Artikel zum Schlagwort ‘Werder Bremen’

Quillo ist der schwächere Uchi

Schalke kommt gegen Werder Bremen nicht über ein 1:1 hinaus. Ein Remis, das durch den Ausgleich in der letzten Minute ärgerlich ist, das aber den ausgeglichen schwachen Leistungen der beiden Mannschaften entsprach.

Vor dem Spiel wurden beide geehrt: Schalkes Japaner Atsuto Uchida bestritt mittlerweile 100 Bundesligaspiele, Schalkes Schweizer Tranquillo Barnetta kommt gar schon auf 250. Im Spiel gab dann der andere den einen. Der Japaner war nach dem Spiel gegen Real Madrid angeschlagen, konnte nicht eingesetzt werden. Und weil Schalke seit Jahren keinen regulären zweiten Rechtsverteidiger im Kader hat, musste sich diesmal der Schweizer dort versuchen.

Tranquillo Barnetta zeigte vollen Einsatz und doch blieb er am Ende die tragische Figur. In der Position des Verteidigers ließ er sich mehrmals leicht überspielen, da fehlt ihm die Routine. Im Offensivspiel fehlte es ihm an Präzision. Abgesehen von einer Hereingabe in der Anfangsphase, die Felix Platte knapp verfehlte, konnte er kaum gefährliche Situationen herbeiführen. Und in der Nachspielzeit war er es, der vollkommen unnötig ungestüm das Foul an Santiago Garcia an der Außenbahn beging. Das Foul, das den Junuzovic-Freistoß, den Prödl-Kopfball, den Wellenreuther-Fehler und damit den Verlust von zwei Punkten einleitete.

Das es dazu kommen konnte lag freilich am gesamten Spiel der Blauen und sollte nicht einzelnen angelastet werden. Nach einer guten ersten Viertelstunde mit viel Druck tat sich Schalke schwer. Dass die Blauen auf jedes Pressing verzichteten überraschte. So gewann man die meisten Bälle erst tief in der eigenen Hälfte und mühte sich im langen Spielaufbau. Kam man dann nach vorne, konnte man sich kaum durchsetzen. Bremen beherrschte mit seinen starken Innenverteidigern Lukimya und Vestergaard das Zentrum. Schalke suchte nach Abschlüssen, diese kamen aber zumeist aus der Distanz. Wirklich hochkarätige Chancen waren Mangelware.

Das beide Treffer aus Torwartfehlern resultierten passte zu dieser Begegnung. Auf beiden Seiten gab es kaum klare Spielzüge. Stets passte irgendwas nicht, stand irgendein Bein dazwischen, wurde der letzte Zweikampf verloren oder der letzte Pass verdaddelt. Eine Begegnung, die letztlich nur von der Spannung lebte. Dass der Ausgleich in der Nachspielzeit fiel ist bitter. Tatsächlich hatte sich Schalke den Sieg zuvor aber auch nicht verdient.



Foto: Tomek Bo

Egal-wie-Sieg in Bremen

Schalke gewinnt in Bremen mit 3:0 und kommt damit im fünften Anlauf zum ersten Bundesligasieg. Spielerisch war die Leistung kein Fortschritt. Aber wenn sich Misserfolg festzusetzen droht braucht es Erfolgserlebnisse, dann ist das Wie zweitranging.

Bremen war um Dominanz bemüht, zeigte ein ordentliches Pressing. Dagegen hatte Schalke Schwierigkeiten, aber irgendwie schien das nicht wichtig zu sein. Ich hatte den Eindruck, dass Schalke mit der Rolle eines wie ein Außenseiter agierendes Auswärtsteam zufrieden war. Die Defensive funktionierte ordentlich. Roman Neustädter bewies in der Innenverteidigung große Übersicht und Atsuto Uchida war nach langer Verletzungspause überraschend präsent. Daran galt es, sich zu erfreuen. Da hatte man was Positives, auf das sich zu schauen lohnte.

Trotz großen Aufwands kam Werder in der ersten Halbzeit zu lediglich zwei Torchancen, Schalke zu einer. Nach vorne gelang den Blauen gar nichts. In einer von vielen kleinen Scharmützeln durchzogenen, hitzigen Hälfte kamen vor allem Max Meyer und Sidney Sam nicht zurecht. Aber Schalke hielt die Partie offen, gab „dem Glück die Chance“ und wurde dafür belohnt.

