Artikel zum Schlagwort ‘VfL Wolfsburg’

From Worst to … ?

Noch nie ist ein deutscher Champions League-Teilnehmer mit 3 Niederlagen in die Saison gestartet. Ein Verein, der mit 3 Niederlangen in die Saison gestartet ist, wurde noch nie Deutscher Meister. Schalke 04 ist zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte mit 3 Niederlagen in die Saison gestartet, so häufig schafften das sonst nur Fortuna Düsseldorf und Werder Bremen.

Ähnliche Aussagen gab es in den letzten Tagen bereits in Zeitungen zu lesen. Alles richtig aber auch völlig egal, da Vergangenheit. Als Mensch mit einem Faible für Zahlen wollte ich dennoch gerne wissen, welcher Club wann so schlecht startete, wie die Vorsaison abgeschlossen wurde und wie die Aufholjagd rund sieben Monate später endete.

Hier eine Liste mit allen Clubs, die seit Bestehen der Bundesliga mit 3 Niederlagen in die Saison gestartet sind.


Der Schuss vor den Bug

Es ist nicht immer schön, recht zu behalten. Wolfsburg war der (von mir) erwartet schwere Gegner. Egal wie sie zuletzt gespielt haben mögen, gegen Schalke, gestern, waren sie gut. Wurde Grafite zuletzt auch als ein Holzfuß, als der Anti-Fußballer schlechthin dargestellt, gestern hatte nur Höwedes gegen ihn eine Chance – und selbst Höwedes konnte nicht überall sein.

Wolfsburg hat sich die drei Punkte verdient. Der VfL hat sich schon bis zur Schalker Führung mehr Großchancen erspielt, als die letzten 4 Gegner des FC Schalke 04 zusammen. Für Schalke lief dabei alles gerade so genau richtig, mal half Glück, mal das Aufgeben jeglicher Offensivoptionen, mal Manuel Neuers Können. In dieser Phase kamen sogar Ivan Rakitic’ Ecken gut, was dann prompt zur Schalker Führung führte. Aber es war wohl doch des Guten zuviel.

Es war Neuers Fehler, der zum Ausgleich führte. Und Schmitz Fehler, der auch in dieser Situation, wie so häufig in diesem Spiel, gegen die Wucht Grafites keine Chance hatte. Es war die Schuld der ganzen Defensive, die Schmitz in der Zentrale in diesen hoffnungslosen Zweikampf geraten ließ. Aber wenn zuvor so vieles gerade so noch gut ging, läuft eben irgendwann etwas gerade so schief. Womit die Waage den entscheidenden Stups zur falschen Seiten bekam, Grafite auch noch das Schwierige gelang und Rakitic’ gute Ecken bereits wieder der Vergangenheit angehörten.

Schalkes Defensive war heute so schlecht wie lange nicht, und ein entscheidender Grund war das Fehlen Rafinhas. Hao Junmin kämpfte aufopferungsvoll. Allerdings erwischte er eine äußerst unglückliche Anfangsphase in der er mal ausrutschte und mal falsch stand. Fortan wollte und musste ihm die komplette Formation helfen, was Sand ins Getriebe streute. Mit Rafinha erfüllt Schalkes Defensive stets bereits den Nebenjob, den noch unerfahrenen Lukas Schmitz auf der linken Seite zu unterstützen. Zwei unerfahrene Außenverteidiger, gegen einen Gegner der stürmen will und auch das Talent dazu hat, dass kann Schalkes Defensive selbst mit einem guten Peer Kluge und einem überragenden Benedikt Höwedes nicht leisten.

Da der HSV am Samstag freundlicherweise kein Tor erzielte beträgt der Vorsprung auf Platz 4 nun fünf Punkte, von Platz 6 trennen die Knappen zehn Punkte. Ein Polster das – ich höre schon die Unken – schnell aufgebraucht sein kann, das es nun aber gibt. Niemand hatte behauptet, die Saison sei bereits gelaufen. Und beim nächsten Spiel ist Rafinha ja wieder dabei.

Lustiges Dorf!

