Artikel zum Schlagwort ‘TSG Hoffenheim’

Wichtig, wichtig, wichtig!

Wichtig sind die Spiele immer. Das erste Spiel war wichtig, dann war das zweite Spiel wichtig, jetzt ist das dritte Spiel wichtig und auch das vierte Bundesligaspiel wird wichtig sein.

Sagte Felix Magath in der Pressekonferenz zum Spiel gegen Hoffenheim, und hat selbstverständlich recht. Und trotzdem gibt es noch die zweite Wahrheit, nach der der Druck mit jeder Niederlage steigt.

Eigentlich halte ich Hoffenheim für einen ganz furchtbaren Gegner für Schalke 04 in der derzeitigen Situation, mit einer nicht stabilen Abwehr. Immer wenn ich Hoffenheim gesehen habe legten sie neben einer aggressiven Spielweise sehr klare, einstudierte Konterspielzüge an den Tag. Sie haben junge und gute Einzelspieler, die 1 zu 1-Situationen lösen können, und einen guten Trainer, der die Schwachstellen des Gegners zu nutzen weiß. Eigentlich hätte ich das Eigentlich am Anfang dieses Absatzes auch weglassen können. Aber natürlich will ich nicht total pessimistisch in diesen Freitag gehen und brauche deshalb diese Relativierung als Hintertür.

Felix Magath sieht in der Einsatzbereitschaft seiner Mannschaft den Schlüssel zu einem Erfolg in Hoffenheim. Und er denkt in Heimspielen: Der Niederlage gegen Hannover laufe man nun hinterher. In Hoffenheim zu punkten wäre wichtig, um dieser Niederlage nicht noch länger hinterher zu laufen.
Außerdem plant Magath keine Verstärkungen für die Winter-Transferperiode sondern ist zufrieden mit seinem Kader. Aber schaut Euch die PK am besten einfach selbst an …

Zum Einwechselspieler-Raten. Der Fairness halber sei auf derwesten.de verwiesen, wo steht dass Uchida, Hao, Escudero und Jendrisek nicht mit nach Hoffenheim gefahren seien. Ein paar Möglichkeiten hat Magath aber natürlich trotzdem noch. Ich tippe auf …

Deac
Gavranovic
Moritz

Ma’kucken.



Was ist Einwechelspieler-Raten?
Nochmal der kurze, technische Hinweis:
Bitte die drei Spielernamen im Kommentarfeld als erstes und untereinander notieren. Das macht mir die Erfassung erheblich einfacher. Für „echte Kommentare“ unter den getippten Namen bin ich wie immer dankbar.



Witz des Spieltags 30/47

Scheiß Millionäre!

Fans der TSG Hoffenheim.

Fred-Rutten-Gedächtnis-4-3-3

Der Vollmond stand über Gelsenkirchen. Frankensteins Monster hatte sich in eine Mittelklasse-Bundesligatruppe verwandelt, kein Werwolf weit und breit. Hinzu kam eine ordentliche Leistung der Königsblauen und am Ende stand ein verdienter 2:0 Erfolg der guten Seite.

Es war in der vierten Begegnung der erste Sieg gegen Hoffenheim. Die Vorzeichen standen entsprechend, Hoffenheim kam stark ersatzgeschwächt und hatte nach 6 sieglosen Spielen sicher nicht die beste Laune. Und der Spielweise war das fehlende Selbstvertrauen anzumerken. Wo Hoffenheim sonst knallhart in die Zweikämpfe ging waren sie Samstag deutlich zögerlicher. Wo sie sonst mit Kombinationsspiel den Gegner überrannten zeigten sie gefällige Ballstafetten die zwar flott, aber eben nicht überfordernd schnell waren.

Schalke hatte Hoffenheim im Griff. Das Mittelfeld funktionierte. Moritz und Matip spielen wie alte Hasen, Ivan Rakitic wirkte offensiv unglücklich, erfüllte defensiv seine Aufgaben aber sehr souverän und scheint alles in allem weiter an Selbstvertrauen zu gewinnen. Lukas Schmitz wird als Linksverteidiger immer besser. Benny Höwedes und Marcelo Bordon bilden eine Innenverteidigung in der Bordon derzeit der unsicherere Part ist. Und die Offensive findet immer mehr ihre Form.

