Artikel zum Schlagwort ‘TSG Hoffenheim’

Arminia und die Chance zur Farbe

Der Ex-Bremer Diego war immer auch für die Klatsch-Spalten gut. Auf die vermeintliche Suggestivfrage, wie er das finden würde, antwortete Klaus Allofs überraschend: Man hätte sich vor einer Weile zusammengesetzt und überlegt, wie Werder Bremen aussehen solle. Und dabei habe man festgestellt, dass Werder auch in die Klatsch-Spalten müsse.

Wasser auf die Mühlen, die ich seit ewigen Zeiten drehe. Attraktiver Fußball und Erfolge hin oder her, es braucht mehr. Es braucht Spektakel, es braucht bescheuerte Fans, es braucht Lieblinge und Fieslinge, Schlagzeilen, Skandale, Tränen und Liebe, das ganze emotionale Arsenal. Deshalb werden, unabhängig vom Tabellenplatz, Eintracht Frankfurt, der 1. FC Köln und Schalke 04 immer mehr Sex-Appeal versprühen als Wolfsburg, Hoffenheim oder Leverkusen. Mehr als Bielefeld sowieso.

Arminia Bielefeld hat nun die Chance, zumindest schon mal in die Klatschspalten zu kommen! Presseberichten zu Folge haben sich Günter Eichberg, Rudi Assauer und Uli Stein bereit erklärt, dem Verein mit zurückgetretenem Vorstand zu helfen.
Eine leicht jähzornige Torwartlegende, ein Sonnenkönig und Good Ol’ Rudi, der Herr der Schlagzeilen und aktuell nur noch mit der Bildzeitung im Bett liegend; allesamt in verantwortungsvollen Positionen … da wird die Arminia mal spannend, da beginnt man sich für sie zu interessieren, da ist sie auch mal bei RTL Punkt 12 ein Thema!

Die Arminia sollte zuschlagen. Schlimmer als in der Bildzeitung ein Thema zu sein ist es, in der Bildzeitung kein Thema zu sein. Allofs weiß das. Klinsmann mittlerweile auch. Arminia könnte es erfahren.

kurtspaeter auf großer Fahrt: Über Gelsenkirchen nach Sinsheim und zurück

Infokasten kurtspaeterEndlich mal wieder ein reines Fußballwochenende. 2 Ligaspiele, das geliebte Schalke mit in der Verlosung, dazu ein neues Stadion mit der Rhein-Neckar/Dietmar-Hopp/Dorf-Arena am Concorde-Museum in Sinsheim.
Der Reihe nach.
Freitag Mittag Abfahrt im hohen Norden. Der schwarze Twingo und sein Fahrer haben die Option auf langsames Fahren und Zeit lassen. Schließlich sind noch 7 1/2 Stunden bis zum Anpfiff. Wie sich herausstellt, werde ich die Zeit fast komplett benötigen. Stau vorm Elbtunnel, der mich fast eine Stunde kostet, nun gut, damit muss man an einem Freitag Nachmittag immer rechnen. Aber wer ist in Niedersachsen Verkehrsminister oder für die Planung von Autobahnbaustellen zuständig? Mangels Kenntnis schimpfe ich von Hamburg bis nach Bremen einfach auf Christian Wulf. Die A1 ist quasi eine komplette Baustelle. Über knapp 80 Kilometer wird fast jede Brücke erneuert und man darf sich somit mit maximal 60-80 km/h eng an eng Richtung Bremen quälen. Eine dergestaltige Fehlplanung, die Auto fahren zum Übel verkommen lässt. Hinter Osnabrück rappeln noch vier Autos ineinander, so daß ich auch hier unplanmäßigen Aufenthalt habe.
Irgendwann, so gegen 19 Uhr, bin ich dann an der Arena und stehe kurz darauf in der Nordkurve.