Nicht auf Grund von Überlegenheit kämpferischer oder taktischer Art, auch nicht auf Grund einer sonst so viel zitierten „individuellen Klasse“ gelang Schalke zum ersten Saisonsieg, sondern durch einen Torwartfehler von Bremens Rafael Wolf. Roman Neustädter lieferte nach einer Ecke mit einem gelungenen Kopfball einen „Versicherungs-Treffer“ und Werder kam kurz darauf noch zu zwei guten Chancen. Als diese vergeben waren, war das Spiel entschieden. Schalkes Aufatmen war von der Weser bis ins Ruhrgebiet zu hören, die gelegentlichen Konter waren nett anzuschauen.

Im Fußball entscheiden häufig Kleinigkeiten oder Fehler von einzelnen. Ab und zu reicht es, bis dahin den Fußball der Anderen zu verhindern. Das löst keine Jubelstürme aus, ist aber auch nichts Ehrenrühriges; Fußball eben. Und zu hoch können Siege für Schalke eh nicht ausfallen. Drei Punkte, die den Druck etwas mindern. Mit Atsuto Uchida und Joel Matip zwei wichtige Spieler, die wieder eingesetzt werden können. Schalke sucht sich weiter, aber bis es sich gefunden hat gilt vor allem, nicht zu viele Punkte auf die Champions League Plätze zu verlieren. Der „Egal-wie-Sieg“ in Bremen war da ein geeigneter Beginn.

Bedenken aus Erfahrung

Am Ende einer Saison läuft Schalke „auf der letzten Rille“, wird es immer nochmal spannend, verliert man in Stuttgart. Ohne Drama ist Schalke nicht denkbar. Obwohl der FC Schalke 04 der Neuzeit ein überaus erfolgreicher Bundesligaclub ist, käme man doch nie auf die Idee, ihn als „souverän“ zu bezeichnen. Das sind keine Vorurteile, sondern Erfahrungswerte. In der Schlussphase der Saison fällt Schalkes Punkteschnitt deutlich ab.

Für mich beginnt die „Neuzeit“ mit der Saison 2000/2001. Eben mit dem bis heute nachhallenden, tragischen Ende einer insgesamt großartigen Saison. Mit dem Abschied aus dem Parkstadion und den Bezug der Arena. Seit dieser Saison und bis heute haben 8 Clubs stets in der ersten Liga gespielt: Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Werder Bremen, der VfB Stuttgart, der Hamburger SV, der VfL Wolfsburg und Schalke 04. In diesem Zeitraum war Schalke nach Punkten, hinter Bayern München und Borussia Dortmund, der drittbeste Club. Betrachtet man allerdings ausschließlich die letzten 4 Spieltage der einzelnen Spielzeiten, holte lediglich der Hamburger SV noch weniger Punkte als Schalke 04.

Mit Beginn der Saison 2000/2001 und bis heute haben die genannten Clubs jeweils 473 Bundesligaspiele bestritten. Schalkes Schnitt liegt bei 1,71 Punkten pro Spiel. Nur auf die jeweils letzten 4 Spieltage der einzelnen Spielzeiten bezogen fällt der Schalker Punkteschnitt auf 1,40. Das ist die größte Verschlechterung aller 8 Dauerbundesligisten in dieser Zeit.

Der Punkteschnitt des HSV an den letzten 4 Spieltagen liegt bei 1,21 Punkten. Allerdings kommen die Hamburger auch insgesamt nur auf einen Wert von 1,42. Die Werte aller sechs anderen genannten Clubs steigen an den letzten 4 Spieltagen, zu lasten der nicht dauerhaft in der ersten Liga verbliebenen Clubs; und eben zu Lasten des HSV und Schalkes. Fast wie zu erwarten steigert sich der Schnitt Bayern Münchens am deutlichsten, vom ehedem besten Gesamtschnitt (2,13) auf einen noch besseren Schnitt in der Saisonschlussphase (2,36).

