Artikel zum Schlagwort ‘Wattersacht’

Überlebensstrategie in Königsblau

„Selbstverständlich – sonst wäre ich doch gar nicht erst nach Schalke gekommen.“

Felix Magath auf die Frage, ob er ein optimistischer Mensch sei.

Tacheles

„Wir haben im Spiel nach vorne Schwierigkeiten. Das wussten wir vorher. Wir trainieren das, aber große Fortschritte haben wir noch nicht erzielt. Wichtig aber ist, dass wir trotzdem gewonnen haben. Wenn wir trotz unserer spielerischen Schwächen am Ende der ersten Serie auf einem der internationalen Plätze stehen, bin ich zufrieden.“

sagte Felix Magath nach dem Spiel gegen Hertha BSC. Worte, die man sehr ähnlich auch in der Straßenbahn aus allen Ecken hören konnte. Eben das was jeder sah. Mit exakt austarierter Gewichtung von Erfolg zu erlebter bzw. noch fehlender Qualität. Denn gewonnen zu haben ist „wichtig“, nicht aber „viel wichtiger“ oder gar „allein entscheidend“.

Wie Matthias in der Weide in einem Kommentar sehr treffend bemerkte, steht diese klare Sprache in krassem Gegensatz zu dem, was man sich als Schalker in den letzten Jahren anhören musste. Es war grotesk, welche Sprüche und welche Verdrehungen unsereins in den letzten Jahren ertragen musste. Wäre es nicht so traurig gewesen, man könnte heute fast drüber lachen.

Natürlich ist Magaths Ausgangsposition leichter. Er kam und zog einen Strich, spricht nun von „noch nicht“. Für Andreas Müller oder dessen Trainer Mirko Slomka und Fred Rutten wäre es ein „nicht mehr“ gewesen, nachdem die Mannschaft in den Jahren zuvor noch um einiges kompletter war. Es hätte Selbstkritik gebraucht, so was ist schwer. Doch die permanente Schönrednerei machte Müller & Co. unglaubwürdig und die Fans sauer.

Wer glaubt, dass es Fans tatsächlich nur um den Sieg gehe, hat ein falsches, ein sehr naives Bild von der heutigen Beobachterschar. Ein paar mal kann man sich Punktgewinne nach miesen Spielen schönreden lassen oder gar schöntrinken. Aber Selbstbetrug ist offensichtlich. Mittelfristig muss es Dinge zu sehen geben, an die man sich halten kann, etwas das die Glut glimmen lässt. Argumente die einem helfen, Diskussionen gegen die eigene pessimistische Seite zu gewinnen. Ja, eine gleichschlechte Leistung ist wesentlich erträglicher, wenn man seinen eigenen Ärger darüber bei den Verantwortlichen wiederfinden kann. Dann sind Punkte aus Spielen, in denen es nichts mehr als die bloßen Punkte zu bejubeln gab, immerhin noch Punkte mit Aussicht. Diese Aussicht ist für Fans entscheidend. Übrigens in jeder Tabellenregion.

Prost, Schalke!

„Es ist eine Mähr, dass ich alles verbiete. Ich verbiete nur, was der Mannschaft nicht gut bekommt. Aber wenn mir einer sagt, er braucht zehn Bier um ein Tor zu machen, dann kläre ich ihn über die Risiken des Alkoholgenusses auf und gebe ihm zehn Bier.“

Magath-Zitat aus einem Wohlfühltext von Lars Wallrodt in der Welt.

Erziehungssache?

„Weshalb es in England keine Schwalben gibt, hängt meiner Meinung mit dem Konkurrenzsport Rugby zusammen. Die Fußballspieler wollen dort nicht als Weicheier abgetan werden, die im Vergleich zu den Rugbyspieler gleich umfallen würden. Die würden sonst ausgelacht! Im Rugby sieht man ja wieviel ein Sportler einstecken kann, ohne großes Theater.“

… schrieb User MarcRamone in einem Kommentar unter Manni Breuckmanns Text „Niemand braucht Brutalos“.

Ok, man ersetze „keine“ durch „weniger“. Trotzdem ein interessanter Ansatz. Und tatsächlich: Stets wenn ich ein Rugbyspiel verfolge, was ich zu selten aber gerne tue, ziehe ich auch den Vergleich. Dann denke ich mir, wie schön es doch wäre, würde auch in der Bundesliga stets aufstehen wer aufstehen kann.

Feststellung des Spieltags 02/47

„Jetzt haben wir 2 von 6 Punkten. Aber es ist noch nichts verloren.“

Mario Gomez, Bayern München. 2. Spieltag.

Pokalspielsieg-Default-Trainerkommentar

„Meine Mannschaft hat das gemacht, was sie tun sollte, nämlich die nächste Runde erreicht.“

… sagte Meister Magath nach dem Pokalsieg über Germania Windeck. Viel mehr sagte er nicht. Muss er auch nicht, eher finde ich, er hätte überhaupt nichts weiter sagen sollen. Eigentlich sollte sich jeder Trainer eines Erstligisten nach Pokalsiegen gegen Gegner aus Regionalligen oder tiefer auf diese Worte zur eigenen Mannschaft beschränken.

Ach, Jupp

Ach, Schalke. Da habe ich besser als je zuvor gearbeitet [...] Wenn sie auf Schalke gewartet hätten, wären sie vielleicht heute schon Deutscher Meister.

Diese bemerkenswerten Worte ließ Jupp Heynckens im „Großen BamS-Interview“ fallen. Als Antwort auf die Behauptung, dass er „in Deutschland verkannt“ worden sei und „in Frankfurt und vor allem in Schalke als gescheitert galt“.

Ich kann nicht für Schalke sprechen, noch weniger für Frankfurt, möchte aber meinen, dass Heynckes hier wie dort noch immer als gescheitert gilt. Und meines Erachtens ist Don Jupp auch keineswegs in Deutschland verkannt worden. Meiner Meinung nach verkennt ihn gerade Bayer 04 Leverkusen.

Aber Ma’kucken.