Über das Spiel an sich ist genug geschrieben worden, Schalke kann einfach im Moment nicht besser. Die Stimmung wurde ebenfalls angesprochen, ich bin da aber zwiegespalten.
Sicher waren die Anfeuerungsrufe spärlich gesät, sicherlich wurde gepfiffen, eine Tatsache, über die man zwei Meinungen haben kann. Aber das die Ultras ihren unerträglichen und nicht synchron zu den Rasengeschehnissen vorgetragenen Sing-Sang nicht über 90 Minuten abgehalten haben, das empfinde ich als durchweg positiv. Von mir aus könnte das immer so sein. Aber das ist eine andere Diskussion.
Und wenn man sich das Gewürge (Freitag war die zweite Halbzeit unsäglich, die erste zugegeben ganz okay) auf dem Rasen betrachtet, dann muss man sich fragen, hätte man an einem „normalen“ Tag dieses Spiel mit Begeisterung verfolgt, hätte man die Mannschaft nach vorne gepeitscht oder wäre nicht passiert, was auf Schalke (leider) häufiger passiert? Die Zuschauer wären unruhig und ungehalten geworden und hätten irgendwann nach dem 43. Fehlpass angefangen zu pfeifen. Und man kann nun nicht wirklich sagen, dass das Signal, welches man mit der Auswechselung Rakitic’ und der Hereinnahme eines (potenziell) vierten Innenverteidigers sendete, zu positiven Gedanken Anlass gibt.

Die Übernachtung in Siegen wird gegen 7 Uhr durch den Wecker beendet.
Wir fahren nach Sinsheim, ein neues Stadion, reicher Mäzen, da muss man sich standesgemäß kleiden, ergo Hemd und Krawatte raus und das Sakko übergeworfen. Der Kleinbulli kommt um 8:25, drin der Mann aus Cape Town und die beiden Organisatoren der Fahrt von den „Geräucherten Makrelen“. Nachdem sich der Spott über mein Outfit gelegt hat, den einen erst mal ein bisschen angemacht, schließlich ist die alljährliche Fahrt normalerweise zum Werder-Auswärtsspiel in München. Das fiel in dieser Saison auch noch auf den Beginn der Oktoberfests, aber der gute Mann musste ja unbedingt an dem Tag heiraten. Welch eine Fehlplanung. Sei’s drum, der Rest der Truppe (diesmal international, ist doch neben dem Herrn aus Cape Town noch ein Herr aus Pittsburgh – Green Bay Packers-Fan und von Fußball überhaupt keine Ahnung – angereist) wird eingesammelt. Am Ende sind wir 4 Bremer, 1 Gladbacher, 1 Schalker, 1 Unbekannter und 2 Desinteressierte. Geht ja auch hauptsächlich um das gemeinsame Erlebnis der Fahrt. Das die Lüdenscheider in Stuttgart spielen war mir vorher nicht bewusst (wen interessiert auch deren Spielplan), hat aber zur Folge, das man sich mehr als lieb mit der Fangruppe auseinandersetzen muss, schließlich haben wir denselben Weg. Über die A45, die A5 und die A656 sowie diverse Autobahnraststätten erreichen wir Heidelberg. Hier wird der Bulli in einer Tiefgarage zwischengeparkt. Wir treffen uns mit einem Ortskundigen, der mir bereits Samstag von den Kontoauszügen und der eventuellen Bestechung durch den THW Kiel/Uwe Schwenker/Noka Serdarusic erzählt. Was ein Blödsinn meinen wir beide noch, da hat man schon die beste Handballmannschaft der Welt und besticht Schiedsrichter? Kaum vorstellbar, aber offenbar ist mehr dran und das Beispiel Juventus Turin zeigt, das auch die Großen nicht frei von Dummheiten/Verbechen sind.