In der Balkengrafik oben sind Schalkes erreichte Punkte an den jeweils letzten 4 Spieltagen seit 2001 dargestellt. Tröstlich ist, dass es natürlich stets nur um das Erreichen eines bestimmten Zieles geht, und dass dazu kaum die volle Punktzahl aus diesen Spielen benötigt wird. Wie gesagt, der FC Schalke 04 der Neuzeit ist ein erfolgreicher Club, fast immer international vertreten. Der Unterschied des Punkteschnitts der Schlussphase im Vergleich zur Gesamtsaison ist dennoch bemerkenswert und durchaus ein Argument, vielleicht ein Grund, für die allerorts anzufindenden, knusseligen Schalker Dauerpessimisten; auch wenn mir das nicht gefällt.

Nach halbem Aufwand nur halber Ertrag

Schalke 04 kommt in Bremen nicht über ein 1:1 hinaus. Es wäre mehr drin gewesen, für die Blauen. Doch Schalke schien zur Halbzeit mit einem Punkt zufrieden, lies Werder gewähren und hätte beinahe noch verloren.

Hätte Werder Bremen den Aufwand der ersten 20 Minuten durchgehalten, dieses Spiel wäre zu einer eindeutigen Angelegenheit für die Grün-Weißen geworden. In dieser Anfangsphase hatte Werder auf dem gesamten Feld Vorteile. Sie attackierten Schalke früh und kamen nach Ballgewinnen immer wieder über ihre linke Seite. Tim Hoogland und Kaan Ayhan wussten einige Male kaum, wie ihnen geschah. Vor allem Eljero Elia war für Schalke oft einfach zu schnell.

Mit der Führung im Rücken und nach einer weiteren Großchance zog sich Werder allerdings zurück und setzte auf schnelle Gegenstöße. Ab diesem Moment war ich zuversichtlich, dass Schalke das Spiel drehen kann. Zumal da Schalke umstellte, auf Anweisung des Princen selbst, wie ich später lernte. Auf der 10er-Position hing er zuvor in der Luft, also verwies er Leon Goretzka nach links, Julian Draxler in die Offensivzentrale und übernahm den Platz neben Roman Neustädter. Selbstverständlich wäre es eigentlich an Jens Keller gewesen, Leon Goretzkas Probleme mit- und Prince‘ Probleme ohne Gegner zu erkennen und zu handeln. Aber darauf wollte Schalkes erklärter Führungsspieler offensichtlich nicht warten.

Es war Werders Fehler, Schalke ab Mitte der ersten Halbzeit zu viel Raum zu lassen, und der Rest der Halbzeit lief entsprechend. Das Spiel gestaltete sich ausgeglichener, Schalke kam gut aus der Abwehr heraus, bekam den Ball häufiger im Offensivdrittel unter Kontrolle. Fast zwangsläufig kam Schalke zu Chancen und zum Ausgleich, fast als sei es nur eine Frage der Zeit gewesen.

So fühlte es sich für mich auch zur Halbzeit an: Als sei es nur eine Frage der Zeit. Schalke war nun im Spiel. Taktisch gestaltete sich die Partie ausgeglichen. Am Ende würde das Plus an individueller Qualität dieses Spiel für Schalke entscheiden, so meine Überzeugung. Aber so kam es doch nicht, denn Schalke lies nach.

In den allermeisten Fällen halte ich es für falsch, wenn nach schlechten Ergebnissen der Vorwurf gemacht wird, die Mannschaft hätte nicht genug gekämpft. Meistens ist das zu simpel gedacht, häufig verpufft der Kampf des Einzelnen in Lücken des mannschaftlichen Getriebe, dann haben die Spieler nicht nicht, sondern nur falsch gekämpft. In dieser zweiten Halbzeit in Bremen sah es für mich aber tatsächlich so aus, als hätte es Schalke an Intensität gefehlt.

Nach einer Woche Pause seit dem letzten Spiel sollte es nicht an fehlender Kraft gelegen haben. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Schalke nach der Niederlage Leverkusens am Freitag mit einem Punkt zufrieden war. Schalke spielte faul und wurde darüber schlecht. Statt ordentlich aufzubauen und nachzurücken wurden lange Bälle geschlagen und man blieb zurückgezogen. Im Grunde spiegelte Schalke den Fehler Bremens aus der ersten Halbzeit und lies dem Gegner zu viel Raum.

Was Schalke fehlte, bot Werder. Mit großem Aufwand und leidenschaftlichem Spielstil machte Bremen Druck, angetrieben von dem Gespür, dass es den Blauen in diesem Spiel doch an einigem fehlte zu einer Spitzenmannschaft, die sie qua Tabelle doch eigentlich sind. Am Ende hätte Werder einen Sieg durchaus verdient gehabt. Mit Mühe und Not verteidigte Schalke aber den einen Punkt.

