Subtiles Bashing
Stichwörter: VfL Bochum
Schalke hat in dieser Saison im DFB-Pokal noch kein Gegentor kassiert. Aber erstklassige Gegner waren auch nicht dabei.
Wolf-Dieter Poschmann beim Pokalspiel des FC Schalke 04 gegen Osnabrück.
Sieg verspielt
Stichwörter: Schalke 04, VfL Bochum
Zwei Minuten nach Abpfiff begannen alle Menschen mit königsblauem Herzen darüber zu diskutieren, woran es denn nur gelegen hat. Zwei Tage nach Abpfiff sind wir immer noch nicht einer Meinung, werden es nie sein. Und es ist auch egal.
Tatsächlich hat Schalke eine gute erste Halbzeit gespielt. Die 2:0 Führung war völlig verdient, Bochum hatte kaum etwas entgegenzusetzen. Auch in der zweiten Hälfte ließ Schalke Ball und Gegner laufen, kontrollierte das Spiel, bis zu den unkontrollierten 10 Schlussminuten.
Also dürfen wir uns nun was aussuchen: Schalke war in der zweiten Hälfte nicht konsequent genug, spielte mehr Hase und Igel statt aufs dritte Tor. Felix Magath hätte die starken Vicente Sanchez und Jefferson Farfan nicht so früh auswechseln sollen. Es war der fehlenden Erfahrung der jungen Neuschalker geschuldet. Rakitic hätte den Ball halten müssen.
Ich mag mich nicht so recht entscheiden. Natürlich wäre das Spiel mit dem 3:0 endgültig entschieden gewesen, aber bei einer 2:0 Führung den Ball zu halten ist nicht allzu falsch. Natürlich wirken Magaths Wechsel aus heutiger Sicht unglücklich, aber hätte er gar keine frischen Spieler bringen sollen? Der einzige Defensivspieler auf der Bank war der unerfahrene Tore Reginiussen. Für einen der offensiven Einwechselspieler einen Stürmer rauszunehmen war mithin die defensivste Variante.
Fehlende Erfahrung? Vielleicht, eine Mannschaft funktioniert als Ganzes. Trotzdem darf bemerkt werden, dass in den entscheidenden Szenen die erfahrensten Schalker schlecht aussahen. Und Ivan Rakitic anklagen, weil er vorne nicht ruhig genug spielte, obwohl noch eine handvoll Fehler folgten, bevor der Ball 80 Meter weiter im Netz hing? Lass ma’.
Überlegen gespielt, 2 Punkte liegen gelassen. Erstmals unter Felix Magath nach eine Führung nicht gewonnen. „Lehrgeld bezahlt“. 10 Punkte vor Platz 6. 2-Punkte-Schnitt nach 19 Spieltagen. Denkt man sich an Schalke, Stand Ende letzter Saison zurück, scheint uns wider Erwarten die Sonne aus dem Arsch! Das bringt das samstägliche Spiel nicht zum leuchten, aber es sollte helfen, solch doofe 10 Minuten auch mal abnicken zu können, ohne gleich alles infrage zu stellen.
Glück auf.
Die Prophezeiung
Stichwörter: Schalke 04, VfL Bochum
91. Minute, Spielstand 1:1. Rafinha kommt über rechts, dringt in den Strafraum ein, will in die Mitte spielen, trifft denn Ball aber nicht richtig. Der Knicker kullert vor’s Bochumer Tor, verdutzte Bochumer schauen nur hinterher, Schalkes Neuzugang Edu senst über einen Ball, den Frank Goosen mit der schlappen Eichel … (aber das wollen wir uns lieber nicht vorstellen)
… und während der VfL-Anhang sich noch vor Lachen krümmt, schiebt der hinter Edu stehende Kevin Kuranyi den Knicker unnachahmlich humorlos an Heerwagen vorbei ins Netz. Dem VfL die Häme, S04 die Punkte.