In Heidelberg ist man auf Fußballfans, und sehen sie noch so seriös aus, offenbar nicht eingerichtet, denn die erste Gaststätte verweigert die Aufnahme, so dass wir schließlich in einer Pizzeria in der Altstadt das Mittagessen einnehmen. Vom Bahnhof Heidelberg-Altstadt fahren wir schließlich Richtung Sinsheim. Das ist Wallachei hier. Kleine Kuhkäffer, eine ganz süße Landschaft, hier soll Profifußball stattfinden? Vom Bahnhof Sinsheim (ich dachte noch, der ist aber klein, dazu später mehr) gehen wir durch ein Industriegebiet (das ist landschaftlich und architektonisch wenig reizvoll), vorbei am Concorde-Museum durch eine Unterführung. Rechts oben türmt sich ein kleines, schmuckes Stadion auf, umgeben von Äckern. Der Einlass geht zügig, kurz wird mir nahegelegt, meinen seriösen und eben in einem Anfall geistiger Umnachtung erstandenen „Das ganze Dorf ist da“-Schal ins Sakko zu stecken, schließlich sitze ich in der Bremen-Kurve. Der Mann aus Südafrikas muss sein Brötchen vor dem Stadion vertilgen, Wurfgeschoss. Kurz die Gastronomie abgecheckt, Bitburger alkoholfrei ist das einzige Getränk mit Schaumkrone, ich kann mich also ganz auf’s Spiel konzentrieren und muss hier nicht häufiger anstehen. Wird aber auch Zeit, es ist inzwischen 15:23 Uhr und ich gehe Richtung meines Sitzplatzes. Eingang Nordost, Block G1, Platz 7. Der Stadionsprecher leitet währenddessen über zur Begrüßung zum Spiel 1899 Hoffenheim – TSV Bayer Leverkusen. Hat der wirklich so gesagt und erst in der Pause ist ihm aufgefallen, was er da für einen Müll von sich gab. Die Plätze sind sonnenüberflutet, das Stadion auch von innen schick, man sitzt nah dran, einzig der Gitterzaun als Blockabgrenzung stört. Der ist wirklich ein großes Ärgernis. Sitzt man am Zaun, sieht man das Tor und die rechte Eckfahne nicht. Minuspunkt. Das Spiel ist ganz nett anzuschauen aber nicht der erwartet bzw. erhoffte große Knaller wie das Hinspiel. Soll von mir auch alles dazu gewesen sein.

Nach dem Spiel der nächste dicke Minuspunkt. So idyllisch das Stadion neben den Äckern liegt, so ätzend ist die Tatsache, das sich nun 20.000 Menschen auf dem vermeintlich einzigen Weg zum Bahnhof schlängeln. Das dauert. Und als wir uns schon Gedanken machten, wie wir jemals auf den Bahnsteig kommen sollen, erzählt uns ein Mensch aus der Gegend, das man hier sowieso nur mit dem Zug Richtung Heilbronn fahren kann. Richtung Heidelberg ist noch mal 20 Minuten in die andere Richtung laufen. Zum größeren Bahnhof Sinsheim. Hätte man ruhig mal ausschildern können. Für die, die nicht so oft in dieser Gegend sind. Die Rückfahrt verläuft ohne größere Vorkommnisse, die Borussen an den Burger King’s dieser Welt haben schlechtere Launen als auf der Hinfahrt, einer vergisst seinen Schal, ich bin so freundlich und stoppe den Bus, gebe mich als freundlicher Schalker zu erkennen, aber die wollen das Ding nicht haben. Dann eben nicht, was macht man also mit einem falschfarbigen Schal, den nun wirklich keiner braucht und keiner will? Genau …
Mitternacht sind wir wieder in Siegen, am nächsten Morgen geht’s wieder in den Norden, ich rege mich erneut über Herrn Wulf oder seinen Verkehrsminister auf und schaue mir zum Abschluss des Wochenendes noch die Partie UT Kiel – TSV Russee (3:4) an. Endlich ein paar Tore, nur zuviel für den falschen Klub.

Die schrecklichen Drei: Zwischen Leistung und Wahn

Das nächste Spiel, das hätte gewonnen werden können. Die nächsten Punkte, die durch Selbstverschulden weggeschenkt wurden. Hoffenheim zeigte nicht das Feuerwerk, das man erwartet hatte. Hoffenheim spielte seine Stürmer drei oder viermal frei, der Rest waren Fernschüsse jeglicher Art. Sowas lässt sich relativ leicht verteidigen. Eigentlich.

Fred Rutten lege wert auf Disziplin, erzählt Andreas Müller in jedem Interview. Wie hält es der Mann mit diesem Kader nur aus? Gibt es eine andere Mannschaft in der Liga, dass es an Diziplinlosigkeit mit dieser Mannschaft des FC Schalke 04 aufnehmen kann?

Man kann es wohl an den Frisuren festmachen. Je weniger auf dem Haupt wächst, desto weniger halt scheint es in Extremsituationen auch im Kopf zu geben. Dann löst sich etwas, oder es knallt durch, wie auch immer. Jones hat wenig. Engelaar hat weniger. Ernst hat nichts.

Jermaine Jones spielt immer überdreht. Bei ihm ist es immer nur ein kleiner Schritt vom großen Einsatz bis zu großen Dummheiten, bei denen er an der Mittellinie jemanden umsenst, dem Gegner im Luftkampf einen mitgibt oder auf den Schiedsrichter zurennt als wolle er ihn verprügeln. Erstaunlich, wie viele Schiedsrichter das mit sich machen lassen. Noch erstaunlicher, dass es auf Schalke niemanden gibt, der ihn im entscheidenden Moment zurückhält, ihn vor sich selbst schützt.

