu nutzen weiß. Eigentlich hätte ich das Eigentlich am Anfang dieses Absatzes auch weglassen können. Aber natürlich will ich nicht total pessimistisch in diesen Freitag gehen und brauche deshalb diese Relativierung als Hintertür.

Felix Magath sieht in der Einsatzbereitschaft seiner Mannschaft den Schlüssel zu einem Erfolg in Hoffenheim. Und er denkt in Heimspielen: Der Niederlage gegen Hannover laufe man nun hinterher. In Hoffenheim zu punkten wäre wichtig, um dieser Niederlage nicht noch länger hinterher zu laufen.
Außerdem plant Magath keine Verstärkungen für die Winter-Transferperiode sondern ist zufrieden mit seinem Kader. Aber schaut Euch die PK am besten einfach selbst an …

Zum Einwechselspieler-Raten. Der Fairness halber sei auf derwesten.de verwiesen, wo steht dass Uchida, Hao, Escudero und Jendrisek nicht mit nach Hoffenheim gefahren seien. Ein paar Möglichkeiten hat Magath aber natürlich trotzdem noch. Ich tippe auf …

Deac
Gavranovic
Moritz

Ma’kucken.



Was ist Einwechelspieler-Raten?
Nochmal der kurze, technische Hinweis:
Bitte die drei Spielernamen im Kommentarfeld als erstes und untereinander notieren. Das macht mir die Erfassung erheblich einfacher. Für „echte Kommentare“ unter den getippten Namen bin ich wie immer dankbar.



Witz des Spieltags 30/47

Scheiß Millionäre!

Fans der TSG Hoffenheim.

Fred-Rutten-Gedächtnis-4-3-3

Der Vollmond stand über Gelsenkirchen. Frankensteins Monster hatte sich in eine Mittelklasse-Bundesligatruppe verwandelt, kein Werwolf weit und breit. Hinzu kam eine ordentliche Leistung der Königsblauen und am Ende stand ein verdienter 2:0 Erfolg der guten Seite.

Es war in der vierten Begegnung der erste Sieg gegen Hoffenheim. Die Vorzeichen standen entsprechend, Hoffenheim kam stark ersatzgeschwächt und hatte nach 6 sieglosen Spielen sicher nicht die beste Laune. Und der Spielweise war das fehlende Selbstvertrauen anzumerken. Wo Hoffenheim sonst knallhart in die Zweikämpfe ging waren sie Samstag deutlich zögerlicher. Wo sie sonst mit Kombinationsspiel den Gegner überrannten zeigten sie gefällige Ballstafetten die zwar flott, aber eben nicht überfordernd schnell waren.

Schalke hatte Hoffenheim im Griff. Das Mittelfeld funktionierte. Moritz und Matip spielen wie alte Hasen, Ivan Rakitic wirkte offensiv unglücklich, erfüllte defensiv seine Aufgaben aber sehr souverän und scheint alles in allem weiter an Selbstvertrauen zu gewinnen. Lukas Schmitz wird als Linksverteidiger immer besser. Benny Höwedes und Marcelo Bordon bilden eine Innenverteidigung in der Bordon derzeit der unsicherere Part ist. Und die Offensive findet immer mehr ihre Form.

Rechts ist Schalkes Schokoladenseite. Jefferson Farfan und Rafinha sind gradiose Fußballer die bestens miteinander harmonieren. Im Sturmzentrum ist Kevin Kuranyi gut drauf. Und seit Vicente Sanchez an Durchsetzungsfähigkeit gewonnen hat, spielt das Magath’sche Schalke erfolgreich im Fred-Rutten-Gedächtnis-4-3-3, ohne das sich irgendjemand darüber aufregt. Was wurde in den letzten Jahren auf Schalke „die Systemfrage“ diskutiert! Tatsächlich spielte Farfan im letzten Jahr aber einfach schwächer, Sanchez sehr viel schwächer, und so lag es damals wie heute an sehr viel mehr als nur an der schematischen Formation der Spieler auf dem Platz, dass Schalke damals im Mittelfeld dümpelte und nun zur Spitzengruppe gehört.

„Wir spielen entsprechend unserer Verhältnisse“ sagte Felix Magath während einer der letzten Pressekonferenzen in einem Nebensatz, und eine Journalistin hakte sofort nach. Sie wollte „über unsere Verhältnisse“ hören, Magath hatte sich aber nicht versprochen. Ohne Zweifel hatte Schalke in der Hinrunde auch in den richtigen Situationen Glück. Trotzdem ist eine Entwicklung zu sehen. Die Defensive steht, die Offensive agiert planvoller, schneller und zielsicherer. Alexander Baumjohann wird ein weiteres Überraschungsmoment hinzufügen, dass konnte man in Ansätzen schon sehen.
Es wird weiter auch Glück in den richtigen Momenten brauchen, so wie Samstag beim Foul Sanchez’ an Andreas Beck. Hätte es einen Elfer gegeben, wäre das Spiel ausgeglichen worden, wer weiß wie es weiter gelaufen wäre. Aber ohne hätte wenn und aber – Schalke war die deutlich bessere Mannschaft. Wie man sich eine dann erstarkte Hoffenheimer Mannschaft vorstellen kann, ist eine ordentlich weiterspielende Schalker Truppe, die das Spiel noch für sich entscheidet, ebenso gut vorstellbar, vielleicht sogar wahrscheinlicher. 5 Punkte Vorsprung vor Platz 4, 13 Punkte Vorsprung vor Platz 6 sind weniger Glück denn Ergebnis einer erfreulichen Entwicklung.

Fällt Dir noch was ein?

Weißt Du noch was zu Hoffenheim? Zu denen die nicht beschimpft werden dürfen? Gut dazu fällt mir dann vielleicht doch noch was ein … ich lese ganz gerne in Foren, auch in denen anderer Clubs, und es ist natürlich subjektives Empfinden, aber ich glaube fast überall gibt es vor Heimspielen gegen Hoffenheim mindestens einen Thread, in dem dazu aufgerufen wird, Herrn Hopp doch bitte nicht mit doofen Sprüchen zu bedenken. Man könnte fast glauben das würde irgendwie … nun, lassen wir das. Aber sonst?

Ich habe das Gefühl, dass jeder Joke gerissen wurde. Dass jede Diskussion geführt wurde. Dass jedes Lob ausgeschüttet wurde, über den Milliardär und sein Projekt, über das andererseits auch jede Schimpftriade abgelassen wurde, wogegen sich dann auf alle möglichen Arten gewehrt wurde. Wie es die Bundesliga noch nicht gesehen hat.
Jetzt, wo alles einmal durch ist, wo sich der Hype vor allem auch deshalb etwas gelegt hat, weil die Mannschaft gerade im Mittelfeld dümpelt und sich die Aufmerksamkeit den farbigeren Geschichten zuwendet, jetzt fällt einem nichts mehr ein. Dafür kann man sie jetzt endlich auch einfach so scheiße finden.

Vertreiben wird uns die Zeit also anderweitig. Mit Einwechselspieler-Raten. Aktuell sehr schwierig, finde ich. Ich sag mal …

Sanchez, Rakitic, Moravek

Ma’kucken.