Artikel zum Schlagwort ‘WM 2011’

Tach auch!

Noch 19 Tage, bis für Schalke 04 die Bundesliga in Stuttgart beginnt.

Der Vertrag mit Kyriakos Papadopoulos wurde vorzeitig um ein Jahr, bis 2015 verlängert. Das ist gut. Trotzdem sind mir die Lobeshymnen, die es anlässlich dieser Vertragsverlängerung über den jungen Mann zu lesen gab, um einiges zu dick aufgetragen. Viel zu häufig hat er es nötig zu grätschen. Viel zu häufig hat er es nötig zu foulen. Viel zu häufig landen seine Pässe im Seitenaus statt beim Mitspieler. Seine Physis und sein Einsatz sind zweifellos überragend, was ihn für jedermann sympathisch macht. Ich kenne genug Leute, denen angesichts dessen alles andere egal ist. „Wie, der soll nicht grätschen? So’n Quatsch …“ Sei’s drum. Kyriakos Papadopoulos ist 19 Jahre jung. Es würde mich freuen wenn Ralf Rangnick ihn „in die richtige Richtung entwickeln“ könnte.

Ich weiß es nicht besser, aber die Ciprian Marica-Geschichte halte ich für einen Bluff. Parallel zu anderen Verhandlungen tönen, dass es Alternativen gäbe. Dass Heldt mit Rangnick „mal über diesen Spieler reden“ möchte, gab es zuvor noch zu keiner anderen Personalie zu hören. Das klingt irgendwie wischiwaschi. Wir werden sehen.

Für das iPhone gab es sie schon lange, seit gestern gibt die offizielle Schalke 04 App auch für Android, kostenlos im Android-Market zu beziehen. Sieht gut aus. Ob man sie braucht muss man selbst herausfinden. Ich bin mir selbst auch noch nicht sicher.

Zu guter Letzt noch ein Wort zur FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011. Das gestrige Finale hat Spaß gemacht und hat meines Erachtens ein nettes Ausrufezeichen hinter das gesamte Turnier gesetzt. In den für mich relevanten Medien wurde zuletzt fast ausschließlich über das Drumherum und über die öffentliche Betrachtung der WM debattiert. Dass Kommentatoren nicht kritisieren würden, dass die Stadien nur mit Tricks zum voll Aussehen gebracht wurden, warum man vergleichen müsste, wer wie und wann was kritisieren muss, und dergleichen. Alles berechtigt, vieles richtig. Aber noch nennenswerter finde ich, dass es wirklich viele spannende Spiele gab, in diesem Turnier. Kein 11:0 mehr, wie noch vor 4 Jahren, nicht mal ein 5:0. Mir hat diese WM gefallen. Ich habe gerne hingesehen. Mir war die Sommerpause meines Vereins mit diesem Turnier lieber, als sie mir ohne gewesen wäre. Sich nur an aufgekochten Transfergerüchten warm zu halten ist nichts für mich.

Eyyyyyyy! statt Olé Olé

Ich hatte mich für diese Frauen-WM 2011 zum Event-Fan erklärt. Sich des Tohuwabohus erfreuen, Spaß an der Veranstaltung haben, ohne sich über Misslungenes zu grämen. Jubeln, wenn es was zu jubeln gibt, wenn nicht umschalten oder nach Hause gehen, und dann eben wegen anderer Dinge fröhlich sein. Ich habs nicht geschafft. Die Spiele Deutschland gegen Japan und USA gegen Brasilien habe mich tatsächlich emotional werden lassen. Ich habe mich geärgert, vor allem an diesem Wochenende. Das ist mehr als ich erwartet hatte und deutlich besser als nur Olé Olé.

Hätte mein Sohn nicht neben mir gesessen, ich hätte den ZDF-Kommentator verbal in Grund und Boden gestampft als er im Spiel Deutschland – Japan fabulierte, die deutsche Mannschaft sei hervorragend eingestellt gewesen, es hätte nur nicht sollen sein. Schwachsinn! Deutschland spielte 120 Minuten Brechstangenfußball ohne die geringste Ahnung, wie es besser gehen könnte. Die gesamte Spielidee Deutschlands war es, dass Melanie Behringer den Knicker von überall auf dem Platz hoch vors Tor schlug, in der Hoffnung dass irgendjemand mal den Kopf dran bekommen würde, dass das Ding schon irgendwie mal rein ginge. Keinerlei Überraschungen, keine Pässe hinter die Abwehrreihe, kein Kombinationsspiel. In Sachen Raumaufteilung und Ballbehandlung war Japan überlegen, dazu bei Kontern immer gefährlich. Deutschand schied aus und ich war verärgert und ein bisschen traurig. Das hätte mir mal einer vor ein paar Tagen sagen sollen …

Ebenso verärgert war ich gestern während des Spiels USA – Brasilien, nur dass ich diesmal am Schluss zufrieden war. Eigentlich hätte mir der Ausgang des Spiels völlig egal sein können, aber die Mischung aus Beschiss gegen das US Team und die Art und Weise, wie Brasilien auftrat, ließen mich eindeutig Stellung beziehen.
Dass die Schiedsrichterin den verschossenen Strafstoß Brasiliens in der 67. Minute wiederholen lies war ein Witz, das nicht geahndete Abseits beim 2:1 kam noch obendrauf. Dazu brachten die alle irgendwie gleich aussehenden, brasilianischen Furien, die bei jedem Foul mit der Forderung nach einer gelben Karte auf die Schiedsrichterin zustürmten, die sich minutenlang auf dem Platz herumwälzten, um an der Linie sofort quitschfidel aufzuspringen, nicht nur mich, sondern auch die große Mehrheit der Zuschauer im Stadion gegen sich auf. Ein klassisches Gut gegen Böse-, Außenseiter gegen Favorit-Spiel, das mit dem Ausgleich in der letzten Minute der Verlängerung und dem guten Ende fürs richtige Team im Elfmeterschießen den bestmöglichen Abschluss fand. Dramatischer geht’s eigentlich nicht.