Orlando Engelaar ist das Gegenteil von Jones, denn ihn hat man noch nie auch nur ansatzweise irgendwie aufgeregt, geschweige denn aufregend gesehen. Er foult seinen Gegner – obwohl bereits verwarnt – mit der gleichen Lässigkeit einen Meter vor dem Schiedsrichter, mit der er auch seinen fünften oder sechsten Fehlpass spielt. Als ginge ihn das alles nichts an, dann schleicht er eben raus. Ab und an spielt er einen tollen Pass. Aber das kann den Mist, den er sonst spielt, eben leider nicht aufwiegen.

Und dann ist da noch Fabian Ernst. Das heutige Spiel war sein 305. Bundesligaeinsatz, in Abwesenheit von Marcelo Bordon trug er die Kapitänsbinde. Er spielte seine Position hervorragend, fing immer wieder Hoffenheimer Pässe in die Tiefe ab, stopfte Löcher über die gesamte Spielfeldbreite, und war doch wieder in der entscheidenden Szene der falsche Mann. Wie schon in Dortmund war er eben nicht der ruhende Pol, das, was man von einem Spieler seiner Erfahrung erwarten könnte. Sondern es war wieder Fabian Ernst, der das Foul zum Gegentor beging, der dabei eigentlich auch mit Rot vom Platz gestellt hätte werden müssen.

So ist es ganz schwer zu siegen.
Sicher war noch ein guter Freistoß nötig.
Sicher sah auch Manuel Neuer bei dem Gegentor wieder nicht völlig unschuldig aus. Nicht an solch einen Schuss heranzukommen ist das eine, mit der vollen Hand da zu sein, den Ball dann aber trotzdem reinzulassen ist das andere. Es bleibt dabei, dass man zwar weiß, welche grandiosen Sachen Manuel Neuer leisten kann, man sich aber dennoch nie so richtig sicher fühlt.
Sicher hat sich Hoffenheim diesen Punkt auch verdient.

Trotzdem glaube ich, dass Hoffenheim dieses Spiel „aus eigener Kraft“, gegen eine diszipliniertere Schalker Mannschaft, ohne Geschenke nicht mehr hätte ausgleichen können.

Ein Jammer.

50+1

Was konkret stört uns eigentlich an der Aufhebung der 50+1 Regel?

Dass der neue Besitzer „fremd“ ist? Dass er möglicherweise Ausländer ist? Dass er sein Geld vielleicht falsch einsetzt? Dass er dann das Sagen hat?

Wenn ein Investor aus der Region käme, den Aufbau von Infrastruktur verspräche und sich darum kümmern würde, dass fähige Insider das operative Geschäft leiten, was hätte wir dann noch zu meckern?

Glaubt jemand, das die TSG Hoffenheim ohne Hopp überlebensfähig wäre? Glaubt jemand, dass sich – käme es hart auf hart – der Vereinsvorstand in einer wichtigen Entscheidung gegen Herrn Hopp durchsetzen könnte?
Was genau geht Herrn Hopp ab, mit den an 50+1 fehlenden 2?

[via]

Geschenktipp: Das TSG 1899-Jersey-Renewal-Kit

Vielleicht überlegt es sich die Stadt Heidelberg nun ja doch noch mal mit dem Grundstück. Und Herr Hopp ist mit Entscheidungen zu Gunsten besserer Vermarktungsmöglichkeiten flott dabei.

Wäre doch schade, wenn bei einem plötzlichen Club-Umzug die ganzen zu Weihnachten verschenkten Trikots nur wegen des doofen Ortsnamens nicht mehr hip sein könnten. Also: Das Jersey-Renewal-Kit am besten gleich mitschenken lassen und im Fall der Fälle einfach flott unter die Rückennummer pappen!

Das ist Innovation, das ist Kreativität!
Ganz eindeutig das geglückteste Fußball-Experiment von allen.