Rechts ist Schalkes Schokoladenseite. Jefferson Farfan und Rafinha sind gradiose Fußballer die bestens miteinander harmonieren. Im Sturmzentrum ist Kevin Kuranyi gut drauf. Und seit Vicente Sanchez an Durchsetzungsfähigkeit gewonnen hat, spielt das Magath’sche Schalke erfolgreich im Fred-Rutten-Gedächtnis-4-3-3, ohne das sich irgendjemand darüber aufregt. Was wurde in den letzten Jahren auf Schalke „die Systemfrage“ diskutiert! Tatsächlich spielte Farfan im letzten Jahr aber einfach schwächer, Sanchez sehr viel schwächer, und so lag es damals wie heute an sehr viel mehr als nur an der schematischen Formation der Spieler auf dem Platz, dass Schalke damals im Mittelfeld dümpelte und nun zur Spitzengruppe gehört.

„Wir spielen entsprechend unserer Verhältnisse“ sagte Felix Magath während einer der letzten Pressekonferenzen in einem Nebensatz, und eine Journalistin hakte sofort nach. Sie wollte „über unsere Verhältnisse“ hören, Magath hatte sich aber nicht versprochen. Ohne Zweifel hatte Schalke in der Hinrunde auch in den richtigen Situationen Glück. Trotzdem ist eine Entwicklung zu sehen. Die Defensive steht, die Offensive agiert planvoller, schneller und zielsicherer. Alexander Baumjohann wird ein weiteres Überraschungsmoment hinzufügen, dass konnte man in Ansätzen schon sehen.
Es wird weiter auch Glück in den richtigen Momenten brauchen, so wie Samstag beim Foul Sanchez’ an Andreas Beck. Hätte es einen Elfer gegeben, wäre das Spiel ausgeglichen worden, wer weiß wie es weiter gelaufen wäre. Aber ohne hätte wenn und aber – Schalke war die deutlich bessere Mannschaft. Wie man sich eine dann erstarkte Hoffenheimer Mannschaft vorstellen kann, ist eine ordentlich weiterspielende Schalker Truppe, die das Spiel noch für sich entscheidet, ebenso gut vorstellbar, vielleicht sogar wahrscheinlicher. 5 Punkte Vorsprung vor Platz 4, 13 Punkte Vorsprung vor Platz 6 sind weniger Glück denn Ergebnis einer erfreulichen Entwicklung.

Fällt Dir noch was ein?

Weißt Du noch was zu Hoffenheim? Zu denen die nicht beschimpft werden dürfen? Gut dazu fällt mir dann vielleicht doch noch was ein … ich lese ganz gerne in Foren, auch in denen anderer Clubs, und es ist natürlich subjektives Empfinden, aber ich glaube fast überall gibt es vor Heimspielen gegen Hoffenheim mindestens einen Thread, in dem dazu aufgerufen wird, Herrn Hopp doch bitte nicht mit doofen Sprüchen zu bedenken. Man könnte fast glauben das würde irgendwie … nun, lassen wir das. Aber sonst?

Ich habe das Gefühl, dass jeder Joke gerissen wurde. Dass jede Diskussion geführt wurde. Dass jedes Lob ausgeschüttet wurde, über den Milliardär und sein Projekt, über das andererseits auch jede Schimpftriade abgelassen wurde, wogegen sich dann auf alle möglichen Arten gewehrt wurde. Wie es die Bundesliga noch nicht gesehen hat.
Jetzt, wo alles einmal durch ist, wo sich der Hype vor allem auch deshalb etwas gelegt hat, weil die Mannschaft gerade im Mittelfeld dümpelt und sich die Aufmerksamkeit den farbigeren Geschichten zuwendet, jetzt fällt einem nichts mehr ein. Dafür kann man sie jetzt endlich auch einfach so scheiße finden.