Beinahe souverän

Schalke 04 siegt nach Rückstand mit 3:1 gegen Werder Bremen. Trotz einer sehr engagierten Leistung der Bremer war es ein vollkommen verdienter Sieg, aufgrund der besseren Chancen und mehr Spielanteilen im zweiten Durchgang. Nach drei Punkten gegen Hertha unterstreicht Schalke gegen eine weitere Mannschaft im Formhoch den Anspruch, trotz Doppelbelastung um Platz 4 mitspielen zu können, wenn individuelle Fehler und Nervosität abgestellt werden.

In der ersten Halbzeit agierten die Bremer außerordentlich lauf- und zweikampfstark. Insbesondere setzten sie Schalkes defensives Mittelfeld mit aggressivem Pressing unter Druck. Schalke brauchte ungefähr 15 unansehnliche Minuten mit vielen Fehlpässen, um sich auf diese Spielweise einzustellen. Immerhin konnte man dank einer starken Innenverteidigung das Entstehen nennenswerter Chancen weitgehend verhindern. Zunehmend bekam Schalke dann auch den Ball unter Kontrolle und erspielte sich gute Chancen. Julian Draxler hätte nach schöner Vorarbeit von Adam Szalai das erste Tor erzielen müssen.
Kurz darauf warf dann aber erneut ein individueller Fehler die Schalker inmitten einer überlegenen Spielphase zurück. Wieder presste Bremen im Zentrum, Roman Neustädter wurde überrascht und verschenkte den Ball kurz vor dem eigenen Strafraum, Felix Kroos netzte kaltschnäuzig ein. Schalke reagierte zunächst verunsichert, erspielte sich dann aber durch schnelles Kombinationsspiel über die außen weitere gute Gelegenheiten vor der Pause.

Zum Seitenwechsel reagierte Jens Keller auf die schwache Leistung Neustädters. Dennis Aogo rückte von links ins zentrale Mittelfeld, Christian Fuchs kam für die linke Verteidigung. Die Maßnahme hatte Erfolg. Trotz des Pressings auf Jones und Aogo gab es nun deutlich mehr Ballsicherheit im Schalker Spiel, und Bremen zog sich in der Folge zurück. Dennoch folgte die wohl schwächste Phase des Spiels. Schalke schien Kraft und Ideen zu fehlen, um aus der neuen Überlegenheit Kapital schlagen zu können. Das Spiel plätscherte vor sich hin. Nach einem Patzer durch Timo Hildebrand, bei einem Rückpass in der 60. Minute, der Gott sei Dank folgenlos blieb, lagen die Nerven bei den Fans vollends blank. Die Erlösung kam kurz darauf aus dem Nichts.

Ballverteiler Dennis Aogo legte links auf Julian Draxler: Flanke, Kopfball Boateng, Ausgleich! Doch die Geduldsübung war noch nicht vorbei. Mit dem Schwung des Treffers im Rücken beherrschte Schalke das Spiel nun besser, zu echten Chancen kam man aber nach wie vor kaum. Erst in der 84. Minute klappte es mit einer Kopie des ersten Tores: Christian Fuchs flankte, Boateng köpfte –  2:1! Damit war die Luft bei Werder endgültig raus. Jefferson Farfan erhöhte nach Draxler-Vorarbeit in der Nachspielzeit auf den Endstand.

Trotz hohem kämpferischen Einsatz erspielte sich Bremen aus eigener Kraft nur sehr wenige Chancen gegen eine kompakte Schalker Hintermannschaft. Jens Keller fand in der zweiten Halbzeit durch die Umstellung im Mittelfeld die richtige Antwort gegen das Bremer Mittelfeld-Pressing. Nur die schlechte Chancenverwertung im ersten Durchgang, die zwischenzeitigen Tiefschlaf-Viertelstunden am Anfang jeder Halbzeit, sowie die zwei kapitalen Böcke von Roman Neustädter und Timo Hildebrand machten das Spiel am Ende doch zu einer kniffligen Aufgabe für die Mannschaft und die Nerven der Fans.

