Ich will nichts hören über Abseits beim ersten Tor. Ich will nicht nachschauen, ob Schalke vielleicht noch die nächste Runde erreichen kann, wenn möglicherweise in 14 Tagen die Sonne auf Uranus an den Polen im Zenit steht.
Schalke 04 war gegen Twente Enschede die eindeutig schlechtere Mannschaft und hat das Spiel völlig verdient verloren.
Es war ein wichtiges Spiel für Schalke, und dies war sicher jedem Spieler bewusst. Jeder rannte soviel er konnte, jeder grätschte, kratzte, biss. Aber es gibt derzeit keine Form, mit der diese Energie in die richtige Richtung geleitet würde. Alles verpufft, jeder einzelne mag explodieren, aber eine Kettenreaktion löst er nicht aus, weil er alleine und nur für sich explodiert.
Und das darf man sich auch bildlich so vorstellen. Denn Schalkes Spieler ziehen sich bei Ballbesitz viel zu schnell auseinander. Dieses „das Spiel breit machen“ würde einen schönen Fußball produzieren, wenn die Pässe ankämen. In der Praxis steht der ballführende Spieler aber in der Regel ohne Unterstützung einer Überzahl an Gegnern gegenüber.
Twente agierte deutlich enger und war damit sehr häufig in Ballnähe in der Mehrheit. Außerdem sind Spieler wie Perez, N’Kufo oder Elias technisch gut und einfach zu schnell für Schalkes dagegen hausbacken wirkende Mannschaft, die über die gesamte Spielzeit kaum einmal kombinierte, deren Chancen fast ausschließlich aus Zufälligkeiten entstanden. Fabian Ernst schoß in diesem Spiel gleich mehrmals aufs Tor. Und jeder Schalker weiß, dass es, wenn es schon soweit kommt, wirklich schlecht um Schalke steht.
Ich freue mich darüber, dass ich nurnoch 180 reguläre Spielminuten bis zur Winterpause ertragen muss. Das wird hart genug, insbesondere bei dem Gedanken an die Geschwindigkeit der Hoffenheimer Spieler wird mir schon ganz flau.
Ich denke, dass der FC Schalke 04 am kommenden Samstag eine bisher beispiellose Demonstration des Fan-Unmutes erleben wird. Für Fred Rutten tut mir das leid.

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