Vertreiben wird uns die Zeit also anderweitig. Mit Einwechselspieler-Raten. Aktuell sehr schwierig, finde ich. Ich sag mal …

Sanchez, Rakitic, Moravek

Ma’kucken.

Gedicht für Herrn Hopp

Üble Beschimpfungen besudeln die Hochkultur unseres Sports. Selbstlos und grundgut gibt Dietmar Hopp rund 200 Millionen Euro zu unser aller Wohl, und möchte doch nichts als Anerkennung dafür. In selbstschädigender Weise wird ihm diese verwehrt. Das ist nicht gut, und so sehe ich mich veranlasst in die Bresche zu springen und zu formulieren, was formuliert werden muss.

Ich möchte ihm, ich möchte Euch an dieser Stelle etwas zukommen lassen, das vielleicht außergewöhnlich ist. Aber Deutschland ist ja bekannt als Land der Dichter und Denker. Ich versuch’s mal, meine Worte zu Dietmar Hopp in einem kleinen Vers, Euch zukommen zu lassen.

Lieber Didi, ich danke Dir.
Ich danke Dir, ich danke Dir sehr.
Ich danke Dir, das fällt uns nicht schwer.
Ich danke Dir, danke Dir ganz toll,
weiß gar nicht, was ich alles sagen soll.
Ich danke Dir, Du bist ein Schatz,
dies sag ich Dir in diesem Satz,
ich danke Dir, das fällt nicht schwer,
danke, danke, dankesehr.
Und ein spezielles Dankesehr,
dem DFB für den steten Schutz an Dir.



[Ein sehr ähnlicher Text wurde vom Vorsitzenden irgendeines Vereins kürzlich während einer Veranstaltung vorab veröffentlicht. Ich bitte Dietmar Hopp ob dieses Fauxpas recht freundlich um Entschuldigung.]

Punkt

Die Erwartungshaltung bestimmt das Fazit. Tatsächlich kann man Überschriften finden wie „Schalke holt in Hoffenheim nur einen Zähler“ oder „1899 trotzt Schalke 04“, wie der biedere kicker gestern auf seine Startseite schrieb. Dabei trotzte doch eher Schalke, und so ähnlich war es auch zu erwarten. Ich bin mit einem Punkt aus Hoffenheim zufrieden.

Hoffenheim hat eine spielstarke Mannschaft und hart spielen kann sie auch. Ob sie noch mal so ins Rollen kommt wie in der Hinrunde der letzten Saison bleibt abzuwarten. Das Wissen um das Können dieser Mannschaft ist aber da. Über die neue Schalker Mannschaft lässt sich nur ahnen. Gestern war Hoffenheim nicht toll, spielte aber ordentlich, und Schalke spielte schlecht.
„Hart dagegenhalten“ bei gleichzeitig „schnellem, technisch sauberem Fußball“ ist das höhere Niveau, dass Schalke noch nicht hat. Als Hoffenheim noch nicht richtig im Spiel war und Schalke etwas Luft lies, ging’s noch. Da lief der Ball ganz gut durch die Schalker Reihen. Aber das währte nur eine Viertelstunde. Als Hoffenheim schneller wurde, Schalke in härtere Zweikämpfe zwang, waren die Knappen mit dem Dagegenhalten völlig ausgelastet. Das Spiel verlagerte sich mehr und mehr in Schalkes Hälfte und meist war der Ball nach zwei Schalker Stationen wieder weg. Fortan hingen Farfan und Kuranyi in der Luft, erfuhren keine Unterstützung mehr, fanden keine Abspielmöglichkeiten. Offensivspiel fand nicht mehr statt.

Defensiv hatte Schalke ebenfalls Probleme. Die Mannschaft rannte und grätschte, bekam in heiklen Situationen sehr oft noch ein Bein dazwischen, Kampfeskraft und –wille waren gegeben. Trotzdem konnte Hoffenheim nicht weit genug vom Tor ferngehalten werden. Einige Male kamen Vedad Ibisevic, Sejad Sahlihovic oder Demba Ba in aussichtsreichen Positionen zum Abschluss. Glücklicherweise waren die allermeisten Hoffenheimer Torschüsse oder Kopfbälle von erstaunlicher Harmlosigkeit.