Was wir so denken
Stichwörter: Empfehlungen, VfL Bochum
Unsereins hat so sein Bild vom eigenen Verein. Häufig wird man damit konfrontiert, dass Fans anderer Clubs ein völlig anderes Bild von Schalke 04 haben. Und wenn man dann nicht an einen Flachkopf gerät, und wenn man beginnt sich zu unterhalten, kann das hochinteressant sein.
Luis Reichert schreibt bei derwesten.de mit am VfL Bochum-Blog „1848 Einwürfe“ und empfindet wohl ähnlich. Anlässlich des morgigen Derbys hat er Meinungen Schalker Fans zu seinem VfL Bochum gesammelt. Auch mir hat er dazu 7 konkrete Fragen gestellt, die ich ihm gerne beantwortet habe.
Eigentlich wollte ich meine eigenen Antworten auch hier darstellen, da mittlerweile in meinem Blog der Freitag regelmäßig dem nächsten Gegner gewidmet wird und es somit gut gepasst hätte. Mittlerweile denke ich, dass das Quatsch wäre. Im Zusammenhang mit den Antworten der Anderen wird was Größeres draus. Deshalb bleibt es heute an dieser Stelle „nur“ bei einer Leseempfehlung:
„Was Schalker über den VfL denken“: Teil 1, Teil 2
Anders!
Stichwörter: Schalke 04, VfL Bochum
Also wir sind jetzt mal Erster.
Aber im ernst, darum geht’s nicht.
Schalke ist nicht so stark wie der VfL Wolfsburg. Schalke überbrückt das Mittelfeld nicht so schnell wie der VfB Stuttgart und würde der FC Bayern München sein gesamtes Potenzial abrufen, hätte dagegen sicher kaum eine Mannschaft eine Chance.
Zu Dritt standen wir in Block N1 – O-Jay, Kurtspaeter, ich – als Jefferson Farfán das 3:0 erzielte und ich sagte:
Schön! Hat er sich verdient.
Und Kurtspaeter sagte:
Haben wir uns verdient. Endlich wieder Fußball!
Darum geht’s.
Es geht darum, dass Schalke 04 auch nach einer 2:0 Führung zur Halbzeit weiter nach vorne gespielt hat. Dass Jefferson Farfán jedem Ball hinterher gegangen ist, auch jedem selbst verlorenen Ball, und dass Levan Kenia auch beim Stand von 3:0 in der 83. Minute noch derart auf Bochums Torwart Phillip Heerwagen losgestürmt ist, dass dieser den Ball ins Aus klären musste: Sowas will man sehen, auf Schalke. Ich will sowas sehen.
Es war bei weitem nicht alles toll, gerade in der ersten Halbzeit spielte Schalke streckenweise doch recht bieder. Aber der VfL Bochum – brombeerfarben angetreten, was meine Tochter (1) mit bezauberndem Lächeln zu einer Modefarbe machen kann, was aber auf dem Fußballplatz furchtbar fremd aussieht – machte es Schalke nicht allzu schwer, versuchte defensiv sicher zu stehen und setzte wenig Hoffnung in den eigenen Angriff.
Ivan Rakitic gelang dennoch kaum etwas. Aber anders als in den letzten Jahren wird nun für Konkurrenzsituationen gesorgt: Obwohl Ivan Rakitic vor beiden Toren in der ersten Halbzeit den letzten Pass spielte, sich also 2 „Scorerpunkte“ verdiente, sah Felix Magath seine Leistung wie wir und wechselte ihn zur Halbzeit aus.
Mineiro, Neuzugang und 90 Minuten auf dem Platz, war hingegen sehr präsent. Jede Kombination nach vorne lief über ihn und bei jedem Bochumer Angriff stand er im Weg. Rafinha war gewohnt stark, Carlos Zambrano neben Marcelo Bordon souverän und Christoph Moritz spielte nicht nur eine weitere ordentliche Erstligapartie, sondern erzielte auch noch sein erstes Bundesligator.