1920 Hoffenheim

Die „Turn- und Sportgemeinschaft 1899 Hoffenheim e.V.“ möchte ja bekanntlich „1899 Hoffenheim“ genannt werden. Wirklich durchgesetzt hat sich dieser Rufname aber bislang noch nicht, da vor allem gegnerische Fans die dargestellte Jahreszahl als übergestülpte Scheintradition empfinden. Ob Leute, die den Verein weiterhin „TSG Hoffenheim“ nennen, mit Anzeigen führender Clubfunktionäre oder der Verfolgung durch den DFB zu rechnen haben, ist noch nicht raus. Soweit sollte man es aber nicht kommen lassen.

Mit einer einfachen Umbenennung wäre allen gedient. Der Verein sollte möglichst schnell darauf bestehen „1920 Hoffenheim“ genannt zu werden!

Es mag ja sein, dass auf den feuchten Wiesen Hoffenheims bereits seit 109 Jahren Gymnastik betrieben wird. Der „Fußballverein Hoffenheim“ wurde jedenfalls 1920 gegründet, bevor er zwei Jahre später in der Sportgemeinschaft aufging. Aber insbesondere was die Akzeptanz unter Vereinsfremden angeht, könnte damit ein Schritt nach vorne gemacht werden. Den Rufnamen „Die Zwanziger“ würde kein sachkundiger Fußballfan verwehren können.

Gedanken zur Saison 2008/09

Infokasten kurtspaeterMorgen gehts endlich wieder los. Bundesliga. Ein Blick auf die Liga vor dem Start.

Wie gut, daß die Bayern Meister wurden, das Öffentlich-Rechtliche hat seine Mannschaft des Herzens und der Einschaltquoten gleich wieder Live im Programm.
Ist aber zugegebenermaßen auch eine schöne Geschichte. Klinsmann, der wohl cleverste Verkäufer seiner Arbeit, die trotzdem niemand wirklich kennt, in seinem ersten Spiel als Trainer der Bundesligamannschaft, an der er als Spieler gescheitert ist.
Das ist wohl die global spannende Frage dieser Saison: Schafft Klinsmann es, die Bayern wirklich zu verändern oder verändert er sie nicht, weil es sich um eine medial aufbereitete Veränderung handelt und die Herren Hoeneß, Rummenigge und Co. das Heft nur scheinbar aus der Hand geben? Und schafft er es im Wahn aller möglichen Nebenschauplätze (z.B. Buddhas, Leistungszentren, Pressekonferenzen/Fotos nach seiner Fasson, gefühlte 100 Trainer, eine Besonderheit die nur durch Lautstärke besonders wird) den sportlichen Erfolg in München zu halten.
Das Mannschaftspotenzial ist dabei unbestritten, Klinsmann selber wird zumindest offiziell immer über jeder Kritik stehen und dank seiner Cleverness hat er sich die Fans des FC Bayern direkt ins Boot geholt mit einem zu Tränen rührenden offenen Brief, der viel Plattitüden enthält, aber das Fanherz trifft/treffen kann.

Weiter geht es mit Trainern. Da sind noch drei andere neu.
Fredericus Jacobus Rutten ist die ganz große Unbekannte beim Lieblingsclub des Schreibers. Hat, nicht unclever, zwei teure Neuzugänge seines Vertrauens um sich gescharrt, leider aber das Problem, das erste wichtige Ziel mit dem schwersten Gegner wo möglich war zu erreichen. Beim Rückspiel in Madrid ist das Weiterkommen fast elementar für die Saison des Fc Schalke 04. Stimmungsmäßig jedenfalls.
Jürgen Klopp ist in Dortmund noch mehr Messias als Jürgen Klinsmann in München. Bei seiner ersten Trainerstation außerhalb von Mainz legt man ihm einen Klub zu Füßen, der in den letzten Jahren Trainer auf Trainer verbrannte, der in den letzten Jahren die konstanteste Inkonstanz der Liga darstellte. Nun aber soll es Klopp richten, einer der Trainer, der eine Aussendarstellung besitzt, die einem wunden Verein fast noch wichtiger sein muss als sein sportliches und taktisches Können. Dieses wird oftmals unterschätzt, ähnlich wie bei Volker Finke, der leider nie den Absprung schaffte. Man vergißt, daß Mainz ohne Klopp niemals Bundesligist geworden wäre und das Mainz mit Klopp taktisch sehr starken Fußball spielte. Dies muss er in Dortmund zügig hinbekommen, sonst wird er innerhalb eines halben Jahres endgültig zum Gute-Laune-August der Nation und enden wie sein Vorgänger. Wovon ich ausgehe, schließlich bin ich Fan von Schalke 04.
Der vierte und letzte im Bunde ist Martin Jol. Und mit Verlaub und obwohl die Berichterstattung überstrahlt wird durch seine drei Kollegen, der hat die beschissenste aller Aufgaben übernommen. Was allein mit dem Verkauf Rafael van der Vaarts zu erklären ist.
Aus einem Kandidaten für die UEFA-Pokal-Plätze ist eine graue Maus geworden. Die Abwehr ist stark, der Sturm ist berechenbar und technisch wie taktisch schlecht. Diese Tatsache dürfte einen Holländer, der schönen Fußball spielen lassen will, tränenreich in eine andere Liga flüchten lassen. Wenn ihm Didi Beiersdorfer nicht mit einer Entlassung zuvorkommt.