Da muss ich wieder daran denken, wie ich mich beim Hinspiel mit einer Gruppe Wolfsburger unterhalten habe und mein Bruder die vier Jungs fragte: „Ihr arbeitet aber nicht so klischeemässig alle bei VW, oder?“
Die Antwort war: „Ach Quatsch, nur ich, er und er!“

Anekdötchen von skAndy in den Kommentaren

Schlechte Gefühle

Am Sonntag spielt Schalke also in Wolfsburg und ich habe ein ganz schlechtes Gefühl, wie immer wenn es gegen Wolfsburg geht. Schalkes Bilanz gegen den VfL ist gruselig, auswärts erst recht. In Wolfsburg konnte Schalke in 12 Versuchen erst einmal gewinnen, vor 7 Jahren. Und von den anderen Spielen wollen einige auch partout nicht aus meinem Kopf verschwinden. Das Pokal-Aus nach Elfmeterschießen vor 2 Jahren zum Beispiel, als Schalke zu lange nichts tat und sich in der letzten Spielminute den Ausgleich fing. Oder eben das vermaledeite 2:2 am 17.02.2007, mit dem der Abstieg eines zuvor völlig verdienten Tabellenführers zu einem angsthasig kickenden Zweiten begann.

Ob Peer Kluge direkt wieder von Beginn an spielt? Und wer wohl für den gesperrten Rafinha den Rechtsverteidiger geben darf? Egal wie schlecht Wolfsburg aktuell dasteht und wie rückschrittlich es anmutet, dass dort nun Schreibmaschinen-Hoeneß und Lorenz-Günther Köstner das Sagen haben, ich glaube, dass das ein verdammt schweres Spiel wird. Und ich glaube, dass …

Moritz
Baumjohann
und Ibraimi

… eingewechselt werden. Ma’kucken.



[Einwechselspieler-Raten: Ein ausschließlich der Ehre halber zu treibender Zeitvertreib, bei dem jeder mitmachen kann, der bis eine Stunde vor Anpfiff die Namen der zu erwartenden Schalker Einwechselspieler in einem Kommentar hinterlässt. Der Gebrauch von Insiderinformationen oder Bestechungsgeldern darf von Dritten nicht nachgewiesen werden können. Die Tippabgabe unter Einfluss von Dopingmitteln ist offiziell verboten, es besteht ein Stillschweigegebot. Bewusstseinserweiternde Drogen werden vom Blogger persönlich abgelehnt und bei anderen Tippern nur geduldet, solange sie sich nicht negativ auf den Kommentareintrag auswirken. Zuwiderhandlungen führen zum Ausschluss. Akteneinsicht wird grundsätzlich nicht gewährt.]

Arminia und die Chance zur Farbe

Der Ex-Bremer Diego war immer auch für die Klatsch-Spalten gut. Auf die vermeintliche Suggestivfrage, wie er das finden würde, antwortete Klaus Allofs überraschend: Man hätte sich vor einer Weile zusammengesetzt und überlegt, wie Werder Bremen aussehen solle. Und dabei habe man festgestellt, dass Werder auch in die Klatsch-Spalten müsse.

Wasser auf die Mühlen, die ich seit ewigen Zeiten drehe. Attraktiver Fußball und Erfolge hin oder her, es braucht mehr. Es braucht Spektakel, es braucht bescheuerte Fans, es braucht Lieblinge und Fieslinge, Schlagzeilen, Skandale, Tränen und Liebe, das ganze emotionale Arsenal. Deshalb werden, unabhängig vom Tabellenplatz, Eintracht Frankfurt, der 1. FC Köln und Schalke 04 immer mehr Sex-Appeal versprühen als Wolfsburg, Hoffenheim oder Leverkusen. Mehr als Bielefeld sowieso.

Arminia Bielefeld hat nun die Chance, zumindest schon mal in die Klatschspalten zu kommen! Presseberichten zu Folge haben sich Günter Eichberg, Rudi Assauer und Uli Stein bereit erklärt, dem Verein mit zurückgetretenem Vorstand zu helfen.
Eine leicht jähzornige Torwartlegende, ein Sonnenkönig und Good Ol’ Rudi, der Herr der Schlagzeilen und aktuell nur noch mit der Bildzeitung im Bett liegend; allesamt in verantwortungsvollen Positionen … da wird die Arminia mal spannend, da beginnt man sich für sie zu interessieren, da ist sie auch mal bei RTL Punkt 12 ein Thema!

Die Arminia sollte zuschlagen. Schlimmer als in der Bildzeitung ein Thema zu sein ist es, in der Bildzeitung kein Thema zu sein. Allofs weiß das. Klinsmann mittlerweile auch. Arminia könnte es erfahren.

Rauball redet in Rätseln

Wenn dann ein Trainer unverhofft abspringt, ist es in meinen Augen nicht nur ein Affront gegenüber dem Verein, sondern auch gegenüber den Fans und den Sponsoren – auch, wenn es eine vertraglich vereinbarte Ausstiegsklausel geben sollte. Bis auf wenige Ausnahme-Fälle bin ich dafür, von Ausstiegs-Klauseln so wenig Gebrauch wie möglich zu machen. Der Verzicht auf Ausstiegs-Klauseln dient dem Produkt Bundesliga.