Wenn sich der VfL hinten einrichtete war noch das umständliche Schalke zu sehen. Dann wurde aussenrum gespielt, ohne den entscheidenden Pass in die Tiefe. Wenn es aber etwas Platz gab wurde versucht schnell zu spielen, dann wurde kombiniert, dann wurde der Abschluss gesucht. So fielen alle drei Tore: Aus dem Spiel heraus, nachdem sehr flott lange Wege überbrückt wurden. Nach Spielzügen also, die man „Konter“ nennen würden, wären sie eine bloße Reaktion, aus denen Fußball heute aber besteht und die nur noch nach klassischen Kontern aussehen, wenn die gegnerische Mannschaft zu weit aufgerückt ist.
Eine bis zuletzt rennende Schalker Mannschaft, gute Stimmung, ein 3:0 Sieg gegen Bochum. Hat Spaß gemacht, das erste Heimspiel der Saison! Darum geht’s.
Der VfL schießt selten schnell
Stichwörter: Statistikkram, VfL Bochum
Trainer wechseln. Nach, als auch während einer Saison – einer jeden Saison. Aus dieser Gewissheit heraus entsteht die Frage, wen es in der nächsten Saison wohl als erstes trifft. Jens Matheuszik und Julian Reydt haben sich für dieses Jahr auf Marcel Koller vom VfL Bochum geeinigt.
So kann es natürlich kommen. Der Historie des VfL Bochum in der 1. Bundesliga würde dies aber überhaupt nicht entsprechen. Im Gegenteil: In 33 Jahren Erstligazugehörigkeit hat der VfL Bochum die Saison 29 mal mit dem Trainer zu Ende geführt, mit dem er sie auch begann. In der Liste der jeweils ersten Entlassung einer Saison ist der VfL nicht zu finden.
Nimmt man grundsätzlich den 01. Juli als Saisonbeginn und betrachtet man alle 46 Bundesligajahre, wird der ersten Trainer durchschnittlich nach 98 Tagen gewechselt. Das entspricht dem 07. Oktober. Dieser Stichtag wurde mit jedem Jahrzehnt weiter nach vorne geschoben.

Thomas Schaaf hat gerade seine 10. komplette Saison für Werder Bremen absolviert und zusammen mit Otto Rehhagel (14) hat er dafür gesorgt, dass Werder der Club mit den meisten Jahren ohne Trainerwechsel innerhalb einer laufenden Saison ist. In dieser Zahl spiegelt sich auch der Erfolg: Betrachtet man nur den Wert „Jahre ohne Trainerwechsel in der laufenden Saison“, findet man die ersten 6 Clubs – Werder Bremen (36), Bayern München (34), Hamburger SV (33), Borussia M’gladbach, Borussia Dortmund und VfB Stuttgart (alle 30) – auch auf den ersten 6 Plätzen der ewigen Bundesligatabelle.
Doch auch hier ist der VfL Bochum wieder eine erwähnenswerte Ausnahme. Obwohl die größten Erfolg des Clubs „nur“ in zwei fünften Plätzen bestanden, und obwohl der VfL nie einen Alleinherrscher à la Volker Finke auf dem Trainerposten hatte, liegt der Verein im Verhältnis von „komplette Jahre“ zu Erstligajahren noch vor Werder Bremen, und wird nur durch den Fink’schen SC Freiburg mit seiner perfekten 10 getoppt.

Bringt also Kontinuität auf dem Trainerposten den Erfolg, oder umgekehrt? Ist der VfL Bochum eine Ausnahme, die die Regel bestätigt, oder ist der VfL nicht auch ein sehr erfolgreicher Verein, relativ zu seinen Möglichkeiten? Für alle Theorien gibt es Für und Wider, und aus den Daten der Vergangenheit lässt sich sicherlich auch nicht die Zukunft voraussagen. Trotzdem würde ich bezüglich der ersten Trainerentlassung nicht gerade auf Marcel Koller setzen.
Safety First
Stichwörter: VfL Bochum
Mit dem neuen Sponsorenaufdruck sind die Kicker und die trikottragenden Fans des VfL Bochum fortan auch bei Nebel gut zu erkennen.