Man muss nicht gespannt sein, wenn man den Fußball von 1899 oder sagen wir aus Traditionsgründen (es sei an dieser Stelle auf die Traditionself verwiesen, die wohl einzige der Liga, in der man keinen Menschen kennt) doch lieber TSG Hoffenheim im letzten Jahr verfolgt hat. Das ist schnörkellos nach vorne und macht Spass. Das wird auch in diesem Jahr nicht anders sein. Und weil dem so ist wird diese Mannschaft eine gute Rolle spielen in dieser Liga. Richtung einstelliger Tabellenplatz.
Man sollte im Übrigen nicht glauben, daß dieser Verein wenig Zuspruch erfährt. Ich habe einen Kumpel in der alten Heimat, der wird “Hoffi” gerufen. Und ist Fan von Werder Bremen, aber allgemein immer für einen guten Fanartikel zu haben. Nun stellte sich heraus, das das Maskottchen der TSG Hoffenheim, ein Hirsch, “Hoffi” heißt. Natürlich haben wir sofort versucht, dieses Vieh zu besorgen, um dem Siegener “Hoffi” mit dem Hirschen eine Freude zu bereiten.
Die erstaunliche Antwort der Shop-Beauftragten:

Hallo Herr Kurtspaeter,
leider ist unser Maskottchen Hoffi derzeit nicht verfügbar. Dies wird wohl noch bis Ende des Jahres dauern.

Was bleibt sonst noch? Wolfsburg wird immer stärker und schickt sich an, die unbeliebteste Mannschaft der Liga zu werden, die Aufsteiger aus dem Rheinland sind wieder dort wo sie hingehören und mit dem Eff Ceh wirds auch bestimmt einiges Skuriles zu belächeln geben. Und seien es nur die Aussagen der Herren im Präsidium oder auf der Trainerbank.
Ich glaube, daß der Kampf um die internationalen Plätze extrem umkämpft sein wird, mit Wolfsburg, Leverkusen, Bremen, München, Schalke, Stuttgart, Hamburg fallen mir spontan sieben Mannschaften ein, die dieses Ziel haben und es fehlen noch Dortmund, Hannover oder Berlin, die zumindest dran schnuppern wollen. Wohlgemerkt, es geht nur um die Eigeneinschätzung der Vereine.
Untenrum sehe ich Bielefeld, Cottbus und Karlsruhe außer Konkurrenz. Alle anderen Mannschaften sind klar stärker einzuschätzen. Trotzdem bleibt einem dieser Teams der Gang in die Relegation, eine der Regelungen, die wohl niemals zu hundert Prozent Glückseligkeit hervorrufen. Da steht Kommerz gegen Saisonleistung.

Und sollte uns irgendwann langweilig werden mit der Bundesliga, dann empfehle ich statt einem Gang ins Stadion oder vor die Fernsehgeräte einen Besuch der Festung Westring, wo der alternde kurtspaeter die Liga-Mannschaft von UT Kiel in der neu geschaffenen Kreisliga (das ist jetzt 7.Liga) als Kapitän auf den holprigen Rasen führen wird. Vorallem da der körperlich arg strapazierte kurtspaeter erstmals seit Jahren (es müssten 9 sein) eine Vorbereitung wirklich (fast) komplett durchzog und nach Mitspielerinformationen mitunter als Strich in der Landschaft durchgeht. Gegenüber vor der Vorbereitung natürlich nur.
Aber ehrlich gesagt glaube ich nicht, daß uns langweilig wird. Mit der Bundesliga. Schön, daß es wieder losgeht.