Dieses Aufregen, diese Spannung, und selbst dieses Scheißefinden Martas war wichtiger als tausende Plakate, wichtiger als all die Reden, in denen mir beigebracht werden soll, wie toll die Frauen doch spielen können. Es war spannend. Darum geht’s.



Fotos: boellstiftung, Dimmerswitch

Tach auch!

Der Fatter vom Kumpel eines Kumpel sagt, Roux kommt. Und Kumpels Kumpel hatte letztlich schon mal recht, mit seinem Hörenweitersagen. Das ist doch einen Blogbeitrag wert, dachte ich mir, vor allem weil ich überhaupt mal wieder irgendwas schreiben wollte.

Außerdem kann ich dann an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Sport1 am Samstag ab 18:45 Uhr das Abschiedsspiel von Marcelo Bordon übertragen wird. Das im Fernsehen zu schauen ist zwar lange nicht so gut wie live dabei zu sein, aber deutlich besser als überhaupt nichts davon mitzubekommen. Zeitlich lässt sich dieses Spiel so auch prima mit dem Olé Olé Viertelfinale zwischen Deutschland und Japan verbinden, das um 20:45 Uhr angepfiffen wird.

Zuletzt sei noch kurz erwähnt, dass es mich ab neuerdings auch bei Google+ zu finden gibt, und dass mein S04 Newsticker seit gestern frei von Manuel Neuer-Meldungen ist.

In der Hoffnung auf spannende Themen – auf die ich mich auch gerne stoßen lasse, falls nur ich sie nicht entdecke – sach ich ersma bis die Tage!

Wörtlich: Christoph Moritz

Ich finde den ständigen Vergleich mit Männerfußball unpassend. Das macht man in der Leichtathletik oder in anderen Sportarten doch auch nicht.

Zur Betrachtung der Frauenfußball WM 2011.


Gespräch mit Shary Reeves

Ich bin ein Ignorant. Für mich war sie immer nur die Kinderfernsehen-Trulla. Shary Reeves macht mit Ralph Caspers eben „Wissen macht Ah!“. Das wusste ich, weil ich es selbst gesehen hatte.

Meine Frau wusste noch, dass Shary Reeves mal in irgendeiner Nachmittags-Soap mitgespielt hatte. Dass sie ausserdem Musik macht und für den SC 07 Bad Neuenahr in der Fußball-Bundesliga gespielt hat, wussten wir beide nicht.

Jetzt ist sie Botschafterin für die WM. Auch, aber nicht nur deshalb war sie vor ein paar Wochen in der Bayern 3 Radio-Talkshow „Mensch, Theile!“ zu Gast. In den knapp 40 Minuten ging es um ganz viel, zum Beispiel um ihre Liebe zu Stadt, Fußballclub und Schwester, um ihr Vorankommen im Sport, natürlich um Frauenfußball überhaupt und ein bisschen um Kinderfernsehen, aber auch um das Aufwachsen als farbiges Kind in unserem Land. Frau Reeves ist eine sowohl kluge, als auch eloquente Frau, und mir hat es Spaß gemacht, dem Gespräch zuzuhören. Meines Erachtens ist der Podcast zur Sendung auch noch für diejenigen empfehlenswert, die gerade keinen Bock auf Frauenfußball haben. Für die anderen sowieso.

Hier nachzuhören:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


(38:23 Min)
mp3-Datei / Podcast-Feed

Die Olé Olé-WM

Sonntag beginnt die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011, und ich werde sie als Event-Fan begleiten. Ich weiß, dass „unsere Mädels“ stark sind, wie stark welche andere Nation ist weiß ich schon viel weniger. Natürlich ist mir Lira Bajramaj ein Begriff, schließlich gibt’s da diese schicke Werbung, und Inka Grings spielt hier um die Ecke. Aber Verena Faißt, Ariane Hingst oder Martina Müller hätte ich ohne nachzuschauen nicht aufzählen können. Für mich Ahnungslosen wird sich diese FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011 anfühlen wie für Mutti die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006. Jedenfalls wünschte ich mir, dass es so sein wird.

Gerne werde ich entspannt Public Viewings besuchen, wenn ich denn welche finde. Schwarz-Rot-Goldene Plastikklappern in Handform? Immer her damit! Mit albernen T-Shirts oder Hüten habe ich keine Probleme. Meinetwegen male ich auch meine Kinder an. Pommes in Deutschlandschälchen nehm’ ich gerne. Bier? Bier!

Frauenfußball-Fan bin ich nicht. Wenn selbst auf höchstem Niveau Spiele regelmäßig 4:0 oder 5:0 enden ist meines Erachtens irgendwas nicht im Lot. Aber egal, seit gestern ist Sommer, ich hätte gerne ein passendes Fest!

Zur WM 2006 bekam ich einen Gag-Flaschenöffner geschenkt, der bei Berührung des metallenen Kronkorken ein „Olé Olé… we are the Champions“ krächzt. Meine Tochter (3) entdeckte dieses Ding zur WM 2010 und findet es großartig. Diese „Melodie“ zum sportlichen Großereignis hinterließ einen bleibenden Eindruck. Noch heute nennt sie die Schwarz-Rot-Goldene Deutschland-Flagge nur „Olé Olé-Fahne“. Ich werde mir für die kommenden Wochen ein Beispiel daran nehmen und versuchen, mit der Leichtigkeit einer Dreijährigen an die Sache heranzugehen.

Olé Olé.



Foto: CharlesFred