Schalke verliert das Europa League-Hinspiel in Enschede mit 0:1. Das Gegentor resultierte aus einer Fehlentscheidung, die Defensive stand relativ sicher, die Offensive präsentierte sich äußerst schwach. Am Ende steht ein schwieriges Resultat für einen FC Schalke 04, der nur sehr selten zu Null spielt.
Kontrolle ist ein Wort, welches Huub Stevens häufig benutzt. Um Kontrolle ging es ihm in diesem Spiel, und seine Mannschaft machte das nicht schlecht. Schalke stand dem Gegner mit guter Raumaufteilung gegenüber, Schalke verschob gut. Immer wieder schob Twente den Ball quer, weil sich im Schalker Dickicht kein Anspiel finden ließ. Zwischendurch übernahm auch Schalke mal den aktiveren Part, kontrollierte dann seinerseits den Ball, allerdings ebenfalls ohne das Anspiel zwischen der gegnerischen Abwehrreihe finden zu können. Und so zerrann die Zeit, und es hätte wohl ein 0:0 werden sollen.
Das wurde es nicht, weil ein Linienrichter fehl entschied. Für Schiedsrichter Craig Thompson war die Szene schwierig. Sicherlich war es kein absichtliches Foul von Joel Matip, aber vermutlich hat er mit seinem Knie eben doch De Jong an der Sohle getroffen und damit diesen zum Stolpern gebracht. Sicher bin ich mir nicht, nicht mal nach der zwölften Zeitlupe. In solchen unklaren Fällen mag ich Schiedsrichter nicht verurteilen.
Verurteilenswert war aber die Entscheidung des Linienrichters. Er war auf der Höhe des Geschehens, er muss(!) gesehen haben, dass sich die Szene vor dem Strafraum abgespielt hat! Foul? Vielleicht. Rot? Wenn der Schiedsrichter auf Foul entscheidet muss die Karte kommen. Aber einen Strafstoß hätte es nicht geben dürfen, an dieser Fehlentscheidung trägt Schalke 04 schwer.
Verurteilenswert war allerdings auch das Offensivspiel des FC Schalke 04. Die Bezeichnung „Offensivspiel“ ist eigentlich schon Hochstapelei. Die Grundformation mit Raúl hinter den beiden Spitzen Ciprian Marica und Chinedu Obasi machte mir Hoffnung, aber wie sich diese drei präsentierten war furchtbar anzuschauen. Raúl nahm erneut kaum am Spiel teil, Obasi gelang nichts, Marica noch ein bisschen weniger. Die Pässe waren unpräzise und lasch, der Einsatz mager, ein Zug zum Tor nicht zu erkennen, irgendeine besondere Marschroute auch nicht. Ein Jammer, denn wenn man das Ziel eines Auswärtstores derart missachtet, muss man nach einem solchen Gegentor-Unfall nicht ganz unverschuldet mit einem schwierigen Ergebnis leben.
Ein Gegentor, nächste Woche auf Schalke, wäre richtig übel. Gegentorlos spielte Schalke in diesem Jahr in 10 Versuchen erst einmal. Joel Matip ist dann gesperrt, Höwedes und Metzelder aller Voraussicht nach noch nicht wieder fit. Huub Stevens wird wieder umstellen müssen. Die Hoffnung ist, dass er das auch in der Offensive tun kann, wenn Klaas-Jan Huntelaar bis dahin wieder fit ist.