Achja, und Schiedsrichter Weiner wird vermutlich keine gute kicker-Note erhalten. Er pfiff unstet, mal zu kleinlich, mal gar nicht, und er verteilte seine gelben Karten nach undurchschaubarem Muster. Außerdem verweigerte er Hoffenheim einen klaren Strafstoß.
Es ist, als ob die Herren der FIFA in ihrer „Auslegung der Spielregeln“ zu Regel 12 genau die Szene zwischen Christoph Moritz und Vedad Ibisevic gemeint hätten:

Wenn ein Verteidiger einen Angreifer außerhalb des Strafraums zu halten beginnt, ihn jedoch bis in den Strafraum weiter festhält, entscheidet der Schiedsrichter auf Strafstoß.

Woher die weit verbreitete Meinung stammt, dass ein Freistoß immer dort auszuführen sei wo das „Foul begann“, weiß ich nicht.

Schalke hat schlecht gespielt, Massel gehabt und gepunktet. Dass ist in den letzten Jahren desöfteren vorgekommen, und sehr häufig war ich dann unzufrieden statt mich einfach nur über die Punkte zu freuen. Heute schaffe ich das. Es herrscht die Gewissheit, dass anders, besser gespielt werden soll. Felix Magath hat klar gesagt, dass er das Spiel sehr schlecht fand. Nachdem im der Vergangenheit häufig der Eindruck erweckt wurde, dass das Spiel egal sei solange am Ende nur das Richtige dabei rauskommt, ist der Eindruck derzeit ein völlig anderer. Mit Hoffnung auf Besserung lässt sich eine schlechte Leistung sehr viel leichter akzeptieren.

Alles eine Sache des Timings

Auch „Beliebtheit“. Vor zwei Wochen machte die Nachricht von den beliebtesten Bundesligavereinen die Runde. Werder Bremen war dabei die Nummer eins, gefolgt von der TSG Hoffenheim …

trotz einer enttäuschenden Rückrunde und aller Vorbehalte gegen den Mäzen und SAP-Gründer Dietmar Hopp. Entscheidend für die hohen Werte war der Studie zufolge die Art des Auftritts: Mit attraktivem Offensivfußball und sichtbarer Spielfreude bezwangen die jungen Außenseiter selbst Traditionsvereine.

schrieb AP.

Schalke 04 landete auf Rang 3, höchst respektabel, nach einer Saison mit erneutem Trainerrauswurf, dem schlechtesten Tabellenplatz seit anno Tobak und den Possenspielen um die Trainer bzw. Managersuche, inklusive Tönnies-Kahn-Liveticker mit Pinkelzeiten.
Laut Studie war außerdem Jürgen Klinsmann nach Klopp und Löw der drittbeliebteste Trainer, und der VfL Wolfsburg taucht unter den beliebtesten 10 Vereinen nicht auf, obwohl sich Sportfive, Initiator der Umfrage in seiner Pressemitteilung sogar auf die Meisterschaft des VfL bezieht (unten):

Die wohl spannendste Fußballbundesliga-Saison seit Jahren hat ein verändertes Bild der deutschen Fußballlandschaft gezeichnet. Neben dem knappen Meisterschaftsrennen mit dem Überraschungserfolg des VfL Wolfsburg sorgten weitere Ereignisse für Abwechslung [...] Wie sich solche Entwicklungen auf den Fußballmarkt auswirken, zeigt die siebte Fußballstudie von Sportfive.

Ich habe trotzdem noch mal nachgefragt und die Antwort erhalten, auf die ich einiges gewettet hätte.

Hallo Herr Wieland,

der Befragungszeitraum lag zwischen dem 17. November und 7. Dezember 2008.

Grüße aus Hamburg

Vielleicht bin ich ein Pingel aber ich denke, diese Info hätte mit in die Meldung gehört.