Wie jeder deutsche Fußball-Funktionär hat nun auch Dr. Reinhard Rauball seine Meinung zum vierfachen Armin veröffentlicht. Dabei hält er die Arbeitsteilung zwischen DFB und DFL strikt ein: DFB-Mann Sammer ist für die Moral zuständig, Rauball kümmert sich für die Liga ums Geschäft bzw. ums „Produkt“. Und wo große Männer mahnen ist es tatsächlich an der Zeit zu reagieren, den Blick zu schärfen, der Sensibilisierung des Themas beizutragen.

Also:
Luhukay wurde von Gladbach nach 7 Spielen vor die Tür gesetzt. Tatsächlich recht unverhofft, wenn man bedenkt, dass sie mit ihm zuvor ab und wieder aufgestiegen sind. Meistertrainer Veh war dem VfB Stuttgart nach dem 14. Spieltag nicht mehr gut genug. Schalke gönnte Fed Rutten 268 Tage, so viele wie einst Frank Neubarth. Bayern München beendete seine Zukunft, nach der Niederlage gegen Schalke, am 29. Spieltag nicht minder unehrenhaft. Und Arminia Bielefeld schoss mit der Entlassung Frontzecks vor dem letzten Spiel den Vogel ab. Alle Trainer hatten offensichtlich wenig Spaß am Ende des Beschäftigungsverhältnisses. Was die Sponsoren dazu sagten ist nicht überliefert.

In Frankfurt und in Cottbus einigte man sich mit Funkel und mit Prasnikar auf eine Trennung; Entlassungen mit gewahrter Form. Die Trennung von Martin Jol und dem HSV war offiziell ebenfalls „einvernehmlich“. Gefallen hat das dem HSV sicherlich nicht, nachdem aber Trainer und Verein offensichtlich uneins über die sportliche Weiterentwicklung waren und zudem Jol der teuerste Trainer der Vereinsgeschichte gewesen ist, wurde in Hamburg auch nicht viel gejammert.

Bruno Labbadia hat angeblich in Leverkusen die Mannschaft entzweit. So war es jedenfalls zu lesen, dies soll der Grund gewesen sein, wieso diese talentierte Mannschaft mit dem Hang zum schön anzuschauenden Offensivfußball am Saisonende sogar hinter Schalke 04 zurückbleiben musste. Bayer hätte ihn möglicherweise sowieso rausgeschmissen, auch wenn der HSV ihn nicht hätte haben wollen.

Ja, vielleicht kann man sagen, dass Hans Meyer Borussia Mönchengladbach „im Stich gelassen“ hat. Dass diese Möglichkeit bestehen würde pfiffen allerdings bereits Mitte der Rückrunde sogar die Tauben des Ruhrgebiets von den Dächern, völlig überraschend war das nicht. Christoph Daum und Felix Magath haben keine Verträge gebrochen, sie hatten vertragliche Vereinbarungen, nach denen sie Wechseln durften. Gerne darf jeder, auch Herr Rauball, solche Vereinbarungen kritisieren, man kann sich aber auch mal die Frage stellen, wieso die Clubs den Trainern diese Klauseln zugestanden haben.

Wenn der 1. FC Köln als Zweitligist einen deutschen Meister als Trainer haben möchte, wenn die graue Betriebssportgruppe des Volkswagenkonzerns einen zweifachen Double-Gewinner zum starken Mann ernennen will, dann braucht es schon schlagende Argumente. Geld zieht immer. Was auch zieht ist die Aussicht, es sich nach einer Weile noch mal anders überlegen zu können. Nichts anderes haben Daum und Magath getan. Daum ist wieder König von Istanbul und Magath beginnt eine neue Herausforderung bei einem der schillerndsten Clubs der Republik.

Magaths Wechsel tut dem Produkt Bundesliga in Gelsenkirchen plus Einzugsgebiet enorm gut. Welche „Ausnahmefälle“ meint Herr Rauball eigentlich?

Superschnäppchen

Umfangreiches Herren-Accessoires-Paket günstig abzugeben. Bestehend aus Manschettenknöpfen, Krawattennadeln, einem Edelstahlpfefferminztee-beutelhalter und vor allem einer Sammlung von 84 neuwertigen Krawatten in verschiedenen Grüntönen!

Allesamt nicht älter als 2 Jahre und jeweils nur einmal getragen. Bei Bedarf kann auch noch eine 85. geliefert werden, welche allerdings Bierflecken aufweisen wird.
Ansonsten sind alle Teile in hervorragendem Zustand. Die Auflösung der Sammlung erfolgt auf Grund einer Umorientierung in der Farbe, nach Blau.

Chiffre: 1904EXVW