Erwähnenswert waren, neben Boatengs Vollstreckerqualitäten und dem quirligen Max Meyer, vor allem die Ballsicherheit und das Aufbauspiel von Dennis Aogo im Zentrum, und die neue, weniger draufgängerische Rolle von Jermaine Jones. Negativ fiel die mangelnde Chancenverwertung von Adam Szalai auf. Er kann zwar toll den Ball mit dem Rücken zum Tor behaupten und zusammen mit den Mittelfeldspielern kombinieren, aber im Abschluss wird er derzeit zu selten gefährlich.

Mit VfB und SVW läuft was schief, S04 wär‘ mal wieder dran

In 04 Tagen veröffentlicht die DFL den Spielplan zur 51. Bundesligasaison. Die Veröffentlichung wird Vorfreude schüren. Je nach Programm für den Club des Herzens wird man über einen vermeintlich schweren oder leichten Start debattieren. Man wird überlegen, ob der dann feststehende Gegner dem eigenen Club ein besonders schweres oder „machbares“ Finale beschert. Ich jedenfalls schaue zu allererst auf die Begegnungen am ersten und am letzten Spieltag. Für beide erhoffe ich mir Heimspiele, meiner Ungeduld zu Saisonbeginn und des statistischen Vorteils im letzten Spiel wegen.

Schaut man sich die bisherigen Bundesliga-Spielpläne an ist festzustellen, dass die Verantwortlichen die meisten Clubs* mit einer gerechten Quote an Heimvorteilen für eben diese ersten und letzten Spiele bedenkt: Außer den VfB Stuttgart und Werder Bremen.
 

 
Auch wenn Schalke 04 bislang insgesamt exakt mit einer 50% Quote bedacht wurde, fühlt sich die Forderung nach Auftakt- und Final-Heimspielen für die kommende Saison gerechtfertigt an. Die Serie würde sonst doch zu lang …
 




*: In der Tabelle sind nur die aktuellen Erstligisten aufgeführt. Auch unter den hier nicht aufgeführten Clubs gibt es keine, die bei angemessener Anzahl an Bundesliga-Jahren die Quoten von Stuttgart und Bremen über- bzw. untertreffen.

Ma‘ so, ma‘ so

An Schalke 04 ist nur das Unstete stet. Das gilt für alle Bereich, für die Clubpolitik im Großen und Ganzen, für die Kommunikation der Protagonisten, sowie für die sportlichen Ergebnisse über die Jahre, in der aktuellen Saison und sogar in vielen einzelnen Spielen. Auch das Spiel in Bremen war wieder ein solches. Allerdings mit gutem Ende, mit einem 2:0 Sieg, mit einer Verbesserung während der Spielzeit und deshalb so, dass man seinen Frieden damit machen konnte.

Dass es ohne Gegentor in die Pause ging war schon alles, was aus Schalker Sicht bezüglich der ersten Halbzeit positiv zu vermerken war. Schalke fand überhaupt nicht ins Spiel, zeigte sich zu passiv. Bremen spielte gut. Die Offensive der Werderaner zeigte sich ballsicher, schnell und mit Zug zum Tor. Kevin de Bruyne war stark, Marco Arnautovic ließ Sead Kolasinac mehrmals alt aussehen, und vor allem wenn Aaron Hunt mit nach vorne eilte, kam Schalkes Defensivordnung mächtig durcheinander.

Zum Glück war mit Anpfiff der zweiten Halbzeit alles anders. Plötzlich agierte Schalke und den Bremern blieb nur die passive Rolle. Jens Kellers Halbzeitansprache schien richtig gewesen zu sein, seine Einwechslung Raffaels für den schwachen Michel Bastos war es auch. Raffael trieb den Ball immer wieder nach vorne, versuchte das Schalker Spiel schneller zu machen. Julian Draxler hatte in 25 Minuten auf der linken Außenbahn mehr gute Szenen als in der gesamten ersten Hälfte. Zwar gingen beiden Schalker Toren Bremer Abwehrfehler voraus, durch Schalker Druck erzwungen waren sie trotzdem. Insgesamt schoss Schalke 18 Mal auf das Bremer Tor, 16 davon in der zweiten Halbzeit.

Am Ende war es ein verdienter Sieg, restlos gut kann das Gefühl aber nicht sein. Auch dieses Spiel hat wieder gezeigt, dass man immer auch mit einer schlechten Leistung dieser Schalker Mannschaft rechnen muss. Noch sechsmal. Ma’kucken.