
Schalke verliert in Wolfsburg mit 2:1. Etwas, das in der ersten halben Stunde unvorstellbar schien. Die Blauen waren bis dahin die deutlich bessere Mannschaft, schneller, organisierter, technisch gewandter. Doch nach dem Gegentor war das alles wie weggeblasen.
Spielt man gegen einen mehr als resolut zur Sache gehenden Gegner, gibt es drei Möglichkeiten: Erstens, der Schiedsrichter bewertet das vorgehen des Gegners als überhart und lässt es nicht zu. Zweitens, man ist mit dem Ball für den Gegner zu schnell und lässt ihn gar nicht in Tretweite an sich rankommen. Oder drittens, man schert sich nicht drum und hält dagegen. Für die erste Möglichkeit war Schalke bei Deniz Aytekin an den falschen geraden. Die zweite Variante ist das Spiel Barcelonas, nicht Schalkes. Die dritte wäre der Schlüssel zum Sieg gewesen, leider konnte sich Schalke nicht durchringen.
Weshalb auch immer, wurde Schalke nach dem Gegentor schwerfällig und träge. In der zweiten Hälfte ging Schalke nicht mehr zu dritt den ballführenden Spieler an. Man lies Wolfsburg zu sehr kommen, lies sie mit dem Ball am Fuß weitestgehend ungestört in die Schalker Hälfte marschieren und brachte damit die eigene zentrale Defensive, die eigene Schwäche zur Geltung. In Sachen Tempo und Technik war Wolfsburg bis zum Schluss keinesfalls die bessere Mannschaft. Doch während die Blauen zurückzogen, zogen die Grünen durch und gewannen deshalb das Spiel verdient.
Dieses Schema wird uns noch lange, vielleicht die gesamte Saison begleiten. Wenn Schalke den Gegner im Mittelfeld stellt, wenn man bis spätestens 15 Meter hinter der Mittellinie für viele Ballgewinne sorgen kann, indem der Gegner bereits dort „im Rudel gehetzt wird“, eben wie gegen Mönchengladbach, dann sieht alles prima aus. Nach vorne bringt Schalke Tempo, Technik und herausragende Einzelspieler auf den Rasen. Kommt der Gegner häufig genug hinter diese neutrale Spielfeldzone, wird’s ein Vabanquespiel.
Schalkes Defensive hat mit Höger, Höwedes, Matip, Papadopoulos und Holtby in seiner Zwischenposition viel Talent und wenig Erfahrung. Sie spielen ihrer Dynamik und ihren Möglichkeiten wegen. Sie müssen zweifelsohne noch an ihren Aufgaben wachsen, alle. Und so lange muss man mit so blöd gelaufenen Spielen, in denen dem Gegner Arbeit reicht, eben leben.
Foto: sachs08 | Sorry, der gebuchte Wappenmaler war leider schon im Bett










